Stressbedingte Erkrankungen prägen das Krankheitsbild des 20igsten Jahrhunderts. Dabei entsteht Stress in häufigen Fällen am Arbeitsplatz. Die vorliegende empirische Forschungsarbeit untersucht dabei die Zusammenhänge und Auswirkungen des Feedbacks durch den Vorgesetzten und des Stressempfindens des Mitarbeiters. Eingangs werden dafür die theoretischen Anforderungen an Feedback aufgeführt. Zudem wird aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet, welche Studien bereits zum Thema Stress am Arbeitsplatz und die Wirkung von Feedback durch den Vorgesetzten durchgeführt wurden, um deren Ergebnisse aufzuführen. Es schließt die Durchführung einer qualitativen Interviewstudie mit ausgewählten Personen und die Verarbeitung des erhobenen Materials auf Basis der qualitativen Inhaltsanalyse an. Anhand der erhobenen Daten werden die Forschungsfrage und die abgeleiteten Hypothesen geprüft. Abschließend findet eine Diskussion der empirisch erhobenen Erkenntnisse statt. Diese werden in Zusammenhang mit der Theorie gebracht und Ableitungen für Theorie und Praxis vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktueller Forschungstand
2.1. Feedback durch den Vorgesetzen
2.2. Stressempfinden am Arbeitsplatz
2.3. Forschungsergebnisse zur Wirkung von Feedback
2.4. Grenzen bisheriger Untersuchungen
3. Fragestellung und Zielsetzung
4. Methode
4.1. Datenbasis
4.2. Erhebungsverfahren
4.3. Datenaufbereitung und Datenauswertung
4.4. Tonbandaufnahmen und Transkription
4.5. Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1 Ergebnisse bezüglich der 1. Hypothese
5.2 Ergebnisse bezüglich der 2. Hypothese
5.3 Ergebnisse bezüglich der 3. Hypothese
6. Zusammenfassung und Diskussion
6.1. Diskussion der Ergebnisse und ihrer Relevanz für die „Theorie“
6.2. Implikationen für die Praxis
6.3. Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise
6.4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Feedbackverhalten durch Vorgesetzte auf das subjektive Stressempfinden von Mitarbeitern. Ziel ist es, durch eine qualitative Analyse Zusammenhänge zwischen der Art, Weise und dem Zeitpunkt des Feedbacks und dem Stressaufkommen im Berufsalltag zu identifizieren.
- Wirkung von Feedback auf das psychische Wohlbefinden
- Stressempfinden am modernen Arbeitsplatz
- Differenzierung zwischen positivem und negativem Feedback
- Einfluss von zeitlicher Nähe und Vorhersehbarkeit von Feedback
Auszug aus dem Buch
2.1. Feedback durch den Vorgesetzen
„Nahezu unumstritten werden Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Feedback betont. Demnach ist es kaum möglich, ohne Feedback etwas über sich selbst zu erfahren, die eigene Wirkung, Stärken und Schwächen zu erleben; Lernprozesse können ohne Feedback nicht gesteuert werden, Gruppenprozesse können nicht optimiert werden, gezielte Personal- und Organisationsentwicklung sind kaum möglich. Einigkeit herrscht darüber, dass Feedback in den unterschiedlichsten Lebenslagen von zentraler Bedeutung ist. So ist Feedback wichtig für die menschliche Entwicklung, für soziale Interaktionen und für institutionalisierte Lernprozesse. Feedback ist für Individuen ebenso von Relevanz wie für Dyaden, Gruppen und Organisationen. Feedback ist Teil unseres Alltagshandelns und wird in pädagogischen und sozialen Prozessen gezielt als Intervention eingesetzt.“ (Bamberg, 2010, S. 1). Auch Maslow bezieht sich in seiner Bedürfnispyramide bereits auf die Bedeutung sozialer Anerkennung und den Einfluss dessen auf den Selbstwert (Maslow, 1968). Der Selbstwert, „auch Selbstwertschätzung genannt, ist die Bewertung des Bildes von sich selbst (Selbstkonzept) und damit eine grundlegende Einstellung gegenüber der eigenen Person. […] S. ist teilweise genetisch, teilweise durch Erfahrungen bedingt. Hoher S. steht in Zusammenhang mit Wohlbefinden und psych. Gesundheit.“ (Schütz & Röhner, 2019). Entscheidend geprägt wird der Selbstwert durch Erfahrungen und Rückmeldungen aus dem sozialen Umfeld und der eigenen Wahrnehmung (Schütz, 2003). Feedback spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Feedback kann in zwei unterschiedlichen Varianten erfolgen, nämlich als positives, anerkennendes Feedback (Wertschätzung, Lob) oder als negatives, kritisierendes Feedback (konstruktive Kritik, Tadel). Im Detail verfolgt Feedback wiederum drei weitere Funktionen. Es kann motivieren, Verhalten steuern und ändern und es kann dazu führen, dass sich der Feedbackempfänger auf persönlicher und fachlicher Ebene weiterentwickelt (Fengler, 2010). Somit ist Feedback ein unerlässliches Instrument im Mitarbeiter-Vorgesetzten-Verhältnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Stress am Arbeitsplatz und die Rolle des Feedbackverhaltens der Führungskraft.
