Politische Bildung ruft immer auch Pädagogen auf den Plan, die Jugendliche begleiten und fördern. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die politische Bildung als Profession bezeichnet werden kann und die Pädagogen professionell handeln.
Im Folgenden soll diesem Thema nachgegangen und die Frage beantwortet werden, ob professionelles Handeln die Anforderungen erfüllt, die an Jugendbildungsreferenten in der außerschulischen politischen Bildung gestellt werden. Hierfür wird zunächst erläutert, was eine Profession ausmacht. Dabei werden klassische Merkmale einer Profession beschrieben sowie die Antinomien der pädagogischen Professionalität und das professionelle Handeln erläutert. Anschließend wird die außerschulische politische Bildung näher definiert. Grundprinzipien und damit verbundene Herausforderungen werden benannt und erläutert und ihre Ziele erklärt.
Schließlich werden institutionelle und personelle Voraussetzungen für politische Jugendbildung beschrieben. Hier wird der Fokus auf Jugendbildungsstätten und -referenten sowie ihren Aufgaben liegen. Zum Abschluss werden die Merkmale von Professionen und professionellem Handeln und die Anforderungen, vor die Jugendbildungsreferenten gestellt werden, gegenübergestellt und es wird analysiert, inwieweit sich diese überschneiden. Dabei soll geklärt werden, ob politische Bildung zu Recht als Profession bezeichnet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Klassische Professionen, pädagogische Professionalität, professionelles Handeln
3 Außerschulische politische Bildung
3.1 Geschichte
3.2 Grundprinzipien
3.3 Ziele
3.4 Träger
3.5 Herausforderungen
3.6 Institutionelle und personelle Voraussetzungen
4 Außerschulische politische Jugendbildung als Profession
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die außerschulische politische Jugendbildung als Profession betrachtet werden kann, indem sie die Anforderungen an Jugendbildungsreferent*innen und deren professionelles Handeln analysiert.
- Merkmale klassischer Professionen im pädagogischen Kontext
- Geschichte und Grundprinzipien der politischen Jugendbildung
- Aufgaben und Kompetenzprofil von Jugendbildungsreferent*innen
- Herausforderungen in der außerschulischen Bildungsarbeit
- Professionalisierungsdebatte und strukturtheoretischer Ansatz
Auszug aus dem Buch
3.2 Grundprinzipien
Viele verschiedene Autor*innen haben sich Gedanken darüber gemacht, was außerschulische politische Jugendbildung ausmacht und was Grundprinzipien sein könnten, die die Arbeit charakterisieren. Ina Bielenberg orientiert sich bei ihren vier Grundprinzipien am Beutelsbacher Konsens. Sie geht von einer Freiwilligkeit auf Seiten der Teilnehmer*innen aus. Die Jugendlichen entscheiden also selbst, ob sie ein Angebot annehmen oder nicht und sind maßgeblich an der Bestimmung der Inhalte beteiligt. Hier knüpft auch das zweite Grundprinzip – Partizipation und Wertorientierung – an. Dieses meint, dass die Angebote offen gestaltet sein müssen und zum Mitmachen anregen sollen.
Dabei ist die Vermittlung von demokratischen Werten wie Toleranz, Solidarität und die Wahrung der Menschenrechte wichtig. Ebenfalls von Bedeutung ist die Orientierung an der Lebenswelt der Teilnehmer*innen, damit diese den Mehrwert der Veranstaltung verstehen und Bezüge zu ihrem eigenen Leben herstellen können. Abschließend sind Bildungsstätten als außerschulische Lernorte wichtig, da hier spezielle Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden können, in denen gelernt, gearbeitet aber auch gegessen, geschlafen und seine Freizeit verbracht werden kann (vgl. Bielenberg 2017, S. 166-167).
