Die Arbeit beschäftigt sich damit, die Übersetzungen der Geschichte von Saadat Hasan Manto ins Deutsche zu untersuchen und zu analysieren. Gegenstand der Untersuchung sind die deutsche Übersetzungen der Geschichten, "Der Hunde von Tetwal", "Mach auf !" und "Toba Tek Singh" aus der Sammlung "Blinder Wahn" 1993, veröffentlicht. Um diese Frage zu beantworten, beginnen wir mit einer ausgiebigen Betrachtung von den Übersetzungstheorien von Friedrich Schleiermachers. Die Geschichte wurden ins Deutsche von Martin Pfeiffer, Lothar Lutze, und Mujahid Zaidi übertragen. Die Studie wurde mit Originalgeschichten durchgeführt, jedoch in Devanagari-Schrift geschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Methodischer Ansatz
2. Saadat Hasan Manto
2.1 Sein Schreibstil und Themen
3. Die Analyse der drei ausgewählten Erzählungen
3.1 Der Hunde von Tetwal
3.2 Mach auf !
3.2.1 Lothar Lutze
3.3 Toba Tek Singh
3.3.1 Mujahid Zaidi
4. Analyse und Vergleich
4.1 Der Hunde von Tetwal : Vergleich und Analyse der Übersetzung
4.2 Mach auf ! : Vergleich und Analyse der Übersetzung
4.3 Toba Tek Singh: Vergleich und Analyse der Übersetzung
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Qualität deutscher Übersetzungen von drei ausgewählten Kurzgeschichten des indisch-pakistanischen Autors Saadat Hasan Manto. Ziel ist es, unter Anwendung der Übersetzungstheorie von Friedrich Schleiermacher aufzuzeigen, inwieweit die sprachliche und kulturelle Tiefe der Originaltexte im Übersetzungsprozess bewahrt oder durch einen Mangel an adäquater Kontextualisierung und verfremdender Übersetzungsmethodik verzerrt wurde.
- Analyse des Schreibstils und der zentralen Thematiken von Saadat Hasan Manto.
- Anwendung der Übersetzungstheorie von Friedrich Schleiermacher auf literarische Texte.
- Kritische Untersuchung der Übersetzungspraxis im Hinblick auf kulturelle und sozio-politische Nuancen.
- Identifikation von Herausforderungen bei der Übersetzung von Urdu-Literatur ins Deutsche.
- Reflexion über die Notwendigkeit von Fußnoten und Hintergrundinformationen in literarischen Übersetzungen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Methodischer Ansatz
Das Bedürfnis nach Übersetzung besteht seit Anbeginn der menschlichen Kultur. Die Übersetzung wichtiger literarischer Werke aus verschiedenen Sprachen hat wesentlich zur Entwicklung der Weltkultur und Literatur beigetragen. Imaginationen, Kultur- und Traditionsformen haben sich ständig verändert und durch Übersetzungen in andere Kulturen integriert. Im Laufe der Geschichte der Übersetzungsstudien haben viele TheoretikerInnen verschiedene Definitionen für Übersetzung gemacht.
Dieses Kapitel befasst sich mit der Geschichte der Übersetzung und mit Übersetzungstheorien, insbesondere Schleiermacher, und ihrer Entwicklung.
Übersetzung enthält mehr Komplexitäten in sich als der allgemeine Glaube und Vorstellungen. Übersetzung bedeutet nicht nur die linguistische Gleichheit zu erreichen, sondern die sinnliche, kulturelle und die Gleichheit anderer Formen zu erreichen. Die Übersetzung arbeitet als eine Brücke zwischen unterschiedlichen Sprachen, verschiedenen Kulturen, Ländern, manchmal auch Kontinenten und hilft diese Kluft zu überwinden, führt auch zu Vorurteilen und Hass, wenn die Übersetzungen unangemessen sind.
