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Hegel und die Topologie der Poesie

Título: Hegel und die Topologie der Poesie

Trabajo Intermedio/Parcial , 2001 , 13 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Autor)

Literatura - Literatura comparada
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Seine 1801 erschienene Differenzschrift beginnt Hegel mit einer typischen Geste des Absetzens oder besser Abhebens von allen eigentümlichen Ansichten seiner Vorgänger und Nachgänger, die es natürlich essentiell in der Philosophie nicht gibt, um sogleich auf die Eigentümlichkeit der Form des Schelling-Fichteschen Systems der Philosophie hinzuweisen. In Bezug auf den literarischen Stil ist Hegels Hinweis sicher berechtigt. (Vgl. Hegel 1979, Bd. 2, 13f.) Schreiben Fichte und besonders Schelling in wichtigen Passagen eher mystisch-verschleiert, ist bei Hegel ein starker Einfluß der Poesie seines Studienfreundes Hölderlins zu erkennen, auf den im zweiten Teil dieser Untersuchung einzugehen sein wird.
Ein Verständnis für Hegels zentrale Metapher der Heimkunft oder Heimkehr ermöglicht ein biographischer Blick auf seinen Zeitgenossen Hölderlin sowie auf Heideggers 1947 entstandenen Humanismusbrief. 1790 immatrikulieren sich Hölderlin und Schelling gemeinsam am Tübinger Stift für Philosophie und Theologie und beziehen gemeinsam mit Hegel, der sich schon zwei Jahre früher am Stift einschrieb, dasselbe Zimmer. Die Drei schließen Freundschaft und begeistern sich gleichermaßen für die Französische Revolution, insbesondere für die philosophischen Schriften Rousseaus. Neben dessen Hauptwerk Der Gesellschaftsvertrag erlangte vor allem Rousseaus 1762 beendetes Werk Émil, oder über die Erziehung große Bedeutung. Auf einer der letzten Seiten findet sich folgender Satz, der Hölderlins Poesie offensichtlich nachhaltig beeinflußt haben muß: „Die Reisen bieten einen Anstoß, seinen Neigungen nachzusehen, und vollenden den Menschen im Guten wie im Bösen. Bei der Heimkehr ist jeder so, wie er sein ganzes Leben hindurch bleiben wird.“ (Rousseau 1910, Bd. 2, 536.)

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Differenz(en) nach Hegel

Die Topologie der Poesie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Philosophie und Poesie unter besonderer Berücksichtigung der hegelianischen Bewusstseinsphilosophie und der poststrukturalistischen Topologie. Ziel ist es, durch die Analyse von Differenz- und Wiederholungsstrukturen das Verhältnis von Denken und Dichten als sich webendes Netz offenzulegen.

  • Hegels Bewusstseinsphilosophie und das absolute Ich
  • Die Rolle der Identitätsphilosophie bei Fichte und Schelling
  • Topologische Konzepte der Differenz bei Deleuze
  • Die Verbindung von Zeitlichkeit und Erinnerung in der Literatur
  • Das Verhältnis von Philosophie und Poesie als ästhetische Praxis

Auszug aus dem Buch

Die Topologie der Poesie

Die neben der kleinen gelben Mauerecke wohl berühmteste Passage einer exis-tentiellen Erfahrung der Einheit, der Totalität, des Einbruch eines Realen oder eines göttlichen Ganzen ist die des Geschmacks der kleinen Madeleine im letzten Buch der Suche Prousts. Hier bringt allein der Geruch eines in Linden-blütentee getauchten Gebäckstückes dem Erzähler plötzlich und unerwartet die Erlebnisse seiner Jugend ins Gedächtnis. Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich in einem Moment der furchtlosesten Gelassenheit ― als Heimkehr in ein imäginäres GANZES im Jetzt:

[…] in der Tat war es so, daß das Wesen, das damals in mir jenen Eindruck ver-spürt hatte, ihn jetzt in dem wiederfand, was es an Gemeinsamem zwischen einem Tage von ehemals und dem heutigen gab, was daran außerhalb der Zeit gelegen war; es war ein Wesen, das nur dann in Erscheinung trat, wenn es auf Grund einer solchen Identität zwischen Gegenwart und Vergangenheit sich in dem einzigen Le benselement befand, in dem es existieren und die Essenz der Dinge genießen kon-nte, das heißt außerhalb der Zeit. Dadurch erklärte ich, daß meine Sorgen um mei-nen Tod in dem Augenblick ein Ende gefunden hatten, in dem ich unbewußt den Geschmack der kleinen Madeleine wiedererkannte, weil in diesem Augenblick das Wesen, das ich zuvor gewesen war, außerzeitlich wurde und daher den Wechselfäl-len der Zukunft unbesorgt gegenüberstand (…) das Wunder einer Analogie mich der Gegenwart enthob. Es hatte als einziges die Macht, mich zu den alten Tagen, der verlorenen Zeit wieder hinfinden zu lassen, während gerade das den Bemühungen meines Gedächtnisses und Verstandes immer wieder mißlang.

Zusammenfassung der Kapitel

Differenz(en) nach Hegel: Dieses Kapitel erörtert die philosophischen Grundlagen der Differenz und des Netzbegriffs zwischen Philosophie und Poesie, wobei insbesondere Deleuzes Sicht auf Hegel und Proust beleuchtet wird.

Die Topologie der Poesie: Hier wird die zentrale Metapher der Heimkehr untersucht, wobei die Verbindung zwischen Prousts literarischen Erfahrungen und den philosophischen Ansätzen von Hegel, Hölderlin und Heidegger im Vordergrund steht.

Schlüsselwörter

Hegel, Fichte, Schelling, Deleuze, Proust, Identitätsphilosophie, Topologie, Poesie, Differenz, Wiederholung, Zeitlichkeit, Bewusstsein, Gnosis, Erinnerung, Denken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Philosophie und Poesie, insbesondere wie Konzepte der Differenz, der Wiederholung und der Zeitlichkeit in beiden Disziplinen verhandelt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die hegelianische Identitätsphilosophie, die Rezeption durch Fichte und Schelling sowie die topologischen Konzepte des Poststrukturalismus nach Deleuze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das "sich webende Netz" von Gedanken und Sprache offenzulegen und die Verbindung zwischen philosophischer Systematik und literarischer Erfahrung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen komparativen und philosophisch-literaturwissenschaftlichen Ansatz, der durch die Anwendung topologischer Metaphern auf philosophische Texte gekennzeichnet ist.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die systematischen Brüche in der Philosophie des deutschen Idealismus und stellt diese in den Kontext moderner literarischer Erfahrungen, etwa bei Marcel Proust.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Identität, Differenz, Topologie, Bewusstsein, absolute Identität und die Verschränkung von Zeit und Erinnerung.

Wie bezieht sich die Arbeit auf die "kleine Madeleine" bei Proust?

Die Passage dient als exemplarisches Beispiel für eine existentielle Erfahrung der Totalität, in der Gegenwart und Vergangenheit in einem "imaginären Ganzen" verschmelzen.

Welche Rolle spielen Hölderlin und Heidegger in der Argumentation?

Sie dienen als biographische und theoretische Ankerpunkte, um Hegels Metaphorik der Heimkunft und die poetische Dimension des philosophischen Denkens zu verdeutlichen.

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Detalles

Título
Hegel und die Topologie der Poesie
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Dr. des. Robert Dennhardt (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
13
No. de catálogo
V68373
ISBN (Ebook)
9783638609821
ISBN (Libro)
9783638754231
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hegel Topologie Poesie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. des. Robert Dennhardt (Autor), 2001, Hegel und die Topologie der Poesie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68373
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