Der rasche Wandel beruflicher Anforderungen geht mit vielen komplexen Ent-wicklungen und Änderungen einher. Pluralisierte Lebensformen und soziale Be-ziehungen, Veränderungen durch neue Technologien oder Medien, internationali-sierte Lebensverhältnisse und wandelnde Wertevorstellungen beeinflussen alle Lebensbereiche der Menschen sehr stark. Diese gesellschaftlichen, technologi-schen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen dynamisieren die Anforde-rungen an die Menschen erheblich. Erfüllt werden können diese Anforderungen aber nur durch kontinuierliche Weiterbildung. Lebenslanges Lernen muss das Motto lauten, um berufliche Leistungsfähigkeit erhalten, demokratische Rechte und Pflichten wahrnehmen und den geistigen Horizont erweitern zu können. (vgl. Arnold 1999: 20) Das berufliche Wissen hat mittlerweile in vielen Bereichen eine Halbwertszeit von weniger als fünf Jahren erreicht, so dass lebenslanges Lernen zur unabdingbaren Voraussetzung aktueller Berufsqualifikationen geworden ist (vgl. Lehner 1989:6). Dabei beschränkt sich Weiterbildung natürlich nicht nur auf die Vermittlung von funktionalem Wissen, sondern bezieht auch die Erweiterung persönlicher Kompetenzen ein (vgl. Leidemann 1998:54).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema der Magisterarbeit
1.1. Relevanz und Aktualität pädagogischer Qualifizierung von Fachdozenten
1.2. Zielsetzung
1.3. Einordnung in den betriebspädagogischen Kontext
1.4. Aufbau der Magisterarbeit
2. Begriffsklärung im Rahmen pädagogischer Qualifizierungen
2.1. Weiterbildung oder Erwachsenenbildung?
2.2. Zum Verhältnis von Pädagogik und Qualifizierung
2.2.1. Pädagogik
2.2.2. Qualifizierung/Qualifikation und Kompetenz
2.2.3. Pädagogische Qualifizierung
2.3. Pädagogische Kompetenz
2.3.1. Didaktik
2.3.2. Methodik
2.3.3. Sozialkompetenz
2.3.4. Pädagogische Kompetenz = Didaktische, methodische und soziale Kompetenz
2.4. Fachdozent
3. Genese der Relevanz von Erwachsenenbildung
3.1. Historiographische Entwicklung
3.2. Effekte veränderter Rahmenbedingungen auf die Seminarpraxis
4. Erfolgsfaktor Fachdozent
4.1. Profile der Lehrenden in der Weiterbildung
4.2. Persönlichkeitsmerkmale Lehrender in der Weiterbildung
4.2.1. Menschenbilder
4.2.2. Trainingshaltungen = Rollenspiele der Fachdozenten?
4.2.3. Kompetenzen
4.3. Der optimale Fachdozent (TÜV)
5. Faktoren erfolgreicher Seminare
5.1. Erwachsene lernen! – eine Herausforderung?!
5.2. Didaktik
5.2.1. Didaktische Theorien
5.2.2. Didaktische Prinzipien und Handlungsfelder
5.3. Methodik
5.3.1. Auswahl wichtiger Methoden
5.3.2. Auswahl wichtiger Lernmedien
6. Der „Zertifizierte Fachdozent (TÜV)“ – ein Lehrgangskonzept
6.1. Idee und Zielsetzung des Lehrgangs
6.2. Konzeption des Lehrgangs
6.2.1. Profilerstellungsphase
6.2.2. Qualifizierungsphase
6.2.2.1. Professional Basic
6.2.2.2. Professional Module
6.2.3. Zertifizierung
7. Nutzen und Hemmnisse der pädagogischen Qualifizierung
7.1. Nutzen der pädagogischen Qualifizierung
7.1.1. Nutzen für die Fachdozenten
7.1.2. Nutzen für die TÜV Rheinland Akademie als Weiterbildner
7.2. Hemmnisse der pädagogischen Qualifizierung
7.2.1. Hemmnisse bei den Fachdozenten
7.2.2. Hemmnisse der Weiterbildner
8. Schlussbetrachtung
8.1. Zusammenfassendes Fazit
8.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Magisterarbeit ist die Untersuchung und Konzipierung einer pädagogischen Qualifizierungsmaßnahme für nebenberufliche Fachdozenten, um deren methodisch-didaktische Kompetenzen zu steigern und somit die Qualität in der Erwachsenenbildung zu sichern. Die Arbeit adressiert die Forschungsfrage, inwieweit eine Professionalisierung und Zertifizierung dieser Berufsgruppe vor dem Hintergrund gestiegener Marktanforderungen sinnvoll und praktisch umsetzbar ist.
