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Fächerdifferenzierung von Studiengebühren. Ein Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der staatlichen Hochschulen in der Bundesrepublik

Title: Fächerdifferenzierung von Studiengebühren. Ein Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der staatlichen Hochschulen in der Bundesrepublik

Seminar Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Natalie Jurewitz (Author)

Law - Public Law / Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Die öffentliche Auseinandersetzung über die Leistungsfähigkeit des deutschen Hochschulwesens wird von der Überzeugung getragen, dass gerade der Qualität und der Zukunftsfähigkeit akademischer Ausbildungseinrichtungen eine Indikatorfunktion für die Innovationskraft von Staat und Gesellschaft im Allgemeinen zukomme1. Wie auch im Rahmen des – originär politischen – Ringens um Konzepte, die das Gemeinwesen den Anforderungen einer globalisierten Welt gemäß umzugestalten vermögen, Finanzierungsgerechtigkeit zum Leitmotiv erhoben wird, so wird auch mit den Überlegungen in elf Bundesländern2 über eine mögliche Einführung von Studiengebühren die Forderung nach einer gerechten Verteilung der Finanzierungslast verknüpft. Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen3, der nach der zustimmenden Kenntnisnahme des nordrhein-westfälischen Regierungskabinetts am 6. September 2005 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, offenbart jedenfalls seinem Titel nach, dass sich auch die nordrhein-westfälische Landesregierung – im Rahmen der bislang jüngsten Initiative unter den Bundesländern in Sachen Studiengebühren - diesem Leitprinzip verpflichtet fühlte.

Die Vorschrift des Art. 2 4§ 2 I HFGG impliziert in ihrer Begründung5 die Möglichkeit, dass die jeweilige Hochschule für verschiedene Studiengänge unterschiedlich hohe sog. „Studienbeiträge“ festsetzt....
---

1 Vgl. Einleitung und Problemerörterung (S.1) sowie Begründung zum Allgemeinen Teil im Referentenentwurf eines Gesetzes zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen in Nordrhein-Westfalen (S. 21).

2 In sieben Bundesländern bestehen bereits konkrete Pläne zur Einführung von Studiengebühren, in vier Bundesländern wird zunächst die Entwicklung in den anderen Ländern verfolgt bzw. die Rechtslage noch überprüft. Vgl. http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/berufstudium/special (Stand: 30.10.2005).

3 Im Folgenden wird das Gesetz – der Nomenklatur des Entwurfes entsprechend - als HFGG abgekürzt. Vorgesehen ist das Inkrafttreten für den 1. April 2006. Vgl. Art. 4 HFGG, S. 20.

4 Die Vorschrift impliziert das sog. Gesetz zur Erhebung von Studienbeiträgen und Hochschulabgaben, im folgenden als StBAG abgekürzt. Das HFGG umfasst unter Art. 1 auch das Gesetz zur Aufhebung des Gesetzes zur Einführung von Studienkonten und zur Erhebung von Hochschulgebühren (Abkürzung: StKFG-AufhG).

5 Vgl. HFGG, S. 26.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Fächerdifferenzierung von Studiengebühren im Lichte des Verfassungsrechts

2.1 Fächerdifferenzierte Gebührenerhebung als Element hochschulischer Selbstverwaltung

2.2 Die verfassungsrechtliche Vorgabe des Art. 3 I GG

3. Die Fächerdifferenzierung von Studiengebühren im Lichte der nationalökonomischen Betrachtung

3.1 Der Kostenaspekt

3.1.1 Kosten für die öffentliche Hand

3.1.2 Kosten für die Studierenden

3.2 Der Renditeaspekt

3.2.1 Persönliche Einkommensaussichten der Studierenden

3.2.2 Bildungsrendite zugunsten der Volkswirtschaft

3.3 Präferenzen für bestimmte Studienfächer als Nachfrageindikator

3.4 Lenkungswirkung von Studiengebühren im wirtschaftswissenschaftlichen Modell

3.4.1 Preisbildung auf dem Markt für Hochschulbildung

3.4.2 Modellkritik: Prämissen und Reichweite

4. Beispiele aus der Praxis

4.1 Private Universität Witten/Herdecke

4.2 Australien

5. Auswirkungen auf die Hochschule als soziales System

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die juristischen und ökonomischen Implikationen einer fächerdifferenzierten Erhebung von Studiengebühren in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine solche Gebührenstaffelung verfassungsrechtlich zulässig ist und ob sie die im ökonomischen Diskurs erwarteten Lenkungswirkungen und Effizienzsteigerungen tatsächlich erzielen kann.

  • Verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Fächerdifferenzierung (Art. 3 I GG).
  • Ökonomische Begründung durch Kosten- und Renditeanalysen.
  • Untersuchung der Lenkungswirkung von Studiengebühren als Marktpreise.
  • Praxisbeispiele: Universität Witten/Herdecke und das australische HECS-Modell.
  • Auswirkungen auf die Hochschule als soziales System und die universitäre Selbstverwaltung.

Auszug aus dem Buch

3.4.2 Modellkritik: Prämissen und Reichweite

Fraglich scheint zunächst, ob die Lehre an wissenschaftlichen Hochschulen bzw. Fachhochschulen tatsächlich durch eine Charakterisierung als öffentliches Gut angemessen beschrieben wird. Nicht übersehen werden darf der Nutzen, den das Gemeinwesen – oder, um sich der ökonomischen Terminologie zu bedienen, die Volkswirtschaft – aus der Akademikerausbildung schöpft (positive externe Effekte des Hochschulstudiums).

