Das Wichtigste vorweg:
- Informiere dich frühzeitig über die formalen Anforderungen deiner Hochschule.
- Plane genug Zeit für das Korrekturlesen, den Druck und die Abgabe ein.
- Eine einheitliche Formatierung ist die halbe Miete.
Eine Arbeit kann noch so spannend und gut recherchiert sein – entspricht sie nicht den formalen Vorgaben, fällt die Bewertung oft deutlich schlechter aus oder sie wird im schlimmsten Fall nicht angenommen. Meist haben die Dozierenden oder die Hochschulen hierfür ihre eigenen Vorgaben, die Vorrang vor allen im Internet kursierenden Angaben haben.
Die folgenden Punkte sollten unbedingt berücksichtigt werden. Tipp: Um den gesamten Text zu markieren (z. B. für eine einheitliche Formatierung), kannst du in Word den Shortcut Strg + A verwenden.
Form
1. Seitenumbrüche
Nichts ist ärgerlicher, als erst nach der Bindung festzustellen, dass sich leere Seiten in den Text eingeschlichen haben oder Überschriften am Seitenende hängen geblieben sind.
Tipp: Einfach zuhause einen Testdruck durchführen, mit dem Textdokument abgleichen und gegebenenfalls überarbeiten.
2. Seitenrand
Der Seitenrand sollte in der gesamten Arbeit einheitlich sein. Üblich sind 2 – 2,5cm oben und unten, 3cm links und 2,5cm rechts. Vor allem angehende Jurist:innen sollten hier vorsichtig sein, denn meist ist ein Korrekturrand von etwa 6cm gefordert. Zu besonders großen Punktabzügen führen Missachtungen bei Arbeiten, die eine bestimmte Seitenzahl erfordern. Abweichende Randeinstellungen können als Versuch gewertet werden, den Textumfang künstlich zu vergrößern.
3. Seitenzahl
Ärgerlich sind auch Fehler bei den Seitenzahlen. Sie gehören weder auf das Deckblatt noch in das obere oder untere linke Eck der Arbeit. Ansonsten ist auf das richtige Format, eine chronologische Nummerierung und Besonderheiten in den Angaben der Dozierenden oder der Uni zu achten.
4. Länge
Die maximale oder minimale Seiten-/Zeichenzahl muss auch bei hektischen letzten Bearbeitungen beachtet werden. Meist gelten 10% mehr oder weniger Text als zulässig, größere Abweichungen führen in jedem Fall zum Punktabzug. Wenn du die Vorgaben knapp verfehlst, kannst du beim Kürzen unnötige Füllwörter streichen oder beim Erweitern gezielt Einleitungen und Fazits für einzelne Kapitel ergänzen.
5. Schrift und Zeilenabstand
Schriftart und -größe sowie Zeilenabstand sollten einheitlich sein. Gängige Einstellungen sind Times New Roman oder Arial in Schriftgröße 12, Fußnoten meist in Schriftgröße 10 und ein Zeilenabstand von 1,5.
6. Zitierstil
Eine wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich durch eine umfangreiche Recherche und die korrekte, einheitliche Verwendung von Zitaten aus. Die gewünschten Zitierweisen variieren, zu den gängigsten zählen Harvard, APA und die deutsche Zitierweise.
Unbedingt beachten: soll überhaupt im Text oder nur in Fußnoten zitiert werden? In einigen Fachbereichen sollten direkte Zitate zudem sparsam verwendet werden.
7. Rechtschreibung und Grammatik
Rechtschreib- und Grammatikfehler sind oft ein Zeichen dafür, dass Studierende nicht mehr genug Zeit für die Bearbeitung hatten. Am besten lässt man Familienangehörige oder Bekannte nochmal Korrekturlesen, denn oft überliest man selbst leider kleinere Fehler.
Inhalt
8. Vollständigkeit
Insbesondere wenn mit mehreren Versionen gearbeitet wird, sollte vor der Abgabe nochmal überprüft werden, ob in der Endfassung alle Kapitel enthalten sind und keine Inhalte doppelt vorkommen.
