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Implementierbarkeit und Beurteilung eines konsumorientierten Steuerkonzeptes im Bereich der Unternehmensbesteuerung bei internationaler Kapitalmobilität

Title: Implementierbarkeit und Beurteilung eines konsumorientierten Steuerkonzeptes im Bereich der Unternehmensbesteuerung bei internationaler Kapitalmobilität

Master's Thesis , 2006 , 83 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Steffen Sinnhuber (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Alle Jahre wieder erleben einige theoretischen Konzepte im Rahmen der allgemeinen wissenschaftlichen Betrachtung eine regelrechte Renaissance. Ideen werden ausgegraben und als die Lösung so mancher Probleme beworben. Dasselbe Schicksal ereilt auch das Konzept der konsumorientierten Besteuerung auf Unternehmensebene. Dieses Konzept wird auf eigens eingerichteten Seiten im Internet und in unzähligen Publikationen von seinen Befürwortern beinahe als rettendes Leuchtfeuer aus der Dunkelheit des deutschen Steuersystems angepriesen. Während manch andere Konzepte aufgrund ihrer fehlenden Praxisnähe durchaus Ähnlichkeiten mit einem Boxer aufweisen, der seine größten Erfolge ohne echte Gegner am heimischen Sandsack feierte, stellt sich die Situation der konsumorientierten Besteuerung doch unterschiedlich dar.
Der Aspekt, der im Rahmen dieser Arbeit verfolgt werden soll, bezieht sich auf die Möglichkeit der Implementierung und die theoretischen Aspekte hinter dem Konzept der konsumorientierten Besteuerung. Die Tatsache, dass dieses Konzept bereits in der Praxis, genauer gesagt in Kroatien, erprobt worden ist, dient dieser Arbeit als Aufhänger in Kapitel zwei. Nach der Betrachtung dieses Praxisfalls einschließlich eines Vergleichs mit dem traditionellen S-H-S-Konzept, wandert das Augenmerk in Kapitel drei auf die theoretischen Hintergründe des Konzeptes und untersucht die Eigenschaften und Ausprägungsmöglichkeiten einer Cashflow-Steuer. Nachdem in Kapitel vier potentielle Kritikpunkte erörtert werden, schließt sich der Kreis in Kapitel fünf mit dem Rückblick auf die Geschehnisse in Kroatien unter Berücksichtigung der bis dahin erarbeiteten Ergebnisse. Im sechsten und letzten Kapitel erfolgt noch eine kurze Zusammenfassung und ein Ausblick auf die mögliche weitere Entwicklung dieses Steuerkonzepts.
Abschließend sollte noch vorausgeschickt werden, dass der eingeschlagene Weg dieser Arbeit mit dem Fokus auf der Gegenüberstellung von konsumorientiertem und traditionellem Konzept selbstverständlich keinen Anspruch auf vollkommene Richtigkeit erhebt. Durch den begrenzten Umfang dieser Arbeit ist es nötig, Entscheidungen zu treffen, welcher Pfad verfolgt wird und welcher nicht. Demzufolge werden manche Aspekte auch nur am Rande behandelt, obwohl ihnen durchaus das Potential für nähere Untersuchungen zu Eigen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die konsumorientierte Besteuerung in der Praxis