ÜbersetzungswissenschaftlerInnen und die Leute aus anderen Disziplinen kommen auf unterschiedliche Meinungen was ist eigentlich eine angesmesse Übersetzung. Die Debatte zwischen „free (frei)“ und „literal (wörtlich)“ Übersetzung hat ganz von Anfang an die Diskussion über die Übersetzungsmethode geprägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Forschungsvorhaben ein und diskutiert die Übersetzung als ein Phänomen, bei dem Originalität und Geist des Autors bewahrt werden müssen.
2. Saadat Hasan Manto: Der Abschnitt bietet einen biographischen Abriss über Manto sowie eine Analyse seines Schreibstils, der stark durch die Teilung des Subkontinents geprägt ist.
3. Die Analyse der drei ausgewählten Erzählungen: Hier werden die Inhalte der drei Kurzgeschichten "Der Hund von Tetwal", "Mach auf!" und "Toba Tek Singh" detailliert vorgestellt und kontextualisiert.
4. Analyse und Vergleich: Das Kernkapitel vergleicht die deutschen Übersetzungen der Geschichten mit den Originalen unter Anwendung von Schleiermachers Theorie und deckt dabei zahlreiche sprachliche und kulturelle Defizite auf.
5. Schlussfolgerung: Das Fazit resümiert, dass die vorliegenden Übersetzungen zwar lesbar sind, aber aufgrund fehlender Kontextualisierung und Fußnoten die kulturelle Vielfalt der Originale nur unzureichend vermitteln.
Schlüsselwörter
Saadat Hasan Manto, Übersetzungstheorie, Friedrich Schleiermacher, Urdu-Literatur, Indisch-Pakistanische Teilung, Kulturtransfer, Literarische Übersetzung, Verfremdung, Einbürgerung, Kulturelle Übertragung, Multikulturalismus, Sprachverlust, Postkoloniale Literatur, Übersetzungsanalyse, Kurzgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und kritischen Analyse deutscher Übersetzungen von Kurzgeschichten des Autors Saadat Hasan Manto, insbesondere im Hinblick auf deren kulturelle und stilistische Treue.
Welche zentralen Themenfelder werden in den Geschichten behandelt?
Die Geschichten thematisieren die verheerenden Auswirkungen der Teilung Indiens und Pakistans 1947, den Verlust menschlicher Würde, Wahnsinn, religiösen Fanatismus und die Absurdität politischer Grenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu erforschen, wie die ÜbersetzerInnen die kulturelle Kluft zwischen der Ausgangssprache (Urdu) und der Zielsprache (Deutsch) überbrücken und inwieweit Schleiermachers Übersetzungstheorie auf diese konkreten Werke anwendbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Übersetzungstheorie von Friedrich Schleiermacher, insbesondere die Konzepte der verfremdenden und einbürgernden Übersetzung, um die Qualität und die Verluste im Übersetzungsprozess zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Textstellen der Kurzgeschichten "Der Hund von Tetwal", "Mach auf!" und "Toba Tek Singh" und vergleicht diese direkt mit den vorliegenden deutschen Übersetzungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese wissenschaftliche Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Übersetzungstheorie, Saadat Hasan Manto, kulturelle Übertragung, Verfremdung und die Teilungsgeschichte des indischen Subkontinents.
Warum betont der Autor die Notwendigkeit von Fußnoten in den Übersetzungen?
Der Autor argumentiert, dass ohne zusätzliche erklärende Anmerkungen oder Fußnoten der kulturelle und religiöse Kontext für deutsche LeserInnen verloren geht, was zu Fehlinterpretationen führen kann.
Welche besondere Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Einbahnverkehrs bei Übersetzungen?
Der Autor stellt fest, dass deutsche Bücher in Indien weit verbreitet sind, während Werke aus der indischen Region in Deutschland kaum in übersetzter Form zur Verfügung stehen, was ein Ungleichgewicht im kulturellen Austausch widerspiegelt.
- Arbeit zitieren
- Amit Kumar Sharma (Autor:in), 2019, Probleme bei den deutschen Übersetzungen von Saadat Hasan Manto, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975096