Anwendung der Memocard als Unterrichtsmethode


Seminararbeit, 2005

44 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

A Einführung

B Ausarbeitung
1 Unterricht im Wandel der Zeit
2 PISA Studie
3 Unterrichtsmethoden
3.1 Definition und Beispiele
3.2 Zusammenfassung
4 Memotechniken
4.1 Memo Art
4.2 Memo Fun
4.3 Memo Pers
4.4 Memo Codes
4.5 Einsatz von Memotechniken im Unterricht
5 MemoCard
5.1 Begriff und Erklärung
5.3 Kognitive Prozesse
5.3 Aufbau und Erstellung von MemoCards
5.4 Anwendungsgebiete
5.5 Vorteile und Chancen der MemoCards
5.6 Nachteile und Risiken der MemoCard
5.7 Lernen mit der Lernkartei nach Leitner
5.8 MemoCard Software
5.8.1 MemoCard Lite Version 3.05
5.8.2 Lernkartei 2.0
5.9 Anwendung der MemoCard-Methode im Seminar
6 Zusammenfassung

C Schlussbetrachtung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht über die weltweite Rangverteilung im Hinblick auf Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Kompetenz

Abbildung 2: Aufbau des Basiswissens

Abbildung 3: Gedächtnisarten

Abbildung 4: Vergessenskurve nach Ebbinghaus

Abbildung 5: Vergessenskurve mit Wiederholungen nach Ebbinghaus

Abbildung 6: Verwendung der MemoCards zum Erlernen von englischen Vokabeln

Abbildung 7: Zitat von Ferdinand Kindermann

Abbildung 8: Ablauf des Lernens mit der Lernkartei nach Leitner

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht über die weltweite Rangverteilung im Hinblick auf Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Kompetenz

Tabelle 2: Übersicht über die prozentuale Verteilung von Vergessen und Behalten bei unterschiedlichen Wahrnehmungen

A Einführung

Durch die sozialpsychologischen und demografischen Veränderungen im 20. Jahrhundert mit der stetigen Tendenz weg von der reinen Industriegesellschaft hin zu einer Informationsgesellschaft und vor allem Wissensgesellschaft erlangten Bildung und dadurch auch der Einsatz von Unterrichtsmethoden einen neuen, viel bedeutsameren Stellenwert in der sozialkritischen Diskussion.

In den letzten Jahrzehnten hat ein starker Wandel in der Anwendung von Unterrichtsmethoden stattgefunden. Es wurden gemäß der neuesten Erkenntnisse in der Hirn- und Lernforschung viele dem Lernstoff angepasste Unterrichtsmethoden entwickelt. Trotz zahlreicher Unterrichtsmethoden, die den Lehrern[1] zur Verfügung stehen, lässt sich beobachten, dass auch heutzutage häufig noch nach „den alten Regeln“ unterrichtet wird. Die meisten Lehrer unterrichten immer noch im Stil des Frontalunterrichtes, in dem den Schülern[2] der Unterrichtsstoff passiv vermittelt wird. Das hat zur Folge, dass die erlernten Wissensbestände meist nur von kurzer Dauer sind.[3]

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, darzustellen, welche aktivierenden Möglichkeiten zur Gestaltung des Unterrichtes eingesetzt werden können. Das erste Kapitel geht daher allgemein auf das Thema Unterrichtsmethoden ein sowie auf das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen. Im zweiten Kapitel wird die Memotechnik „Lernkartei“ als Unterrichtsmethode erläutert.

B Ausarbeitung

1 Unterricht im Wandel der Zeit

Der Wandel im Sozialisationsprozess birgt viele neue Anforderungen an die Lehrer und den Unterricht. Diese Anforderungen werden nicht nur von der Gesellschaft im Allgemeinen gestellt, sondern sind ebenfalls sehr stark durch die Persönlichkeiten der Schüler geprägt.

Der Lehrer stellte einst eine unantastbare Respektsperson dar. Die Schüler wurden von ihm oft mit Zwang zum Lernen gebracht. Unterrichtet wurde im typischen Frontalunterricht und geübt wurde im Klassenverband. So machten alle Schüler zum selben Zeitpunkt das Gleiche, wodurch sich die Kontrolle der Klasse für den Lehrer einfach darstellte.

