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Welches sind Einflussfaktoren für den heutigen Antiziganismus?

Titre: Welches sind Einflussfaktoren für den heutigen Antiziganismus?

Texte Universitaire , 2020 , 20 Pages , Note: 1

Autor:in: Gabriele Sieck (Auteur)

Sociologie - Politique, Majorités, Minorités
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Résumé Extrait Résumé des informations

Während meines 400 Stunden-Praktikums in der Obdach- und Wohnungslosenhilfe der XY Diakoniezentrum, war ich im Tagestreff tätig. Dort bin ich zum ersten Mal bewusst mit Rom*nja und Sinti*zze ain Kontakt gekommen und habe miterlebt, dass die Ressentiments gegen diese Volksgruppe nach wie vor Bestand haben. Des Öfteren habe ich von Seiten der unmittelbaren Nachbarschaft sowie von Mitarbeiter*innen des Tagestreffs diskriminierende Äußerungen und Handlungen im Zusammenhang mit der Gruppe der Rom*nja und Sinti*zze wahrgenommen. Warum werden diese Menschen trotz jahrzehntelanger Forschung heute noch von der Mehrheitsbevölkerung ausgegrenzt und abgelehnt? Dies hat mich dazu motiviert, dem nachzugehen und mich näher mit der Lebenssituation und den Problemen dieser Minderheitengruppe zu beschäftigen.

In der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema „Antiziganismus“ auseinandersetzen. Da die Thematik sehr komplex ist, können die einzelnen, mir in diesem Zusammenhang als wichtig erscheinenden Punkte, nur recht oberflächlich behandelt werden. Da Rom*nja und Sinti*zze die politisch korrekte Bezeichnung (im deutschen Sprachraum) für diese Volksgruppe sind, wird sie durchgängig von mir in dieser Hausarbeit benutzt.

Eine Erläuterung der Terminologien ‚Zigeuner‘ und ‚Rom*nja und Sinti*zze’ wird deshalb zu Beginn meiner Hausarbeit aufgeführt. Danach werde ich mich detailliert mit der Geschichte der Diskriminierung dieser Minderheitengruppe beschäftigen. Obwohl sich die Ethnien Rom*nja und Sinti*zze auf der einen Seite und Juden auf der anderen Seite im Hinblick auf Herkunft, Sprache Religion etc. völlig voneinander unterscheiden, haben beide jedoch auch Gemeinsamkeiten. Den Unterschied zwischen Antiziganismus und Antisemitismus habe ich im Anschluss an die Historie der Rom*nja und Sinti*zze herausgearbeitet. Zur Abrundung des Bildes werde ich kurz auf die Bürgerrechtsarbeit ab 1970 sowie die Wiedergutmachungspolitik der Bundesrepublik eingehen, bevor ich mich mit der aktuellen Lebenssituation der Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland befasse. Abschließen möchte ich mit den Überlegungen, was Soziale Arbeit in der Integration von Rom*nja und Sinti*zze leisten kann und dem Fazit, welches ich aus dieser Hausarbeit gezogen habe.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Terminologie

2.1. Fremdbezeichnung „Zigeuner“

2.2. Rom*nja und Sinti*zze

3. Geschichte der Diskriminierung der Rom*nja und Sinti*zze

4. Antisemitismus und Antiziganismus

5. Bürgerrechtsarbeit ab 1970

6. Widergutmachungspolitik der Bundesrepublik Deutschland

7. Aktuelle Lebenssituation der Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland

8. Was kann Soziale Arbeit bei der Integration von Rom*nja und Sinti*zze leisten?

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die historischen und gegenwärtigen Einflussfaktoren für den Antiziganismus in Deutschland, um ein tieferes Verständnis für die anhaltende Diskriminierung der Rom*nja und Sinti*zze zu entwickeln und Möglichkeiten einer inklusiven Sozialen Arbeit aufzuzeigen.

  • Historische Wurzeln von Stigmatisierung und Ausgrenzung gegenüber Rom*nja und Sinti*zze
  • Unterscheidung und Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Antiziganismus
  • Die Situation der Minderheit in der deutschen Nachkriegsgesellschaft und die Praxis der Wiedergutmachung
  • Herausforderungen in der aktuellen Lebenssituation und Diskriminierungserfahrungen
  • Perspektiven für eine anerkennungstheoretische Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

3. Geschichte der Diskriminierung der Rom*nja und Sinti*zze

Der geschichtliche Hintergrund der Rom*nja und Sinti*zze ist sehr komplex. Da in dieser Hausarbeit die gegenwärtige Situation der Rom*nja und Sinti*zze im Mittelpunkt stehen soll, wird der geschichtliche Hintergrund nur relativ kurz dargestellt. Insgesamt basiert dieser im Wesentlichen aus dem Wissen der Nicht-Sinti und Nicht-Roma, da deren Sprache -Romanes- keine standardisierte Schreibweise oder Grammatik aufweist und bis heute meist mündlich überliefert wurde (vgl. Reemtsma 1996: 70ff). Deshalb lassen sich auch nur Vermutungen über die Herkunft der Rom*nja und Sinti*zze anstellen. Wissenschaftler haben durch Sprach- und Kulturvergleich herausgefunden, dass Roma und Sinti aus Indien (dem heutigen Pakistan) stammen.

