„Schule und Elternhaus haben einen Erziehungs- und Bildungsauftrag für das Kind, sie tragen gemeinsam die Verantwortung für dessen Entwicklung (Landesinstitut für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen,1998; Wild, 2003). Ohne eine intensive Kooperation können Schule und Elternhaus dieser Verantwortung kaum gerecht werden.“
In ihrem Buch „Beratungskompetenz von Lehrern“ bringt Silke Hertel auf den Punkt warum Elternarbeit so ein großer und wichtiger Teil des Lehrerberufs geworden ist. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Lehrkräften und Eltern kann über das Wohl der Kinder entscheiden. So ist auch die Berufsorientierung keine Ausnahme. Obwohl die Schülerinnen und Schüler letztlich selber entscheiden müssen in welche Richtung ihr Weg geht, haben Eltern noch immer einen großen Einfluss auf diese Entscheidung. Zudem haben sie teilweise Kenntnisse über ihre Kinder, die Lehrkräfte nicht haben, weshalb eine Kooperation umso wichtiger ist.
Dennoch sind Eltern häufig nicht ausreichend informiert über das Thema Berufsorientierung und sind sich nicht bewusst welchen großen Anteil sie an der Berufsentscheidung ihrer Kinder haben. Hier greift die Beratungsfunktion der Lehrkräfte ein. Eltern zu beraten ist mit Sicherheit nicht immer einfach, aber dennoch sehr wichtig. Die Frage ist nur: Wie funktioniert ein gutes beratendes Elterngespräch?
Das Ziel meiner Ausarbeitung ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Elternberatung im Rahmen der Berufsorientierung gut funktionieren kann und welche Möglichkeiten es gibt die bestehenden Formen der Beratung zu verbessern.
Den großen Problembereich um kulturelle und sprachliche Barrieren, werde ich in dieser Arbeit inhaltlich nicht behandeln, da dies den Rahmen einer Ausarbeitung sprengen würde. An einigen Stellen werde ich darauf verweisen, allerdings ist es mir nicht möglich diese Problematik, die auch in der Beratung eine Rolle spielt, detailliert herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ALLGEMEINE BERATUNGSGESPRÄCHE MIT ELTERN
3. ELTERNBERATUNG IN DER BERUFSORIENTIERUNG
4. KOOPERATIVE BERATUNG IN DER BERUFSORIENTIERUNG?
5. VERBESSERUNGSMÖGLICHKEITEN SEITENS DER SCHULE
6. FAZIT
7. VERZEICHNIS DER VERWENDETEN LITERATUR
7.1. Bücher
7.2. andere Veröffentlichungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie eine effektive Elternberatung im Kontext der beruflichen Orientierung von Schülern gelingen kann und welche Rolle die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus dabei spielt. Im Fokus steht die Identifikation von Verbesserungsansätzen für die schulische Elternarbeit, um Eltern als wichtige Unterstützer in den Berufswahlprozess ihrer Kinder einzubinden.
- Grundlagen der allgemeinen Elternberatung durch Lehrkräfte
- Besonderheiten der Beratung zur Berufsorientierung
- Analyse der Methode der "Kooperativen Beratung" im schulischen Kontext
- Optimierung schulischer Rahmenbedingungen für die Elternarbeit
- Bedeutung der Kommunikation bei Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden
Auszug aus dem Buch
3. Elternberatung in der Berufsorientierung
Nachdem wir im vorigen Kapitel über die allgemeine Beratung und die Beratungskompetenz gesprochen haben, stellt sich nun die Frage wie dies alles in der Berufsorientierung umsetzbar ist. Zunächst lässt sich feststellen, dass sich die Beratung in der Berufsorientierung nicht sehr groß von anderen Beratungssituationen zu unterscheiden scheint. Dennoch möchte ich etwas genauer hinschauen, um das Spezielle an einer Elternberatung im Rahmen der Berufsorientierung herauszuarbeiten.
Stefanie Schnebel schreibt in ihrem Buch „Professionell beraten“ über die Beratungskompetenz in der Schule. Dabei geht sie auch auf die Elternarbeit ein. Ihrer Meinung nach gibt es zwei Themenbereiche, um die es in Gesprächen zwischen Eltern und Lehrern geht. Zum einen die Schullaufbahn- und Bildungswegentwicklung und zum anderen die Einzelfallberatung über Lernen, Leistung, Verhalten und soziale Einbindung des Kindes. Diese beiden Themenbereiche hängen offensichtlich zusammen, immerhin sind die Leistungen des Kindes verantwortlich für die Schullaufbahnentwicklung und diese wiederum kann sich auf das Verhalten und die soziale Einbindung auswirken.