Heutzutage ist es unerlässlich auf jeden Schüler individuell einzugehen und jede einzelne Persönlichkeit zu betrachten. Es zeichnet sich immer mehr eine fehlende Motivation der Schüler im Bezug auf den Unterrichtsstoff und den Schulalltag ab. Berichte aus der Schulpraxis sprechen immer wieder von Schulmüdigkeit und Schulverdrossenheit einerseits und mangelnder Konzentrationsfähigkeit andererseits.[4] Dieser Situation haben die Lehrer zu begegnen. Eine wichtige Aufgabe der Lehrperson ist hierbei die Förderung der Motivation und das Wecken des Interesses am Lehrstoff. Unter den Bereich der Motivation fallen die Einstellungen und die Haltungen gegenüber dem Lernen.[5] Die intrinsische Motivation (aus eigenem Wollen heraus) der Schüler ist nur noch niedrig ausgeprägt, weshalb es häufig notwendig ist die extrinsische Motivation (von außen durch Anreize in Gang gesetzte Motivation) zu erhöhen. Dieser Verlust der intrinsischen Motivation seitens der Schüler ist auch im Zusammenhang mit den soziomorphologischen Veränderungen unserer Zeit zu sehen. So sind im Zeitalter der Technologisierung Fernseher, Computerspiele und Handys für die Schüler nicht mehr wegzudenken. Diese enorm gewachsene Informationsflut, die auf die Schüler einströmt, behindert und lähmt den Unterricht einerseits, da die Aufnahmekapazität der Schüler für Lehrinhalte beschränkter ist als früher. Andererseits können diese „Störquellen“ in Maßen auch im Unterricht eingesetzt werden, um die Motivation der Schüler zu erhöhen.

Des Weiteren müssen neben den altbekannten Unterrichts- und Lehrformen in der Schule neue Methoden zur Motivationserhöhung zum Einsatz kommen. Bereits 1982 forderte Hilbert Meyer eine differenzierte „Methoden-Kultur“.[6] In der Praxis stehen zahlreiche Unterrichtsmethoden zur Verfügung, wie Gruppenpuzzle, Rollenspiele, fragend-entwickelnder Unterricht sowie Mind Mapping und Lernkarteien, die aufgrund von Zeitmangel, höherem Arbeitsaufwand etc. jedoch nur bedingt von den Lehrern im Unterricht eingesetzt werden. Dies sind nur einige Beispiele für neue Unterrichtsmethoden, welche die Resultate der modernen Hirn- und Lernforschung umsetzen.

Die Förderung der Selbständigkeit und Eigeninitiative der Schüler tritt immer mehr in den Blickpunkt der allgemeinen Diskussion. Das „Serviert- Bekommen“ von aneinander gereihten Informationen durch die Lehrperson in Form eines Monologes im altbewährten Frontalunterricht soll durch aktive Mitarbeit der Schüler im Unterricht und aktive Gestaltung des Unterrichts ersetzt werden, denn selbstständiges Denken und Arbeiten lernen die Schüler nur durch ihre eigene Aktivität.[7] Hierbei treten Teamarbeit und Gruppenarbeit verstärkt in den Vordergrund. Kompetenzen wie Kommunikation, Teamfähigkeit, Selbständigkeit und Eigeninitiative werden nicht nur von den Unternehmen der freien Wirtschaft als Voraussetzungen an zukünftige Auszubildende gestellt. Sie werden auch in der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft in allen anderen Lebensbereichen immer unentbehrlicher für die Jugendlichen.

Die Notwendigkeit des handlungsorientierten Unterrichtens und Lernens erlangt somit immer mehr Bedeutung. Jedoch machen die Bedingungen, unter denen schulisches Arbeiten heute stattfindet, die konsequente Verfolgung dieses Lernzieles für die Lehrpersonen nicht gerade leicht. Stofflich überfrachtete Lehrpläne, überfüllte Klassen und verwöhnte Schüler treten hierbei als Probleme auf.

