Die Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen


Seminararbeit, 2018

31 Seiten, Note: 15 Punkte

Franz Wilhelm (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

A. Einleitung

B. Grundlagen der Entlastung in der Aktiengesellschaft
I. Allgemeines
II. Inhalt der Entlastung
1. Zufriedenheit mit der unternehmerischen Leistung der Gesellschaftsorgane
2. Vertrauensausspruch für die Zukunft
3. Rechtmäßigkeitskontrolle des Verwaltungshandelns
III. Funktion der Entlastung
IV. Das Entlastungsverfahren
1. Allgemeines
2. Gesamtentlastung
3. Einzelentlastung
V. Bedeutung der Entlastung
1. Rechtliche Bedeutung der Entlastung
a) Rechtsfolgen der Entlastung
b) Mittelbar statusrechtliche Folgen
2. Rechtsnatur der Entlastung

C. Anfechtung des Entlastungsbeschlusses
I. Allgemeines zur Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen
1. Anfechtbarkeit nach §§ 119 ff., 123 I BGB
2. Anfechtbarkeit nach §§ 243 ff. AktG
II. Mängel des Entlastungsbeschlusses
1. Inhaltliche Mängel des Entlastungsbeschlusses
a) Streitstand zur inhaltlichen Überprüfbarkeit des Entlastungsbeschlusses hinsichtlich dessen Satzungs- und Rechtmäßigkeit
aa) Auffassung des Bundesgerichtshofs
(1) „Macrotron“-Entscheidung
(2) Urteilsanalyse
(3) Stellungnahme
i. Beeinträchtigung von Minderheitsinteressen
ii. Gesellschaftszweck und Unternehmensinteresse
iii. Schadenspotential
(4) Zwischenergebnis
bb) Kritische Ansichten in der Literatur
(1) Modifizierende Ansicht
(2) Ablehnende Stimmen
i. Inhalt des Entlastungsbeschlusses
ii. Argumente gegen Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns als Entlastungsvoraussetzung
b) Eigene Auffassung
(1) Rechtmäßigkeitskontrolle als Inhalt der Entlastung
(2) Tatbestandsmerkmal „schwerwiegende Verstöße“
(3) Sonderproblem: nützliche Pflichtverletzung
c) Zwischenergebnis
2. Formelle Mängel des Entlastungsbeschlusses
a) Informationsmängel
aa) Verstoß gegen das Auskunftsrecht, § 131 AktG
(1) Allgemeines
(2) Erforderlichkeit der verlangten Auskunft
(3) Relevanz und Wesentlichkeit i.S. des § 243 IV 1 AktG
bb) Mängel bei der Rechenschaftsablegung
(1) Korrekte Rechenschaftsablegung als Entlastungsvoraussetzung
(2) Relevanz und Wesentlichkeit i.S. des § 243 IV 1 AktG
b) Verfahrensfehler bei der Beschlussfassung
aa) Relevanzkriterium bzgl. Anfechtbarkeit
bb) Gesamtentlastung statt Einzelentlastung
cc) Verstoß gegen das Stimmverbot, § 136 I 1 AktG
(1) Allgemeines
(2) Anfechtbarkeit
dd) Globalentlastung
3. Unrichtige Erklärung zum Corporate Governance Kodex
a) Streitstand: Inhalts- oder Informationsmangel?
b) Stellungnahme

D. Schluss

Abkürzungsverzeichnis

aA andere Ansicht

aF alte Fassung

AG Aktiengesellschaft

AGO Allgemeine Geschäftsordnung

AktG Aktiengesetz vom 06.09.1965 (BGBl. I S.1089) FNA 4121-1

ARUG Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie vom 30.7.2009 (BGBl. I S. 2479)

Aufl. Auflage

BB Der Betriebs-Berater (Zeitschrift)

BegrRegE Begründung des Regierungsentwurfs

BGB Bürgerliches Gesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 02.01.2002 (BGBl. I S. 42, 2909; 2003 I S. 738)

