Im folgenden Text wird die Thematik der Inklusion in der Primarschule erläutert und sich konkret mit der Fragestellung "Kann im deutschen Schulsystem auf Förderschulen im Primarbereich verzichtet werden?" befasst. Diese Frage wurde in der Vergangenheit schon mehrfach aufgeworfen und von unterschiedlichen Professionen diskutiert. Meinungen waren unter anderem, dass das System der Förderschulen komplett der Idee der Inklusion widerspreche und Inklusion andererseits ohne Förderschulen gar nicht möglich wäre. Diese Hausarbeit soll sich diesen Meinungen annehmen und die Fragestellung beantworten. Mit der Begriffsannäherung wird in die Thematik eingeführt, es werden die Begrifflichkeiten Integration, inklusiver Unterricht und Primarstufe mit Hilfe drei verschiedener Wissenschaftler kurz erläutert.
Im Hauptteil der Hausarbeit wird, mit dem Ziel, einen Überblick über die Thematik zu bekommen, unter anderem die Entwicklung der Inklusion in der Primarschule in Deutschland und im europäischen Vergleich sowie die aktuelle Situation mit Zahlen, Daten und Fakten beleuchtet. Außerdem wird auf die Probleme und Folgen von Inklusion in der Primarschule sowie auf Vor- und Nachteile von Förderschulen trotz Inklusion eingegangen. Diese werden durch die unterschiedlichen Meinungen und Erkenntnisse von verschiedenen Wissenschaftlern erläutert und gegenübergestellt. In einem weiteren Kapitel wird sich mit gesammelten Unterstützungsmöglichkeiten und -ideen von Wissenschaftlern zur Verbesserung von Inklusion in der Primarschule beschäftigt und welche Rollen unter anderem die Förderschulen und die Soziale Arbeit bei dieser Verbesserung spielen könnten. Im anschließenden Diskussionsteil werden die verschiedenen vorher genannten Meinungen und Erkenntnisse der Wissenschaftler zusammengefasst. Außerdem wird die Fragestellung, ob im deutschen Schulsystem auf Förderschulen im Primarbereich verzichtet werden kann, beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung
3. Begriffsannäherung
3.1 Integration
3.2 Inklusiver Unterricht
3.3 Primarstufe
4. Inklusion in der Primarschule
4.1 Zahlen, Daten, Fakten zur Inklusion in der Primarschule
4.2 Entwicklung von Inklusion in der Primarschule in Deutschland
4.3 Probleme und Folgen von Inklusion in der Primarschule
4.4 Vor- und Nachteile von Förderschulen trotz Inklusion in der Primarschule
5. Unterstützungsmöglichkeiten zur Verbesserung von Inklusion in der Primarschule
6. Diskussionsteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Inklusionsdebatte im deutschen Primarschulsystem, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob auf Förderschulen verzichtet werden kann und welche Rolle die Soziale Arbeit bei der Gestaltung inklusiver Settings einnehmen sollte.
- Historische Entwicklung des deutschen Förderschulwesens
- Aktuelle statistische Daten zur Inklusion in Europa und Deutschland
- Herausforderungen und Barrieren bei der Umsetzung inklusiven Unterrichts
- Die ambivalenten Funktionen von Förderschulen (Schutzraum vs. Exklusion)
- Potenziale der Sozialen Arbeit für die schulische Inklusion
Auszug aus dem Buch
4.1 Zahlen, Daten, Fakten zur Inklusion in der Primarschule
Verschiedene Wissenschaftler haben Daten zusammengetragen um einen Überblick über die aktuelle Situation von Inklusion in der Primarschule, innerhalb Deutschlands und Europas, zu schaffen. Anneka Beck (2014) kam zum Beispiel zu dem Ergebnis, dass immer noch 70% der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, trotz Inklusion in Deutschland, eine Förderschule besuchen. Zudem, erörtert Beck, habe Deutschland im innereuropäischen Vergleich eine auffallend hohe Förderschulbesuchsquote mit 4,3%, welche nur von Belgien mit 5,5% und 4,8% übertroffen würde. Als Vorbilder in der inklusiven Beschulung würden vor allem die skandinavischen Länder gesehen, an der Spitze Finnland, allerdings selbst mit einer Förderbeschulungsquote von 3,8%, schreibt der Wissenschaftler Bernd Ahrbeck in seinem Buch „Inklusion, eine Kritik“ (2016). Im Vergleich habe Schweden nur recht wenig Förderschulen, jedoch viele Sonderklassen, welche sich seit 1990 verdoppelt haben sollen und auch zukünftig nicht in Frage gestellt würden. In Bezug auf Deutschland kann auch noch hervorgehoben werden, dass das inklusive Lernen stark zwischen den einzelnen Förderschwerpunkten variiert.
