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Sind Jungen die Verlierer im Bildungssystem?

Titre: Sind Jungen die Verlierer im Bildungssystem?

Essai , 2020 , 13 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Carmen Büchler (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
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Sind die Jungen in unserem Bildungssystem die Verlierer? Überall liest man davon. Zahlen und Fakten belegen, dass die männliche Schullaufbahn deutlich häufiger ohne Schulabschluss endet, der Weg zum Gymnasium bleibt Jungen im Vergleich zu den Mädchen häufiger versperrt, sie haben schlechtere Chancen um in den Beruf zu starten und auf den SBBZs ist der Anteil der Jungen beträchtlich höher. Diese Erhebungen wurden deutschlandweit durchgeführt und alle Aussagen treffen bundesweit (mit leichten Abweichungen) zu. Vergleicht man neuere Erhebungen, hat sich an dieser Tatsache nicht viel verändert.

Das Thema wird seit Jahren hitzig diskutiert, aber zu einer Lösung scheint das nicht geführt zu haben. Umso mehr ich mich mit dem Thema befasste, erkannte ich, dass dies keine Problematik ist was lediglich die Jungen am SBBZ betrifft. Viele Artikel und Studien lesen sich, als ob die männliche Zukunft (zumindest in schulischer Hinsicht) nahezu aussichtslos sei. Ziel dieses Essays soll es sein der Frage: „Sind die Jungen die Verlierer in unserem Bildungssystem?“, näher zu kommen. Darüber hinaus soll auch ein Lösungsansatz in den Raum gestellt werden, über den es gilt nachzudenken, besonders wenn man in einem pädagogischen Kontext arbeitet oder dies vorhat.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Sind die Jungen in unserem Bildungssystem die Verlierer?

2. Der geringere Schulerfolg der Jungen

3. Das soziale Umfeld und Geschlechternormen

4. Die Bedeutung der Biologie und Psychologie

5. Das hegemoniable Männlichkeitsbild

6. Die Anforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft

7. Die sprachliche Ausrichtung der Lehrpläne

8. Die Rolle der Mediennutzung

9. Die Folgen für die Schullaufbahn

10. Die Situation am SBBZ

11. Sozioökonomische Faktoren und Bildungsstand der Eltern

12. Migration und Bildungserfolg

13. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Debatte um die vermeintliche Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem und analysiert kritisch, ob Jungen tatsächlich als Bildungsverlierer bezeichnet werden können. Dabei wird insbesondere die Rolle von Genderaspekten, sozioökonomischen Faktoren und migrationsbedingten Einflüssen beleuchtet, um einen Lösungsansatz für eine geschlechtergerechte Pädagogik zu entwickeln, die individuelle Bedürfnisse in den Vordergrund stellt.

  • Analyse der sogenannten "Jungenkrise" und ihrer wissenschaftlichen Fundierung
  • Einfluss von Rollenbildern, Männlichkeitskonzepten und biologischen Unterschieden
  • Bedeutung sozioökonomischer Faktoren und des Elternhauses für den Bildungserfolg
  • Die spezifische Situation von Jungen an Schulen für Erziehungshilfe (SBBZ)
  • Notwendigkeit und Gestaltung einer geschlechtergerechten Pädagogik

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des sozialen Kontextes und Geschlechternormen

Dieser soziale Kontext und die damit einhergehende Geschlechtsnormen sind entscheidend für den späteren Bildungserfolg. Um Anerkennung innerhalb eines sozialen Systems (Familie, peer-group…) zu erlangen müssen die Jungen dem hegemonialem Männlichkeitsbild folgen, dass sie selbst vorgelebt bekommen. Daraus ergeben sich Schwierigkeiten und die Jungen fallen negativ auf. Angenommen in einer Familie wächst ein Junge mit der strikten Trennung von Männlichkeit und Weiblichkeit auf. Gleichzeitig erfährt die Weiblichkeit eine Abwertung. Eben dieser Junge, aufgewachsen in diesem Kontext, kommt in eine von Weiblichkeit geprägte pädagogische Instanz. Der Gedanke erscheint nicht abwegig, dass es zu Schwierigkeiten zwischen den weiblichen pädagogischen Fachkräften und dem Jungen führen könnte. Spinnen wir diesen Gedanken weiter, so zeigt sich schnell, dass aus einer solchen Situation mehr wie eine Herausforderung werden könnte. Die Jungen mit derartigen Rollenvorbildern werden als störend wahrgenommen. (vgl. Balluseck, 2009, 3f.)

Auch die Biologie und Psychologie der Geschlechter unterstützt die Annahme, dass es unabdingbar ist, die Geschlechterunterschiede anzuerkennen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass der männliche Organismus langsamer reift wie der von Mädchen. Nun stelle man sich vor: Ein Junge, dessen Entwicklung im Durchschnitt ca. zwei Jahre verzögert ist (im Vergleich zu den Mädchen), wird aber eben mit diesen unterrichtet. Gleiches Alter, gleiche Anforderungen aber andere Entwicklungsvorraussetzung. Auch hier liegt die Annahme nicht fern, dass dies zwangsläufig zu Problemen führen könnte.