BGH Bundesgerichtshof

BGHZ Entscheidungen des Bundesgerichtshofes in Zivilsachen

BT-Drucks Bundestags-Drucksache

bzw. beziehungsweise

f. folgende

ff. fortfolgende

ggf. gegebenenfalls

gem. gemäß

GK Großkommentar

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

HdB Handbuch

HGB Handelsgesetzbuch vom 10.05.1897 (BGBl. III/FNA 4100-1)

h.M. herrschende Meinung

hrsg. herausgegeben

i.S. im Sinne

i.V.m. in Verbindung mit

jew. jeweils

KG Kammergericht

krit. kritisch

MAH Münchner Anwalts Handbuch

mwN mit weiteren Nennungen

NJW Neue Juristische Wochenschrift

NJW-RR NJW Rechtsprechungs-Report Zivilrecht

NZG Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht

OLG Oberlandesgericht

Rn. Randnummer

S. Seite

stellvertr. stellvertretend

unstr. unstreitig

Urt. Urteil

v. vom

vertief. vertiefend

vgl. vergleiche

WM Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht

z.B. zum Beispiel

ZGR Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht

Literaturverzeichnis

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Zimmermann, Anja Christina: Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Aktiengesellschaft, Hamburg 2008 (zitiert: Zimmermann, Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat)

A. Einleitung

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen im Aktienrecht. Es geht im Wesentlichen darum, unter welchen Voraussetzungen die Entlastungserteilung durch die Hauptversammlungsmehrheit aufgrund von Beschlussmängeln beseitigt werden kann.

Um die Möglichkeit der Anfechtung klären zu können, werden zunächst einige unabdingbare Grundlagen der Entlastung (§ 120 AktG1 ) aufgezeigt. Anschließend werden die Ansichten der Rechtsprechung und der Literatur zur Anfechtbarkeit des Entlastungsbeschlusses näher untersucht, um abschließend eigene Erwägungen anzustellen.

B. Grundlagen der Entlastung in der Aktiengesellschaft

I. Allgemeines

Die Entlastung nach § 120 I stellt die einzige gesetzlich vorgesehene Möglichkeit für die Aktionäre dar, sich zur Tätigkeit von Vorstand und Aufsichtsrat der AG (Verwaltung) zu äußern.2 Auf der Hauptversammlung haben sie deshalb einmal jährlich die Gelegenheit, eine Gesamtwürdigung des Führungsstils der Gesellschaftsorgane vorzunehmen und entweder ihre Zustimmung durch Erteilung der Entlastung auszudrücken oder ihre Unzufriedenheit kundzutun.3

II. Inhalt der Entlastung

Das Gesetz bleibt zum genauen Gegenstand der Entlastung vage. § 120 II spricht lediglich von Billigung der „ Verwaltung der Gesellschaft durch die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats “. Literatur und Rechtsprechung sind sich jedoch dahingehend einig, dass die Entlastung Ausdruck der Zufriedenheit mit der unternehmerischen Leistung der Gesellschaftsverwaltung im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie ein Vertrauensausspruch für die Zukunft ist (im Folgenden 1. und 2.).4 Inwiefern die Entlastung eine Rechtmäßigkeitskontrolle der Verwaltungstätigkeit enthält, ist umstritten (im Folgenden 3.). Die Entlastung ist jedenfalls als Pauschalbilligung aller bekannter und unbekannter Geschäftsvorgänge in der gesamte Entlastungperiode anzusehen.5

1. Zufriedenheit mit der unternehmerischen Leistung der Gesellschaftsorgane

Im Zuge der Beurteilung der unternehmerischen Leistung der Gesellschaftsverwaltung entscheiden die Aktionäre, ob die Organe ihre Entscheidungen zweckmäßig getroffen und bei der Gesellschaftsführung „ eine glückliche Hand bewiesen “ haben.6 Als Grundlage dienen die bei Rechnungslegung und aufgrund von Berichts- und Informationspflichten zur Verfügung gestellten Informationen.7 Hinsichtlich dieser Beurteilung ist die Hauptversammlung in ihrer Entscheidung frei (keine Ermessensbindung),8 mithin ist dieser Teil der Entlastung nicht justiziabel.

