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Die interkulturelle Pädagogik in Deutschland. Entwicklung, Bedeutung und Ziele

Herausforderungen in der Berufsschule als Übergangssystem zwischen Schule und Beruf

Title: Die interkulturelle Pädagogik in Deutschland. Entwicklung, Bedeutung und Ziele

Term Paper , 2019 , 18 Pages , Grade: 1,30

Autor:in: Daniela Müller (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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In dieser Arbeit wird zunächst die Entstehung bzw. die Entwicklung der interkulturellen Pädagogik in Deutschland näher erörtert. Im Fokus stehen hierbei die Paradigmenwechsel bezüglich der unterschiedlichen Perspektiven auf Migration, Differenz und Heterogenität. Anschließend erfolgt ein Exkurs nach Ursachen für Chancen- und Bildungsungleichheiten bzw. welche Forderungen daraus zu schließen sind.

Anhand einer pädagogischen Institution, der Berufsschule als Übergangsmaßnahme zwischen Schule und Beruf, soll darauffolgend geklärt werden, wie interkulturelle Bildung Bildungsungleichheit und Chancengleichheit begegnet. Es wird hierbei Bezug auf Unterrichtsgestaltung und Methoden genommen sowie der Frage nachgegangen, wie auf schulischer Ebene interkulturelle Begegnung stattfinden kann.

Ein weiterer Blick soll außerdem auf die Bedeutung der Sprache, im Kontext mit interkultureller Pädagogik, gerichtet werden. Auch die Funktion der pädagogischen Fachkraft, in Anlehnung an die zehn definierten Ziele der interkulturellen Bildung nach Wolfgang Nieke, wird anschließend näher erörtert. Nach dieser Auseinandersetzung soll den Herausforderungen und dem Nutzen auf den Grund gegangen werden, um im Abschluss die Frage nach der Bedeutung der interkulturellen Pädagogik in der Erziehungswissenschaft zu beantworten.

Durch den gesellschaftlichen Wandel haben sich die Anforderungen an Schule und Unterricht verändert. Die 2017 veröffentlichte Zusammenfassung der Sonderauswertung der PISA Studie 2015, die sich dem Wohlbefinden von Schülern in Deutschland widmete legte zwar dar, dass sich 75% der Schüler der Institution zugehörig fühlen, jedoch erfolgte gleichzeitig der Verweis auf die schwachen Schulleistungen von Schülern mit Migrationshintergrund.

Weiteres legen jährlich Unternehmen in Deutschland dar ihre Ausbildungsplätze aufgrund mangelnder Kompetenzen der Bewerber nicht besetzen zu können. Ergebnisse der Bertelsmann Studie 2014 zeigen, dass 40,8% der befragten Unternehmen keine Ausbildungserfahrungen mit Jugendlichen anderer Herkunft gemacht haben. 74,6% der 412 teilgenommenen Betriebe die Lehrlinge ausbilden gaben an, keine Jugendliche mit Migrationshintergrund aufgrund fehlender Bewerbungsunterlagen aufzunehmen. 38% befürchteten Sprachbarrieren und 14,7% negative Auswirkungen auf das Betriebsklima aufgrund der kulturellen Hintergründe.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik

2.1 Die zweite Phase – Die Kritik

2.2 Die dritte Phase – Der Beginn der interkulturellen Pädagogik

2.3 Ursachen für Bildungsungleichheiten

3. Die Berufsschule als Übergangssystem zwischen Schule und Beruf

3.1 Interkulturelle Bildung in der Berufsschule

3.2 Interkulturelle Öffnung in der Berufsschule

4. Die Bedeutung der Qualifikation der pädagogischen Fachkraft

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und heutige Bedeutung der interkulturellen Pädagogik in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Berufsschule als Übergangsinstitution zwischen Schule und Arbeitswelt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie interkulturelle Bildungskonzepte dazu beitragen können, Bildungsungleichheiten zu verringern und die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu fördern.

