Um Sprache verstehen zu können, bedarf es einiger Regeln, bekannten Vereinbarungen und Theorien. Ein Großteil der existierenden Regeln und Theorien nehmen Bezug auf wörtlich zu verstehende Ausdrücke und Sätze. Die Zahl derjenigen, die für das Verstehen der nichtwörtlichen Rede oder Sprache relevant sind, ist jedoch begrenzt.
Der Bereich des uneigentlichen Sprechens beinhaltet unter anderem die metaphorisch verwendete Sprache, die sowohl in unserer Alltagssprache, als auch in literarischen oder poetischen Texten Verwendung finden kann.
Gerade der Metaphernbegriff ist mit seiner zweieinhalb Jahrtausende zurückliegenden Geschichte eines der ältesten Phänomene unserer Sprache.
An diesem Punkt kommt unweigerlich die Frage auf, warum und wie bzw. ob Regeln dazu fähig sein können, das Metaphern – Verstehen bzw. das Verstehen poetischer Texte im Allgemeineren, in ihr Regelwerk aufzunehmen und zu erklären. Hinzu kommt die Frage nach der Notwendigkeit einer Regel für dieses bereits so lange existente Stilmittel. Doch gerade der metaphorische Sprachgebrauch birgt Problemrisiken, da Metaphern so einzigartig in ihrer Bedeutungsvielfalt sind. Je nachdem, ob der jeweilige Hörer oder Leser sie in ihrer wörtlichen Bedeutung oder im übertragenen Sinn versteht, können Metaphern als sinnlos – dementsprechend wird der Kontext des gesamten Satzes in diesem Fall nicht verstanden - oder als besonders bedeutungsvoll aufgefasst werden. Daher ist jeder Bereich, in dem Sprache angewandt wird, auf Methoden der Analyse angewiesen, die den kreativen Denkvorgang beim Interpretieren und Verstehen von Metaphern lenken und erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil: Definitionsansätze
Metaphern
Metaphern – Verstehen
- Symbolifizierung
- Ersetzen
- Die Determination
- Interaktionstheorie
- Drei-Phasen-Modell und Röhrenmetapher
- Beleuchten und Verbergen. Der Kampf
3. Resumée
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht theoretische Grundlagen des Metaphernverständnisses und analysiert, wie Metaphern in der Kommunikation verarbeitet werden. Ziel ist es, verschiedene linguistische und kognitive Theorien miteinander zu vergleichen, um eine allgemeingültige Definition des Metaphernverständnisses zu erarbeiten.
- Semantische und kognitive Verstehensprozesse von Metaphern
- Analyse klassischer und moderner Definitionssätze (z.B. nach Aristoteles, Weinrich, Black)
- Die Rolle von Kontext, Hintergrundwissen und Symbolisierung
- Das Drei-Phasen-Modell und die Röhrenmetapher zur Erklärung des Bedeutungstransfers
- Metaphorische Konzepte im argumentativen Sprachgebrauch (z.B. "Argumentation als Kampf")
Auszug aus dem Buch
- Interaktionstheorie:
Laut der bereits angesprochenen Interaktionstheorie von Max Black teilt sich die Metapher in zwei Bereiche bzw. Konzepte auf, zwischen denen eine Interaktion stattfindet. Zum einen wird das metaphorisch verwendete Wort – oder je nach Gebrauch mehrere Wörter – in den Bereich des „metaphorischen Fokus‘ (Focus)“ gebracht und zum anderen wird ein „nichtmetaphorischer Rahmen (Frame)“ kreiert, in dem die übrigen Bestandteile des Satzes erfaßt werden. Mit anderen Worten dargestellt, entspricht dem Focus das Nebenthema (Black: subsidiary subject), welches ein „System miteinander assoziierter Gemeinplätze [system of associated comonplaces]“ verkörpert und dem Frame das Hauptthema (Black: principal subject), wobei diese Ausdrucksweise Ähnlichkeiten zu Richards Begriffen >Tenor< und >Vehikel< in seiner ersten Version einer Interaktionstheorie aufweist. Dabei steht der Tenor für den metaphorischen Teil des Satzes sowie für seine Bedeutung, und das Vehikel soll etwas über den Tenor bzw. über seine Inhalte aussagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Metaphernverständnisses ein und stellt die Relevanz von Regeln und Kontext für die Interpretation uneigentlicher Sprache dar.
2. Hauptteil: Definitionsansätze: Hier werden zentrale linguistische Theorien wie die Substitutions-, Interaktions- und Determinationstheorie diskutiert, um die Funktionsweise metaphorischer Ausdrücke systematisch zu erläutern.
3. Resumée: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass Metaphern nicht isoliert, sondern als Satzgefüge in einem Kontext verstanden werden müssen.
Schlüsselwörter
Metapher, Zeichentheorie, Sprachverstehen, Symbolifizierung, Substitutionstheorie, Interaktionstheorie, Determination, Kontext, Kognition, Drei-Phasen-Modell, Röhrenmetapher, Tenor, Vehikel, Kommunikation, Linguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der linguistischen Untersuchung der Metapher und der Frage, wie diese in der menschlichen Kommunikation verstanden und interpretiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Metaphern, die kognitiven Prozesse beim Verstehen sowie die Rolle von Kontext und Hintergrundwissen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, bestehende Theorien zur Metapher zu vergleichen, um eine fundierte und allgemeingültige Definition für den Metaphernverstehensprozess zu formulieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse klassischer und zeitgenössischer sprachtheoretischer Ansätze sowie auf die Auswertung kognitiver Modellbildungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Ansätze wie die Substitutionstheorie, die Interaktionstheorie von Max Black, das Drei-Phasen-Modell und den metaphorischen Gebrauch im Argumentationskontext.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Schlüsselbegriffe sind Metapher, Kontext, Interaktionstheorie, Symbolifizierung und der kognitive Verarbeitungsprozess von Sprache.
Was ist das Besondere an der "Röhrenmetapher" nach Michael Reddy?
Die Röhrenmetapher dient als Modell, um die Kommunikation als Senden von Ideen (Objekte) in Worten (Gefäße) durch eine Röhre zu veranschaulichen.
Warum bezeichnet die Autorin die Argumentation als "Kampf"?
Sie erläutert dies anhand von Beispielen, bei denen Argumente in einem "konterdeterminierenden Kontext" als verbaler Angriff strukturiert werden, um den "Gegner" zu überzeugen.
- Citation du texte
- Phillip Gläsel (Auteur), 2002, Theorie der Metapher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52970