2. Vertrauensausspruch für die Zukunft

Allgemein anerkannt ist, dass die Entlastung einen Vertrauensausspruch für die Zukunft enthält.9 Die Aktionäre erklären durch die Entlastung, dass sie auch weiterhin auf eine Führung der Gesellschaft in ihrem Interesse durch die Verwaltungsmitglieder vertrauen und schaffen dadurch eine Grundlage für die Zusammenarbeit.10

3. Rechtmäßigkeitskontrolle des Verwaltungshandelns

Umstritten ist dagegen, ob die Entlastung nur bei rechtmäßigem Verwaltungshandeln erteilt werden darf und ob eine Rechtmäßigkeitskontrolle durch die Hauptversammlung nötig ist.11

Nimmt man eine Kontrollaufgabe der Hauptversammlung an, wäre ihr Ermessen hinsichtlich der Entlastungserteilung in diesem Punkt an die herrschende Gesetzeslage gebunden und gerichtlich überprüfbar. Eine genaue Aufarbeitung dieses Streits erfolgt im Zuge der Untersuchung eines möglichen Inhaltsmangels des Entlastungsbeschlusses.12

III. Funktion der Entlastung

Die Entlastung ist gewissermaßen als Billigung des Verwaltungshandelns am Ende des Geschäftsbesorgungsverhältnisses zu sehen13 und dient zur Kontrolle der Fremdverwaltung.14 Eine Kontrolle ist nötig, da die Aktionäre an der Gesellschaftsleitung meist nicht unmittelbar beteiligt sind, mit dem zur Verfügung gestellten Kapital jedoch das Risiko des Unternehmens mittragen.15

IV. Das Entlastungsverfahren

1. Allgemeines

Der Entlastungsbeschluss wird durch Annahme eines auf Entlastung des jeweiligen Organs gerichteten Hauptversammlungsbeschlussantrages mit einfacher Stimmenmehrheit (§ 133 I) gefasst.16 Aktionäre, die Organmitglied sind, sind von der Abstimmung über die Entlastung des Organs dem sie angehören, ausgeschlossen (§ 136 I).17

Über die Entlastung ist in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres abzustimmen (§ 120 I 1), dies geschieht regelmäßig im Zuge der ordentlichen Hauptversammlung.18

2. Gesamtentlastung

Im Umkehrschluss aus § 120 I 2 ergibt sich, dass die Gesamtentlastung der Regelfall ist.19 Dabei wird über die Entlastung aller Mitglieder eines Organs in einer Abstimmung entschieden.20 Die gemeinsame Entlastung von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern zusammen (Globalentlastung) ist unzulässig und anfechtungsbegründend.21

3. Einzelentlastung

Eine personenbezogene Abstimmung über die Entlastung von einzelnen Organmitglieder hat zu erfolgen, wenn die Hauptversammlung dies mit einfacher Mehrheit beschließt, eine qualifizierte Minderheit (10 % vom Grundkapital oder anteiligen Betrag von einer Million Euro) es verlangt oder der Versammlungsleiter es anordnet22 (§ 120 I 2).23 Dies kommt in Betracht, wenn das Verhalten einzelner Organmitglieder Grund zur Beanstandung gibt.

V. Bedeutung der Entlastung

1. Rechtliche Bedeutung der Entlastung

a) Rechtsfolgen der Entlastung

Die Entlastung hat keine unmittelbaren Rechtsfolgen, insbesondere hat sie im Aktienrecht gem. § 120 II 2 ausdrücklich keine Präklusionswirkung (anders bei der GmbH). Durch die Entlastung der Gesellschaftsverwaltung gehen mithin keine Schadensersatzansprüche gegen die Organmitglieder verloren.24

b) Mittelbar statusrechtliche Folgen

Die Hauptversammlung schafft durch die Entlastung einen Vertrauenstatbestand, sodass ein Vertrauensentzug gegenüber dem Vorstand i.S. von § 84 III 2 Var. 3 nicht auf einen von der Entlastung umfassten Umstand gestützt werden kann (venire contra factum proprium, § 242 BGB).25 Dies gilt jedoch nicht für den Widerruf der Bestellung i.S. von § 84 III 1, da die Entlastung eine dem widerrufenden Aufsichtsrat nicht zurechenbare Erklärung der Hauptversammlung ist.26

