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Das Lehrbeanstandungsverfahren in der evangelischen Kirche

Titel: Das Lehrbeanstandungsverfahren in der evangelischen Kirche

Seminararbeit , 2008 , 29 Seiten , Note: 8,0 Punkte

Autor:in: Stefan Kountouris (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Evangelische Pfarrer und Pfarrerinnen glauben. Manche glauben aber nicht mehr das, was im Evangelium geschrieben ist und predigen andere Inhalte. Dann werden sie von Ihrer Landeskirche zur Raison gerufen. Wenn sie dann immer noch etwas deutlich anderes predigen, wird gegen sie ein Verfahren eingeleitet, das den Ausschluss des Pfarrers aus der ev. Kirche zum Thema hat. Und ein solches Verfahren nennt man Lehrbeanstandungsverfahren.

Darüber hat dr Autor an der Uni Halle-Wittenberg eine Seminararbeit geschrieben. Wittenberg? Da hat doch Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirche angeschlagen. Genau. Und schon wurde er als Ketzer beschimpft. Ketzerei nennt man in der griechischen Sprache ‚Häresie’ [gr. Αίρεση]. Und Häresie war das Thema des Seminars für das Lehrbeanstandungsverfahren.

Leseprobe


Gliederung

A Einleitung

B Entstehung der Lehrbeanstandungsverfahren

I Historischer Überblick

II Abgrenzung zum Disziplinarverfahren

1. Unterscheidung zwischen geistlichem und rechtlichem Verfahren

2. Besondere Nähe zu Bekenntnisfragen

3. Abgrenzung nach Holstein

4. Frage des Schuldvorwurfs

5. Stellungnahme

III Abgrenzung zur Versetzung

IV Definition der Lehrbeanstandung

C Praktische Anwendung einzelner Lehrbeanstandungsverfahren

I Preußisches IrrlehreG

II Lehrverfahren anderer Landeskirchen

1. Die Lehrbeanstandungsordnung der Württembergischen Landeskirche

a) Der Fall Richard Baumann

aa) Sachverhalt

bb) Rechtliche Situation

b) Der Fall Jutta Voss

aa) Sachverhalt

bb) Rechtliche Situation

c) Heutige Rechtsfolgenregelung der Lehrbeanstandung

2. Lehrbeanstandungen in der VELKD

a) Der Fall Paul Schulz

aa) Sachverhalt

bb) Rechtliche Situation

b) Heutige gesetzliche Regelungen in der VELKD hinsichtlich eines Lehrverfahrens

aa) Gesetzliche Regelungen

bb) Verfahrensablauf

cc) Rechtsfolgen

3. Die Lehrbeanstandungsordnung der Union Evangelischer Kirchen

D Probleme eines Lehrbeanstandungsverfahrens

I Innerkirchliche Rechtsprobleme

1. Ordination

2. Theologisches Lehrgespräch

3. Verfahren vor dem Spruchkollegium

a) Maßstab der Tatbestandsverletzung

b) Die Feststellungsentscheidung des Spruchkollegiums

4. Verhältnis zwischen der Lehrbindung und der Lehrfreiheit

II Außerkirchliche Rechtsprobleme

1. Verfassungswidrigkeit hinsichtlich der Zusammensetzung des Spruchkollegiums

2. Verfassungsbeschwerde gegen die Entscheidung des Spruchkollegiums

3. Rechtliche Beurteilung der Rechtsfolgen der Feststellungsentscheidung durch das Spruchkollegium

4. Anwendbarkeit des Lehrbeanstandungsverfahrens auf evangelische Hochschultheologen

E Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Lehrbeanstandungsverfahren in der evangelischen Kirche, untersucht dessen historische Entwicklung, die Abgrenzung zu anderen kirchenrechtlichen Verfahren sowie die praktische Anwendung anhand prominenter Fallbeispiele und beleuchtet die damit verbundenen inner- und außerkirchlichen Rechtsprobleme.

  • Historische Herleitung und Loslösung vom Disziplinarrecht.
  • Struktur und Ablauf des modernen Lehrbeanstandungsverfahrens.
  • Analyse praktischer Fälle (u.a. Baumann, Voss, Schulz).
  • Spannungsfeld zwischen Lehrbindung und Lehrfreiheit.
  • Verfassungsrechtliche Aspekte kircheninterner Verfahrensentscheidungen.