  • Historische Genese der interkulturellen Pädagogik von der Ausländerpädagogik bis heute
  • Analyse sozioökonomischer und kultureller Ursachen für Bildungsungleichheiten
  • Die Berufsschule als zentrales Feld für interkulturelle Bildungsarbeit und Integration
  • Bedeutung der interkulturellen Kompetenz und Qualifikation pädagogischer Fachkräfte

Auszug aus dem Buch

2. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik

Zunächst ist anzuführen, dass Autoren, wie auch Marianne Krüger-Potratz, darauf verweisen, dass Migrations- Kultur- und Sprachkontakte seit jeher in der Geschichte anzufinden sind. Im Bereich von Bildung und Erziehung werden diese Aspekte zunehmend seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen des Zusammenunterrichts anstelle der Einzelunterweisung, thematisiert (vgl. Krüger-Potratz 2005, S. 13). Dem vorangehend ist die Entwicklung der interkulturellen Pädagogik in Deutschland von einem langen Werdegang geprägt wobei zu unterschiedlichen Etappen jeweils andere Paradigmen vorherrschten. Eine Vielzahl an Autoren und Theoretiker haben unterschiedliche chronologische Rekonstruktionen vorgenommen, wobei im Folgenden auf die Systematisierung von Wolfgang Nieke Bezug genommen wird (vgl. Nieke 2008, S. 13ff.). Nieke unterscheidet hierbei anfangs drei Phasen, wobei Letztere bis heute nicht als abgeschlossen gilt.

Die erste Phase ordnete Nieke in die 1970er Jahren ein, nachdem ab den 1960er Jahren die Zuwanderungswelle ausländischer Gastarbeiter und deren Familien in Deutschland begann und 1964 die Schulpflicht für ausländische Kinder eingeführt wurde (vgl. Konferenz der Kultusminister 1964). Diese Periode ist durch Begriffe wie Defizite, Normalität, Kompensation und Anpassung geprägt. Sie ist somit dadurch gekennzeichnet, dass Ausländer als eine heterogene Gruppe mit besonderer Bedürftigkeit, welche Defizite zur Normalität, der Einheimischen, aufweist, gesehen wurde. Ziel war der Abbau schulischer Probleme, vor allem der Erwerb der Deutschen Sprache der Migrantenkinder sowie der allgemeinen Sozialisationsdefizite. Diesbezüglich ist anzumerken, dass hinsichtlich der Herausforderung keine theoretischen Konzepte oder Theorien bestanden. Es bildeten sich Initiativgruppen um vorrangig die sprachlichen Defizite der Zielgruppe, beispielsweise mittels „Hausaufgabenhilfe-Kampagne“ 1970/71, auszugleichen. Sogenannte bedürfnisorientierte Initiativgruppen legten anschließend ihren Fokus auf die Lebenssituation der Migrantenkinder (vgl. Niekrawitz 1990, S. 10ff.). Auf politischer Ebene rückten die Rechte der Migranten in den Fokus und im wissenschaftlichen Zweig entwickelten sich ab den 1970er Jahren erste Forschungsgruppen die sich der Ausländerforschung widmeten. Zusätzlich zu den Integrations- und Schulproblemen der neuen Adressaten entwickelte sich die Thematisierung des Kulturkonflikts.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und Bildungsungleichheiten bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

2. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der pädagogischen Ansätze nach und erläutert die verschiedenen Phasen der Entwicklung von der Defizitorientierung hin zum interkulturellen Ansatz.

2.1 Die zweite Phase – Die Kritik: Es wird die kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Ausländerpädagogik und die Forderung nach neuen, konzeptionellen Ansätzen dargestellt.

2.2 Die dritte Phase – Der Beginn der interkulturellen Pädagogik: Das Kapitel beschreibt den Paradigmenwechsel und die Etablierung des Begriffs der interkulturellen Bildung als umfassenderen Ansatz für alle Lernenden.

2.3 Ursachen für Bildungsungleichheiten: Hier werden die soziologischen und strukturellen Hintergründe analysiert, die zu unterschiedlichen Bildungserfolgen beitragen.

3. Die Berufsschule als Übergangssystem zwischen Schule und Beruf: Es wird die Rolle der Berufsschule als institutionelle Schnittstelle für Jugendliche beim Übergang in das Erwerbsleben untersucht.