Keinen hemmenden Vertrauenstatbestand begründet die Entlastung des Aufsichtsrates, da die Abberufung der Aktionärsvertreter grundlos möglich ist und im freien Ermessen der Hauptversammlung steht (§ 103 I 1).27

2. Rechtsnatur der Entlastung

Die aktienrechtliche Entlastung wird heute mangels Präklusionswirkung allgemein als aktienrechtliches Institut sui generis angesehen.28

C. Anfechtung des Entlastungsbeschlusses

I. Allgemeines zur Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen

1. Anfechtbarkeit nach §§ 119 ff., 123 I BGB

Eine Anfechtung nach den Vorschriften des BGB ist ausgeschlossen, da der Aktionär keinen selbstständigen Einzelwillen hat, sondern ausschließlich Mitträger eines einheitlichen Gesamtwillens ist.29

Für eine parallele Anwendung der Vorschriften des BGB, neben den aktienrechtlichen Vorschriften, besteht auch kein Bedarf.30 Zudem kongruiert eine solche Anfechtung konzeptionell nicht, da die Entlastung mangels unmittelbarer Rechtsfolge keinen rechtsgeschäftlichen Charakter hat,31 sondern ein spezifisch gesellschaftsrechtliches Institut ist.32

2. Anfechtbarkeit nach §§ 243 ff. AktG

Der Entlastungsbeschluss ist qua seiner Rechtsnatur nach den §§ 243 ff. anfechtbar. Es bedarf dafür der typischen Voraussetzungen einer aktienrechtlichen Anfechtungsklage, die hier nur kurz genannt werden33 – auf die entlastungsspezifischen Anfechtungsgründe wird näher eingegangen (unter C. II.).

Eine aktienrechtliche Anfechtungsklage muss innerhalb eines Monats nach der Fassung des anzufechtenden Hauptversammlungsbeschlusses am Landgericht, in dessen Bezirk die Gesellschaft ihren Sitz hat, erhoben werden (§ 246 I, III 1). Die Klage ist dabei gegen die Gesellschaft selbst zu richten, welche durch Vorstand und Aufsichtsrat vertreten wird (§ 246 II 2). Anfechtungsbefugt ist jeder Aktionär nach den Maßgaben des § 245 Nr. 1, Nr. 2.34

Damit die Klage begründet ist, muss der Beschluss mangelhaft sein.35 Bei Erfolg der Klage wird der Entlastungsbeschluss für nichtig erklärt (§ 248) und die Verwaltung ist nicht entlastet worden.36 Eine erneute Beschlussfassung ist nicht erforderlich, jedoch möglich.37

II. Mängel des Entlastungsbeschlusses

Dem Entlastungsbeschluss können verschiedene Mängel anhaften, welche zur Anfechtbarkeit (§ 243 ff.) führen können. Neben den allgemeinen Nichtigkeits- und Anfechtungsgründen, die für alle Hauptversammlungsbeschlüsse gelten, kommen entlastungsspezifische in Betracht. Letztere werden im Folgenden genauer untersucht. Unterschieden wird zwischen inhaltlichen und formellen Beschlussmängeln.

1. Inhaltliche Mängel des Entlastungsbeschlusses

Ob der Entlastungsbeschluss inhaltlich mangelhaft sein kann, ist stark umstritten. Kernstreitpunkt ist dabei, ob die Entlastungsentscheidung im freien Ermessen der Hauptversammlung steht oder ob diese einer objektiven Inhaltskontrolle zugänglich ist.38 Dies ist maßgeblich davon abhängig, aus welchen Teilen sich die Entlastung zusammensetzt.