2. Aktueller Forschungstand: Theoretische Auseinandersetzung mit den Dimensionen von Feedback, Stressempfinden und bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu deren Wirkzusammenhängen.
3. Fragestellung und Zielsetzung: Herleitung der zentralen Forschungsfrage und Definition der drei zu prüfenden Hypothesen.
4. Methode: Beschreibung des Forschungsdesigns unter Verwendung qualitativer Leitfadeninterviews, der Datenbasis sowie der Inhaltsanalyse nach Mayring.
5. Darstellung der Ergebnisse: Präsentation und Analyse der Interviewergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen.
6. Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, praktische Implikationen, methodische Reflexion und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Feedback, Vorgesetzter, Stress am Arbeitsplatz, Stressempfinden, Mitarbeiter, Führungskraft, Wertschätzung, Qualitative Inhaltsanalyse, Arbeitszufriedenheit, Leistungsdruck, Kommunikation, Leitfadeninterview, Selbstwert, Zeitmanagement, Arbeitsumfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Qualität und Häufigkeit von Feedback durch Führungskräfte und dem daraus resultierenden Stress bei Mitarbeitern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologischen Auswirkungen von Feedback, die Bedeutung von Anerkennung im Arbeitskontext sowie die Identifikation von stressfördernden Feedback-Situationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, welchen Einfluss das Feedbackverhalten von Vorgesetzten auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, wobei Daten durch halbstandardisierte Leitfadeninterviews erhoben und anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen abgesteckt, das methodische Vorgehen begründet und die aus den Interviews gewonnenen Ergebnisse detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Feedback, Stressempfinden am Arbeitsplatz, Führungskräfteverhalten und Mitarbeiterzufriedenheit definieren.
Warum spielt die Art der Feedbackformulierung eine Rolle für den Stresspegel?
Laut den Studienergebnissen reduziert differenziertes und situationsbezogenes Feedback Stress, da es dem Mitarbeiter Klarheit über seine Leistung gibt, während pauschalisierende Kritik Unsicherheit und Stress auslöst.
Hat der Zeitpunkt der Feedbackgabe Einfluss auf den Mitarbeiter?
Ja, ein unmittelbarer Zeitpunkt ist für die Befragten ideal, da dies dem Mitarbeiter die Chance gibt, sein Verhalten zeitnah anzupassen und Missverständnisse zu vermeiden.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung von Feedback?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere weibliche Befragte eine zu überschwängliche Wertschätzung als stresserzeugend empfinden können, da diese Leistungsdruck aufbaut.
Wie wichtig ist die Vorhersehbarkeit von Feedback für die Arbeitssituation?
Eine hohe Vorhersehbarkeit und etablierte Prozesse wirken laut der Untersuchung stressmindernd, da sie plötzliche, unvorhersehbare Rückmeldungen und damit verbundene Schockmomente vermeiden.
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- Silvia Ostermaier (Author), 2020, Der Einfluss von Feedback durch den Vorgesetzten auf Stress am Arbeitsplatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923294