Der Hörgeräteakustiker erfasst im audiologischen Vorgespräch die medizinische Vorgeschichte (Anamnese ) in Bezug auf die Entwicklung der Hörminderung, den gegenwärtigen Gesundheitszustand, die aktuelle Lebenssituation sowie die Wünsche und Erwartungen des Kunden an ein Hörsystem.
Die durch das Gespräch mit dem Kunden gewonnenen Informationen sind wichtig, um eine spätere Versorgung und Anpassung eines Hörsystems kundengerecht durchführen zu können. Abgesehen davon schafft dieses Gespräch eine gewisse Vertrauensbasis zwischen dem Hörgeräteakustiker und dem Kunden, die für die weitere gemeinsame Zusammenarbeit notwendig ist.
Mit dem audiologischen Vorgespräch sollen die verschiedenen Ursachen und Symptome des Hörverlustes ergründet werden, um in der folgenden Diagnostik, der
Tonaudiometrie , den Sitz eines Hörschadens eingrenzen zu können.
Es stellt aber auch die Grundlage für die quantitative Bewertung eines Hörschadens dar.
Ziel der vorliegenden Hausarbeit, die im Rahmen der Fachrichtung Gesundheit verfasst wurde, ist es zu klären, wie die Theorie des audiologischen Vorgesprächs in einem projektorientierten Unterricht mit einer Schülergruppe fachlich und methodisch vermittelt werden kann, so dass die Schüler bei der Durchführung des audiologischen Vorgesprächs zukünftig sicherer und kundengerecht agieren können.
Im Folgenden wird der Bezug zum Modul, zu den Ausbildungs- und Fachstandards für die Fachrichtung Gesundheit hergestellt und aufgrund der Zielvorstellung der Unterrichtseinheit Leifragen formuliert. Diese werden anschließend mit Hilfe von Schülerevaluationen und Evaluationen durch die Lehrkraft in Ausbildung (LiA) beantwortet. Anhand der Ergebnisse der Evaluationen zieht die LiA Rückschlüsse für ihre weitere Unterrichtstätigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
1.1 Bezug zum Modul und den Ausbildungsstandards
1.2 Leitfragen und Zielvorstellungen
2 Unterrichtspraxis
2.1 Die Klasse
2.2 Planung der Unterrichtseinheit
2.3 Planung der Bewertung der Schülerleistungen
2.3.1 Zu beurteilende Kompetenzen
2.3.2 Gewichtung der einzelnen Beurteilungen
2.4 Ausgewählte Aspekte des Unterrichtsgeschehens
3 Evaluation
3.1 Reflexion des Unterrichtsgeschehens
3.2 Bewertung und Ergebnisse der Schülerleistungen
3.3 Evaluation durch die Schülerinnen und Schüler
3.4 Kritische Reflexion durch die Lehrkraft
4 Schlussfolgerungen für die zukünftige Arbeit
Zielsetzung und Forschungsfokus
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler aktiv in den Prozess der Leistungsbewertung einzubeziehen, um die Objektivität und Transparenz von Notengebungen zu erhöhen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern ein gemeinsam mit der Lerngruppe entwickelter Kriterienkatalog dazu geeignet ist, berufsspezifische Werbemittel im Wirtschafts- und Politikunterricht objektiv zu bewerten.
- Partizipative Entwicklung von Bewertungskriterien
- Erhöhung der Transparenz bei der Leistungsbeurteilung
- Förderung der Selbst- und Fremdeinschätzungskompetenz
- Vergleich von Schüler- und Lehrernoten zur Validierung
- Erprobung handlungsorientierter Lehrmethoden in der Berufsschule
Auszug aus dem Buch
1.1 Bezug zum Modul und den Ausbildungsstandards
Schulleistungen manifestieren sich in den Noten der Schüler. „Leistungsmessungen werden in der Absicht durchgeführt, die Einzelleistungen der Schüler auf bestimmten Lerngebieten in verschiedenen Schulfächern so exakt wie möglich zu, um anschließend das Ergebnis in einer Note auszudrücken.“ (Becker 1993b, 22). Schülerinnen und Schüler sind auf Anerkennung, Wertschätzung, Selbstvertrauen und auf ein positives Selbstwertgefühl angewiesen. Sie benötigen Raum, in dem sie agieren und sich selbst erfahren können. Die Leistungsbeurteilung, besonders als Notenvergabe, hat weitreichende Folgen für Schüler. In einer Zeit der knappen Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsplätze stehen sie unter einem starken Leistungsdruck.
