Seitdem die Schrift eingeführt wurde, wurde auch die Möglichkeit geschaffen, Texte zu schreiben und diese zu archivieren. Aufgrund der archivierten Texte von verschiedenen Kulturen und Welten ist u.a. das geschichtliche Wissen nicht verloren gegangen und prägt bis heute noch alle Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt. Was versteht man aber unter dem Terminus Text? Was ist Textlinguistik und wozu können textlinguistische Ansätze im DaF-Unterricht und insbesondere für die Förderung der Schreibkompetenz angewandt werden? Das sind Fragestellungen, die in der vorliegenden Hausarbeit behandelt werden.
Der Aufbau der Hausarbeit geht von den theoretischen Grundlagen aus, wobei in sechs Kapiteln das Augenmerk auf die Textlinguistik, die Textgrammatik, die Bedeutung von Kohärenz gemäß dem GER, die Rolle des Schreibens in Lehrwerken und die textlinguistisch aufbauenden Übungen zur Förderung der Schreibproduktion gerichtet wird.
Im zweiten Kapitel wird methodisch vorgegangen, wo die Erhebungsdaten, das Lernerprofil, der didaktische Lehrplan und die Ergebnisse der von den Lernern bearbeitenden Aufgaben dargestellt werden. Abschließend befinden sich in den letzten Kapiteln sowohl die Schlussfolgerung und die Bibliographie, als auch der Anhang, wo die Originaltexte der Schüler zu finden sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Textlinguistik
1.2 Textgrammatik
1.2.1 Kohärenz
1.2.2 Konnexion
1.3 Bedeutung von Kohärenz gemäß dem GER
1.4 Textsorten und thematische Entfaltung
1.5 Die Rolle des Schreibens in Lehrwerken
1.6 Textlinguistisch aufbauende Übungen zur Förderung der Schreibproduktion
2. Didaktischer Vorschlag
2.1 Erhebungsdaten
2.1.1 Das Lernerprofil
2.1.2 Didaktischer Lehrplan
2.1.3 Ergebnisse der von den Lernern bearbeitenden Aufgaben
3. Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung textlinguistischer Ansätze und deren Anwendung im DaF-Unterricht zur gezielten Förderung der Schreibkompetenz, insbesondere unter Berücksichtigung von Kohärenz und Konnexion bei Lernenden auf dem B2-Niveau.
- Grundlagen der Textlinguistik und Textgrammatik
- Kohärenz, Konnexion und Kriterien der Textualität
- Didaktische Konzepte für den Schreibunterricht
- Analyse von Lernertexten basierend auf dem GER
- Einsatz von Mind-maps und aufbauenden Übungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Textlinguistik
Zum Terminus Text zuerst. Der Begriff Text stammt aus dem lateinischen Wort textus, was Gewebe bedeutet (vgl. Bußmann 1990: 776). Genau wie man durch Fadensysteme ein textiles Flächengebilde herstellen kann, genauso bilden auch sprachliche Einheiten, die mehr als einen Satz umfassen, einen Text, der entweder schriftlich oder mündlich sein kann. Des Weiteren soll diese begrenzte Folge sprachlicher Zeichen in sich kohärent sein und eine kommunikativ-pragmatische Funktion andeuten (vgl. Kessel 2010: 203).
Interessanterweise definieren De Beaugrande/Dressler den Begriff Text als eine kommunikative Okkurenz, die folgende sieben Kriterien der Textualität erfüllt (vgl. Vater 1994: 243):
- erstens das Kriterium der Kohäsion bzw. des Zusammenhalts, wobei es um formale Mittel geht, wie grammatisch-lexikalische Verknüpfungen auf der Oberflächenstruktur (ebd.: 243)
- zweitens das Kriterium der Kohärenz, wobei es um einen thematischen Zusammenhang, oder besser ausgedrückt, um eine inhaltlich-semantische bzw. kognitive Strukturiertheit geht (vgl. Bußmann 1990: 389)
- drittens das Kriterium der Intentionalität, die produzentenzentriert ist, d.h. dass jeder Textverfasser eine bestimmte kommunikative Absicht vermitteln will (vgl. Vater 1994: 244)
- viertens das Kriterium der Akzeptabilität, die rezipientenzentriert ist, d.h. dass der Text den Rezipienten bestimmte Erwartungen erwecken soll (ebd.: 244)
- fünftens das Kriterium der Informativität, wobei es sich um das erwartete bzw. unerwartete, das bekannte bzw. unbekannte etc. Infopotential des Textes handelt (ebd.: 244)
- sechstens das Kriterium der Situationalität, die Raum-Zeit-Zusammenhänge sowohl des Produzenten, als auch des Rezipienten einrahmt und einen situationsrelevanten Text ausmacht (ebd.: 244)
- und schließlich das Kriterium der Intertextualität, wobei es um Texte geht, die sich auf andere Texte beziehen wie bspw. Zitate, Buchkritiken, Kommentare, Anspielungen, Quellen etc. (ebd.: 245).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Fragestellung und des methodischen Aufbaus der Hausarbeit bezüglich der Förderung der Schreibkompetenz im DaF-Unterricht.
1. Theoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Begriffe wie Textlinguistik, Textgrammatik, Kohärenz, Konnexion und die Rolle von Schreibaufgaben in modernen Lehrwerken.
2. Didaktischer Vorschlag: Darstellung eines Unterrichtsentwurfs zur Schreibförderung inklusive Lernerprofilen und der Analyse von durchgeführten Schüleraufgaben.
3. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, wobei die Bedeutung textlinguistischer Bausteine für eine erfolgreiche Schreibproduktion unter Einhaltung von Bewertungskriterien hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Textlinguistik, Textgrammatik, Schreibkompetenz, DaF-Unterricht, Kohärenz, Kohäsion, Konnexion, Schreibdidaktik, GER, Lernerprofil, Textualität, Textproduktion, Lehrmethodik, Diskurskompetenz, Aufgabentypologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung textlinguistischer Ansätze im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht, um die Schreibkompetenz von Lernenden effektiv zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Textlinguistik (insbesondere Kohärenz und Konnexion), die Gestaltung von Schreibübungen und deren Erprobung in der Unterrichtspraxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch textlinguistisch fundierte Methoden, wie den Einsatz von Mind-maps und gezielte Übungen, die Qualität der schriftlichen Produktion von Lernenden gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung mit anschließendem praktischen didaktischen Vorschlag, der durch die Erhebung und Analyse von Lernertexten bei zwei Testpersonen evaluiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen von Text und Textualität auch die Rolle von Lehrwerken bei der Schreibförderung sowie ein konkreter didaktischer Lehrplan zur Bearbeitung des Themas Obdachlosigkeit analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Textlinguistik, Schreibkompetenz, Kohärenz, Konnexion und DaF-Didaktik geprägt.
Warum spielt die Konnexion eine so wichtige Rolle im Unterrichtskonzept?
Konnektoren sind wesentliche Mittel zur Herstellung von Textkohärenz und erleichtern das Textverständnis, weshalb ihre gezielte Vermittlung die Schreibqualität der Lerner signifikant verbessert.
Welche Rolle spielen die im Anhang enthaltenen Texte?
Die Texte dienen als empirische Belege für die Umsetzung der Lernziele und verdeutlichen durch die Fehleranalyse sowohl Stärken als auch Entwicklungspotenziale der Lernenden im Hinblick auf das B2-Niveau.
- Citation du texte
- Bachelor of Arts Maria Schreiber (Auteur), 2020, Textlinguistik und Fertigkeit Schreiben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958223