Des Weiteren müssen die Lehrer in den Schulen heutzutage verstärkt auf Lernstörungen im privaten Bereich der Schüler eingehen. Faktoren, welche die Lernmotivation der Schüler beeinflussen, können z.B. Krankheit, Scheidung der Eltern, Drogenkonsum, Alkohol, falsche Ernährung oder ähnliches sein.

2 PISA Studie

Aufgrund der zuvor dargestellten Veränderungen in unserer Gesellschaft und der daraus folgenden Diskussionen über Bildung in der heutigen Zeit wird immer häufiger die Frage aufgeworfen, ob unsere Bildung und das damit verbundene Bildungssystem als mangelhaft angesehen werden sollte.

Ein Beispiel für eine Vielzahl in diesem Zusammenhang durchgeführter Studien ist die PISA Studie. Sie wird durchgeführt um die Kompetenzen von Schüler einzustufen und in weltweiten Vergleich setzen zu können.

Die PISA Studie (P rogram for I nternational S tudent A ssessment) ist eine von der OECD initiierte, erstmals im Jahr 2000 durchgeführte, nationale Vergleichsstudie der Basiskompetenzen 15-jähriger Schüler. Die hierbei untersuchten Bereiche sind Lesekompetenz, mathematische Kompetenz sowie naturwissenschaftliche Kompetenz der Schüler. Diese Kompetenzen sind sowohl zentral als auch grundlegend für die Lern- und Lebenschancen der Schüler und bedeutsam für ihre gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Weiterentwicklung. Immer mehr Lehrbetriebe klagen über Defizite der Schulabgänger. Vor allem Grossbetriebe unterziehen ihre Lehrstellenbewerber gründlichen Tests, in denen viele Bewerber wegen mangelnder Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten durchfallen.[8] Die in den teilnehmenden Staaten erzielten Ergebnisse werden als Kriterien verwendet, um die Leistungsfähigkeit von Bildungssystemen zu vergleichen und zu beurteilen. Die Studie liefert wissenschaftlich fundierte Anhaltspunkte für die mögliche Weiterentwicklung der Bildungssysteme[9].

Die PISA Studie des Jahres 2003 ergab für Deutschland folgende Rangverteilung im weltweiten Vergleich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Übersicht über die weltweite Rangverteilung im Hinblick auf Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Kompetenz

Quelle: Eigene Erstellung

Anhand der Ergebnisse der PISA Studie lässt sich festhalten, dass das Lernen der Schüler in Deutschland weniger auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, sondern eher kurzzyklisch auf die nächstfolgende Leistungsüberprüfung. Diese Behauptung belegt u.a. die landeszentrale Leistungsfeststellung im Saarland. Viele Schüler lernen getreu dem Computerprinzip: laden – verarbeiten – gleich wieder löschen.5

Wissen – im speziellen Grundwissen – scheint in der Diskussion um Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept etc. zu einer zu vernachlässigenden Größe zu verkommen. Häufig erwähnt sind in diesem Zusammenhang Formulierungen wie „ Es geht nicht um den Erwerb von Wissen, sondern um (…)“. Es folgen Begriffe wie Erfahrungsaustausch, gemeinsame Diskussion, Entwerfen von Handlungsmöglichkeiten und Ähnliches.

Nicht alles, was gelernt werden soll, geht in gleicher Weise in den Wissensschatz und die Verfügbarkeit des Lernenden ein. Ein Lernziel könnte hierbei sein, das Gelernte auf Abruf durch Stichworte aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Schon der Deutsche Bildungsrat bemerkte dazu 1970: „Das so verfügbare Wissen ist die Grundlage für alle höheren Formen des Lernens. Das Verfügen über Wissen ist die Grundlage und kann sich auf die einfachsten (z.B. Einzelheiten) und die kompliziertesten Sachverhalte (z.B. Theorien) beziehen. Solche Lernziele sind legitim.“[10]

Nachhaltiges Lernen ist somit geprägt durch: aufnehmen – verarbeiten – auf Dauer speichern.[11] Die systematische Hinführung der Schüler zu nachhaltigem Lernen muss in unmittelbarem Zusammenhang mit den von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Bildungsstandards stehen. Darin wird im Rahmen der Qualitätssicherung festgelegt, welches Wissen und welche Fähigkeiten am Ende einer bestimmten Klassenstufe vorhanden sein müssen.

