Durch die sozialpsychologischen und demografischen Veränderungen im 20. Jahrhundert mit der stetigen Tendenz weg von der reinen Industriegesellschaft hin zu einer Informationsgesellschaft und vor allem Wissensgesellschaft erlangten Bildung und dadurch auch der Einsatz von Unterrichtsmethoden einen neuen, viel bedeutsameren Stellenwert in der sozialkritischen Diskussion.
In den letzten Jahrzehnten hat ein starker Wandel in der Anwendung von Unterrichtsmethoden stattgefunden. Es wurden gemäß der neuesten Erkenntnisse in der Hirn- und Lernforschung viele dem Lernstoff angepasste Unterrichtsmethoden entwickelt. Trotz zahlreicher Unterrichtsmethoden, die den Lehrern zur Verfügung stehen, lässt sich beobachten, dass auch heutzutage häufig noch nach „den alten Regeln“ unterrichtet wird. Die meisten Lehrer unterrichten immer noch im Stil des Frontalunterrichtes, in dem den Schülern der Unterrichtsstoff passiv vermittelt wird. Das hat zur Folge, dass die erlernten Wissensbestände meist nur von kurzer Dauer sind.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, darzustellen, welche aktivierenden Möglichkeiten zur Gestaltung des Unterrichtes eingesetzt werden können. Das erste Kapitel geht daher allgemein auf das Thema Unterrichtsmethoden ein sowie auf das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen. Im zweiten Kapitel wird die Memotechnik „Lernkartei“ als Unterrichtsmethode erläutert.
Inhaltsverzeichnis
A Einführung
B Ausarbeitung
1 Unterricht im Wandel der Zeit
2 PISA Studie
3 Unterrichtsmethoden
3.1 Definition und Beispiele
3.2 Zusammenfassung
4 Memotechniken
4.1 Memo Art
4.2 Memo Fun
4.3 Memo Pers
4.4 Memo Codes
4.5 Einsatz von Memotechniken im Unterricht
5 MemoCard
5.1 Begriff und Erklärung
5.3 Kognitive Prozesse
5.3 Aufbau und Erstellung von MemoCards
5.4 Anwendungsgebiete
5.5 Vorteile und Chancen der MemoCards
5.6 Nachteile und Risiken der MemoCard
5.7 Lernen mit der Lernkartei nach Leitner
5.8 MemoCard Software
5.8.1 MemoCard Lite Version 3.05
5.8.2 Lernkartei 2.0
5.9 Anwendung der MemoCard-Methode im Seminar
6 Zusammenfassung
C Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von MemoCards als aktivierende Unterrichtsmethode zur Förderung nachhaltigen Lernens und der Wissensfestigung bei Schülern. Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe dieser Lernmethode zu beleuchten und ihre praktische Einsetzbarkeit im schulischen Kontext sowie in der beruflichen Bildung zu evaluieren.
- Analyse aktueller Anforderungen an Unterricht und Lehrkräfte im Wandel der Zeit.
- Darstellung kognitionspsychologischer Grundlagen zur Gedächtnisbildung und zum Vergessen.
- Erläuterung der Mnemotechnik "Lernkartei" nach Leitner und alternativer Softwarelösungen.
- Empirische Überprüfung der Akzeptanz und Wirksamkeit der Methode mittels eines Seminar-Praxistests.
Auszug aus dem Buch
5.5 Vorteile und Chancen der MemoCards
MemoCards zählen zu den wirkungsvollsten Arten von Wiederholungen und bieten den Vorteil, die entsprechenden Wissensinhalte stärker im Gedächtnis zu verankern. Die bisherigen Ausführungen über die Gestaltung und den Einsatz von MemoCards sollen nun durch eine Reihe von Vorteilen attraktiver und inhaltlich gut strukturierter MemoCards, erweitert werden.