3.1 Interkulturelle Bildung in der Berufsschule: Das Kapitel erläutert methodische Ansätze und didaktische Möglichkeiten zur Förderung interkultureller Begegnung und Kompetenz im Berufsschulunterricht.

3.2 Interkulturelle Öffnung in der Berufsschule: Hier liegt der Fokus auf der strukturellen und organisatorischen Öffnung der Institution sowie der Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Betrieben.

4. Die Bedeutung der Qualifikation der pädagogischen Fachkraft: Die Bedeutung der Lehrkräfte wird hervorgehoben, insbesondere deren notwendige professionelle Handlungskompetenz zur Gestaltung interkultureller Lehr-Lern-Prozesse.

5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen sowie den Bedarf an weiterer Forschung auf diesem Gebiet.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Pädagogik, Migration, Berufsschule, Bildungsungleichheit, Ausländerpädagogik, interkulturelle Kompetenz, Integration, Schulpflicht, pädagogische Fachkraft, Sprachförderung, Bildungsabschluss, Diskriminierung, interkulturelle Öffnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Bedeutung der interkulturellen Pädagogik in Deutschland, mit einem speziellen Fokus auf die Berufsschule als Übergangssystem zwischen Schule und Beruf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die historische Entwicklung der Ausländerpädagogik, die Ursachen für Bildungsungleichheiten, die didaktische Gestaltung interkultureller Bildung sowie die Qualifikationsanforderungen an pädagogische Fachkräfte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Nutzen und die Herausforderungen interkultureller Bildungsansätze in Deutschland aufzuzeigen, um Bildungsbenachteiligungen zu minimieren und eine konstruktive Teilhabe aller Jugendlichen zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und die Entwicklung der interkulturellen Pädagogik anhand relevanter Autoren und Studien systematisch aufarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die historische Phasenlehre nach Nieke, die soziologischen Ursachen von Ungleichheit, die spezifische Funktion der Berufsschule sowie die notwendigen Kompetenzen für Lehrkräfte im Kontext interkultureller Bildung detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Pädagogik, Migration, Berufsschule, Bildungsgerechtigkeit und die professionelle Handlungskompetenz von Lehrpersonen.

Warum wird die Berufsschule als ein kritisches Übergangssystem betrachtet?

Die Berufsschule ist laut der Arbeit eine entscheidende Schwelle beim Eintritt in das Arbeitsleben. Jugendliche mit Migrationshintergrund begegnen hier oft spezifischen Hürden, weshalb die Schule als Ort zur Förderung von interkultureller Begegnung und beruflicher Perspektivbildung besonders gefordert ist.

Welche Rolle spielt die Sprache im interkulturellen Kontext der Arbeit?

Die Arbeit betont, dass Sprache ein wesentlicher Hauptpunkt für die Kommunikation und den Bildungserfolg darstellt. Sie thematisiert sowohl die notwendige Förderung der deutschen Sprache als auch die Bedeutung der Akzeptanz der Muttersprache für die Identitätsfindung.

Wie definiert die Autorin den Wandel von der Defizitorientierung?

Der Wandel wird als Abkehr von der „Ausländerpädagogik“, die Migranten primär über ihre Defizite definierte, hin zur interkulturellen Pädagogik beschrieben, die Vielfalt als Chance und die Anerkennung kultureller Unterschiede in den Mittelpunkt stellt.

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Details

Title
Die interkulturelle Pädagogik in Deutschland. Entwicklung, Bedeutung und Ziele
Subtitle
Herausforderungen in der Berufsschule als Übergangssystem zwischen Schule und Beruf
Grade
1,30
Author
Daniela Müller (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V957064
ISBN (eBook)
9783346297365
ISBN (Book)
9783346297372
Language
German
Tags
pädagogik deutschland entwicklung bedeutung ziele herausforderungen berufsschule übergangssystem schule beruf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Müller (Author), 2019, Die interkulturelle Pädagogik in Deutschland. Entwicklung, Bedeutung und Ziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957064
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