Zusammenfassend lässt sich aus den Ergebnissen der PISA Studie folgendes festhalten: Den Schülern fehlt es einerseits an elementarem Grundwissen in den überprüften Fächern. Andererseits bestehen offensichtliche Probleme bei der Vermittlung des Lehrstoffes. Grundwissen bildet jedoch die unabdingbare Voraussetzung für Folgewissen bzw. die Abrufbarkeit von breitem und verstandenem Strukturwissen ist die Prämisse für lebenslanges Lernen.[12]

Aus diesen Ergebnissen der Pisa Studie können entsprechende Folgerungen für das Schulwesen gezogen werden. So muss die Vermittlung des Lehrstoffes an den Schulen generell neu überdacht werden. In diesem Zusammenhang ist das Überdenken der Anwendung von Unterrichtsmethoden in den Blickpunkt der Betrachtung getreten. Hierbei wird sehr stark die Frage fokussiert, welche Unterrichtsmethoden für welche Fächer und welchen Lehrstoff geeignet sind, und wie stark die Vermittlung des Lehrstoffes von der Methodenvielfalt der Lehrer bestimmt wird.

Außerdem ist eine erneute Diskussion um das Grundwissen entstanden. Fragen wie „Was ist Grundwissen?“, „ Wozu benötige ich Grundwissen?“ und „Wie vermittele ich Grundwissen?“ spielen hierbei die entscheidende Rolle. Im Folgenden möchte ich auf die einzelnen Fragen kurz eingehen.

[...]


[1] Aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichte ich im Folgenden auf die Unterscheidung in männliche und weibliche Form der angesprochenen Personengruppe. Mit „Lehrer“ sind also auch Lehrerinnen gemeint.

[2] Aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichte ich im Folgenden auf die Unterscheidung in männliche und weibliche Form der angesprochenen Personengruppe. Mit „Schüler“ sind also auch Schülerinnen gemeint.

[3] vgl. Klippert, Heinz: Methodentraining, 11. Auflage, Weinheim und Basel, 2000, Seite 13

[4] vgl. Steiner, I.: Interessengeleitetes Lernen: Theorie u. Praxis e. tätigkeitsspezif. Motivationsmodells, Ehrenwirth Verlag, München, 1983, Seite 9

[5] vgl. Schräder-Naef, R.: Schüler lernen lernen: Vermittlung von Lern- und Arbeitstechnik, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1996, Seite 186

[6] vgl. Friedrichs, K., Meyer, H., Pilz, E.: Unterrichtsmethoden, Universität Oldenburg, 1982

[7] vgl. Schräder-Naef, R.: Schüler lernen lernen: Vermittlung von Lern- und Arbeitstechnik, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1996, Seite 179

[8] vgl. http://www.schulesarganserland.ch/Artikelsammlung/sz_bildungsnot.html

[9] vgl. http://pisa.ipn.uni-kiel.de/Ergebnisse PISA 2003.pdt, Seite 3

5 vgl. http://www.bildung.saarland.de/prd/prd_drucken.htm?mid=5674, Lang, H., 2004, Seite 1

[10] vgl. Deutscher Bildungsrat, Empfehlungen der Bildungskommision: Strukturplan für das Bildungswesen, 1970, Seite 78 f.

[11] vgl. http://www.bildung.saarland.de/prd/prd_drucken.htm?mid=5674, Lang, H. 2004

[12] vgl. Dubs, R.: Löst dieser neue curriculare Ansatz die alten Probleme der Lehrpläne und des Unterrichts an Wirtschaftsschulen? In: Lipsmeier, A., Pätzold, G. (Hrsg.): Lernfeldorientierung in Theorie und Praxis, Stuttgart, 2000

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Anwendung der Memocard als Unterrichtsmethode
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
44
Katalognummer
V76657
ISBN (eBook)
9783638805377
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anwendung, Memocard, Unterrichtsmethode
Arbeit zitieren
Kristina Küch (Autor), 2005, Anwendung der Memocard als Unterrichtsmethode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76657

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