2.1.) Die Ausgangssituation in Kroatien

2.1.1.) Das kroatische Steuersystem bis 1994

2.1.2.) Eine mögliche Alternative: Die Besteuerung nach dem S-H-S-Prinzip

2.1.2.1.) Die Einkommensdefinition nach Schanz

2.1.2.2.) S-H-S-Systeme der Kapitaleinkommensbesteuerung

2.1.2.3.) Kritik am S-H-S-Prinzip

2.2.) Das kroatische Steuersystem von 1994-2001

2.2.1.) Kriterien für das reformierte kroatische Steuersystem

2.2.2.) Die persönliche Einkommensteuer

2.2.3.) Die Steuer auf Unternehmensgewinne

2.2.3.1.) Der Schutzzins

2.2.3.2.) Die Kalkulation der unternehmerischen Gewinnsteuer

2.3.) Das kroatische Steuersystem seit 2001

2.3.1.) Die wirtschaftliche Entwicklung

2.3.2.) Die Ausgestaltung des neuen Systems

3.) Die Theorie der konsumorientierten Besteuerung

3.1.) Die Cashflow-Steuer auf Unternehmensebene

3.1.1.) Die Behandlung der einzelnen Finanzierungsformen

3.1.2.) Die Kapitalkosten

3.1.3.) Zusammenfassung der Ergebnisse

3.2.) Die unterschiedlichen Alternativen einer Cashflow-Steuer

3.2.1.) Die R-Base

3.2.2.) Die R+F-Base

3.2.3.) Die S-Base

4.) Kritikpunkte

4.1.) Verlust von Steuereinnahmen

4.2.) Auftreten von Verteilungseffekten

4.3.) Besteuerung von Banken und Finanzinstituten

4.3.1.) Darstellung der Grundproblematik

4.3.2.) Die zinsbereinigte Gewinnsteuer

4.4.) Anfälligkeit für „Income Shifting“

5.) Rückblick auf die kroatische Steuerreform der 90er Jahre

6.) Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Implementierbarkeit eines konsumorientierten Steuerkonzepts im Bereich der Unternehmensbesteuerung. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung der Effizienz und Neutralität solcher Systeme sowie die kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Anwendung, insbesondere anhand des kroatischen Steuersystems der 1990er Jahre.

  • Theoretische Grundlagen der konsumorientierten Besteuerung
  • Implementierung in der Praxis am Beispiel Kroatiens
  • Analyse der Cashflow-Steuer und ihrer Alternativen
  • Kritische Würdigung: Verteilungseffekte, Steuereinnahmen und Income Shifting
  • Vergleich zur zinsbereinigten Gewinnsteuer (ACE-Tax)

Auszug aus dem Buch

2.1.2.3.) Kritik am S-H-S-Prinzip

Ein Vorteil des S-H-S-Prinzips der Besteuerung ist die Tatsache, dass alle Einkommensarten demselben Steuersatz unterworfen werden. Dadurch ist die Festsetzung des Einkommens erst einmal relativ einfach und gerecht. Keine Einkommensart erfährt eine Bevorzugung und somit ergibt sich zwangsläufig, dass Individuen mit identischem Einkommen auch eine identische Steuerlast zu tragen haben. Dadurch erfüllt sich auch der Wunsch nach horizontaler Gerechtigkeit der Besteuerung. Werden zudem auch noch Steuerzahler mit einem höheren Einkommen mit einem progressiven Steuersatz zur Besteuerung herangezogen, dann erfüllt sich auch noch die Forderung nach vertikaler Gerechtigkeit.

Allerdings existieren auch Kritikpunkte am Konzept der umfassenden Einkommensteuer. Durch die Besteuerung von Kapitaleinkünften kommt es zu einer Verzerrung der intertemporalen Konsumpräferenzen und somit zu einer Benachteiligung des Sparens. Ersparnisse repräsentieren einen verzögerten Konsum und mit den daraus resultierenden Zinseinnahmen die Gelegenheit in zukünftigen Perioden mehr zu konsumieren. Der Zinssatz dient somit als Entschädigung für den Konsumverzicht in der aktuellen Periode und beeinflusst folglich auch das Ausmaß der Sparneigung der Haushalte. Eine Besteuerung von Kapitaleinkommen reduziert jedoch den Nettozinssatz und damit auch den Sparanreiz. Somit beeinträchtigt ein solches Steuersystem die Kapitalbildung, verhindert dadurch Investitionen und reduziert letztendlich das Wirtschaftswachstum.

Zudem liegt die Inzidenz der Besteuerung von Kapitalerträgen in den vorgestellten S-H-S-Systemen nicht allein auf dem Faktor Kapital, sondern wird vielmehr auf den Faktor Arbeit überwälzt. In einer Volkswirtschaft, in der die Kapitalbildung durch eine Kapitalertragssteuer behindert wird, wird natürlich eine geringere Summe an Kapital von den Haushalten zur Verfügung gestellt. Setzt man nun eine positive Grenzproduktivität von Arbeit in Verbindung mit dem Kapital und einer Arbeitsentlohnung nach eben diesem Wertgrenzprodukt voraus, dann führt die Besteuerung der Kapitaleinkünfte im Endeffekt zu einer Abnahme der Beschäftigung.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das theoretische Konzept der konsumorientierten Besteuerung und skizziert das methodische Vorgehen, das von einer Fallstudie zu Kroatien hin zu einer theoretischen Analyse führt.

