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Probleme der Staatsverschuldung

Título: Probleme der Staatsverschuldung

Trabajo Escrito , 2002 , 38 Páginas , Calificación: gut

Autor:in: Katja Liebermann (Autor)

Economía - Finanzas
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Das Phänomen der Staatsverschuldung ist nicht neu. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts verstärkten
viele Staaten im Rahmen der Industrialisierung ihre unternehmerische Tätigkeit und
finanzierten ihre Investitionsvorhaben mittels der Aufnahme von Krediten. Ein weiterer wichtiger
Verschuldungsgrund der letzten Jahrhunderte waren Kriege, nach denen für Reparationszahlungen
und Wiederaufbau erhebliche Beträge benötigt wurden. Die Staatsverschuldung im
heutigen Sinne ist jedoch nicht auf umfangreiche Investitionsvorhaben, Katastrophen oder
Kriege zurückzuführen und betrifft vor allem hoch industrialisierte Länder.
Mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der
Wirtschaft (StWG) wurde 1967 in Deutschland die antizyklische Fiskalpolitik nach dem Modell
von John Maynard Keynes eingeführt, nach dem im Aufschwung und Boom die staatliche
Nachfrage gedrosselt und Rücklagen gebildet werden. Diese sollen in Zeiten der Rezession zur
Anregung der Konjunktur mittels erhöhter staatlicher Ausgaben genutzt werden, wobei ein
kurzfristiges Haushaltsdefizit bedenkenlos in Kauf genommen werden kann (deficit spending).
1 Da die entscheidende Komponente der Rücklagenbildung jahrelang nicht in ausreichendem
Maße durchgeführt wurde und somit die erforderlichen Mittel zur Ausgabenerhöhung
in der Rezession fehlten, sammelte sich ein immenser Schuldenberg an, der von Beginn
an nicht aus Haushaltsmitteln sondern durch Umschuldungen zurückgeführt wurde2, und dessen
steigende Zinslast den Staatshaushalt mehr und mehr belasten.
Ursächlich für diese Entwicklung waren zunächst steigende Ansprüche der Bevölkerung an
die Regierung und der damit verbundene Ausbau des Wohlfahrtsstaates zu Beginn der 70er
Jahre. Die anschließende Rezession, ausgelöst durch den ersten „Ölpreisschock“, war der
Ausgangspunkt für eine erste Explosion der staatlichen Kreditaufnahme. In den folgenden
Jahren konnte durch strikte Konsolidierungsmaßnahmen die Neuverschuldung bis zum Jahr
1989 beinahe vollständig zurückgeführt werden. Die im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung
übernommenen Altlasten der ehemaligen DDR und die Förderung der neuen Bundesländer
führten jedoch erneut zu einer kritischen Situation des deutschen Staatshaushalts.3 [...]

1 Vgl. Lachmann (1987), S. 32 f.
2 Vgl. http://home.t-online.de/home/dieter.meyer/homepage.htm (download 04.10.2002, 11:29 Uhr).
3 Vgl. Halstenberg (2001), S. 22 ff.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Definitorische und gesetzliche Grundlagen

2.1 Der Staatshaushalt

2.2 Begriffsabgrenzungen

2.3 Gesetzliche Grenzen und Zulässigkeiten der Staatsverschuldung

2.3.1 Haushalts- und verfassungsrechtliche Bestimmungen in Deutschland

2.3.2 EG-Vertrag und Stabilitäts- und Wachstumspakt auf europäischer Ebene

3. Welche Probleme resultieren aus der Kreditaufnahme des Staates?

3.1 Finanzwirtschaftliche Folgen

3.2 Monetäre Folgen

3.2.1 Wachsende Inflationsgefahr

3.2.2 Finanzielles Crowding-Out

3.3 Realwirtschaftliche Folgen

3.3.1 Realwirtschaftliches Crowding-Out

3.3.2 Wachstumseinbußen

3.4 Erwartungseffekte

3.4.1 Preistreibende Erwartungseffekte durch Inflationsbefürchtungen

3.4.2 Expectations-Crowding-Out

3.4.3 Empirische Aspekte

3.5 Verteilungspolitische Folgen

3.5.1 Interpersonelle Verteilung

3.5.2 Intertemporale Allokation

4. Lösungsansätze zum Abbau der Staatsverschuldung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Probleme und Folgen, die aus einer dauerhaften staatlichen Kreditaufnahme resultieren, und beleuchtet dabei sowohl theoretische Mechanismen als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der Staatsverschuldung. Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Auswirkungen der Schuldenpolitik auf Stabilität, Wachstum und Verteilung zu schaffen.

  • Analyse der finanzwirtschaftlichen und monetären Folgen der Staatsverschuldung.
  • Untersuchung von Verdrängungseffekten (Crowding-Out) auf Kapital- und Gütermärkten.
  • Bewertung der ökonomischen Bedeutung von Erwartungseffekten und Inflationsrisiken.
  • Diskussion der verteilungspolitischen Auswirkungen und intertemporalen Lastenverschiebung.
  • Kritische Beurteilung von Lösungsansätzen zum Abbau der Staatsverschuldung.

