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Legitimität der Gewalt in "Die Verlobung in St. Domingo" von Heinrich von Kleist

Título: Legitimität der Gewalt in "Die Verlobung in St. Domingo" von Heinrich von Kleist

Trabajo Escrito , 2016 , 24 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Elena Denzler (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Arbeit beschäftigt sich mit „Die Verlobung in St. Domingo“ von Heinrich von Kleist und dem darin auftretenden gesellschaftlichen Bild. Es zeigt sich, dass die Gewalt im Werk strukturelle Auslöser. Doch auch wenn diese bekannt und nachvollziehbar sind, stellt sich die Frage nach ihrer Legitimität. Unter dem Aspekt der Theorie des Postkolonialismus bezieht sich die Arbeit auf die Analyse von schwarzer und weißer Gewalt und deren gesellschaftliche Grundvoraussetzungen.

Zu Beginn wird die Handlung der Novelle in ihren historischen Kontext eingeordnet und das Thema der Gewalt anhand von zeitgenössischen Diskursen um 1800 erörtert. In der Novelle lassen sich verschiedene Formen der Legitimation von Gewalt identifizieren, die vom Erzähler nebeneinander gestellt werden. Die Arbeit versucht eine Klärung dieser verschiedenen Betrachtungsweisen. Außerdem versucht sie vom postkolonialen Standpunkt aus den pädagogischen Impetus des Erzählers zu erarbeiten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Novelle im historischen Kontext

3. Formen und Funktionen von Gewalt aus Sicht um 1800

4. Analyse von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimität von Gewalt in Heinrich von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ unter Einbeziehung postkolonialer Theorien und zeitgenössischer Diskurse um 1800.

  • Historische Einordnung der Novelle im Kontext der Ereignisse auf St. Domingo
  • Differenzierung zwischen physischer, psychischer und politischer Gewalt
  • Analyse der weißen und schwarzen Gewalt und deren gesellschaftlicher Voraussetzungen
  • Untersuchung der narrativen Darstellung von Legitimation und Moral
  • Reflexion über die Rollenbilder und deren Einfluss auf die Gewalthandlungen

Auszug aus dem Buch

4. Analyse von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“

Dass in Heinrich von Kleists „Die Verlobung in St. Domingo“ Gewalt herrscht, wird schon im ersten Satz offenkundig, als die Handlung der Novelle in „Port au Prince, auf dem französischen Anteil der Insel St. Domingo, […] zu Anfang dieses Jahrhunderts, als die Schwarzen die Weißen ermordeten“ (DV 3) situiert wird. Es wird vom Leser vorausgesetzt („Nun weiß jedermann“ DF 4), dass er über die Umstände der „Negeraufstände“ in St. Domingo um 1800 informiert ist. Diese Aufstände sind in klassischer Weise Ausbrüche physischer Gewalt und fallen in die erste Kategorie nach Schmidt, Allan und Howe, da sie ein Aufbegehren der schwarzen Bevölkerung gegen die weiße Kolonialmacht darstellen. Den gewalttätigen Charakter der weißen Kolonialherrschaft belegt der Erzähler durch Rückblicke zu Congo Hoangos gewaltsamer Verschleppung aus seinem Vaterland (Vgl. DV 3) und zu Babekans Folgeschäden, unter denen sie seit der Auspeitschung in Frankreich leidet (Vgl. DV 13).

Durch die spezifischen Raum- und Zeitangaben wird gezeigt, dass die gesamte Novelle in realen Räumen einer homogenen, stabilen und physikalisch möglichen Welt spielt. In Form des späteren Erzählens wird dem Leser ein Geschehen berichtet, das zwischen 1803 und 1807 stattgefunden haben soll. Der Modus der Ereignisse wechselt zwischen narrativ und dramatisch. Denn der nullfokalisierte, extradiegetisch-heterodiegetische Erzähler greift immer wieder kommentierend ein.

Dadurch ist die Handlung nicht an den Wahrnehmungshorizont der Figuren gebunden, was eine Distanz zu den Geschehnissen schafft. Die Gespräche hingegen werden je nach Figur in indirekter oder direkter Rede wiedergegeben, was eher dem dramatischen Modus entspricht. So wird Babekan meist direkt zitiert, während für Gustavs und Tonis Gespräche die indirekte Rede gewählt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Gewalt und deren Legitimität ein und verknüpft die Novelle mit postkolonialen Diskursen.

2. Die Novelle im historischen Kontext: Dieses Kapitel verortet die Erzählung in den realhistorischen Kämpfen auf Haiti zwischen 1790 und 1804 und reflektiert deren literarische Umsetzung.

3. Formen und Funktionen von Gewalt aus Sicht um 1800: Hier werden theoretische Grundlagen zur Gewalt definiert und zeitgenössische Konzepte zur Rassenlehre sowie Rechtfertigungsstrategien von Sklaverei beleuchtet.

4. Analyse von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“: Dieser Hauptteil analysiert die narrative Struktur, die Gewaltmotive der Charaktere und die Binnengeschichten in Bezug auf die Legitimität von Gewalt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Gewalt in der Novelle kein einseitiges Phänomen ist, sondern in einem komplexen Wechselspiel steht.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Verlobung in St. Domingo, Gewalt, Legitimität, Postkolonialismus, Sklaverei, St. Domingo, Rassenkonflikt, Rebellion, literarische Analyse, historische Diskurse, Gewaltlegitimation, Gewaltspirale, Menschenrechte, Identitätskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Gewalt in Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ dargestellt wird und wie die Erzählung verschiedene Konzepte von Legitimität im Kontext der Sklaverei und Revolution verhandelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Einbettung der Novelle, die Definitionen von physischer und psychischer Gewalt, rassistische Diskurse um 1800 und die postkoloniale Betrachtung der Machtverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Legitimation von Gewalt durch den Erzähler zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie sich die moralische Bewertung von Gewalt im Laufe der Novelle verschiebt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine textnahe Novellenanalyse, ergänzt durch die Anwendung postkolonialer Theorieansätze (z.B. Homi Bhabha) und kulturwissenschaftlicher Diskursanalysen zum Thema Gewalt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Gewaltmotive der Hauptfiguren, der Rolle der Binnengeschichten und der kritischen Auseinandersetzung mit der eurozentrischen Sicht des Erzählers.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Gewaltlegitimation, Postkolonialismus, Rassenkonflikte im 19. Jahrhundert und literarische Differenzierung charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Gustav und Toni in Bezug auf Gewalt?

Gustav wird als Figur analysiert, die von einer anfänglichen moralischen Überlegenheit in eine blinde, rachegeleitete Gewalt abgleitet, während Toni durch ihre Identitätskonflikte und den Prozess der Grenzüberschreitung als dynamische Figur dargestellt wird.

Welche Bedeutung kommt der Figur des Herrn Strömli zu?

Herr Strömli wird als moralischer Gegenpol eingeführt, der durch sein Handeln auf Augenhöhe und den Verzicht auf unnötige Gewalt einen alternativen, positiven Ausweg innerhalb der Erzählung andeutet.

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Detalles

Título
Legitimität der Gewalt in "Die Verlobung in St. Domingo" von Heinrich von Kleist
Universidad
University of Tubingen
Calificación
1,3
Autor
Elena Denzler (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
24
No. de catálogo
V924176
ISBN (Ebook)
9783346261151
ISBN (Libro)
9783346261168
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kleist Verlobung von Santo Domingo Gewalt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elena Denzler (Autor), 2016, Legitimität der Gewalt in "Die Verlobung in St. Domingo" von Heinrich von Kleist, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924176
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