Im Rahmen einer Unternehmensanalyse ist die Kapitalussrechnung ein wichtiges Instrument um die Unternehmenssituation zu bewerten. Vor allem, die sich hieraus ergebenden Kennzahlen, Cash-Flow aus Erfolgstätigkeit, Finanzierungstätigkeit und Investitionstätigkeit lassen sich gut für diesen Zweck benutzen. In Deutschland sind allerdings laut HGB nur börsennotierte Unternehmen verpichtet Kapitalussrechnungen zu erstellen und zu publizieren.
Somit ergibt sich für die Bewertung von nicht börsennotierten Unternehmen die Notwendigkeit, dass die Kapitalussrechnung von externen Personen erstellt werden muss, wenn diese Kennzahlen verwendet werden sollen. Auch bietet sich hierdurch die Möglichkeit, verschiedene Unternehmen miteinander zu vergleichen. Dieses liegt daran, dass für einen Externen nicht unbedingt ersichtlich ist, welche Prämissen ein interner Ersteller gesetzt hat und somit diese Prämissen von Unternehmen zu Unternehmen variieren können. Natürlich stellt es kein Problem dar, wenn die Kapitalussrechnung vom Externen selbst erstellt wird.
Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen die Möglichkeiten zur Gestaltung und die Alternativen bei der Erstellung einer Kapitalussanalyse dargestellt werden, und ihre Eignung zur Analyse von Unternehmen durch Dritte geprüft werden.
Im ersten Teil der Arbeitwird auf kurz die mit der Abgrenzung von internen und externen Analysten. Im zweiten Teil wird ein Einblick über die Erstellung einer Kapitalussrechnung und den verschiedenen Möglichkeiten gegeben. Hierbei wird nach verschiedenen Aspekten4gegliedert. Darauf folgend diskutiere ich die Wahlmöglichkeiten, die durch Bildung des Fonds entstehen können. Abschliessend wird noch ein kurzer Blick auf die Darstellungsformen geworfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Abgrenzung von internen gegenüber externe Analysten
2.1.1 Interne Analysten
2.1.2 Externe Analysten
2.2 Ermittlungsmethoden
2.2.1 Herkunft der Daten
2.2.1.1 Derivative Ermittlung
2.2.1.2 Originäre Ermittlung
2.2.2 Zeitlicher Aspekt
2.2.2.1 Retrospektive Ermittlung
2.2.2.2 Prospektive Ermittlung
2.2.3 Rechenmethode
2.2.3.1 Indirekte Ermittlung
2.2.3.2 Direkte Ermittlung
2.3 Gestaltungsmöglichkeiten durch Wahl des Fonds
2.4 Darstellungsformen
2.4.1 Kontenform
2.4.2 Staffelform
3 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den Anforderungen und methodischen Möglichkeiten der Erstellung einer Kapitalflussrechnung aus der Sicht externer Analysten, die keinen Zugriff auf interne Unternehmensdaten haben. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie trotz begrenzter Informationsbasis eine aussagekräftige Analyse der Finanzlage und der Cash-Flow-Situation von Unternehmen durchgeführt werden kann.
- Unterscheidung zwischen internen und externen Adressaten von Kapitalflussanalysen
- Vergleich verschiedener Ermittlungsmethoden (direkt vs. indirekt, derivativ vs. originär)
- Einfluss der Fondsbildung auf die Aussagekraft der Rechnung
- Analyse der verschiedenen Darstellungsformen wie Konten- und Staffelform
- Kritische Bewertung der Genauigkeit und Praktikabilität der Methoden
Auszug aus dem Buch
2.2.3.1 Indirekte Ermittlung
Bei der indirekten Ermittlung wird vom Jahresüberschuss anfangend zum Cash-Flow zurückgerechnet. Hierbei versucht den Jahresüberschuss von nicht zahlungsrelevanten Vorgängen zu bereinigen. Weiterhin werden zahlungsrelevante, aber nicht erfolgsrelevante Vorgänge dem Jahresüberschuss zugeführt. Diese Bereinigung hat also als Ausgangspunkt die Gewinn- und Verlustrechnung.
