Während meines einjährigen Praktikums und meiner darauffolgenden Ausbildung beim Diakonischen Werk Mönchengladbach e.V. bin ich mit vielen verschiedenen Wirkungsfeldern der Sozialarbeit und –pädagogik konfrontiert worden. Unter anderem mit Obdachlosen, Suchtkranken, Arbeitslosen, Senioren in stationärer Betreuung und auch Senioren oder anderen Bedürftigen, denen aufsuchende Hilfe in verschiedener Form zuteil wurde.
Mit dem Thema "Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit" verbinde ich einerseits das allgemeine Interesse an Informationen über ein, für mich nur dem Begriff nach bekanntes, Feld der Sozialarbeit/-pädagogik und andererseits auch das spezielle Interesse an der deutlichen Splittung eines Arbeitsgebietes. Ich setze erwartend voraus, dass es nicht nur bei der begrifflichen Trennung bleibt. Weiter erwarte ich, dass hier die Aufgaben ebenso klar definiert und die Möglichkeiten genauso zahlreich sind wie in anderen Bereichen. Jedoch befürchte ich, dass diese Aufgliederung dem Begriff nach wieder fast nur mit dem allgegenwärtigen Geschlechterkampf zu tun hat. Mit der gesellschaftlichen Unterdrückung weiblicher Bedürfnisse und der Überbewertung der männlichen (rein oberflächlichen) Urrolle/-aufgabe.
1. Mädchensozialarbeit
Jungfrauenvereine, Mädchensozialarbeit, und Mädchenarbeit
1.1 Historischer Rückblick
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
1.2 Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA
- 1956 Kommission f. Mädchenfragen fordert Gelder
- Mitte 1960 Mädchenerziehung à Rolle der Hausfrau und Mutter
- 1984 Sechster Jugendbericht à Infragestellung der Koedukation
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
- "Sind alle Mädchen qua Geschlecht benachteiligt?"
- "Mädchen zu sein, ist am Arbeitsmarkt schlimmer als keinen Schulabschluss zu haben"
- seit 1991 haben sich die Zahlen der Jungen und Mädchen in der Jugendarbeitslosigkeit gedreht. Mehr männliche als weibliche.
- Ende des Patriarchats speziell in der Berufswelt?
- Ende der Bekleidung nur oder überwiegend typisch weiblicher Positionen in der Berufswelt?
- Höchster Anteil an Teilzeitarbeitsplätzen
- Auch bis heute keine Gleichstellung der Löhne im Vergleich zu denen der männlichen Kollegen.
[...]
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit?
Ziel ist es, geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzubauen und auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Jungen und Mädchen einzugehen.
Warum wird die Koedukation in der Jugendsozialarbeit hinterfragt?
Bereits im Sechsten Jugendbericht 1984 wurde diskutiert, dass gemeinsame Erziehung (Koedukation) oft dazu führt, dass Mädchenbedürfnisse unterdrückt werden.
Wie sieht die Arbeitsmarktsituation für junge Frauen aus?
Trotz besserer Schulabschlüsse haben Mädchen oft schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt, leiden unter Lohnungleichheit und besetzen häufiger Teilzeitstellen.
Hat sich die Jugendarbeitslosigkeit zwischen den Geschlechtern verändert?
Seit 1991 haben sich die Zahlen teilweise gedreht, sodass heute oft mehr männliche als weibliche Jugendliche von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Was wird unter dem "Geschlechterkampf" in der Sozialarbeit verstanden?
Es bezeichnet die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rollenbildern, bei der oft männliche Urrollen überbewertet und weibliche Bedürfnisse marginalisiert werden.
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- Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author), 2003, Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62705