Jungen verfügen über eine geringere Impulskontrolle, haben ein höheres Aktivitätsniveau und sind leichter erregbar im Vergleich zu Mädchen. (vgl. Vogel, 2005, S.32-47) Dies wiederum fällt in den Schulen negativ auf, ausagierendes bzw. als störend empfundenes Verhalten hat keinen Platz in der Regelschule. Oft prallen hier die Fronten Schule und soziales Leben aufeinander. Denn was im heimischen Kontext möglicherweise als jungstypisch wahrgenommen und bestätigt wird, wird in der Schule negativ bewertet. Somit kommen die Jungen in Konflikt mit den verschiedenen Rollenbildern, die ihnen (möglicherweise) vermittelt werden. (vgl. Balluseck, 2009, s. 3; vgl. Dammasch, 2008, s. 18) So wird der Junge für seinen Wagemut und seine Wildheit Zuhause vielleicht als typischer Junge gelobt und anerkannt, jedoch prallt dies in der Schule auf der Ärger der Lehrer, da er sich selbst und die Klasse am Lernen hindert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Sind die Jungen in unserem Bildungssystem die Verlierer?: Einführung in die Problematik der schlechteren Schullaufbahnen von Jungen und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

2. Der geringere Schulerfolg der Jungen: Diskussion der "Feminisierung der Schule" als Erklärungsmodell für schlechtere Leistungen von Jungen.

3. Das soziale Umfeld und Geschlechternormen: Erörterung, wie frühkindliche Prägung und soziale Kontexte die Entwicklung von Jungen beeinflussen.

4. Die Bedeutung der Biologie und Psychologie: Analyse der Unterschiede in Reifung, Impulskontrolle und Aktivitätsniveau zwischen den Geschlechtern.

5. Das hegemoniable Männlichkeitsbild: Untersuchung der Auswirkungen traditioneller Männlichkeitsvorstellungen auf das Verhalten in der Schule.

6. Die Anforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft: Analyse des Risikos für Jungen, den Anforderungen an Kommunikation und Flexibilität nicht zu entsprechen.

7. Die sprachliche Ausrichtung der Lehrpläne: Erörterung der Benachteiligung von Jungen durch die starke sprachliche Zentrierung des aktuellen Unterrichts.

8. Die Rolle der Mediennutzung: Untersuchung des Einflusses von Freizeitverhalten und Medienkonsum auf Schulleistung und Aggressionspotenzial.

9. Die Folgen für die Schullaufbahn: Aufzeigen der negativen Konsequenzen von Schulschwierigkeiten für den weiteren Bildungs- und Berufsweg.

10. Die Situation am SBBZ: Analyse der speziellen Situation von Jungen an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.

11. Sozioökonomische Faktoren und Bildungsstand der Eltern: Untersuchung der Bedeutung der sozialen Herkunft und des elterlichen Bildungsniveaus für den Schulerfolg.

12. Migration und Bildungserfolg: Analyse der zusätzlichen Barrieren durch Migrationshintergrund und Sprachproblematiken.

13. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Debatte und Plädoyer für eine geschlechtergerechte Pädagogik.

Schlüsselwörter

Jungenkrise, Schulerfolg, Geschlechtergerechte Pädagogik, Bildungssystem, Männlichkeitsbild, SBBZ, Sozialisation, Bildungsverlierer, Geschlechterdifferenzen, Förderung, Mediennutzung, Migration, Rollenbilder, Sonderpädagogik, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Debatte um die Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem und hinterfragt, inwieweit diese als "Bildungsverlierer" bezeichnet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören Genderaspekte, Männlichkeitskonzepte, biologische Unterschiede, die Rolle des Elternhauses sowie sozioökonomische und migrationsbedingte Faktoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet: "Sind die Jungen in unserem Bildungssystem die Verlierer?" Ziel ist es, Lösungsansätze für eine geschlechtergerechte Pädagogik aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Studien und statistischer Daten zur Bildungssituation von Jungen und Mädchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Ursachen für Schulschwierigkeiten von Jungen, von biologischen Faktoren über soziale Rollenbilder bis hin zu sozioökonomischen Einflüssen und dem Medienverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Jungenkrise, geschlechtergerechte Pädagogik, Bildungsverlierer, Männlichkeitsbild und Schulerfolg charakterisiert.

Inwiefern beeinflussen traditionelle Männlichkeitsbilder den schulischen Erfolg?

Das hegemoniale Männlichkeitsbild führt laut Arbeit häufig dazu, dass Jungen als gewaltbereiter oder störend wahrgenommen werden, was ihre Integration in den schulischen Kontext erschwert.

Warum ist eine geschlechtergerechte Pädagogik besonders am SBBZ notwendig?

Am SBBZ sind Jungen oft in der Überzahl und benötigen Schutzräume und pädagogische Konzepte, die ihre spezifischen Probleme aufgreifen, statt sie nur als "Übriggebliebene" zu betrachten.

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Résumé des informations

Titre
Sind Jungen die Verlierer im Bildungssystem?
Université
University of Education Ludwigsburg
Note
2,0
Auteur
Carmen Büchler (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
13
N° de catalogue
V901943
ISBN (ebook)
9783346200891
ISBN (Livre)
9783346200907
Langue
allemand
mots-clé
Jungen Bildungsverlierer Schulverlierer Bildungsversagen Schule
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Carmen Büchler (Auteur), 2020, Sind Jungen die Verlierer im Bildungssystem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901943
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Extrait de  13  pages
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