Weiterbildung als solches ist aktueller denn je. Ohne Weiterbildung kann kaum ein Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt bestehen. Neben der Diskussion um die Bedeutung von Weiterbildung im Allgemeinen tut sich aber auch eine Diskussion um die Qualität der Dienstleistung Weiterbildung an sich auf. Diese Diskussion ist wichtig und in den letzten Jahren wurden sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene vielfältige Entwicklungen angestoßen. Einrichtungen, die im SGB III Bereich tätig sein wollen, müssen gegenüber Zertifizierungsstellen vorweisen können, dass sie systematische Instrumente zur Qualitätssiche-rung anwenden und weiterentwickeln. Hierfür eignen sich Qualitätsmodelle wie die ISO 9000ff. Normen oder EFQM, aber auch andere Qualitätssicherungsmodelle stehen zur Auswahl. Es stellt sich jedoch immer wieder die Frage, inwiefern diese Modelle sinnvoll für die einzelnen Einrichtungen sind.
Außerdem ist in letzter Zeit immer wieder der Wunsch nach einem vereinheitlichten Quali-tätsstandard aufgekommen, insbesondere da es für die Teilnehmer schwierig ist den Überblick zu bewahren. So lastet auf der Bildungsbranche nach wie vor ein immenser Druck, innovative Lösungen sollen geschaffen werden, aber möglichst zu geringen Kosten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Der Begriff Qualität
2.2 Der Begriff Qualitätsmanagement
2.3 Qualität und Qualitätsmanagement in der Weiterbildung
3. Ansätze zur Sicherung von Weiterbildungsqualität
3.1 Inputorientierte Ansätze
3.2 Outputorientierte Ansätze
3.3 Prozessorientierte Ansätze
3.3.1 DIN EN ISO 9000ff.
3.3.2 EFQM
3.4 Teilnehmerschutz- bzw. nachfrageorientierte Ansätze
3.4.1 Gütesiegelvereinigung Weiterbildung Hamburg e.V.
4. Aktuelle Entwicklungen
4.1 Das GAB – Verfahren
4.2 LQW – Lernorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung
4.3 Stiftung Bildungstest
4.4 Selbstevaluation
5. Praxisbeispiele
5.1 Bfw – Berufsfortbildungswerk Wirtschaft
5.2 einfal Akademie
6. Bewertung
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Qualitätsmanagementsysteme in der Weiterbildung angewendet werden können, wobei der Schwerpunkt auf der Diskrepanz zwischen allgemeinen industriellen Standards und den spezifisch pädagogischen Anforderungen liegt.
- Grundlagen von Qualität und Qualitätsmanagement in der Weiterbildung.
- Analyse etablierter Qualitätsansätze (ISO 9000ff., EFQM, GAB, LQW).
- Vergleich zwischen prozess- und nachfrageorientierten Qualitätssicherungsinstrumenten.
- Empirische Einblicke durch Praxisbeispiele aus Hamburger Weiterbildungseinrichtungen.
- Bewertung der Sinnhaftigkeit von QM-Systemen für pädagogische Einrichtungen.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 DIN EN ISO 9000ff.
Die Normenreihe ISO 9000ff. wurde erstmals 1987 von der International Organization for Standardization (ISO) in Genf veröffentlicht. Im Jahre 2000 erfuhr die Normenreihe eine umfassende Revision, die Anzahl der Einzelnormen wurde reduziert, um die Übersichtlichkeit zu verbessern.
Diese erneuerte ISO 9000ff. besteht aus drei Kernnormen:
• Grundlagen des Qualitätsmanagements und Definition der Begriffe (ISO 9000)
• Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme, die als Basis für die Zertifizierung dient (ISO 9001)
• Ein Leitfaden zur Leistungsverbesserung (ISO 9004)
Grundsätzlich liefert die Normenreihe DIN EN ISO 9000ff. lediglich Grundsätze für die Schaffung eines Qualitätsmanagement im Betrieb. Sie ist nicht produktorientiert und kann daher unabhängig von der Branche angewandt werden. Daraus ergibt sich auch eine Anwendbarkeit für Bildungseinrichtungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz von Qualitätsmanagement in der Bildungsbranche angesichts rechtlicher Anforderungen und des Wunsches nach Transparenz.
2. Begriffsdefinitionen: Definiert zentrale Begriffe wie Qualität und Qualitätsmanagement und beleuchtet deren Spezifik im Kontext der Weiterbildung.
3. Ansätze zur Sicherung von Weiterbildungsqualität: Klassifiziert verschiedene Ansätze (input-, output-, prozess- und nachfrageorientiert) und stellt prominente Modelle wie ISO und EFQM vor.
4. Aktuelle Entwicklungen: Beleuchtet neuere Ansätze, die stärker pädagogisch orientiert sind, wie das GAB-Verfahren und die LQW.
5. Praxisbeispiele: Veranschaulicht die praktische Anwendung durch Interviews mit dem bfw und der einfal Akademie.
6. Bewertung: Diskutiert kritisch die Übertragbarkeit industrieller QM-Modelle auf pädagogische Einrichtungen.
7. Fazit und Ausblick: Resümiert die aktuelle Situation und sieht einen Trend zu integrierten Qualitätsansätzen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Weiterbildung, DIN EN ISO 9000ff., EFQM, GAB-Verfahren, LQW, Selbstevaluation, Bildungsqualität, Prozessorientierung, Teilnehmerschutz, Qualitätssicherung, Zertifizierung, pädagogische Einrichtungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Relevanz verschiedener Qualitätsmanagementsysteme innerhalb von Weiterbildungseinrichtungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Themenschwerpunkte sind die Definition von Qualität, verschiedene Qualitätssicherungsansätze, moderne Trends in der Weiterbildung sowie der Vergleich von industriellen und pädagogisch orientierten Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern für allgemeine Branchen entwickelte QM-Systeme für pädagogische Einrichtungen sinnvoll und praktikabel sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf Experteninterviews mit zwei Praxispartnern zur Untersuchung der praktischen Anwendung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert diverse QM-Modelle, darunter ISO, EFQM, das GAB-Verfahren und LQW, und bewertet deren Eignung für den Weiterbildungssektor.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Qualitätsmanagement, Weiterbildung, Zertifizierung, pädagogische Ansätze und Selbstevaluation.
Wie unterscheidet sich das GAB-Verfahren von ISO-Normen?
Im Gegensatz zu ISO-Normen, die stark prozess- und produktorientiert sind, setzt das GAB-Verfahren direkt an der pädagogischen Einrichtung an und verzichtet bewusst auf allgemeingültige Vorgaben zugunsten mitarbeitererarbeiteter Leitlinien.
Welche Rolle spielt die Mitgliedschaft in Verbänden wie "Weiterbildung Hamburg e.V."?
Die Mitgliedschaft dient den Einrichtungen vor allem als Marketinginstrument und zur Qualitätssignalisierung nach außen, bietet aber oft weniger tiefe pädagogische Qualitätsstandards als spezifische QM-Systeme.
Ist eine Zertifizierung nach ISO für kleine Weiterbildungseinrichtungen zu empfehlen?
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die Zertifizierung für kleine Betriebe oft sehr aufwendig und kostenintensiv ist, weshalb hier eher pädagogisch orientierte Ansätze oder eine Selbstevaluation in Betracht gezogen werden sollten.
- Citation du texte
- Kathrin von Ahn (Auteur), 2007, Qualitätsmanagement in der Weiterbildung - Modelle gibt es viele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83665