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A map is not the territory. Über fraktale Ortschaften und Prousts Mauerecke

Title: A map is not the territory. Über fraktale Ortschaften und Prousts Mauerecke

Seminar Paper , 2001 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Einen Blick zu werfen auf verschiedene Oasen fraktaler Landschaften, soll im folgenden versucht werden, inmitten der Wüste aller Diskurse zwischen Geometrie und Literatur, insbesondere einen Blick auf einige Ortschaften zwischen Fraktal und Kunstwerk. Der erste Teil sei ein wissens(schafts)geschichtlicher Sprung in das Jahr 1977. Damals forschte der Physiker Libchaber über Bénard‘sche Zellen und deren Phasenübergänge. Aus Verwunderung über das spezifisch-dynamische Verhalten seiner Experimentieranordnung traf er sich mit dem damals über Iterations-Algorithmen logistischer Gleichungen arbeitenden Mathematiker Feigenbaum, und zusammen blickten sie erstaunt auf einige neu zu interpretierende physikalisch-mathematische Phänomene. Im zweiten Teil ist es Vermeers kleine gelbe Mauerecke, in der Prousts Dichter Bergotte das Totale aller Poesie erblickt und ihn sogleich sterben läßt. Was vor diesem Gemälde und beim Biß in das kleine Madeleinegebäck geschehen war, soll hernach im Lichte einer fraktalen Geometrie in Literatur und Malerei angeschaut werden. Doch nicht erst auf den letzten Seiten seiner Suche übernimmt Proust iterativfraktale Bilder in seine Sprache. Sein Begriff von Subjekt erscheint auf den ersten Seiten ebenso träumend wie gebrochen. Wir sind kein Ganzes, sondern immer schon sein Werden:

"Ich schlief wieder ein und wachte dann manchmal nur noch sekundenlang auf, gerade lang genug, um ein Knacken im Gebälk zu hören oder den Blick dem Kaleidoskop der Dunkelheit zu öffnen und dank einem kurzen bewußten Augenblick wohlig den Schlaf zu genießen […] dies Ganze, von dem ich nur ein kleiner Teil war und in dessen Unbewußtheit ich rasch zurücksinken würde. […] Der Schlafende spannt in einem Kreise um sich den Ablauf der Stunden, […] wieviel Zeit [ist] bis zu meinem Wachwerden verflossen […]; in einer Sekunde durchlief ich Jahrhunderte der Zivilisationen, und aus vagen Bildern […] setzte sich allmählich mein Ich in seinen originalen Zügen wieder von neuem Zusammen." (Proust 2000, S. 10 bis 12.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Das Fraktale …

II … Kunstwerk

Stimmen der anderen. Das fraktale Kunstwerk im SchriftBild

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen und ästhetischen Schnittmengen zwischen fraktaler Geometrie, Literatur und bildender Kunst. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich Konzepte des Chaos, der Iteration und der Selbstähnlichkeit als methodisches Werkzeug eignen, um künstlerische Strukturen – insbesondere bei Marcel Proust und Jan Vermeer – sowie unser Verständnis der Realität neu zu interpretieren.

  • Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung der Chaostheorie und fraktalen Geometrie.
  • Die Rolle der Iteration und des Determinismus in physikalischen und mathematischen Systemen.
  • Analyse der fraktalen Ästhetik im Werk von Jan Vermeer (Stadtansicht von Delft).
  • Untersuchung literarischer Strukturen bei Marcel Proust im Kontext fraktaler Bildhaftigkeit.
  • Diskurs über Einheit, Totalität und den Einbruch des Realen in Kunst und Wissenschaft.

Auszug aus dem Buch

I Das Fraktale …

Einen Blick zu werfen auf verschiedene Oasen fraktaler Landschaften, soll im folgenden versucht werden, inmitten der Wüste aller Diskurse zwischen Geometrie und Literatur, insbesondere einen Blick auf einige Ortschaften zwischen Fraktal und Kunstwerk. Der erste Teil sei ein wissens(schafts)-geschichtlicher Sprung in das Jahr 1977. Damals forschte der Physiker Libchaber über Bénard‘sche Zellen und deren Phasenübergänge. Aus Verwunderung über das spezifisch-dynamische Verhalten seiner Experimentieranordnung traf er sich mit dem damals über Iterations-Algorithmen logistischer Gleichungen arbeitenden Mathematiker Feigenbaum, und zusammen blickten sie erstaunt auf einige neu zu interpretierende physikalisch-mathematische Phänomene.