Auch erscheint es zwar nachvollziehbar, dass das Bewusstsein über die Kostenträchtigkeit der Ausbildung bzw. die höheren privat zu tragenden Anteile an der Ausbildung zu einem effizienteren Studium und damit auch zu rascheren Studienabschlüssen führen – jedoch darf es nicht zum Selbstzweck werden, Studieninteressenten bzw. Studierenden „vor Augen zu führen“, welche Kosten sie der Allgemeinheit aufbürden. Eine solche Entwicklung würde Studierende in einen Rechtfertigungszwang führen, der beispielsweise angesichts der Notwendigkeit, dem drohenden Medizinermangel insbesondere in ländlicheren Gegenden entgegenzuwirken, eine gänzlich fehlgeleitete Signalwirkung für Schulabgänger hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Debatte um Studiengebühren ein, insbesondere vor dem Hintergrund der nordrhein-westfälischen Gesetzgebungsinitiative und des Leitmotivs der Finanzierungsgerechtigkeit.

2. Die Fächerdifferenzierung von Studiengebühren im Lichte des Verfassungsrechts: Dieses Kapitel prüft die verfassungsrechtliche Zulässigkeit differenzierter Gebühren, insbesondere im Kontext der hochschulischen Selbstverwaltung und des Gleichheitsgrundsatzes.

3. Die Fächerdifferenzierung von Studiengebühren im Lichte der nationalökonomischen Betrachtung: Hier werden ökonomische Argumente wie Kosten-Nutzen-Relationen, Bildungsrenditen und Marktmechanismen analysiert, um die Sinnhaftigkeit einer fächerbezogenen Staffelung zu bewerten.

4. Beispiele aus der Praxis: Die Arbeit vergleicht das Vorgehen der privaten Universität Witten/Herdecke mit dem australischen HECS-Programm als internationale Referenz.

5. Auswirkungen auf die Hochschule als soziales System: Das Kapitel beleuchtet den hohen administrativen Aufwand und die potenziellen negativen Auswirkungen auf die Identität und Wettbewerbsfähigkeit von Hochschulen.

6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass die Fächerdifferenzierung komplexe Zielkonflikte birgt und die Ausgestaltung der Gebührenordnungen eine zentrale politische Herausforderung darstellt.

Schlüsselwörter

Studiengebühren, Fächerdifferenzierung, Hochschulfinanzierung, Äquivalenzprinzip, Bildungsrendite, Lenkungswirkung, Verfassungsrecht, Art. 3 I GG, Marktmechanismus, Kostenaspekt, Renditeaspekt, Hochschule, Privatisierung, Bologna-Prozess, Studienbeiträge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die fächerdifferenzierte Erhebung von Studiengebühren in Deutschland aus juristischer und ökonomischer Perspektive, insbesondere mit Blick auf geplante Gesetzesinitiativen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, ökonomischen Modelltheorien zur Gebührenbemessung und den soziologischen Auswirkungen auf den Hochschulbetrieb.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den "Brückenschlag" zwischen Jurisprudenz und Ökonomie zu wagen, um die komplexen Auswirkungen einer fächerabhängigen Gebührenstaffelung auf das deutsche Hochschulsystem kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine staatswissenschaftliche Analyse, die juristische Rechtsnormen mit ökonomischen Marktmodellen und soziologischen Systembetrachtungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine verfassungsrechtliche Prüfung, eine ökonomische Analyse (Kosten/Rendite), eine Untersuchung der Lenkungswirkung, Praxisbeispiele (Witten/Herdecke, Australien) und eine soziologische Betrachtung der Auswirkungen auf Hochschulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Studiengebühren, Fächerdifferenzierung, Finanzierungsgerechtigkeit, Bildungsrendite und hochschulische Selbstverwaltung.

Wie bewertet die Arbeit die Vorbildfunktion Australiens?

Australien dient als Beispiel für ein etabliertes System der nachlaufenden Gebühren, wobei die Arbeit die Übertragbarkeit und die damit verbundenen Ziele der Abführung von Bildungsrenditen kritisch hinterfragt.

Welche Bedenken gibt es bezüglich der "Orchideenfächer"?

Die Autorin diskutiert die Sorge, dass eine fächerdifferenzierte Gebührenerhebung die Existenz von Fächern mit geringer Nachfrage gefährden könnte, und setzt dem das Argument der staatlichen Forschungsförderung entgegen.

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Details

Title
Fächerdifferenzierung von Studiengebühren. Ein Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der staatlichen Hochschulen in der Bundesrepublik
College
University of Münster  (Kommunalwissenschaftliches Institut)
Grade
1,3
Author
Natalie Jurewitz (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V51328
ISBN (eBook)
9783638473316
ISBN (Book)
9783656779162
Language
German
Tags
Fächerdifferenzierung Studiengebühren Beitrag Diskussion Zukunft Hochschulen Bundesrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Jurewitz (Author), 2006, Fächerdifferenzierung von Studiengebühren. Ein Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der staatlichen Hochschulen in der Bundesrepublik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51328
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