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Handeln auf Befehl im Völkerstrafrecht. Lehrmeinungen und Rechtsprechungen

Titre: Handeln auf Befehl im Völkerstrafrecht. Lehrmeinungen und Rechtsprechungen

Dossier / Travail , 2019 , 34 Pages , Note: Magna cum laude

Autor:in: Anonym (Auteur)

Droit - Droit pénal
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Die vorliegende Untersuchung soll die Entwicklung der Befehlsproblematik erläutern. Primär soll erörtert werden, ob das Handeln auf Befehl als selsbtständiger Strafausschlussgrund anerkannt wurde, oder ob es nur als strafmildern in Betracht fallen konnte.

Ausschlaggebend zur Beantwortung der Frage ist, welchen Theorien jeweils gefolgt wird. Der Fokus liegt in dieser Arbeit auf den Nürnberger- und Nachfolgeprozessen. In einem ersten Teil sollen die grundlegenden Lehrmeinungen dargelegt werden. Sie kategorisieren die möglichen Lösungen zum Umgang mit der Befehsproblematik und sind von elementarer Bedeutung für die Judikatur. In einem zweiten Teil sollen die völkerrechtlichen Quellen untersucht werden. Zudem soll erörtert werden, ob eine gewohnheitsrechtliche Praxis bestand.

In einem dritten Teil soll die wichtigsten Entscheide zur Befehlsproblematik aufgeführt werden. Im vierten Teil sollen dann die Problemfelder erörtert werden, die sich aus der Rechtsprechung ergeben. Ein Eklärungsversuch soll darlegen, woher diese Unstimmigkeiten stammen. Als Ausblick soll im letzten Teil aufgeführt werden, inwiefern die heutigen Regelung im römischen Statut eine vermittelnde Lösung darstellen könnte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

FRAGESTELLUNG

BEFEHLSPROBLEMATIK

ABGRENZUNG DES HANDELNS AUF BEFEHL

BEFEHLSCHARAKTER DER ANORDNUNG

RECHTSWIDRIGKEIT DES BEFEHLS

ABGRENZUNG VON ANDEREN VERTEIDIGUNGSEINWÄNDEN

HANDELN AUF BEFEHL ALS „DEFENCE“

TEIL I: VÖLKERRECHTLICHE LEHRMEINUNGEN

HANDELN AUF BEFEHL ALS STRAFAUSSCHLUSSGRUND – RESPONDEAT SUPERIOR

PRINZIP DER UNBEDINGTEN VERANTWORTLICHKEIT – ABSOLUTE- ODER STRICT LIABILITY PRINCIPLE

PRINZIPIEN DER BEDINGTEN VERANTWORTLICHKEIT – CONDITIONAL LIABILITY PRINCIPLES

PRINZIP DER OFFENSICHTLICHEN RECHTSWIDRIGKEIT - MANIFEST ILLEGALITY- UND PERSONAL KNOWLEDGE PRINCIPLE

MENS REA PRINZIP

FAZIT

TEIL II: SCHAFFUNG EINER NORM ZUM HANDELN AUF BEFEHL

NACH DEM ERSTEN WELTKRIEG

NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG

ZWISCHENFAZIT

BILDUNG VON VÖLKERGEWOHNHEITSRECHT DURCH ART. 8 IMT-STATUT

FAZIT

TEIL III: VÖLKERRECHTLICHE RECHTSPRECHUNG ZUM BEFEHLSHANDELN

DIE LEIPZIGER PROZESSE

ENTSCHEIDUNGSGRUNDLAGE DER LEIPZIGER PROZESSE

DOVER- UND LLANDOVERY CASTLE

NÜRNBERGER- UND DEUTSCHE NACHFOLGEPROZESSE

DER PROZESS VOR DEM INTERNATIONALEN MILITÄRTRIBUNAL

EINWÄNDE DER VERTEIDIGUNG UND VORBRINGEN DES TRIBUNALS

MORAL CHOICE TEST

NACHFOLGEPROZESSE UNTER KONTROLLRATSGESETZ NR. 10

PROZESS GEGEN DIE SÜDOST-GENERÄLE (GEISEL-PROZESS)

