Die Arbeit beschäftigt sich mit transformatorischen Bildungs- und Lernprozessen, wie diese entstehen und wie diese sich voneinander abgrenzen. Zunächst befasst sich der Autor hauptsächlich mit den Theorien von Hans-Christoph Koller und Winfried Marotzki.
Anschließend werden diese Theorien auf das ausgeführte narrative Interview angewendet. Hierbei werden sich markante Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zu den dargelegten Theorien feststellen lassen. Hierfür versucht der Autor zu beantworten, ob Transformationsprozesse der interviewenden Person stattgefunden haben. Abschließend wird erörtert, was diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowohl im Speziellen als auch im gesamten Kontext der Klimaproblematik für eine Bedeutung einnehmen können.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Die theoretischen Grundlagen nach Marotzki und Koller
2.1 Geschichtliche Entwicklung und Einführung des Bildungsbegriffs
2.2 Anlässe für Bildungsprozesse nach Koller
2.3 Marotzkis Lernebenenmodell nach Bateson
3.Anwendung der Theorien auf das narrative Interview
4.Fazit: Lassen sich die Theorien auf das narrative Interview anwenden und die Bedeutung dieser für den Umgang mit dem Klimawandel
5.Bibliothek
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht auf Basis bildungstheoretischer Ansätze von Hans-Christoph Koller und Winfried Marotzki, ob und wie transformatorische Bildungs- und Lernprozesse bei einer Person im Kontext der Klimakrise 2020 anhand eines narrativen Interviews nachgewiesen werden können.
- Transformation des Welt- und Selbstverhältnisses durch Krisenerfahrungen.
- Differenzierung zwischen Lernen und transformatorischer Bildung.
- Anwendung des Lernebenenmodells nach Bateson auf reale Biografien.
- Bedeutung frühkindlicher Erfahrungen und lebenslanger Lernprozesse für das ökologische Engagement.
- Reflexion über gesellschaftliche Krisenerfahrungen im Kontext der "Fridays for Future"-Bewegung.
Auszug aus dem Buch
3.Anwendung der Theorien auf das narrative Interview
Die interviewende Person wird folgend mit N. abgekürzt. Sie studiert Biologie und Chemie an der Universität zu Köln auf Lehramt und hat sich freiwillig als Interessent für das narrative Interview gemeldet, da sie einige Verbindungen zu der aktuellen „Fridays for future“ Bewegung und der Klimaproblematik hat [weitere Informationen, siehe im Anhang zum narrativen Interview].
„Und mit […] der Umwelt an […] sich, bin ich sehr früh in Kontakt gekommen, gerade durch meine Eltern, die eigentlich immer darauf Wert gelegt haben (.) […] mit mir und meinem Bruder in den Wald zu gehen, die Natur kennenzulernen und sich eben auch anzugucken, wie das alles funktioniert. […] Ich habe mich sehr damit befasst […] wie funktioniert das Leben, wie funktionieren Tiere, wie sind Ökosysteme aufgebaut. […] Als ich dann langsam angefangen habe zu begreifen […] wie solche Zusammenhänge sind, das war so im Alter von ungefähr fünf Jahren […].40 Hier beschreibt N. einen Lernprozess, welcher bei ihm schon früh stattgefunden hat. Sie spricht von einem ersten „Begreifen von Zusammenhängen“ und bezieht sich damit auf Ökosysteme und Tiere. Diese Beschreibung eines frühen Lernprozesses kann man gut auf Marotzkis Theorien zurückführen. Vor allem ist Marotzkis Punkt zu erwähnen, dass er bei Lernprozessen davon ausgeht, dass sie von frühster Kindheit beginnen und überwiegend unbewusst sind 41. Dennoch würde er hier noch nicht von einem Bildungsprozess sprechen. Dieser Lernprozess scheint sich aber im Zuge N. Entwicklung zu einem Lernprozess höherer Ordnung, auch Bildungsprozess, zu entwickeln. Dies verdeutlichen folgende Zitate.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Relevanz der Klimakrise sowie die Notwendigkeit, Veränderungsprozesse bei Menschen im Umgang mit dieser Krise bildungstheoretisch zu untersuchen.
2.Die theoretischen Grundlagen nach Marotzki und Koller: Dieses Kapitel erläutert den historischen Bildungsbegriff und führt die zentralen Theorien zur transformatorischen Bildung sowie das Lernebenenmodell ein.
3.Anwendung der Theorien auf das narrative Interview: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse auf das Interview mit einer Probandin angewendet, um Anzeichen für transformatorische Bildungsprozesse zu identifizieren.
4.Fazit: Lassen sich die Theorien auf das narrative Interview anwenden und die Bedeutung dieser für den Umgang mit dem Klimawandel: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit der Bildungstheorien sowie die gesellschaftliche Relevanz der gewonnenen Erkenntnisse.
5.Bibliothek: Dieses Kapitel enthält das Literatur- und Quellenverzeichnis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Transformatorische Bildung, Klimakrise, Marotzki, Koller, Welt- und Selbstverhältnis, Narratives Interview, Fridays for Future, Lernprozesse, Lernebenenmodell, Krisenerfahrung, Habitus, Pädagogik, Nachhaltigkeit, Biografieforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie transformatorische Bildungs- und Lernprozesse bei einer Person durch die Konfrontation mit der Klimakrise ausgelöst werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verknüpft bildungstheoretische Konzepte mit der aktuellen ökologischen Debatte und untersucht dabei die Transformation von Welt- und Selbstverhältnissen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu prüfen, ob sich die Theorien von Koller und Marotzki auf die biographische Erfahrung einer Person anwenden lassen, die sich in der Klimabewegung engagiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Analyse eines narrativen Interviews durchgeführt, bei der die Aussagen des Interviewpartners auf Basis bildungstheoretischer Kategorien interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie die praktische Anwendung der Theorien auf das Interviewtranskript der Probandin N.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Transformatorische Bildung, Klimakrise, Lernebenenmodell und Narratives Interview bestimmt.
Welche Rolle spielt der Tunesienaufenthalt für die Probandin N.?
Der Tunesienaufenthalt wird als eine krisenhafte Erfahrung interpretiert, die bei der Probandin eine bewusste Auseinandersetzung mit der Klimaproblematik und eine Verhaltensänderung auslöste.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Lernen und Bildung?
In Anlehnung an Koller und Marotzki wird Bildung als Prozess höherer Ordnung verstanden, bei dem sich das Welt- und Selbstverhältnis des Subjekts grundlegend transformiert, während Lernen rein die Informationsverarbeitung betrifft.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2020, Transformatorische Bildungs- und Lernprozesse. Entstehung und Anwendung auf die Klimakrise 2020, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/919913