Wie sich der Trend des steigenden Stresspegels einer Führungsperson auf seinen gezeigten Führungsstil auswirkt, wurde trotz der alarmierenden Schlagzeilen bis dato nicht hinreichend erforscht. Ziel dieser Studie ist es daher, diese Forschungslücke zu füllen und zu überprüfen, welchen Führungsstil der Full Range Leadership Theory gestresste Führungskräfte nutzen.
Die Ergebnisse sollen zukünftig dabei helfen Organisationen aufzuzeigen in welchem Maße sich das Stressempfinden der Führungskräfte schlussendlich auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Diese Erkenntnis soll Offenheit für Stresspräventionen und ähnliche Maßnahmen schaffen und die Führungskräfte damit entlasten.
Zu diesem Zweck werden im Theorieteil zunächst die zentralen Konstrukte der Studie vorgestellt. Darauf aufbauend werden, gestützt auf Theorie und Empirie, drei zu untersuchende Hypothesen hergeleitet. Im Anschluss daran wird das methodische Vorgehen beschrieben, indem die Vorgehensweise der Datenerhebung- und Auswertung erläutert wird. Anschließend folgt die Darlegung der Ergebnisse, welche daraufhin diskutiert und interpretiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Stress
2.2 Full Range Leadership Theory
2.2.1 Laissez-Faire
2.2.2 Transaktionale Führung
2.2.3 Transformationale Führung
2.3 Hypothesenherleitung
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Forschungsdesign
3.3 Messinstrumente
3.4 Auswertungsstrategie
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Überprüfung der Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Stärken, Limitationen und Konsequenzen für die zukünftige Forschung
5.3 Implikationen für die Praxis
5.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Stress auf das Führungsverhalten von Führungskräften innerhalb der Full Range Leadership Theory (FRLT), um zu klären, ob ein erhöhtes Stressempfinden zu einem Wechsel zu weniger effektiven oder passiven Führungsstilen führt.
- Analyse der Auswirkungen von Stress auf das Führungsverhalten
- Untersuchung der Full Range Leadership Theory (FRLT)
- Quantitative Befragung von Paaren aus Führungskraft und Mitarbeiter
- Erforschung von Zusammenhängen zwischen Stress und Führungsstilen
- Implikationen für betriebliches Gesundheitsmanagement und Führungskräfteentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.1 Stress
Der Ursprung des Begriffs Stress liegt in der Materialwissenschaft, in der er physikalische Kräfte bzw. Belastungen bezeichnet, die auf feste Körper einwirken und diese unter Umständen verformen. Erst im Jahr 1940 überträgt der Biochemiker Hans Selye den Begriff in die Medizin und zeigt durch seine Forschungsergebnisse, dass sich Belastungen auch auf Körper und Geist auswirken (Kaluza, 2012). Er definiert Stress daher als „unspezifische Reaktion des Körpers auf jede an ihn gestellte Anforderung.“ (Litzcke, & Schuh, 2013, S.6; Tache, & Seyle, 1985) und prägt damit das Verständnis von Stress bis heute.
Die externen Anforderungen bzw. Reize, mit denen der menschliche Körper konfrontiert wird, bezeichnet Selye als Stressoren. Diese treten in nahezu allen Lebensbereichen auf und stellen den Auslöser für Stress dar (Selye, 1976; Tache, & Seyle, 1985). Im beruflichen Kontext sind es vor allem psychische und soziale Stressoren wie Versagensängste, Zeitmangel und soziale Konflikte die dazu führen, dass Organisationsmitglieder gestresst sind und sich überfordert fühlen (Litzcke, & Schuh, 2013; Nelson, Basu, & Purdie, 1998). Dabei müssen die Wirkungen von Stressoren nicht zwangsläufig schlecht sein. Eine klar definierte Deadline kann bspw. als Herausforderung wahrgenommen werden und zu Höchstleistungen motivieren. Darüber hinaus führen derartige Challenge-Stressoren dazu, dass die betroffenen Personen über sich hinauswachsen und sich weiterentwickeln.
Entwickelt sich allerdings Dauerstress oder werden die Stressoren als Bedrohung wahrgenommen, führt dies zu Überforderung und folglich zu einer abnehmenden Performance der Betroffenen (Podsakoff, LePine, & LePine, 2005; Webster, Beehr, & Christiansen, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Stress als gesellschaftliches Phänomen und dessen spezifische Auswirkungen auf Führungskräfte, um daraus die Forschungsfrage zur Beeinflussung von Führungsstilen abzuleiten.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konstrukte Stress und die Full Range Leadership Theory (FRLT) und leitet basierend auf bestehender Theorie und Empirie die drei zu prüfenden Hypothesen her.
3 Methode: Der methodische Teil beschreibt die Stichprobengewinnung, das Forschungsdesign als quantitative Querschnittserhebung sowie die verwendeten Messinstrumente zur Datenerfassung.
4 Ergebnisse: Hier werden die durchgeführten statistischen Analysen, einschließlich deskriptiver Statistik und Hypothesentestung, präzise dargestellt.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch reflektiert, Implikationen für die praktische Anwendung im Unternehmen diskutiert und ein Fazit zur Forschungsfrage gezogen.
Schlüsselwörter
Stress, Führungsverhalten, Full Range Leadership Theory, FRLT, Laissez-Faire, transaktionale Führung, transformationale Führung, Mitarbeiterführung, Stressbewältigung, Coping, Führungskraft, organisationale Leistung, Arbeitszufriedenheit, Burnout, Führungseffektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen dem persönlichen Stressempfinden von Führungskräften und deren angewandten Führungsstilen im Rahmen der Full Range Leadership Theory.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind Stress am Arbeitsplatz, die verschiedenen Ausprägungen von Führung (Laissez-Faire, transaktional, transformational) und deren wechselseitige Beeinflussung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob gestresste Führungskräfte dazu tendieren, ihren Führungsstil in Richtung passiverer oder ineffektiverer Verhaltensweisen zu verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign gewählt, bei dem Paare aus Führungskräften und deren direkt unterstellten Mitarbeitern mittels Online-Fragebögen befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung der Variablen, die Herleitung von Hypothesen, die Beschreibung der methodischen Durchführung, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie deren Interpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Stress, FRLT, Laissez-Faire, transaktionale Führung, transformationale Führung und Führungseffektivität.
Führt Stress bei Führungskräften zwangsläufig zu einem schlechteren Führungsstil?
Die Arbeit belegt, dass ein hohes Stressempfinden positiv mit Laissez-Faire-Führung korreliert und negativ mit transaktionalen sowie transformationalen Verhaltensweisen, was auf eine Tendenz zu ineffektiverem Verhalten unter Stress hindeutet.
Welche Rolle spielt das Geschlecht der Führungskraft laut den Studienergebnissen?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass männliche Führungskräfte unter Stress stärker als weibliche Kollegen dazu neigen, Laissez-Faire zu führen und weniger transaktionale oder transformationale Stile anzuwenden.
- Citar trabajo
- Elena Wotschel (Autor), 2015, Welchen Führungsstil der Full Range Leadership Theory nutzen gestresste Führungskräfte?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937532