Ein Teil der Literatur sieht in der Entlastung lediglich die Bewertung der unternehmerischen Zweckmäßigkeit des Verwaltungshandelns und einen Vertrauensausspruch für die Zukunft,39 während eine andere Ansicht sowie die Rechtsprechung darin zusätzlich eine Beurteilung der Recht- und Satzungsmäßigkeit der Verwaltungstätigkeit sehen.40

Die Beurteilung der Zweckmäßigkeit der Unternehmensführung sowie der Vertrauensausspruch stehen nach zutreffender allgemeiner Auffassung im freien Ermessen der Verwaltung und können daher nicht objektiv „falsch“ bzw. mangelhaft sein.41

Anders verhält es sich mit dem Bewertungskriterium der Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns. Nimmt man dieses als Teil der Entlastung an, wäre das Ermessen der Hauptversammlung bzgl. dieser Komponente (an die geltende Rechtsordnung bzw. Satzung) gebunden und die Entscheidung könnte ermessensfehlerhaft, mithin inhaltlich mangelhaft sein.

Demnach lässt nur die Ansicht der Rechtsprechung eine inhaltliche Kontrolle des Entlastungsbeschlusses zu.

Im Folgenden werden die verschiedenen Ansätze analysiert und anschließend eigene Überlegungen angestellt.

a) Streitstand zur inhaltlichen Überprüfbarkeit des Entlastungsbeschlusses hinsichtlich dessen Satzungs- und Rechtmäßigkeit

aa) Auffassung des Bundesgerichtshofs

(1) „Macrotron“-Entscheidung

Der BGH hat im „ Macrotron “-Urteil42 entschieden, dass eine Anfechtung des Entlastungbeschlusses möglich ist, wenn Gegenstand der Entlastung ein Verhalten ist, das einen „eindeutig schwerwiegenden Gesetzes- oder Satzungsverstoß“ darstellt.43

Der BGH begründet dies damit, dass der Entlastungsbeschluss, gleich jedem anderen Hauptversammlungsbeschluss, anfechtbar sei (§ 243 ff.) und dieses System durch die fehlende Präklusionswirkung der Entlastung (§ 120 II 2) nicht durchbrochen würde.44 Weiterhin wäre es sonst einer zur Billigung rechtswidrigen Verhaltens bereiten Mehrheit möglich, eine rechtstreue Minderheit zu überstimmen, was widersprüchlich zur Regelung des § 243 I und zur Treuepflicht unter den Aktionären sein soll.45

(2) Urteilsanalyse

Vorweg ist klarzustellen, dass die zu untersuchende „Handlung“, welche zur Anfechtbarkeit des Entlastungsbeschlusses wegen Inhaltsmangels führen könnte, die Entlastungserteilung der Hauptversammlung ist – nicht die (schwerwiegende) Pflichtverletzung der Verwaltungsorgane.

Der festgestellte Widerspruch einer Entlastungserteilung an eine pflichtvergessene Verwaltung zu § 243 I lässt nur den Schluss zu, dass der BGH die Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns als Entlastungsvoraussetzung ansieht. Ansonsten wäre eine solche Entlastungserteilung kein Gesetzesverstoß i.S. des § 243 I.

Zutreffend wird festgestellt, dass ein Verstoß gegen die Treuepflicht, gleich einem gesetzes- bzw. satzungswidrigem Beschluss, anfechtbar ist (§ 243 I).46 Ob ein solcher durch die Entlastung einer pflichtvergessenen Verwaltung stets gegeben ist, wird vom BGH nicht erläutert und daher im Folgenden genauer untersucht.

Daraus ergibt sich, dass nach Ansicht des BGH nur eine Verwaltungstätigkeit innerhalb der gesetzlichen und satzungsgemäßen Grenzen Gegenstand eines anfechtungsresistenten Entlastungsbeschlusses sein kann.

(3) Stellungnahme

Der BGH begründet in der „Macrotron“ -Entscheidung die Anfechtbarkeit des Entlastungsbeschlusses mit einer Treuepflichtverletzung der Hauptversammlung bei der Beschlussfassung.47 Es bedarf daher der näheren Untersuchung des Grundsatzes der Treuepflicht und seiner Anwendbarkeit bzw. Auswirkungen auf den Entlastungsbeschluss.

