In der narratologischen Forschung wird intensiv debattiert, inwiefern die Erzählenden über die bloße Wiedergabe von Ereignissen hinausgehen und aktiv die Wahrnehmung der Rezipienten steuern. Es geht um die Analyse von Perspektivierung, die Wahl der Erzählzeit und die Frage, wie Subjektivität durch narrative Strukturen konstruiert wird. Besonders in der Untersuchung bildender Künste oder intermedialer Werke stellt sich die Herausforderung, nicht-sprachliche Zeichen als Träger erzählerischer Sequenzen zu deuten. Dabei werden oft Theorien zur Bildsemiotik herangezogen, um zu verstehen, wie Komposition und visuelle Syntax eine zeitliche Abfolge suggerieren. Ein zentraler Diskurspunkt liegt in der Unterscheidung zwischen dem tatsächlichen Erzähler als Konstrukt innerhalb des Werkes und der Rolle des Mediums selbst als vermittelnde Instanz. Während die klassische Narratologie oft am Text ansetzt, weitet sich das Feld heute auf die Untersuchung von Installationen, Fotografie und digitalen Räumen aus. Hierbei rücken Fragen der räumlichen Erzählung und der Partizipation in den Mittelpunkt, wenn die Grenze zwischen Betrachter und erzählender Struktur verschwimmt. Du findest zu diesen wissenschaftlichen Fragestellungen Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.