EINSATZGRUPPEN-PROZESS

PROZESS GEGEN DAS OBERKOMMANDO DER WEHRMACHT (OKW-PROZESS)

TOKIOTER PROZESSE

AD-HOC TRIBUNALE VON RUANDA UND DEM EHEMALIGEN JUGOSLAWIEN

FALL ERDEMOVIC

ZUSAMMENFASSUNG

ERGEBNIS UND BEWERTUNG

TEIL IV: ANALYSE DER UNSTIMMIGKEITEN

MORAL CHOICE TEST VON NÜRNBERG

UNEINHEITLICHE RECHTSPRECHUNG

BEFEHLSNOTSTAND

IRRTUM UND BEFEHLSHANDELN

PRÜFUNGSPFLICHT

FAZIT

URSACHEN

BETRACHTUNG DER URTEILE

TEIL V: DAS RÖMISCHE STATUT ALS MITTELWEG

INHALT VON ART. 33 ISTGH-STATUT

MISCHLÖSUNG ZWISCHEN DEN PRINZIPIEN DER UNBEDINGTEN VERANTWORTLICHKEIT UND DER OFFENSICHTLICHEN RECHTSWIDRIGKEIT

SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und rechtliche Entwicklung der Befehlsproblematik im Völkerstrafrecht. Ziel ist es, zu klären, ob das Handeln auf Befehl als eigenständiger Strafausschließungsgrund anerkannt ist oder lediglich strafmildernd wirkt, wobei der Fokus auf den Nürnberger und verschiedenen Nachfolgeprozessen sowie aktuellen Statuten liegt.

  • Entwicklung und Kategorisierung von Lehrmeinungen zum Handeln auf Befehl
  • Analyse der völkerrechtlichen Rechtsprechung von den Leipziger Prozessen bis zu den Ad-hoc-Tribunalen
  • Untersuchung der Unstimmigkeiten in der richterlichen Bewertung von Befehlshandelns
  • Bewertung des Art. 33 des IStGH-Statuts als moderner Lösungsansatz

Auszug aus dem Buch

Befehlsproblematik

Problematisch wird ein Befehl, wenn er geltendem Recht widerspricht. Der Befehlsempfänger findet sich zwischen zwei Fronten. Zum einen trifft ihn eine Pflicht zur Befolgung der Anordnung, gleichzeitig hat er die geltende Rechtsordnung zu wahren. Bei Missachtung einer der beiden Pflichten können strafrechtliche Konsequenzen drohen. Es stellt sich die Frage, ob der völkerrechtswidrige Befehl trotz Rechtswidrigkeit zu befolgen ist, oder ob er verweigert werden darf. Fraglich ist zudem, ob auf die Rechtmäßigkeit erhaltener Befehle vertraut werden darf, oder ob sie zu überprüfen sind. Bei Annahme einer solchen Prüfungspflicht stellt sich die Frage wie weit eine solche gehen darf und soll. Aus dem gesagten wird der Kern der Befehlsproblematik und den damit verbundenen Schwierigkeiten ersichtlich.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die historische Problematik hierarchischer Strukturen und das Dilemma bei rechtswidrigen Befehlen ein und formuliert das Ziel der Untersuchung.

FRAGESTELLUNG: Hier wird der Fokus auf die Untersuchung der Entwicklung des Handeln auf Befehl als Strafausschließungsgrund im Rahmen internationaler Gerichtsverfahren definiert.

BEFEHLSPROBLEMATIK: Dieses Kapitel erläutert den Kernkonflikt zwischen der Gehorsamspflicht gegenüber Vorgesetzten und der Pflicht zur Einhaltung geltender Rechtsnormen.

ABGRENZUNG DES HANDELNS AUF BEFEHL: Es werden die begrifflichen Voraussetzungen wie der Befehlscharakter, die Rechtswidrigkeit und die Abgrenzung zu anderen Rechtsinstituten diskutiert.