9. Inhalts- und Literaturverzeichnis
Die Überschriften in der Gliederung müssen mit dem Text übereinstimmen. Auf jeden Unterpunkt (z. B. 1.1) sollte mindestens ein weiterer Punkt auf derselben Ebene folgen (z. B. 1.2). Auch auf die korrekte Angabe der Seitenzahl ist nach letzten Überarbeitungen zu achten. Ein automatisches Inhaltsverzeichnis erleichtert die Arbeit – einfach am Ende nochmal aktualisieren, und schon sind alle Angaben richtig. Auch das Literaturverzeichnis sollte auf Vollständigkeit und richtige Darstellung (z.B. alphabetische Reihenfolge) überprüft werden, da bei falschen Angaben hohe Punktabzüge drohen. Hier können Tools wie der Word-Quellenmanager oder Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi genutzt werden.
10. Abbildungen und Tabellen
Bei Abbildungen und Tabellen sollte überprüft werden, ob sie im Text erwähnt werden und die Beschriftungen korrekt und chronologisch sind. Gegebenenfalls sollte darauf geachtet werden, dass die Qualität für den Druck ausreicht und bei den zugehörigen Verzeichnissen die Seitenzahlen stimmen.
11. Verweise
Zu beachten ist außerdem, dass alle Verweise in der Arbeit richtig dargestellt werden. Nutze die Suchfunktion (Strg + F), um gezielt nach „Verweis nicht gefunden“ oder „Fehler“ zu suchen.
Diese Artikel könnten dich auch interessieren:
Bürokratie
12. Deckblatt
Möglicherweise gibt es für das Deckblatt eine Vorlage deiner Uni, die dann auch genutzt werden sollte. Sonstige Vorgaben der Dozierenden sind auch hier wieder zu berücksichtigen. Unbedingt auf das Deckblatt gehören:
- Name der Hochschule
- Studienfach und Semester
- Thema der Arbeit
- Name und ggf. Kontaktdaten
- Matrikelnummer
- Namen der Sachverständigen/Dozierenden
- Abgabedatum
13. Exemplare
Wie viele Exemplare müssen abgegeben werden? Benötigst du eine Druckversion? Gibt es Vorgaben zur Bindung? In welchem Dateiformat soll die Arbeit den Dozierenden geschickt werden? Per E-Mail oder auf Lernportalen wie Moodle? Hierfür geben die Dozierenden üblicherweise jeweils ihre eigenen Vorgaben. Für Druck und Bindung sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, auch wenn Copyshops meist nicht mehr als 30 Minuten benötigen.
14. Uhrzeit
Wann soll die Arbeit überhaupt abgegeben werden? Üblich sind 12 Uhr oder 23:59 Uhr. Beachte auch die Öffnungszeiten von Sekretariat oder Prüfungsamt sowie mögliche Einschränkungen an Sonn- und Feiertagen.
15. Eid & Unterschrift
Egal wie brillant die Ausführungen sind – ohne unterschriebene eidesstattliche Erklärung ist die Arbeit in der Regel nicht gültig. Meist muss die Erklärung innerhalb der Arbeit erfolgen, teilweise wird sie aber auch als externes Dokument gefordert.
16. Weitere Formulare
Sind noch weitere Formulare nötig? Bei Interviews müssen Teilnehmende in der Regel eine schriftliche Einwilligungserklärung unterschreiben. Dabei solltest du auch überprüfen, ob alle in der Einwilligungserklärung aufgeführten Punkte beachtet wurden und zum Beispiel Daten richtig anonymisiert wurden.
Am besten informierst du dich über die dargestellten Punkte frühzeitig und berücksichtigst sie bereits während der Bearbeitung. Wenn du eine sorgfältige Literaturrecherche durchgeführt, die Ergebnisse ordentlich dargestellt und unsere Checkliste abgearbeitet hast, steht einer erfolgreichen Abgabe und einer guten Bewertung nichts mehr im Wege.
Literatur:
Dir gefällt unser Magazin? Dann melde dich jetzt zu unserem GRIN-Newsletter an!