„Der Bereich emotionale und soziale Entwicklung arbeitet mit 43,2% am stärksten inklusiv, gefolgt von den Bereichen Sprache (34,6%), Hören (33,6 %) und Sehen (33,2%). Erst danach folgen die Bereiche Lernen (26,8%) sowie körperliche und motorische Entwicklung (24,3%). In den drei verbleibenden Bereichen Geistige Entwicklung (5,4%), Förderschwerpunktübergreifende Gruppierung ohne Zuordnung (4,2%) und Kranke (5,1 %) hat inklusiver Unterricht praktisch keinerlei Bedeutung“ (Klemm 2013, S.12). Somit scheint Inklusive Bildung nicht für alle Kinder gleich zugänglich zu sein. Durch die erhobenen Zahlen, Daten und Fakten wird deutlich wie unterschiedlich stark Inklusive Bildung innerhalb Europas vertreten ist und wie viel Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern noch aufholen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Kurze Zusammenfassung der Thematik inklusive der Fragestellung und dem Ergebnis, dass Förderschulen den Inklusionsgedanken stützen können.
2. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Zielsetzung der Hausarbeit hinsichtlich der Rolle von Förderschulen im inklusiven System.
3. Begriffsannäherung: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Integration, Inklusiver Unterricht und Primarstufe.
4. Inklusion in der Primarschule: Analyse des Status quo, der historischen Entwicklung sowie der Chancen und Risiken der schulischen Inklusion.
5. Unterstützungsmöglichkeiten zur Verbesserung von Inklusion in der Primarschule: Erörterung von Lösungsansätzen, insbesondere durch multiprofessionelle Teams unter Einbeziehung der Sozialen Arbeit.
6. Diskussionsteil: Zusammenführende Reflexion der Forschungsergebnisse und Beantwortung der zentralen Fragestellung.
Schlüsselwörter
Inklusion, Primarschule, Förderschule, Soziale Arbeit, Integration, Sonderpädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Schulsozialarbeit, Bildungsgerechtigkeit, Inklusiver Unterricht, Stigmatisierung, Förderschwerpunkte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Inklusion in deutschen Primarschulen und analysiert die Rolle von Förderschulen innerhalb dieses Systems.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die historische Entwicklung, aktuelle statistische Daten, die Abgrenzung von Begriffen sowie die Rolle der Sozialen Arbeit in inklusiven Lernumgebungen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob im deutschen Schulsystem vollständig auf Förderschulen verzichtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftlicher Positionen und Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die statistische Situation, die geschichtliche Genese der Sonderschulen, Probleme der praktischen Inklusionsumsetzung und Verbesserungsideen durch Kooperationen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Inklusion, Förderschule, Soziale Arbeit, Integration und Bildungsgerechtigkeit charakterisieren.
Warum wird die Rolle der Sozialen Arbeit als so wichtig erachtet?
Die Soziale Arbeit kann durch ihr spezifisches Wissen und Methoden, wie Lebensweltorientierung und Elternarbeit, das Schulsystem bei der Bewältigung von Inklusionsproblemen entlasten.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Existenz von Förderschulen?
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Förderschulen derzeit noch wichtig sind, da eine gemeinsame Beschulung für bestimmte Kinder noch keine ausreichende Förderung bietet, wenngleich eine Reduzierung der Anzahl sinnvoll erscheint.
- Citar trabajo
- Lena Burmester (Autor), 2018, Inklusion in der Primarschule. Kann im deutschen Schulsystem auf Förderschulen im Primarbereich verzichtet werden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514774