Gute Noten sind eine wesentliche Voraussetzung, um sich in der derzeitigen arbeitsmarktpolitischen Situation einen Arbeitsplatz sichern zu können. Aus diesem Grund ist gerade hier höchste Sorgfalt geboten. Schulnoten weisen wichtige Funktionen auf, unter anderem die Berechtigungs-, Zuteilungs- und Selektions-, Sozialisations-, Rückmelde-, Berichts-, Anreiz- und Disziplinierungsfunktion. Für die Beurteilung schulischer Leistungen können unterschiedlich geartete Maßstäbe zugrunde gelegt werden: die soziale, sachliche, individuelle oder kriterienorientierte Bezugsnorm.
Leistungsbeurteilungen, wie sie in der Schule üblicherweise durchgeführt werden, entsprechen oft nicht den geforderten Kriterien. Wenn die Ergebnisse aber sinnvoll verwertbar sein sollen, müssen sie bestimmten Anforderungen, den sogenannten "Gütekriterien" genügen: Objektivität, Reliabilität (Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Leistungsbewertung im Kontext des aktuellen Leistungsdrucks und führt in die wissenschaftlichen Gütekriterien ein.
2 Unterrichtspraxis: Hier wird die Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit „Werbung“ in einer Hörgeräteakustik-Klasse sowie das Verfahren zur gemeinsamen Erstellung des Kriterienkatalogs beschrieben.
3 Evaluation: In diesem Teil werden die Ergebnisse der Leistungsbewertung sowie die Reflexion der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkraft analysiert und ausgewertet.
4 Schlussfolgerungen für die zukünftige Arbeit: Das Fazit zieht Bilanz über die Wirksamkeit der partizipativen Notenfindung und formuliert Empfehlungen für den Einsatz ähnlicher Methoden im berufsbildenden Unterricht.
Schlüsselwörter
Leistungsbewertung, Wirtschaftsunterricht, Kriterienkatalog, Partizipation, Transparenz, Objektivität, Handlungsorientierung, Werbekonzeption, Schülerfeedback, Berufsschule, Notenfindung, Gütekriterien, Hörgeräteakustik, Selbstmanagement, Methodenkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktiven Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern in den Prozess der Leistungsbewertung durch die Erstellung eines gemeinsamen Kriterienkatalogs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Leistungsbeurteilung, Marketing im Handwerk, Partizipation und die Steigerung von Transparenz im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, berufsspezifische Werbemittel anhand gemeinsam entwickelter, objektiver Kriterien zu bewerten und die Schülerinnen und Schüler für ihre eigene Leistung sowie die ihrer Mitschüler zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine handlungsorientierte Unterrichtssequenz mit anschließender Evaluation durch Fragebögen und den Vergleich von Schüler- und Lehrernoten durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit, die Erarbeitung der Bewertungskriterien, die Durchführung der Projektphase und die Auswertung der erzielten Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Leistungsbewertung, Transparenz, Kriterienkatalog, Handlungsorientierung und Partizipation.
Wie wurde die Objektivität bei der Schülerbewertung adressiert?
Die Lehrkraft thematisierte die Gefahr von Sympathie-Bewertungen offen in der Klasse und setzte auf eine Kombination aus Schülernoten und der eigenen fachlichen Bewertung zur Absicherung.
Welche Rolle spielt der Kriterienkatalog für die Ergebnisse?
Der Katalog ermöglichte ein differenziertes Feedback, wobei die Schüler feststellten, dass allgemeine Kataloge bei sehr unterschiedlichen Werbemitteln (z.B. Radio vs. Flyer) an ihre Grenzen stoßen.
Wie bewerten die Schüler den Projekterfolg?
Die Mehrheit der Schüler empfand das Projekt als motivierend und hilfreich, wobei die Förderung von Teamfähigkeit und Kreativität besonders positiv hervorgehoben wurde.
- Quote paper
- Christin Mosebach (Author), 2006, Leistungsbewertung im Wirtschafts- und Politikunterricht unter Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in einer Hörgeräteakustiker-Klasse der Mittelstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83856