Diese Hausarbeit beschreibt die soziale Lage von alleinerziehenden Müttern. Angesichts der Verantwortung, die alleinerziehende Frauen tragen, soll der Frage nachgegangen werden, ob sie durch die Sicherungssysteme adäquat unterstützt werden. Alleinerziehende Mütter meistern einen Spagat zwischen Erziehungsarbeit und der Sicherung der finanziellen Situation der Familie. Diese Frauen sind enorm belastet. Sollten sie zudem noch auf staatliche Leistungen angewiesen sein, geraten sie durch ein System unter Druck, dass sie eigentlich entlasten sollte. Dies hat sowohl auf die Mütter als auch auf die Kinder Auswirkungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeine Aspekte der Lebenssituation
2.1 Lebensform, Lebensphase, Fremd- und Selbstbild
2.2 Stigmatisierung
2.3 Entscheidungskonflikt
3 Sicherungssysteme
3.1 Unterhaltssystem
3.1.1 Betreuungsunterhalt § 1570 BGB
3.1.2 Kindesunterhalt § 1601 BGB
3.1.3 Unterhaltsvorschuss
3.2 Transferleistungssystem
3.2.1 Prinzipien Fordern und Fördern
3.2.2 Sanktionen
3.2.3 Hochschwelligkeit
4 Gesundheitliche Auswirkungen
4.1 Mütter
4.2 Kinder
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation von alleinerziehenden Müttern im Transferleistungsbezug, um zu klären, ob diese durch die bestehenden sozialen Sicherungssysteme adäquat unterstützt werden. Dabei werden sowohl sozioökonomische Belastungsfaktoren als auch gesundheitliche Auswirkungen auf Mütter und Kinder analysiert.
- Lebenslage und Stigmatisierung alleinerziehender Mütter
- Funktionsweise und Schwachstellen des Unterhaltssystems
- Auswirkungen der Transferleistungssysteme und Sanktionsmechanismen
- Gesundheitliche Folgen und psychosomatische Belastungen
- Herausforderungen für die Soziale Arbeit in der Familienhilfe
Auszug aus dem Buch
2.2 Stigmatisierung
Ein-Eltern-Familien, die ihren Lebensunterhalt zum Teil oder in Gänze durch Arbeitslosengeld II (ALG II) bestreiten, befinden sich im Tranferleistungssystem. Viele Menschen, nicht nur Alleinerziehende, die diese Leistungen benötigen, sind gesellschaftlich stigmatisiert (Butterwegge 2015, 240).
Das heutige soziale Sicherungssystem ist Teil der Agenda 2010 (Butterwegge 2015, 119). Mit deren Umsetzung wurde der Wohlfahrtsstaat umgebaut (Butterwegge 2015, 242). Mit dem Umbauprozess haben sich auch gesellschaftliche Sichtweisen verändert. Risiken wie Arbeitslosigkeit und Armut werden ohne Einbezug des Kontextes gesehen und individualisiert (Butterwegge 2015, 274). Sie werden zu einem persönlichen Problem (Kühnlein/Mutz 2010, 155).
Die Empfänger von Sozialleistungen werden heute anders wahrgenommen. Bis 2005 galten sie als „Sozialversicherte und ehemalige Beitragszahler/innen“ (Butterwegge 2015, 241). Im Zuge des Reformprozesses und in den Folgejahren werden sie als „...faule Müßig- bzw. teure Kostgänger des Steuerstaates“ (Butterwegge 2015, 241) betrachtet.
Dies kann nach Butterwegge mit den medialen Diskursen bei der Einführung des »Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt« in Zusammenhang gebracht werden. In verschiedensten Medien gab es Publikationen und Diskussionen über Menschen, welche die Sozialsysteme ausnutzen und die auf Kosten der Gesellschaft leben (Butterwegge 2015, 252).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, stellt die statistische Relevanz der Zielgruppe dar und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Allgemeine Aspekte der Lebenssituation: Dieses Kapitel beleuchtet das Selbst- und Fremdbild Alleinerziehender, die Problematik der gesellschaftlichen Stigmatisierung sowie auftretende Entscheidungskonflikte.
3 Sicherungssysteme: Das Kapitel analysiert das Unterhaltssystem und das Transferleistungssystem hinsichtlich ihrer Wirkungsweise, bürokratischer Hürden und der negativen Effekte von Sanktionen.
4 Gesundheitliche Auswirkungen: Hier wird der Zusammenhang zwischen der Lebenslage, prekären sozialen Status und gesundheitlichen Folgen für Mütter und deren Kinder untersucht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die mangelnde Unterstützung durch die Systeme und leitet daraus Aufgaben für die Soziale Arbeit ab.
Schlüsselwörter
Alleinerziehende Mütter, Transferleistungsbezug, ALG II, Sicherungssysteme, Stigmatisierung, Unterhaltsvorschuss, Armutsrisiko, Gesundheit, Depression, Kindeswohl, Soziale Arbeit, Familienhilfe, Sozioökonomischer Status, Sanktionen, Lebenssituation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von alleinerziehenden Müttern, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Stigmatisierung, das Unterhaltssystem, bürokratische Hürden im Transferbezug sowie gesundheitliche Folgen für Mütter und Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob alleinerziehende Mütter durch die aktuellen Sicherungssysteme tatsächlich adäquat unterstützt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Synopse aktueller empirischer Studien, Berichte und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden allgemeine Aspekte der Lebenssituation, die Funktionsweise von Sozialsystemen (Unterhalt und ALG II) und die gesundheitlichen Auswirkungen der prekären Lage erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Alleinerziehende, Transferleistungen, Stigmatisierung, Armutsrisiko, Gesundheit und Soziale Arbeit.
Wie wirkt sich die Stigmatisierung auf betroffene Mütter aus?
Die Stigmatisierung führt zu einem persönlichen Erleben als „Last für den Steuerstaat“, was den gesellschaftlichen Druck erhöht und die psychische Belastung weiter verschärft.
Welchen Einfluss haben Sanktionen des Jobcenters?
Sanktionen gefährden die wirtschaftliche Existenzgrundlage und können bei psychischen Belastungen oder Krankheiten die Mitwirkungsfähigkeit der Frauen massiv einschränken.
Wie gehen betroffene Kinder mit der Situation um?
Kinder in Haushalten mit Transferleistungsbezug weisen häufiger psychosomatische Beschwerden auf und leiden unter Armutserfahrungen, die ihr Selbstvertrauen negativ beeinflussen können.
- Citation du texte
- Sabine Vetter (Auteur), 2017, Alleinerziehende im Transferleistungssystem. Werden sie durch die Sicherungssysteme adäquat unterstützt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962567