Grundsätzlich gilt im Kapitalgesellschaftsrecht das Mehrheitsprinzip,48 welches jedoch aufgrund von Stimmbindung durch die Treuepflicht eingeschränkt werden kann.49 In diesem Fall ist das Ermessen bei der Stimmabgabe zum Schutze der Minderheitsinteressen eingeschränkt und der Gesellschafter verpflichtet, bei Ausübung seiner eigenen Rechte auf Belange der Gesellschaft und der Mitgesellschafter Rücksicht zu nehmen.50

Ob die Treuepflicht die Entscheidung bzgl. der Entlastung beeinflusst, muss anhand einer Abwägung der betroffenen Interessen ermittelt werden.

i. Beeinträchtigung von Minderheitsinteressen

Eine Einschränkung des Stimmrechts kommt nur bei Gefährdung von Minderheitsinteressen durch die Beschlussfassung in Betracht.51 Dies ist durch Entlastung einer pflichtvergessenen Verwaltung nicht pauschal der Fall.52 Vielmehr scheint eine Interessensbeeinträchtigung mangels unmittelbarer Rechtsfolgen zunächst ausgeschlossen.53

Minderheitsaktionäre verfolgen mit ihrer Beteiligung regelmäßig kommerzielle Zwecke, sodass eine Beeinträchtigung ihrer Interessen vor allem durch einen Wertverlust ihrer Anteile sowie durch eine negative Korrektur der Dividende in Betracht kommt.54

Durch die Entlastung einer bekanntermaßen pflichtwidrig handelnden Verwaltung besteht die Möglichkeit, dass die Kapitalmärkte darauf negativ reagieren. Z.B. könnten Investoren aus Angst vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft ihre Anteile abstoßen, was einen Kurssturz (bei der börsennotierten AG) auslösen könnte und mithin die Entwertung der Anteile der Minderheitsgesellschafter zu Folge haben könnte.55

Weiterhin scheint möglich, dass aktuelle Vertragspartner des Unternehmens sich zurückziehen bzw. neue von einer Geschäftsbeziehung absehen, weil sie die Vertrauenswürdigkeit anzweifeln oder mit „Rechtsbrechern“ nichts zu tun haben wollen. Dies könnte die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen beeinträchtigen sowie die Gewinne der Gesellschaft in kommenden Geschäftsjahren schmälern, was wiederum negative Auswirkungen auf die Dividendenauszahlungen an die Aktionäre haben kann.56

Die Minderheitsgesellschafter haben daher aufgrund der unvorhersehbaren Auswirkungen und trotz der geringen rechtlichen Bedeutung der Entlastung, grundsätzlich ein begründetes Interesse daran, dass nur eine rechtmäßig handelnde Verwaltung entastet wird.

ii. Gesellschaftszweck und Unternehmensinteresse

Aus der Treuepflicht zur Gesellschaft ergibt sich weiterhin die Bindung der Hauptversammlung an den Gesellschaftszweck und das Unternehmensinteresse.57 Diese sind bei der Aktiengesellschaft regelmäßig kommerzieller Natur (Gewinnerzielung),58 was die Hauptversammlung bei der Entlastungsentscheidung berücksichtigen muss. Für die Entlastung pflichtwidriger Verwaltungstätigkeit, die zu Vermögensschäden für die Gesellschaft führte, bedarf es mithin gewichtiger Gründe.59 Eine Entlastung als reiner „Gnadenakt gegenüber den pflichtwidrig handelnden Organen“ würde gegen die Treuepflicht zur Gesellschaft verstoßen und wäre anfechtbar.60

Die allgemeine wirtschaftliche Situation der Gesellschaft ist ebenfalls zu berücksichtigen - in einer prosperierenden Phase ist das Ermessen bzgl. der Entlastung der Verwaltung deutlich freier als in einer Krise.

iii. Schadenspotential

Das Schadenspotential durch eine Entlastung einer pflichtvergessenen Verwaltung ist ebenfalls zu berücksichtigen, welches sich aus der Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts sowie dessen Art und Höhe zusammensetzt.61

Mangels unmittelbarer Rechtsfolgen sind keine direkten Schäden durch die Entlastung möglich, jedoch sind die oben genannten Reaktionen des Kapitalmarktes sowie die möglichen Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Situation im konkreten Fall zu bewerten. Die Erteilung der Entlastung trotz hohen Schadenspotentials kann treurechtswidrig sein.

[...]


