Diese Arbeit stellt den Mehrwert eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts in theoretischer sowie praktischer Perspektive insbesondere in Bezug auf eine Steigerung der Lesemotivation bei SchülerInnen dar.
Es erfolgt eine theoretische Darstellung der produktiven Verfahren im Literaturunterricht. Alsdann wird beispielhaft die Kurzgeschichte "Das erste Abenteuer" von Hermann Hesse didaktisiert, um einen Praxisbezug aufzuzeigen.
Hierfür wird einleitend eine inhaltliche Zusammenfassung des Textes gegeben, um darauf aufbauend die mit den Themen und Motiven der Geschichte verbundenen pädagogischen Anknüpfungspunkte darzustellen. Anschließend werden unterrichtspraktische Hinweise in Bezug auf die Textsorte Kurzgeschichte und den Autor Hermann Hesse gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren im Literaturunterricht
3. Didaktisierung von Herman Hesses Kurzgeschichte Das erste Abenteuer
3.1. Inhalt
3.2. Pädagogische Intentionen
3.3. Unterrichtspraktische Hinweise
3.3.1. Hermann Hesse im Deutschunterricht
3.3.2. Die Gattung Kurzgeschichte im Deutschunterricht
3.3.3. Fazit der didaktischen Überlegungen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Mehrwert eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts zur Steigerung der Lesemotivation bei Schülern. Anhand der Kurzgeschichte "Das erste Abenteuer" von Hermann Hesse wird aufgezeigt, wie theoretische Ansätze der Literaturdidaktik praktisch in den Deutschunterricht der Sekundarstufe II integriert werden können, um eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Text zu fördern.
- Methoden der Handlungs- und Produktionsorientierung
- Förderung der Lesemotivation und Identitätsbildung
- Didaktische Analyse von Hermann Hesses Kurzgeschichte "Das erste Abenteuer"
- Verknüpfung von kognitiven und affektiven Lernprozessen
- Einsatz der Kurzgeschichte im gymnasialen Deutschunterricht
Auszug aus dem Buch
3.1. Inhalt
Die 1905 veröffentlichte Kurzgeschichte Das erste Abenteuer zählt zu den frühen Erzählungen Hermann Hesses; war der Autor doch bei der Edition erst 28 Jahre alt. Auf fünf Buchseiten wird die sexuell aufgeladene Begegnung eines achtzehnjährigen Maschinenschlosserlehrlings mit einer reichen Fabrikantenwitwe aus der Ich-Perspektive des Auszubildenden erzählt. Die Erzählung weist autobiographische Züge auf. Der Titel der Geschichte erklärt sich aufgrund der Unerfahrenheit des Ich-Erzählers in Bezug auf Liebesangelegenheiten und der sozialen Unterschiede der Protagonisten, welche die Küsse, zu denen es kommt, zu einem Abenteuer werden lassen.
Die Erzählung beginnt mit einer verhältnismäßig langen Einleitung (knapp ein Fünftel des Gesamttextes), in welcher der Ich-Erzähler über Retrospektive und Vergesslichkeit reflektiert. So beschreibt er, dass Erlebtes schon ganz vergessen und fremd sein kann, bis es plötzlich wie ein Blitzlicht wieder in allen Details vor dem inneren Auge erscheint. Der Erzähler spielt sodann auf ein spezielles Erlebnis an, das er nie zu vergessen gedachte, welches dann aber doch in sein Unterbewusstsein glitt. Metaphorisch beschreibt er das Wiederentdecken dieser einen Erinnerung als ein verlorenes Taschenmesser, das in einer Schublade wiedergefunden wird.
Sodann beginnt die eigentliche Geschichte mit der Beschreibung der Ausgangssituation: Der Erzähler berichtet vom Ende seiner Ausbildungszeit in einer Schlosserei und seinen Plänen, nicht weiter in diesem Berufsfeld tätig zu sein. Ein Volontär der Werkstatt hat eine reiche Dame zur Tante, die näher beschrieben wird. Wenn „[d]ieses Wunder“ die Schlosserei zu besuchen pflegt, sorgt sie mit ihrer faszinierenden, weiblichen Unnahbarkeit für große Aufregung unter den Schlossern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die hohe Relevanz von Lesekompetenz für gesellschaftliche Teilhabe und führt in die Notwendigkeit handlungs- und produktionsorientierter Verfahren zur Steigerung der Lesemotivation ein.
2. Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren im Literaturunterricht: Es wird das theoretische Modell des HPU als Ergänzung zum analytischen Literaturunterricht vorgestellt, welches die ganzheitliche Beteiligung der Schüler ins Zentrum rückt.
3. Didaktisierung von Herman Hesses Kurzgeschichte Das erste Abenteuer: Dieses zentrale Kapitel analysiert inhaltliche und pädagogische Aspekte der Erzählung sowie konkrete methodische Umsetzungsvorschläge für den Deutschunterricht.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der HPU ein effektives Mittel zur Förderung der emotionalen Auseinandersetzung mit Literatur ist, auch wenn der langfristige Beitrag zur Lesekompetenz schwer quantifizierbar bleibt.
Schlüsselwörter
Literaturunterricht, Handlungs- und Produktionsorientierung, Lesekompetenz, Lesemotivation, Hermann Hesse, Das erste Abenteuer, Kurzgeschichte, Adoleszenz, Deutschunterricht, Literaturdidaktik, Identitätsentwicklung, Rezeptionsästhetik, Schülersubjektivität, Ganzheitlichkeit, Textarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Begründung und praktischen Anwendung eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, um Schüler zur aktiven Auseinandersetzung mit literarischen Texten zu bewegen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Förderung der Lesemotivation, Konzepte der Literaturdidaktik sowie die Analyse von Hermann Hesses Kurzgeschichte im Kontext der Adoleszenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch handlungsorientierte Methoden der Literaturunterricht lebendiger gestaltet werden kann, um eine tiefere Verbindung der Schüler zum literarischen Werk zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf einer theoretischen Fundierung der Rezeptionsästhetik und Literaturdidaktik basiert und diese auf ein konkretes Textbeispiel anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des HPU sowie in die exemplarische Didaktisierung der Erzählung "Das erste Abenteuer", inklusive pädagogischer Intentionen und praktischer Hinweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff der Handlungs- und Produktionsorientierung prägen Begriffe wie Lesekompetenz, Identitätsbildung, Adoleszenz und Literaturdidaktik die Arbeit.
Warum eignet sich gerade die Kurzgeschichte "Das erste Abenteuer" für diesen Ansatz?
Die Geschichte bietet aufgrund ihrer Kürze und ihrer authentischen Behandlung von Adoleszenzthemen wie Verführung und Identitätssuche eine ideale Grundlage für einen motivierenden Einstieg in das Werk von Hermann Hesse.
Wie trägt die Arbeit zur aktuellen Diskussion über den Literaturunterricht bei?
Sie betont die Notwendigkeit, vom rein kognitiven Interpretationsansatz abzurücken und stattdessen die emotionale "Ich-Beteiligung" der Schüler als Motor für literarisches Verstehen zu nutzen.
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- Anonym (Author), 2018, Förderung von Lesekompetenz und Lesemotivation im Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594773