Die Berufsorientierung kommt in diesem Konzept von Schnebel nicht vor. Grob kann man sie jedoch als weiteren Teil der Schullaufbahn- und Bildungswegentscheidung sehen, mit dem großen Unterschied, dass die Entscheidung nicht, wie bei der Schullaufbahn, bei den Eltern liegt, sondern zum bei den Jugendlichen selbst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Der Erziehungs- und Bildungsauftrag erfordert eine enge Kooperation zwischen Schule und Elternhaus, auch im Bereich der Berufsorientierung, wo Eltern trotz der Eigenentscheidung der Jugendlichen eine wichtige Rolle einnehmen.
2. ALLGEMEINE BERATUNGSGESPRÄCHE MIT ELTERN: Verschiedene Formen der Elterngespräche, von spontanen Begegnungen bis hin zu strukturierten Vier-Augen-Gesprächen, sowie grundlegende Kompetenzen der Gesprächsführung werden dargelegt.
3. ELTERNBERATUNG IN DER BERUFSORIENTIERUNG: Es wird analysiert, inwiefern sich die Beratung zur Berufsorientierung von allgemeinen Bildungsberatungen unterscheidet und welche spezifischen Funktionen (Orientierung, Unterstützung) hierbei relevant sind.
4. KOOPERATIVE BERATUNG IN DER BERUFSORIENTIERUNG?: Die Eignung der Methode der Kooperativen Beratung für den Berufsorientierungsprozess wird kritisch geprüft und als für diesen speziellen Zweck eher wenig geeignet eingeschätzt.
5. VERBESSERUNGSMÖGLICHKEITEN SEITENS DER SCHULE: Die Arbeit zeigt Möglichkeiten auf, wie Schulen durch bessere Rahmenbedingungen, wie etwa spezielle Beratungsräume oder zentrale Ansprechpartner, die Elternarbeit erleichtern können.
6. FAZIT: Zusammenfassend wird betont, dass die Kooperation zwischen Schule und Elternschaft eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Berufsorientierung darstellt und eine gute Organisation sowie Empathie seitens der Lehrkräfte erfordert.
7. VERZEICHNIS DER VERWENDETEN LITERATUR: Auflistung der herangezogenen Fachliteratur und Veröffentlichungen.
Schlüsselwörter
Elternberatung, Berufsorientierung, Lehrerberuf, Kooperation, Schule, Elternhaus, Beratungskompetenz, Gesprächsführung, Schullaufbahn, Bildungsweg, Schulentwicklung, Elternarbeit, Jugendliche, Berufswahl, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Lehrkräfte bei der Beratung von Eltern bezüglich der beruflichen Orientierung ihrer Kinder und wie diese Zusammenarbeit verbessert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Beratungskompetenz, die Spezifik der Berufsorientierung, schulische Organisationsmöglichkeiten und die Relevanz der Eltern-Lehrer-Kooperation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Elternberatung im Rahmen der Berufsorientierung erfolgreich gestaltet und die bestehenden Beratungsformen optimiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur (z.B. von Silke Hertel und Stefanie Schnebel) sowie der Methode der "Kooperativen Beratung" (nach Methner et al.) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse allgemeiner Beratungsgespräche, die Übertragung auf die Berufsorientierung, eine Prüfung der Methode der kooperativen Beratung sowie konkrete Verbesserungsvorschläge für die Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Elternberatung, Berufsorientierung, Kooperation, Lehrerberuf und Schulentwicklung.
Warum wird die "Kooperative Beratung" als für die Berufsorientierung wenig sinnvoll erachtet?
Der Autor argumentiert, dass diese Methode eine Problem-Löse-Struktur erfordert, während Gespräche zur Berufsorientierung meist eher informativen Charakter haben und keine akuten, konkreten Probleme adressieren.
Welche Rolle spielt die Schulorganisation bei der Elternberatung?
Die Schule spielt eine tragende Rolle, indem sie durch räumliche Gegebenheiten, das Bereitstellen von Informationsmaterial und die Etablierung fester Ansprechpartner die Qualität der Beratung deutlich steigern kann.
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- Onno Suntken (Author), 2018, Eltern beraten. Wie ein Elterngespräch zur Berufsorientierung gelingt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537090