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Ursachen für eine Anhebung des Zinsniveaus

Das finanzielle Crowding-Out ist der am häufigsten untersuchte Wirkungsmechanismus der Verdrängung. Es entsteht, wenn durch die staatliche Kreditaufnahme an den Finanzmärkten Zinssteigerungen induziert werden, die zu einer Verdrängung (Crowding-Out) privater Kreditnehmer führt. An dieser Stelle werden zunächst nur die Wirkungen der staatlichen Kreditnachfrage untersucht.

In der Literatur werden drei Transmissionswege, über welche die Staatsverschuldung Einfluss auf das Zinsniveau nehmen kann, diskutiert. Kurzfristig wirkende Zinseffekte entstehen entweder infolge einer im Verhältnis zur Kapitalnachfrage unzureichenden privaten Ersparnisbildung (Engpass am Kapitalmarkt) oder aufgrund einer durch steigende Einkommen erhöhten Nachfrage nach Transaktionskasse (Transactions-Crowding-Out). Ferner können durch ein Angebotsüberschuss an Staatswertpapieren und damit verbundener qualitativer Divergenzen zwischen offerierten und nachgefragten Anlagemöglichkeiten langfristig wirkende Vermögenseffekte (Portfolio-Crowding-Out) entstehen.

Gemäß der Quellentheorie wird das Kreditangebot durch die vorhandene Ersparnis und die volkswirtschaftliche Geldvermögensbildung begrenzt. Steht der steigenden Kreditnachfrage des Staates dieses quantitativ unzureichende Kapitalangebot gegenüber, entstehen Kapitallücken. Aufgrund dieses Engpasses am Kapitalmarkt treten die privaten Wirtschaftssubjekte in Nachfragekonkurrenz mit dem Staat. Die über das vorhandene Kapitalangebot hinausgehende Zunahme der öffentlichen Verschuldung führt zwangsweise über Zinssteigerungen zu einer Verdrängung der privaten Kreditnachfrage.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Staatsverschuldung und führt in die theoretische Basis der antizyklischen Fiskalpolitik ein.

2. Definitorische und gesetzliche Grundlagen: Es werden der Aufbau des Staatshaushalts erläutert sowie die rechtlichen Grenzen der Verschuldung in Deutschland und auf europäischer Ebene definiert.

3. Welche Probleme resultieren aus der Kreditaufnahme des Staates?: Dieser zentrale Teil analysiert die verschiedenen finanzwirtschaftlichen, monetären, realwirtschaftlichen sowie verteilungspolitischen Folgen der Staatsverschuldung.

4. Lösungsansätze zum Abbau der Staatsverschuldung: Das Kapitel beurteilt politische Konsolidierungsmaßnahmen und diskutiert Ansätze zur effizienteren Gestaltung der Schuldenpolitik.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer disziplinierten Haushaltspolitik für die künftige wirtschaftliche Entwicklung.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, Haushaltsdefizit, Crowding-Out, Zinsniveau, Inflation, Fiskalpolitik, Verteilungspolitik, Schuldenstand, Wachstumseinbußen, Stabilitätspakt, Kapitalmarkt, Finanzierung, Erwartungseffekte, Intertemporale Allokation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen ökonomischen Herausforderungen und Probleme, die durch eine hohe Staatsverschuldung und die damit verbundene Kreditaufnahme für eine Volkswirtschaft entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Verschuldungsgrenzen, die Folgen für das Zinsniveau, das Phänomen des Crowding-Out, Inflationsgefahren sowie verteilungspolitische Aspekte der Staatsverschuldung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie staatliche Kreditaufnahme die Handlungsspielräume öffentlicher Haushalte einengt und welche Auswirkungen dies auf private Investitionen und das zukünftige Wirtschaftswachstum hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Untersuchung, die ökonomische Modelle der Staatsverschuldung (z.B. Domar-Modell, Crowding-Out-Theorien) heranzieht, um die Wirkungszusammenhänge in verschiedenen konjunkturellen Phasen zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von finanzwirtschaftlichen, monetären, realwirtschaftlichen und erwartungsbasierten Verdrängungseffekten sowie der Untersuchung der personellen und intertemporalen Einkommensverteilung durch staatliche Kreditfinanzierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Staatsverschuldung, Crowding-Out, Zinsniveau, Haushaltsdefizit, Fiskalpolitik, Stabilitätspakt und Intertemporale Allokation.

Welche Bedeutung hat das "Finanzielle Crowding-Out" in dieser Arbeit?

Das finanzielle Crowding-Out wird als einer der Hauptmechanismen identifiziert, bei dem staatliche Kreditaufnahme zu Zinssteigerungen führt, die private Investoren vom Kapitalmarkt verdrängen.

Wie bewertet die Autorin die Lastverschiebung in die Zukunft?

Die Autorin stellt fest, dass die Belastung zukünftiger Generationen durch Zins- und Tilgungszahlungen möglich ist, insbesondere bei unproduktiver Verwendung der Kreditmittel, und bewertet dies als wenig wünschenswert.

Final del extracto de 38 páginas  - subir

Detalles

Título
Probleme der Staatsverschuldung
Universidad
University of Cooperative Education Berlin
Calificación
gut
Autor
Katja Liebermann (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
38
No. de catálogo
V19346
ISBN (Ebook)
9783638234917
Idioma
Alemán
Etiqueta
Probleme Staatsverschuldung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katja Liebermann (Autor), 2002, Probleme der Staatsverschuldung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19346
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