Im zweiten Teil ist es Vermeers kleine gelbe Mauerecke, in der Prousts Dichter Bergotte das Totale aller Poesie erblickt und ihn sogleich sterben läßt. Was vor diesem Gemälde und beim Biß in das kleine Madeleinegebäck geschehen war, soll hernach im Lichte einer fraktalen Geometrie in Literatur und Malerei angeschaut werden. Doch nicht erst auf den letzten Seiten seiner Suche übernimmt Proust iterativ-fraktale Bilder in seine Sprache. Sein Begriff von Subjekt erscheint auf den ersten Seiten ebenso träumend wie gebrochen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Das Fraktale …: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftsgeschichtlichen Grundlagen der Chaostheorie ein, erläutert die mathematischen Konzepte von Iteration und Dimension und stellt die Verbindung zur fraktalen Geometrie her.

II … Kunstwerk: Der Fokus liegt auf der Anwendung fraktaler Konzepte auf die Kunstgeschichte und Literatur, wobei insbesondere die ästhetische Wirkung von Vermeers Stadtansicht von Delft und die narrative Struktur bei Marcel Proust diskutiert werden.

Stimmen der anderen. Das fraktale Kunstwerk im SchriftBild: Eine kuratierte Zusammenstellung von Zitaten und philosophischen Perspektiven, die das Thema aus unterschiedlichen fachlichen und künstlerischen Blickwinkeln beleuchten.

Schlüsselwörter

Fraktale, Chaostheorie, Iteration, Selbstähnlichkeit, Marcel Proust, Jan Vermeer, deterministisches Chaos, Geometrie, Literaturwissenschaft, Epistemologie, Komplexität, Ästhetik, Phasendiagramm, Mandelbrot-Menge, Existenzbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Verbindungen zwischen der modernen Chaostheorie und der Ästhetik in Literatur und Kunst.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Felder sind die mathematische Chaostheorie, die fraktale Geometrie sowie die künstlerische Gestaltung bei Autoren wie Marcel Proust und Malern wie Jan Vermeer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie fraktale Strukturen und Begriffe des Chaos dazu dienen können, Kunstwerke als iterative und selbstähnliche Systeme zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen interdisziplinären Ansatz, der mathematisch-physikalische Erkenntnisse (Chaos-Forschung) mit kunsthistorischen und literaturwissenschaftlichen Analysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen der Fraktal-Geometrie und die spezifische Untersuchung der ästhetischen Phänomene bei Vermeer und Proust.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Fraktal, Iteration, Chaos, Selbstähnlichkeit, Determinismus und Ästhetik.

Welche Rolle spielt Jan Vermeers Stadtansicht von Delft in diesem Werk?

Das Gemälde dient als zentrales Fallbeispiel, bei dem der "gelbe Fleck" als fraktales Element identifiziert wird, welches den optisch-kompositorischen Schwerpunkt des Werkes bildet.

Wie verknüpft der Autor Marcel Proust mit der Chaostheorie?

Der Autor argumentiert, dass Prousts Erzählweise, insbesondere die Bedeutung von Erinnerungsfragmenten (Madeleine-Erlebnis), eine iterative Struktur aufweist, die das Ganze in jedem Teil reflektiert.

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Details

Title
A map is not the territory. Über fraktale Ortschaften und Prousts Mauerecke
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Dr. des. Robert Dennhardt (Author)
Publication Year
2001
Pages
28
Catalog Number
V68379
ISBN (eBook)
9783638609876
ISBN (Book)
9783638694636
Language
German
Tags
Ortschaften Prousts Mauerecke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. des. Robert Dennhardt (Author), 2001, A map is not the territory. Über fraktale Ortschaften und Prousts Mauerecke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68379
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