Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Qualitätssicherung des Unterrichts unter den Aspekten der Leistungstransparenz und stützt sich dabei auf eine Beobachtung im Fremdunterricht, in der eine Diskussion um Leistungserwartungen entfacht wurde. Diese Situation bildet den Reflexionsanlass und soll mit Bezug auf Meyers Verständnis zu transparenten Leistungserwartungen analysiert werden, um abschließend wertvolle Parameter in Hinblick auf die Weiterentwicklung der eigenen Professionalisierung aufzeigen.
Im Zuge der ständigen Herausforderung im Lehrberuf hat Meyer zehn Merkmale guten Unterrichts aufgestellt. Darunter fällt die klare Strukturierung des Unterrichts, der hohe Anteil echter Lernzeit, ein lernförderliches Klima, inhaltliche Klarheit, das sinnstiftende Kommunizieren, die Methodenvielfalt, individuelles Fördern, intelligentes Üben, eine klar formulierte Leistungserwartung und eine vorbereitete Umgebung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Reflexionsanlasses
2.1. Relevanz von Leistungstransparenz
2.3. Transfer: Leistungstransparenz fordert Partizipation
3. Fazit und Bedeutung für die eigene Professionalisierung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Leistungserwartungen der Lehrkraft und deren Wahrnehmung durch die Schülerinnen und Schüler. Ziel ist es, anhand eines konkreten Praxisbeispiels aufzuzeigen, wie eine partizipative Haltung der Lehrkraft die Leistungstransparenz fördern und somit den Lernprozess nachhaltig unterstützen kann.
- Qualitätssicherung im Unterricht nach Hilbert Meyer
- Analyse von Kommunikationsdifferenzen bei Leistungserwartungen
- Transfer des Partizipationsmodells nach Hart und Gernert auf den Schulalltag
- Bedeutung von Partizipation für die individuelle Professionalisierung von Lehrkräften
Auszug aus dem Buch
2.3. Transfer: Leistungstransparenz fordert Partizipation
„Partizipationsleitern“ oder „Stufen der Partizipation“ zeigen verschiedene Ausprägungen von Partizipation auf. Hart (1992) und Gernert (1993) konzipieren ihr Stufenmodell aus acht Partizipationsstufen. Die folgende Grafik aus Wagner (2013) visualisiert das Modell. Anhand dessen können Rückschlüsse auf den Schulunterricht gezogen und schließlich bezüglich des vorliegenden Fallbeispiels kritisch beurteilt werden.
Stufe eins bis drei (Manipulation, Dekoration und Alibiteilnahme) repräsentieren die Nicht-Partizipation. Auf den Bereich Schule übertragen bedeutet dies, dass SuS im Bereich einer dieser drei Stufen durch die Lehrkraft instrumentalisiert würden. Der Unterricht ist in diesem Fall wenig schülerorientiert und mehr lehrerzentriert. Die Stufen vier bis acht stellen Grade der Partizipation dar. Der Unterricht ist hier schülerorientiert im Vergleich zu Stufe eins bis drei. Während die Lehrkraft den SuS auf den Stufen vier bis sechs Beteiligungsmöglichkeiten eröffnet, initiieren die SuS auf den Stufen sieben und acht selbst Partizipationsmöglichkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Qualitätssicherung im Unterricht ein und stellt anhand eines konkreten Praxisbeispiels die Problemstellung bezüglich mangelnder Leistungstransparenz dar.
2. Analyse des Reflexionsanlasses: Hier wird die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Lehrkraft und dem Verständnis der Schülerinnen und Schüler analysiert, wobei die Relevanz von Transparenz und Partizipation theoretisch fundiert wird.
3. Fazit und Bedeutung für die eigene Professionalisierung: Das Kapitel bündelt die Erkenntnisse und reflektiert, wie die Verzahnung von Leistungstransparenz und Partizipation zur professionellen Weiterentwicklung angehender Lehrkräfte beiträgt.
Schlüsselwörter
Leistungstransparenz, Partizipation, Unterrichtsqualität, Reflexion, Praxissemester, Lehrkraft, Schülerorientierung, Qualitätssicherung, Lernprozess, Partizipationsmodell, Kommunikationsanalyse, Professionalisierung, Erwartungshorizont, Selbstbildung, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Leistungserwartungen im Unterricht so zu kommunizieren, dass sie für alle Beteiligten transparent und nachvollziehbar sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Qualitätssicherung nach Hilbert Meyer, das Konzept der Partizipation in der Schule sowie die pädagogische Professionalisierung während des Praxissemesters.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die reflexive Auseinandersetzung mit einer konkreten Unterrichtssituation, um aufzuzeigen, wie Leistungstransparenz durch eine partizipative Haltung der Lehrkraft sichergestellt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fremdbeobachtung im Praxissemester und einer anschließenden Reflexion unter Einbeziehung didaktischer Fachliteratur und theoretischer Partizipationsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen für Missverständnisse bei Leistungserwartungen und leitet daraus konkrete Transfermöglichkeiten für den Unterricht ab, insbesondere durch die Anwendung des Partizipationsstufenmodells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Leistungstransparenz, Partizipation, Unterrichtsqualität und professionelle Reflexion charakterisiert.
Warum kam es im Fallbeispiel zu einem Konflikt?
Der Konflikt entstand, weil die Lehrkraft ihre fachlichen Erwartungen als selbstverständlich voraussetzte, während die Schülerinnen und Schüler die spezifischen Anforderungen an die Kommunikationsanalyse ohne ausreichende Transparenz nicht nachvollziehen konnten.
Wie kann eine Lehrkraft die Partizipation der Schüler fördern?
Durch die Einbeziehung der Schüler in die Unterrichtsplanung, etwa bei der gemeinsamen Entwicklung von Schreibplänen, können Beteiligungsmöglichkeiten eröffnet werden, die über eine reine Informationsweitergabe hinausgehen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Kommunikation von Leistungserwartungen im Unterricht. Qualitätssicherung durch eine partizipative Haltung der Lehrkraft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542892