Auszug aus dem Buch

1. Unterscheidung zwischen geistlichem und rechtlichem Verfahren

Das Lehrbeanstandungsverfahren als geistliches Verfahren und das Disziplinarverfahren als rechtliches zu bezeichnen, um auf diese Weise eine vermeintlich eindeutige Unterscheidung herbeizuführen, ist unvollständig und untauglich zugleich. Begrifflich ist mit „geistlich“ gemeint, dass rechtliche Gesichtspunkte im Lehrbeanstandungsverfahren unerheblich sind, im Umkehrschluss entsteht der Eindruck, dass das Disziplinarverfahren rein rechtlich und damit „ungeistlich“ ist. Beiden Ansichten kann hier nicht gefolgt werden. Der kirchliche Teil des Lehrbeanstandungsverfahrens stellt eine rechtliche Reaktion der Kirche auf die Verletzung von Rechtspflichten ihrer Amtsträger. Diese Rechtspflicht ist die mit der Ordination eingegangene Lehrverpflichtung, bei deren Verletzung die Regelungen der jeweiligen Lehrbeanstandungsordnung greifen. Weiter bestehen Lehrbeanstandungsverfahren nicht nur aus dem Ablauf theologischer Lehrgespräche. Vielmehr trifft das Spruchkollegium kirchenrechtliche Entscheidungen mit weit reichenden Rechtsfolgen für den Amtsträger.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Pfarrdienstes als auf Lebenszeit geordneten Dienst ein und erläutert die Notwendigkeit von Lehrordnungen zum Schutz der Gemeinde vor Irrlehren.

B Entstehung der Lehrbeanstandungsverfahren: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung, bei der Lehrbeanstandungen vom kirchlichen Disziplinarrecht gelöst und in ein eigenständiges Verfahren überführt wurden.

C Praktische Anwendung einzelner Lehrbeanstandungsverfahren: Hier werden anhand konkreter Beispiele wie der Fälle Richard Baumann, Jutta Voss und Paul Schulz die Anwendung und die rechtlichen Rahmenbedingungen verschiedener landeskirchlicher Lehrordnungen dargestellt.

D Probleme eines Lehrbeanstandungsverfahrens: Dieses Kapitel analysiert die komplexen innerkirchlichen Rechtsprobleme, wie das Verhältnis von Lehrbindung und Lehrfreiheit, sowie außerkirchliche Fragestellungen zur verfassungsrechtlichen Nachprüfbarkeit.

E Zusammenfassung: Die Zusammenfassung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, insbesondere die Funktion des Lehrbeanstandungsverfahrens als Feststellungsverfahren bei Lehrdissens.

Schlüsselwörter

Lehrbeanstandungsverfahren, evangelische Kirche, Lehrzucht, Disziplinarverfahren, Lehrfreiheit, Lehrbindung, Bekenntnisgrundlagen, Spruchkollegium, Ordination, Kirchenrecht, Amtsenthebung, Feststellungsverfahren, Glaubensentscheidung, Lehrkonflikt, Irrlehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen und theologischen Strukturen des Lehrbeanstandungsverfahrens in der evangelischen Kirche in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die historische Genese der Verfahren, deren Abgrenzung zum allgemeinen Disziplinarrecht sowie die Prüfung der Spannungsfelder zwischen kirchlicher Lehrbindung und individueller Lehrfreiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Wesen des Lehrbeanstandungsverfahrens als ein von strafrechtlichen Aspekten gelöstes Feststellungsverfahren aufzuzeigen und die kirchenrechtliche Praxis sowie deren Problematik zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die kirchenrechtliche Vorschriften, Verfassungsbestimmungen und theologische Gutachten untersucht sowie Fallbeispiele kirchengeschichtlicher Lehrkonflikte bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die Definition der Lehrbeanstandung, die Anwendung in spezifischen Landeskirchen (VELKD, Württemberg, EKU/UEK) sowie die rechtlichen Problemstellungen bei der Verfahrensdurchführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lehrbeanstandungsverfahren, Kirchenrecht, Lehrfreiheit, Spruchkollegium, Ordination und Bekenntnisgrundlagen.

Welche Rolle spielt das Spruchkollegium?

Das Spruchkollegium fungiert als Organ, das im Rahmen des Feststellungsverfahrens entscheidet, ob eine Lehrauffassung mit den Bekenntnisgrundlagen der Kirche vereinbar ist oder ob ein Lehrdissens vorliegt.

Warum wird das Lehrbeanstandungsverfahren nicht als Disziplinarverfahren betrachtet?

Da es nicht um die Bestrafung für ein schuldhaftes Fehlverhalten im Sinne des staatlichen Beamtenrechts geht, sondern um die Feststellung der Eignung für den kirchlichen Dienst unter Wahrung des Bekenntnisses.

Sind die Ergebnisse auf Hochschultheologen anwendbar?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Lehrordnungen aufgrund der fehlenden kirchlichen Direktionsgewalt gegenüber Hochschullehrern primär auf ordinierte Pfarrer im kirchlichen Dienst anwendbar sind.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Lehrbeanstandungsverfahren in der evangelischen Kirche
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Häresie in theologischer und rechtlicher Perspektive
Note
8,0 Punkte
Autor
Stefan Kountouris (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
29
Katalognummer
V93854
ISBN (eBook)
9783638070775
ISBN (Buch)
9783640130818
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lehrbeanstandungsverfahren Kirche Häresie Perspektive
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Kountouris (Autor:in), 2008, Das Lehrbeanstandungsverfahren in der evangelischen Kirche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93854
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Leseprobe aus  29  Seiten
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