Vom 8.-10. Jhd. verließen sie Indien und gelangten über Persien, Kleinasien oder dem heutigen Armenien nach Griechenland und dem Balkan. Von dort aus gelangten sie dann im 13. und 14. Jhd. nach Mittel-,West- und Nordeuropa – einige sogar weiter bis nach Amerika. Die Rom*nja und Sinti*zze besaßen handwerkliche Fähigkeiten, die bei ihrer Ankunft in Altrumänien gebraucht wurden. So konnten sie ihre Produkte entlang der Handelsroute verkaufen. Nachdem die Walachei (1396) und die Moldau (um 1500) im Osmanischen Reich aufgegangen sind, kam dieser fast völlig zum Erliegen. Die landwirtschaftlichen Erträge wurden von den Osmanen zu niedrigen Preisen nach Konstantinopel gebracht. Die Großgrundbesitzer (Boyaren), Bauern und alle anderen Berufsstände mussten zusätzlich zu ihrem geringen Einkommen noch hohe Steuern bezahlen. In diesem Zusammenhang gelangten die Roma als Sklaven in den Besitz der Kirche und der Boyaren; alle die nicht versklavt wurden, wurden zum Eigentum des Staates und konnten bzw. durften nicht mehr abwandern (vgl. Reemtsma 1996: 22ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin motiviert die Arbeit durch ihre Erfahrungen aus der Obdachlosenhilfe und skizziert den Aufbau der Untersuchung zum Antiziganismus.

2. Terminologie: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der Fremdbezeichnung „Zigeuner“ als rassistisches Konstrukt und definiert die Selbstbezeichnung „Rom*nja und Sinti*zze“.

3. Geschichte der Diskriminierung der Rom*nja und Sinti*zze: Es wird der historische Werdegang von der Herkunft aus Indien bis zur systematischen Verfolgung in Europa und der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik dargestellt.

4. Antisemitismus und Antiziganismus: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen, historisch gewachsenen Vorurteilsstrukturen und Feindbilder zwischen Antisemitismus und Antiziganismus.

5. Bürgerrechtsarbeit ab 1970: Die Anfänge der Selbstorganisation der Minderheit und der Kampf um Anerkennung des Völkermordes werden thematisiert.

6. Widergutmachungspolitik der Bundesrepublik Deutschland: Die Arbeit analysiert die verzögerte und oft verweigerte Anerkennung der Verfolgung und Entschädigung durch deutsche Behörden.

7. Aktuelle Lebenssituation der Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland: Hier werden die fortbestehende gesellschaftliche Ausgrenzung, die Bildungsbarrieren und die Auswirkungen der Armutszuwanderung beleuchtet.

8. Was kann Soziale Arbeit bei der Integration von Rom*nja und Sinti*zze leisten?: Es wird ein Plädoyer für einen Paradigmenwechsel weg von paternalistischer Bevormundung hin zu einer anerkennungstheoretischen Begegnung auf Augenhöhe formuliert.

9. Fazit: Die Autorin fasst zusammen, dass Antiziganismus ein tief verwurzeltes gesellschaftliches Konstrukt ist, das durch präzise Aufklärung und eine reflektierte Soziale Arbeit abgebaut werden muss.

Schlüsselwörter

Antiziganismus, Rom*nja, Sinti*zze, Rassismus, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Stigmatisierung, Völkermord, Porrajmos, Geschichte, Identität, Anerkennung, Vorurteile, Fremdbezeichnung, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Antiziganismus, seinen historischen Ursprüngen und seinen Auswirkungen auf die aktuelle Lebenssituation der Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Diskriminierung, der Vergleich zum Antisemitismus, die deutsche Wiedergutmachungspolitik sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Einflussfaktoren für den heutigen Antiziganismus zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit dazu beitragen kann, Minderheiten auf Augenhöhe zu begegnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch persönliche Beobachtungen der Autorin aus einem Praktikum in der Obdachlosenhilfe ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Verfolgung, die strukturelle Diskriminierung nach 1945, die aktuelle Lebenslage der Gruppe sowie theoretische Ansätze für eine inklusivere Soziale Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Antiziganismus, Diskriminierung, Anerkennung, Soziale Arbeit und historische Aufarbeitung charakterisieren.

Warum wird der Begriff „Zigeuner“ kritisch betrachtet?

Die Autorin stellt heraus, dass es sich hierbei um ein historisch gewachsenes, rassistisches Konstrukt handelt, das zur Stigmatisierung und Ausgrenzung der betroffenen Menschen dient und von diesen mehrheitlich abgelehnt wird.

Welche Rolle spielt die „pastorale Macht“ in der Sozialen Arbeit?

Die Autorin diskutiert den Begriff nach Foucault, um zu verdeutlichen, dass soziale Unterstützung oft in Bevormundung umschlägt, anstatt die Selbstbestimmung der Betroffenen zu fördern.

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Résumé des informations

Titre
Welches sind Einflussfaktoren für den heutigen Antiziganismus?
Université
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Cours
Ausgrenzung und Integration
Note
1
Auteur
Gabriele Sieck (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
20
N° de catalogue
V907155
ISBN (ebook)
9783346226914
ISBN (Livre)
9783346226921
Langue
allemand
mots-clé
welches einflussfaktoren antiziganismus
Sécurité des produits
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Citation du texte
Gabriele Sieck (Auteur), 2020, Welches sind Einflussfaktoren für den heutigen Antiziganismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907155
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Extrait de  20  pages
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