- Analyse der Relevanz pädagogischer Qualifizierung für Fachdozenten
- Untersuchung der pädagogischen Kompetenzfelder (Didaktik, Methodik, Sozialkompetenz)
- Historiographische Entwicklung der Erwachsenenbildung und deren Einfluss auf die Seminarpraxis
- Erstellung eines Optimalprofils für Fachdozenten (TÜV-Lehrgangskonzept)
- Bewertung von Nutzen und Hemmnissen der Qualifizierung aus Sicht der Dozenten und der Institution
Auszug aus dem Buch
Die Zeit wird knapper
Laufend veränderte Umfeldbedingungen, Märkte und Wettbewerbsfaktoren setzen rasche Anpassungsreaktionen voraus. Die Durchlaufzeiten in den Unternehmen werden immer weiter reduziert. Die Entfernung des Arbeitsplatzes vom Wohnort beträgt vielfach mehr als eine Stunde. Tägliche Geschäftsreisen quer durch die Republik sind in vielen Unternehmen bereits an der Tagesordnung. Kinder wachsen bereits mit einem minutiös geplanten Tagesablauf auf - Schule, Nachhilfe, Sportvereine, freies Spielen und Zeit mit Freunden kämpfen um immer kleinere >>Zeitfenster<<, das die immer stärker in das Berufsleben eingespannten Eltern unter hohem Aufwand organisieren.
Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne Folgen für die Weiterbildung. Das freie Zeitkontingent für Weiterbildung nimmt drastisch ab und hat zur Konsequenz, dass Weiterbildungsmaßnahmen mit immer mehr Stoff gefüllt werden. Mitarbeiter können während der Geschäftszeiten kaum bis gar nicht im Unternehmen entbehrt werden. Sie müssen die Zeit für persönliche Weiterbildung auf ihre Freizeit verlagern. Infolgedessen wächst der Druck auf das Privatleben. (vgl. Doppler/Lauterburg 1997:23f; Kießling-Sonntag 2003:30; Czichos 2004:27)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in das Thema der Magisterarbeit: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung pädagogischer Qualifizierung für Fachdozenten aufgrund des raschen Wandels beruflicher Anforderungen.
2. Begriffsklärung im Rahmen pädagogischer Qualifizierungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Pädagogik und Kompetenz, um einen gemeinsamen theoretischen Rahmen zu schaffen.
3. Genese der Relevanz von Erwachsenenbildung: Es wird die historische Entwicklung der Erwachsenenbildung nachgezeichnet und analysiert, wie sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf die moderne Seminarpraxis auswirken.
4. Erfolgsfaktor Fachdozent: Das Kapitel analysiert Profile und Persönlichkeitsmerkmale von Lehrenden in der Weiterbildung und leitet ein Optimalprofil ab.
5. Faktoren erfolgreicher Seminare: Hier werden lernpsychologische Voraussetzungen sowie didaktische und methodische Grundlagen für das Lernen von Erwachsenen behandelt.
6. Der „Zertifizierte Fachdozent (TÜV)“ – ein Lehrgangskonzept: Vorstellung des konkreten Zertifizierungsprogramms der TÜV Rheinland Akademie mit seinen drei Phasen.
7. Nutzen und Hemmnisse der pädagogischen Qualifizierung: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen, sowohl aus inhaltlicher und persönlicher als auch aus ökonomischer Sicht.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die zukünftigen Anforderungen an die Professionalisierung in der Weiterbildung.
Schlüsselwörter
Fachdozent, Erwachsenenbildung, pädagogische Qualifizierung, Weiterbildung, Didaktik, Methodik, Kompetenzentwicklung, Zertifizierung, Seminarpraxis, Trainerrollen, Personenzertifizierung, lebenslanges Lernen, Lehrgangskonzept, Berufsfeld, Berufspädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Qualifizierung von nebenberuflichen Fachdozenten in der betrieblichen Weiterbildung, um deren methodisch-didaktische Kompetenz zu professionalisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Rollenbilder von Fachdozenten, didaktische Grundlagen, lernpsychologische Bedürfnisse Erwachsener sowie die Konzeption eines spezifischen Zertifizierungslehrgangs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Weg zur Zertifizierung von Fachdozenten zu beschreiben und zu diskutieren, wie eine pädagogische Zusatzqualifikation die Qualität der Seminardurchführung nachhaltig verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie der praktischen Dokumentation und Evaluierung des Lehrgangskonzepts „Zertifizierter Fachdozent (TÜV)“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Genese der Erwachsenenbildung, Persönlichkeitsprofile von Dozenten, didaktische Modelle sowie den konkreten Ablauf und Nutzen des Zertifizierungslehrgangs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Fachdozent, pädagogische Qualifizierung, Didaktik, Methodik, Kompetenzentwicklung und Zertifizierung in der Weiterbildung.
Wie werden die Persönlichkeitseigenschaften eines optimalen Fachdozenten gemessen?
Die Messung erfolgt durch das „Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsentwicklung“ (BIP), das Dimensionen wie berufliche Orientierung, Arbeitsverhalten und soziale Kompetenz analysiert.
Warum gibt es Hemmnisse bei der Qualifizierung von Dozenten?
Die Hemmnisse liegen primär im Zeitdruck durch das Hauptberufsleben, der skeptischen Haltung gegenüber der Relevanz pädagogischer Inhalte und der Angst vor Kritik an der eigenen bisherigen Lehrtätigkeit.
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- Betriebspädagogin M.A. Anke Kristin Bojahr (Author), 2006, Zur pädagogischen Qualifizierung von Fachdozenten - Anspruch und Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80146