1 Paragrafen ohne Gesetzesangabe bezeichnen Normen des AktG.

2 Vgl. Raiser/Veil, Recht der Kapitalgesellschaften, § 16 Rn. 4.

3 Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 1; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 1; Raiser/Veil, Recht der Kapitalgesellschaften, § 16 Rn. 4; Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 1.

4 Vgl. stellvertr. RG, Urt. v. 23.10.1940 - II 24/40, DR 1941, 506, 508; BGH, Urt. v. 20.05.1985 - II ZR 165/84, NJW 1986, 129 f. (zur GmbH); GK/ Mülbert AktG § 120 Rn. 35; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 2.

5 H.M. GK/ Mülbert AktG § 120 Rn. 100 ff.; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 22; Schmidt/Lutter/ Spindler AktG § 120 Rn. 40; Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 7 aA OLG Frankfurt, Urt. v. 16.05.2006 - 5 U 109/04; Litzenberger, NZG 2010, 854, 856.

6 BGH, Urt. v. 20.05.1985 - II ZR 165/84, NJW 1986, 129, 130 (Dornier) (zur GmbH); GK/ Mülbert AktG § 120 Rn. 35; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 11.

7 Siehe unter: C. II. 2. a) aa) (3).

8 OLG Hamm Urt. v. 29.06.1992 - 8 U 279/91; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 15.

9 BGH, Urt. v. 18.10.2004 - II ZR 250/02 (ThyssenKrupp); stellvertr. Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 25.

10 Vertief. Zimmermann, Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, S. 109 ff.

11 Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 11; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 11; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 15.

12 Siehe unter: C. II. 1.

13 v. den Steinen, Die verweigerte Organentlastung in der Aktiengesellschaft, S. 77 f.

14 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 48 f.; Schmeling, Die Entlastung von Mitgliedern geschäftsführender Organe im Recht der Kapitalgesellschaften, S. 43 f.

15 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 48 f.

16 Unstr., vgl. stellvertr. Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 3; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 7.

17 Näheres unter: C. II. 2. cc); vertief. Petersen/Schulze De la Cruz, NZG 2012, 453, 454.

18 Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 3; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 7.

19 Rollin, NZG 2004, 804 f.

20 Zimmermann, Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, S. 25 ff.; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 8; differenzierend Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 13.

21 H.M.: Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 5; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 8; großzügiger Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 13.

22 Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 9; aA Schmidt/Lutter/ Spindler AktG § 120 Rn. 28 („nicht willkürlich“).

23 Vertief. Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 15-19.

24 Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 15; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 8; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 30.

25 Begemann/Laue, BB 2009, 2442, 2445; GK/ Mülbert AktG § 120 Rn. 43; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 32.

26 v. den Steinen, Die verweigerte Organentlastung in der Aktiengesellschaft, S. 106; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 32.

27 v. den Steinen, Die verweigerte Organentlastung in der Aktiengesellschaft, S. 106; MüKoAktG/ Kubis § 120 Rn. 33.

28 OLG Düsseldorf, Urt. v. 19.11.1999 - 17 U 46/99; Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 5; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 3; Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 24; aA Brox, BB 1960, 1226, 1228.

29 Vgl. vertief. Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 168 f. mwN; aA Laband, Die Entlastung des Vorstands der Aktiengesellschaft, S. 59 f.

30 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 169.

31 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 169; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 4 aA Tellis, Die Rechtsnatur der gesellschaftsrechtlichen Entlastung und die Entlastungsklage, S. 80 f.

32 Siehe unter B. V. 2. Rechtsnatur der Entlastung.

33 Vertief. zur aktienrechtlichen Anfechtungsklage: Tielmann, WM 2007, 1686; Dornbach, Die aktienrechtliche Anfechtungsklage, S. 77 ff.; Raiser/Veil, Recht der Kapitalgesellschaften, § 16 Kap. 9; MüKoAktG/ Hüffer / Schäfer § 243.