Im Gegensatz zu Bielenberg geht Benedikt Sturzenhecker davon aus, dass politische Bildung immer auch politisches Handeln ist. Vor allem im Bereich der Jugendarbeit. Dafür besteht er darauf, dass Jugendeinrichtungen demokratisch organisiert sein sollten, sodass die Besucher*innen die Möglichkeit haben, bei Entscheidungen mitzuwirken (vgl. Sturzenhecker 2013, S. 439). Zusammen mit Stephan Sting stellt er Regeln für eine „professionelle Bildungsassistenz“ (Sting, Sturzenhecker 2013, S. 384) auf.
Hierbei geht es zunächst einmal um das professionelle Beobachten einer Situation. In diesen Situationen sollen dann Anlässe gefunden werden, um Bildungsarbeit zu leisten. Interessante Themen sollen kommuniziert und medial aufbereitet werden und die Jugendlichen sollen die Möglichkeit bekommen, sich aktiv mit einzubringen. „Bildung muss [also, A.B.] um Partizipation ergänzt werden“ (Sting, Sturzenhecker 2013, S. 385).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert das gestiegene politische Interesse Jugendlicher und führt in die Fragestellung ein, ob die politische Jugendbildung als Profession gelten kann.
2 Klassische Professionen, pädagogische Professionalität, professionelles Handeln: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien klassischer Professionen und den strukturtheoretischen Ansatz in Bezug auf pädagogische Tätigkeiten.
3 Außerschulische politische Bildung: Hier werden Geschichte, Prinzipien, Ziele, Träger, Herausforderungen sowie institutionelle Voraussetzungen der politischen Jugendbildung detailliert dargestellt.
4 Außerschulische politische Jugendbildung als Profession: Das Kapitel vergleicht die Anforderungen an Jugendbildungsreferent*innen mit den Merkmalen einer Profession und bewertet den Professionalisierungsgrad.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die außerschulische politische Jugendbildung als Profession bezeichnet werden kann.
Schlüsselwörter
Politische Jugendbildung, Profession, Professionalität, Jugendbildungsreferent*innen, Partizipation, Beutelsbacher Konsens, pädagogisches Handeln, Sozialpädagogik, Bildungsstätten, Demokratiebildung, Handlungsantinomien, Professionalisierungsdebatte, Jugendhilfe, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Professionalisierung in der außerschulischen politischen Jugendbildung und untersucht, inwieweit pädagogisch Handelnde in diesem Feld den Anforderungen an eine Profession gerecht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition von Professionen, die theoretischen Ansätze der pädagogischen Professionalität, die Geschichte und Ziele der außerschulischen Bildungsarbeit sowie das Rollenprofil von Referent*innen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, ob politische Jugendbildung zu Recht als Profession bezeichnet werden kann, indem ein Vergleich mit klassischen Professionsmerkmalen und ein strukturtheoretischer Ansatz genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Monografien, Fachartikeln und Handbüchern zur Professionalisierungsdebatte sowie zum Arbeitsfeld der außerschulischen Jugendbildung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung professionellen pädagogischen Handelns, eine umfassende Bestandsaufnahme der politischen Jugendbildung und die anschließende Analyse des Berufsbildes der Jugendbildungsreferent*innen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Jugendbildung, Profession, Partizipation, Beutelsbacher Konsens und pädagogisches Handeln geprägt.
Wie definiert die Autorin/der Autor das professionelle Handeln in der Jugendbildung?
Professionelles Handeln wird primär als die Fähigkeit beschrieben, Handlungsparadoxien im pädagogischen Alltag auszubalancieren und Bildungsanlässe professionell zu erkennen und zu nutzen.
Welche Bedeutung kommt dem "Beutelsbacher Konsens" zu?
Er dient als essenzielle Grundlage für Grundprinzipien wie das Überwältigungsverbot, das Kontroversitätsgebot und die Teilnehmendenorientierung, die das professionelle Selbstverständnis in diesem Feld maßgeblich prägen.
- Citar trabajo
- Areti-Kristin Bouras (Autor), 2018, Jugend und Politik. Erfüllt professionelles Handeln die Anforderungen an Jugendbildungsreferenten in der politischen Bildung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925728