2.) Die konsumorientierte Besteuerung in der Praxis: Dieses Kapitel untersucht die historische Umsetzung in Kroatien, angefangen beim Schedulensystem bis zur Einführung und späteren Abkehr vom konsumorientierten Modell.

3.) Die Theorie der konsumorientierten Besteuerung: Hier werden die theoretischen Hintergründe, insbesondere die Cashflow-Steuer und verschiedene Basissysteme (R-Base, R+F-Base, S-Base), detailliert modelliert.

4.) Kritikpunkte: Das Kapitel erörtert die Herausforderungen konsumorientierter Steuersysteme, darunter Steuerausfälle, Verteilungseffekte, die Besteuerung von Finanzinstituten und Probleme beim internationalen Income Shifting.

5.) Rückblick auf die kroatische Steuerreform der 90er Jahre: Die Ergebnisse werden in einen Rückblick integriert, um die Diskrepanz zwischen theoretischer Überlegenheit und praktischer Schwierigkeiten bei der Umsetzung in Kroatien zu beleuchten.

6.) Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und bewertet die Übertragbarkeit der ACE-Tax auf andere Länder wie Deutschland.

Schlüsselwörter

Konsumorientierte Besteuerung, Unternehmensbesteuerung, S-H-S-Prinzip, Cashflow-Steuer, Kroatien, Schutzzins, ACE-Tax, Kapitalkosten, Investitionsneutralität, Income Shifting, Transferpreise, Steuerreform, Finanzierung, Kapitaleinkommensbesteuerung, Steuersystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Beurteilung von Steuersystemen, die nicht das Einkommen, sondern den Konsum als Bemessungsgrundlage fokussieren, mit besonderem Fokus auf die Unternehmensbesteuerung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die theoretischen Mechanismen von Cashflow-Steuern, der Vergleich zu traditionellen Systemen (S-H-S-Prinzip) und eine detaillierte Fallstudie zur Steuerreform in Kroatien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Implementierbarkeit und die ökonomischen Auswirkungen einer konsumorientierten Besteuerung unter Bedingungen internationaler Kapitalmobilität wissenschaftlich zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Modellierung (z.B. Herleitung von Kapitalkosten und Steuerbasen) und einer empirisch orientierten Fallstudie über die kroatische Steuergesetzgebung der 1990er und 2000er Jahre.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der konsumorientierten Theorie, die mathematische Herleitung von Finanzierungseffekten und eine kritische Diskussion der Nachteile, wie etwa Verteilungseffekte und die steuerliche Behandlung von Finanzinstituten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Cashflow-Steuer, die ACE-Tax, Investitionsneutralität, Schutzzins und Income Shifting.

Warum wird Kroatien als Fallbeispiel herangezogen?

Kroatien dient als zentrales Praxisbeispiel, da das Land in den 1990er Jahren eine umfassende Steuerreform durchführte, die Elemente der konsumorientierten Besteuerung (Schutzzins auf Eigenkapital) enthielt.

Zu welchem Fazit gelangt der Autor hinsichtlich einer Umsetzung in Deutschland?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine Implementierung einer konsumorientierten Steuerform wie der ACE-Tax in Deutschland aufgrund politischer Widerstände und der medialen sowie öffentlichen Wahrnehmung als "Steuergeschenk für Reiche" derzeit äußerst unwahrscheinlich ist.

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Details

Title
Implementierbarkeit und Beurteilung eines konsumorientierten Steuerkonzeptes im Bereich der Unternehmensbesteuerung bei internationaler Kapitalmobilität
College
University of Paderborn
Grade
1,3
Author
Steffen Sinnhuber (Author)
Publication Year
2006
Pages
83
Catalog Number
V84137
ISBN (eBook)
9783638877824
ISBN (Book)
9783638877848
Language
German
Tags
Implementierbarkeit Beurteilung Steuerkonzeptes Bereich Unternehmensbesteuerung Kapitalmobilität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Sinnhuber (Author), 2006, Implementierbarkeit und Beurteilung eines konsumorientierten Steuerkonzeptes im Bereich der Unternehmensbesteuerung bei internationaler Kapitalmobilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84137
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