Die Themen dieser Arbeit sind die Idee einer Schule für alle, der Weg bis dorthin, die Möglichkeiten inklusiver Konzepte und die Potenziale und Grenzen einer inklusiven Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung.
Was für uns heutzutage noch mehr nach einer Utopie klingt, soll – wenn es nach Inklusions-Befürwortern geht – in den nächsten Jahrzehnten Realität werden. Durch Anerkennung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-Behindertenrechtskonvention) als geltendes Recht hat Deutschland sich verpflichtet, sein Schulsystem zu überarbeiten und hat somit einen wichtigen Teil zur Verwirklichung der Utopie „Eine Schule für alle“ beigetragen. Doch leider ist die Umsetzung dieser Konvention keine Sache von ein paar Monaten, inklusive Beschulung flächendeckend umzusetzen wird noch mehrere Jahre dauern und wird dem deutschen Schulsystem viel abverlangen. Doch eben die Idee einer Schule für alle, der Weg bis dorthin, die Möglichkeiten inklusiver Konzepte und die Potenziale und Grenzen einer inklusiven Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung beschäftigen in der aktuellen Zeit viele Pädagogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Behinderung
3. Inklusion
3.1. Inklusion und Integration
3.2. Rechtliche Grundlagen
3.2.1. Die Salamanca-Erklärung (1994)
3.2.2. Die UN-Behindertenrechtskonvention (2006)
4. Inklusive Beschulung – Potenziale und Grenzen
4.1. Der Weg zur Inklusion in der Schule
4.2. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der deutschen Bildungspolitik
4.2.1. Bayern
4.2.2. Bremen
4.3. Konzepte inklusiver Beschulung
4.4. Kooperatives Lernen
4.5. Das Gelingen inklusiver Schulen
4.5.1. Allgemeine Veränderungen
4.5.2. Personelle Veränderungen
4.5.3. Veränderungen der Lehrkompetenzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der "Schule für alle" und analysiert die Potenziale sowie Grenzen einer inklusiven Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen und schulpraktischer Herausforderungen in Deutschland.
- Entwicklung des Begriffs der Behinderung und dessen sozialer Konstruktion
- Abgrenzung von Inklusion und Integration sowie rechtliche Verankerung durch die UN-Behindertenrechtskonvention
- Analyse der Umsetzung inklusiver Bildung am Beispiel der Bundesländer Bayern und Bremen
- Methodische Ansätze wie kooperatives Lernen und notwendige strukturelle sowie personelle Veränderungen im Schulsystem
Auszug aus dem Buch
4.4. Kooperatives Lernen
„Lernen im inklusiven Unterricht bedeutet, dass jede Schülerin und jeder Schüler innerhalb einer Lerngruppe ihr bzw. sein kognitives und soziales, emotionales und motivationales Potenzial entfalten kann.“ (Vanier 2014a, S. 58)
Dieses Kapitel befasst sich mit der Methode des kooperativen Lernens, welche als die Methode für den inklusiven Unterricht gilt und somit das größte Potenzial für eine inklusive Beschulung bietet.
Beim kooperativen Lernen werden von den Lehrern Teams von vier bis sechs Schülern so zusammengestellt, dass „in einer Tischgruppe möglichst vielfältige Ressourcen zur Verfügung stehen. So wird es immer eine Mischung aus Mädchen und Jungen geben, aus Personen, die mit unterschiedlichen Biografien auf die Welt schauen“ (Boban/Hinz 2014, S. 108). Dadurch ließen sich unterschiedliche Weltanschauungen, Kulturen, physische Konditionen, psychische Strukturen und Wahrnehmungspräferenzen vereinen (ebd.). „Schwätzen“ wird bei dieser Art des Unterrichtens im konstruktiven Sinne als Basis für soziale Gemeinsamkeit genutzt und es kann zu einer für den inklusiven Unterricht wichtigen Entwicklung „zum ‚echten‘ Team mit erkennbarer Identität“ (ebd.) kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Vision einer "Schule für alle" ein und skizziert die Problematik des deutschen Schulsystems sowie die Relevanz der UN-Behindertenrechtskonvention.
2. Behinderung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Behinderung aus medizinischer, rechtlicher und soziologischer Sicht und diskutiert die damit verbundenen Stigmatisierungsprozesse.
3. Inklusion: Das Kapitel differenziert zwischen Inklusion und Integration und analysiert die rechtlichen Grundlagen durch die Salamanca-Erklärung und die UN-Behindertenrechtskonvention.
4. Inklusive Beschulung – Potenziale und Grenzen: Der Hauptteil beleuchtet den geschichtlichen Weg zur Inklusion, vergleicht die Umsetzung in Bayern und Bremen und erörtert kooperative Lernmethoden sowie notwendige Veränderungen in Schule und Lehrkompetenz.
5. Fazit: Das Fazit fasst die notwendigen strukturellen und personellen Veränderungen für eine erfolgreiche inklusive Beschulung zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven des gemeinsamen Lernens.
Schlüsselwörter
Inklusion, Integration, Schule für alle, UN-Behindertenrechtskonvention, Behinderung, Sonderpädagogik, Kooperatives Lernen, Heterogenität, Bildungspolitik, Inklusive Beschulung, Nachteilsausgleich, Schulkultur, Lehrkompetenz, Chancengleichheit, Barrierefreiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen und Chancen der Implementierung eines inklusiven Bildungssystems ("Schule für alle") in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentral sind die Definition von Behinderung, der rechtliche Rahmen der Inklusion, die schulspezifische Umsetzung in verschiedenen Bundesländern sowie notwendige pädagogische Anpassungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung der Potenziale und Grenzen einer inklusiven Beschulung von Schülern mit Behinderung im allgemeinen Schulwesen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Rechtsquellen und bildungspolitischen Berichten basiert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die schulpraktische Umsetzung der Inklusion, inklusive Konzepte wie kooperatives Lernen und die für das Gelingen notwendigen Veränderungen.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Zu den Kernbegriffen gehören Inklusion, Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf und die UN-Behindertenrechtskonvention.
Warum wird Bayern als Beispiel herangezogen?
Die Wahl fiel auf Bayern aufgrund des lokalen Bezugs der Autorin zur Universität, um die dortige Umsetzung inklusiver gesetzlicher Vorgaben zu beleuchten.
Was macht das Beispiel Bremen in der Arbeit besonders?
Bremen dient als Positivbeispiel für ein funktionierendes inklusives Schulsystem, in dem Sonderschulen weitgehend in das Regelsystem integriert wurden.
Welche Rolle spielt das "Zwei-Pädagogen-Prinzip"?
Es wird als essenzielle Methode hervorgehoben, bei der Regel- und Sonderschullehrkräfte gemeinsam unterrichten, um heterogene Lerngruppen optimal zu fördern.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Lehrkräften?
Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, ihre Kompetenzen an heterogene Gruppen anzupassen, weshalb die Arbeit eine stärkere Inklusionsorientierung in der universitären Ausbildung fordert.
- Arbeit zitieren
- Brigitte Huss (Autor:in), 2016, Eine Schule für alle. Potenziale und Grenzen einer inklusiven Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538763