TEIL I: VÖLKERRECHTLICHE LEHRMEINUNGEN: Darstellung der verschiedenen dogmatischen Ansätze von "respondeat superior" bis hin zur subjektiven Unrechtsbewertung.

TEIL II: SCHAFFUNG EINER NORM ZUM HANDELN AUF BEFEHL: Analyse der kodifikatorischen Bemühungen und der Entwicklung gewohnheitsrechtlicher Praxis nach den Weltkriegen.

TEIL III: VÖLKERRECHTLICHE RECHTSPRECHUNG ZUM BEFEHLSHANDELN: Detaillierte Betrachtung der Urteilspraxis in verschiedenen historischen Prozessen, von Leipzig über Nürnberg bis zu Ruanda.

TEIL IV: ANALYSE DER UNSTIMMIGKEITEN: Untersuchung der Divergenzen in der Rechtsprechung, insbesondere im Hinblick auf den "Moral Choice Test" und Prüfpflichten.

TEIL V: DAS RÖMISCHE STATUT ALS MITTELWEG: Würdigung des IStGH-Statuts als Versuch, eine ausbalancierte Lösung zwischen verschiedenen Rechtsprinzipien zu finden.

SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung zur zukünftigen Handhabung im Völkerstrafrecht.

Schlüsselwörter

Handeln auf Befehl, Völkerstrafrecht, Respondeat superior, Befehlsnotstand, Nürnberger Prozesse, IStGH-Statut, Rechtswidrigkeit, Strafausschließungsgrund, Gehorsamspflicht, Menschenrechte, Moral Choice Test, Völkergewohnheitsrecht, Rechtsprechung, Subjektive Unrechtsbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die völkerstrafrechtliche Bewertung von Handlungen, die auf Befehl eines Vorgesetzten begangen wurden, und den historischen Wandel dieses Verteidigungsvorbringens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Dogmatik des Gehorsams, die Verantwortung von Soldaten in internationalen Konflikten und die Entwicklung normativer Regelungen für den Befehlsempfänger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, ob das Handeln auf Befehl als eigenständiger Strafausschließungsgrund im Völkerrecht etabliert ist oder ob es lediglich strafmildernd in die richterliche Würdigung einfließt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine rechtsdogmatische Analyse sowie eine rechtsvergleichende Auswertung historischer und aktueller Gerichtsentscheidungen (völkerrechtliche Rechtsprechung) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Lehrmeinungen, die Schaffung internationaler Normen, die Analyse bedeutender Prozesse wie der Nürnberger Prozesse und der Fall Erdemovic sowie die Struktur des IStGH-Statuts erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Handeln auf Befehl, Völkerstrafrecht, Befehlsnotstand, Nürnberg, IStGH und die Abwägung zwischen Gehorsam und Rechtmäßigkeit.

Warum war der "Moral Choice Test" in den Nürnberger Prozessen so bedeutend?

Der Test war ein Versuch der Gerichte, eine theoretische Möglichkeit zur Strafmilderung zu schaffen, indem geprüft wurde, ob der Befehlsempfänger eine moralische Wahlmöglichkeit hatte, wobei das Kriterium jedoch vage blieb.

Wie unterscheidet sich Art. 33 des IStGH-Statuts von früheren Regelungen?

Art. 33 IStGH-Statut versucht einen "Mittelweg" zu finden, indem er einerseits eine Vermutung für die Verantwortung festlegt, aber gleichzeitig individuelle Umstände und das Fehlen der Kenntnis der Rechtswidrigkeit berücksichtigt.

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Résumé des informations

Titre
Handeln auf Befehl im Völkerstrafrecht. Lehrmeinungen und Rechtsprechungen
Université
University of Zurich
Note
Magna cum laude
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
34
N° de catalogue
V513877
ISBN (ebook)
9783346111883
ISBN (Livre)
9783346111890
Langue
allemand
mots-clé
handeln befehl völkerstrafrecht lehrmeinungen rechtsprechungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2019, Handeln auf Befehl im Völkerstrafrecht. Lehrmeinungen und Rechtsprechungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513877
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Extrait de  34  pages
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