Der Versuch, Fragen zum bisher „Gelernten“ zu beantworten, führt zu einem höheren Lernnutzen, als der Vorgang bei dem der Lernstoff noch einmal „von außen zugeführt“ wird, wie durch erneutes Lernen. Diese Art des Lernens ermöglicht es dem Schüler eine Selbstbefragung durchzuführen. Hierdurch wird der eigentliche Lernwert gesteigert und das Gelernte besser im Gedächtnis verankert. Außerdem stiftet eine praktische Anwendung immer einen größeren Nutzen als das „sture Auswendiglernen“ von Fakten. Der erste wichtige Lerneffekt setzt schon beim Beschriften der Karten ein.
Das ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Stoff bereits bekannt ist und nicht das erste Mal vermittelt wird. Die MemoCard ist ein Hilfsmittel, das typischerweise nicht für erste Stoffvermittlung eingesetzt wird. So ist es nicht sinnvoll, den Schüler MemoCards zu einem bestimmten Thema erstellen zu lassen, wenn dieses Thema im Unterricht noch nicht besprochen wurde. Der Effekt ist wesentlich größer, wenn nach der Behandlung eines speziellen Lernfeldes das erlangte Wissen auf diese Art und Weise vertieft und zusammengefasst wird. Die Andersartigkeit dieser Methode erhöht die Motivation der Schüler sich erneut mit dem Stoff auseinanderzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Unterricht im Wandel der Zeit: Das Kapitel thematisiert die steigenden Anforderungen an Lehrkräfte durch gesellschaftliche Veränderungen und die notwendige Abkehr vom rein frontal orientierten Unterricht.
2 PISA Studie: Hier werden die Ergebnisse der Vergleichsstudie analysiert, die Defizite im Grundwissen aufzeigen und eine Neugestaltung der Wissensvermittlung fordern.
3 Unterrichtsmethoden: Dieser Abschnitt definiert den Begriff der Unterrichtsmethode und unterstreicht deren Bedeutung für die Aktivierung der Schüler.
4 Memotechniken: Das Kapitel führt verschiedene Techniken zur Gedächtnisstützung ein, wie etwa Memo Art oder Memo Codes, die das Lernen erleichtern sollen.
5 MemoCard: Dies ist das Kernkapitel, das die methodischen Grundlagen, die Erstellung von Lernkarten, die kognitiven Prozesse sowie den Einsatz der Lernkartei nach Leitner detailliert darlegt.
6 Zusammenfassung: Der Autor resümiert, dass MemoCards durch regelmäßige, systematisierte Wiederholung aktiv zu einem erhöhten Lernerfolg beitragen können.
Schlüsselwörter
Unterrichtsmethoden, Lernkartei, MemoCard, Gedächtnistraining, Nachhaltiges Lernen, PISA Studie, Wiederholung, Kognitive Prozesse, Handlungsorientierung, Selbstgesteuertes Lernen, Memotechnik, Sebastian Leitner, Grundwissen, Wissensvermittlung, Lernpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Anwendung von MemoCards und Lernkarteien als effektive Methode zur Unterrichtsgestaltung und zur Verbesserung des nachhaltigen Wissenserwerbs bei Schülern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf den Anforderungen modernen Unterrichts, der Bedeutung von Gedächtnisprozessen sowie der praktischen Umsetzung von Memotechniken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch aktivierende Lernmethoden wie die MemoCard der Lernerfolg gesteigert und die intrinsische Motivation der Schüler gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu lernpsychologischen Grundlagen sowie einer empirischen Auswertung eines Praxistests (MemoQuiz) in einem Seminar.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Hintergründe des Lernens, die methodische Konstruktion von MemoCards und die Anwendung des Leitner-Systems zur langfristigen Speicherung von Inhalten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Unterrichtsmethoden, MemoCard, Gedächtnistraining, Nachhaltiges Lernen und Handlungsorientierung.
Warum ist die "Leitner-Lernkartei" so effektiv?
Die Effektivität basiert auf dem Prinzip der zeitlich gestaffelten Wiederholung, die an die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses angepasst ist.
Wie bewerteten die Teilnehmer des Seminars die Methode?
Die Einstellung war mehrheitlich positiv, wobei besonders die Motivationssteigerung und die Strukturierungshilfe als Vorteile hervorgehoben wurden.
- Citar trabajo
- Kristina Küch (Autor), 2005, Anwendung der Memocard als Unterrichtsmethode, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76657