Bedingt durch die Rechenweise stellt die indirekte Methode den Cash-Flow durch Bereinigung auf. Es wird versucht, den Jahresüberschuss von allen nicht-zahlungsrelevanten Einflüssen zu bereinigen. Es lässt sich also nicht aus der Kapitalflussrechnung erkennen, woraus sich der Cash-Flow zusammensetzt, sondern nur, woraus er nicht besteht.
Vorteilhaft ist hier, dass bei dieser Rechnung, aufgrund der normalerweise vereinfachten Rechenweise, die Bestimmung wesentlich schneller erfolgen kann als bei der direkten Methode. Wenn jedoch Wert auf die Genauigkeit der ermittelten Daten gelegt wird, ist diese Methode von Nachteil, da hierzu genau die gleichen vorbereitenden Schritte wie zur direkten Methode notwendig sind, ohne allerdings den gleichen Informationsgehalt zu generieren. In der Literatur wird die Meinung vertreten, dass die direkte Methode der indirekten überlegen ist, da bei einer gewissenhaften Ermittlung der nicht zahlungsrelevanten Positionen sämtliche GuV-Positionen auf ihre Zahlungswirksamkeit überprüft werden müssen. Er weist darauf hin, dass vermutlich aus diesem Grund in den internationalen Stellungnahmen die direkte Methode präferiert wird.
Nachteilhaft ist allerdings, dass sich zum Beispiel die Auszahlungen für Material und Personal aus dieser Form der Kapitalflussrechnung nicht erkennen lassen. Diese können gerade für externe Analysten von großem Wert sein, da sich hieraus direkte Rückschlüsse auf andere Kennzahlen ziehen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Kapitalflussrechnung für die Unternehmensanalyse und definiert das Ziel der Arbeit, Gestaltungsmöglichkeiten für externe Analysten aufzuzeigen.
2 Hauptteil: Der Hauptteil bietet einen detaillierten Überblick über Ermittlungsmethoden, Datenquellen, den Zeitbezug, Rechenverfahren sowie Darstellungsformen der Kapitalflussrechnung.
3 Kritische Würdigung: In diesem Kapitel wird die Genauigkeit der verschiedenen Methoden bewertet und die Dominanz der indirekten Methode trotz ihrer qualitativen Mängel gegenüber der präziseren, aber aufwendigeren direkten Methode diskutiert.
Schlüsselwörter
Kapitalflussrechnung, externe Analyse, Cash-Flow, indirekte Ermittlung, direkte Ermittlung, Jahresabschluss, Bilanzanalyse, Erfolgsrechnung, Fondsbildung, Unternehmensanalyse, Kontenform, Staffelform, derivativ, Finanzlage, betriebliche Zahlungsströme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Erstellung und Gestaltung einer Kapitalflussrechnung unter spezieller Berücksichtigung der Perspektive externer Analysten, die keinen Einblick in interne Buchhaltungsdaten haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung der Ermittlungsmethoden, die Wahl des Fonds, die Unterscheidung zwischen derivativer und originärer Datenbeschaffung sowie die verschiedenen Darstellungsformen der Kapitalflussrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen externer Kapitalflussanalysen darzustellen und die Eignung verschiedener methodischer Ansätze kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer systematischen Herleitung der methodischen Schritte, die für eine Kapitalflussrechnung aus öffentlich zugänglichen Daten notwendig sind.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Unterscheidung zwischen internen und externen Analysten, die verschiedenen Berechnungsmethoden (indirekt/direkt), Zeitaspekte sowie die formale Gestaltung der Rechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kapitalflussrechnung, externe Analyse, Cash-Flow, direkte/indirekte Methode, Fondsbildung und Bilanzanalyse.
Warum präferieren internationale Stellungnahmen die direkte Methode?
Die direkte Methode wird aufgrund ihrer höheren Genauigkeit und Transparenz bevorzugt, da sie die tatsächlichen zahlungswirksamen Vorgänge detaillierter abbildet als die rein bereinigende indirekte Methode.
Warum ist die indirekte Methode trotz Kritik weit verbreitet?
Sie ist in der Praxis aufgrund ihrer einfacheren und schnelleren Erstellung weit verbreitet, auch wenn sie weniger tiefe Einblicke in die zahlungswirksamen Vorgänge bietet als die direkte Methode.
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- Per Abich (Author), 2006, Gestaltungs- und Wahlmöglichkeiten einer Kapitalflussrechnung für externe Analysten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51009