34 Dornbach, Die aktienrechtliche Anfechtungsklage, S. 77 ff.; Hüffer/ Koch AktG § 243 Rn. 3.

35 Dazu ausführlich unter C. II.

36 Volhard/Weber, NZG 2003, 351 f.

37 Volhard/Weber, NZG 2003, 351, 352 f.; Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 21.

38 Stellvertr. Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 11.

39 Vgl. Kubis, NZG 2005, 791, 795 f.

40 Grundlegend BGH, Urteil vom 25.11.2002 - II ZR 133/01 (Macrotron); Grigoleit/ Herrler AktG § 120 Rn. 12; Hüffer/ Koch AktG § 120 Rn. 11; Spindler/Stilz/ Hoffmann AktG § 120 Rn. 25-27.

41 Stellvertr. Hüffer/ Koch AktG § 243 Rn. 11 mwN.

42 BGH, Urt. v. 25.11.2002 - II ZR 133/01, BGHZ 153, 47 (Macrotron).

43 BGH, Urt. v. 25.11.2002 - II ZR 133/01, BGHZ 153, 47, erster Leitsatz (Macrotron).

44 BGH, Urt. v. 25.11.2002 - II ZR 133/01, BGHZ 153, 47, 51 (Macrotron).

45 BGH, Urt. v. 25.11.2002 - II ZR 133/01, BGHZ 153, 47, 51 (Macrotron) unter Hinweis auf BGH, Urt. v. 01.02.1988 - II ZR 75/87, BGHZ 103, 184, 193 ff. (Linotype).

46 Stellvertr. Hüffer/ Koch AktG § 243 Rn. 21; Heidel/ Heidel Aktienrecht § 243 Rn. 23.

47 BGH, Urt. v. 25.11.2002 - II ZR 133/01, BGHZ, 153, 47, 51 (Macrotron).

48 Vgl. § 32 I 2 BGB, § 133 I AktG; stellvertr. MüKoAktG/ Arnold § 133.

49 Janke, Gesellschaftsrechtliche Treuepflicht, S. 82 ff.; Gärtner/Rose/ Rose, Anfechtungs- und Nichtigkeitsgründe im Aktienrecht, S. 358 ff.

50 Janke, Gesellschaftsrechtliche Treuepflicht, S. 63 ff.; Gärtner/Rose/ Rose, Anfechtungs- und Nichtigkeitsgründe im Aktienrecht, S. 363 f.

51 Janke, Gesellschaftsrechtliche Treuepflicht, S. 82 ff.

52 GK/ Mülbert AktG § 120 Rn. 91.

53 Siehe unter: B. V. 1. a) Rechtsfolgen der Entlastung.

54 Schüppen/Schaub/ Schüppen, MAH Aktienrecht § 22 Rn. 5.

55 Lehmann, Grundriss des Bank- und Kapitalmarktrechts, § 10 Rn. 394.

56 Vgl. Marsch-Barner/Schäfer/ Nonnenmacher, HdB börsennotierte AG, § 55 Rn. 5; Strothotte, Die Gewinnverwendung in Aktiengesellschaften, S. 377 f.

57 BGH, Urt. v. 20.03.1995 - II ZR 205/94 (Girmes); Hüffer/ Koch AktG § 53a Rn. 16; Schüppen/Schaub/ Schüppen, MAH Aktienrecht § 2 Rn. 5.

58 Saenger, Gesellschaftsrecht, § 15 Rn. 521.

59 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 388.

60 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 377.

61 Graff, Die Anfechtbarkeit der Entlastung im Kapitalgesellschaftsrecht, S. 380.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen
Hochschule
Universität Augsburg  (Juristische Fakultät)
Veranstaltung
Schwerpunktseminar: Beschlussmängelrecht im Kapitalgesellschaftsrecht
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2018
Seiten
31
Katalognummer
V946536
ISBN (eBook)
9783346286482
ISBN (Buch)
9783346286499
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschaftsrecht, Kapitalmarktsrecht, Unternehmensrecht, Aktienrecht, AktG, Aktiengesellschaft, Hauptversammlung, Entlastungsbeschluss, Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen, Vorstand, Aufsichtsrat, Corporate Governance Kodex, Anfechtbarkeit, Mängel des Entlastungsbeschlusses, Macrotron-Entscheidung, Wirtschaftsrecht, Entlastung
Arbeit zitieren
Franz Wilhelm (Autor), 2018, Die Anfechtung von Entlastungsbeschlüssen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/946536

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