Im Rahmen dieser Arbeit wird das Normalarbeitsverhältnis als Referenzrahmen für traditionelle Beschäftigungsformen in das Zentrum der Betrachtung gerückt. Es werden Tendenzen erörtert, die eine Auflösung dieses Standards begünstigen. Die Veränderungen, welche die sogenannte Erosion des Normalarbeitsverhältnisses intendieren, begleiten und aus ihr folgen, werden dabei als Herausforderungen für das Personalmanagement aufgefasst. Als theoretische Grundlage dient der Ansatz des Human Resource Managements (HRM), der um die Komponente Strategie erweitert wird. Es wird die Bedeutung von Strategie im Umgang mit der Ressource Personal und den damit verbundenen Veränderungen herausgestellt und geprüft, welche Auswirkungen bzw. Folgen die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses für das Personalwesen einer Unternehmung mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Strategisches Human Resource Management
2.1 Der HRM-Ansatz
2.2 Strategisches HRM und strategisches Personalmanagement
3. Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
3.1 Das Normalarbeitsverhältnis
3.2 Atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse
3.3 Gründe für die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
4. Der betriebsstrategische Umgang mit der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
4.1 Zusammenhang von Strategie und Macht
4.2 Herausforderungen durch die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
5. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses für das strategische Human Resource Management (HRM). Dabei wird analysiert, wie Unternehmen auf die zunehmende Flexibilisierung und den Wandel traditioneller Beschäftigungsformen reagieren können und welche Herausforderungen dies für die strategische Personalführung mit sich bringt.
- Grundlagen des strategischen Human Resource Managements
- Definition und historische Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses
- Analyse atypischer und prekärer Beschäftigungsverhältnisse
- Ursachen für die Erosion des Normalarbeitsstandards
- Machttheoretische Aspekte und strategische Handlungsoptionen für das Personalmanagement
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Normalarbeitsverhältnis
Das Normalarbeitsverhältnis ist eng an die Verrechtlichung der deutschen Arbeitsbeziehungen gebunden und findet seinen Ursprung in dem Sozialmodell abhängiger Arbeit, welches sich in Deutschland von Beginn der Industrialisierung über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren entwickelt hat. (Vgl. Nökel 2001, S. 26) Die durch Vertragsfreiheit, unternehmerisches Weisungs- und Direktionsrecht und Gehorsamspflicht geprägten Arbeitsverhältnisse wurden im Zuge der ersten, 1839 vom preußischen Staat verabschiedeten, Arbeitsschutzgesetze zugunsten der Arbeiter modifiziert.
Durch die Einführung der Gewerbeordnung im Jahre 1869, der damit verbundenen Aufhebung des Koalitionsverbotes sowie dem Abschluss von Tarifverträgen wurden die Arbeitsbeziehungen standardisiert und normalisiert. Somit wurden die Grundlagen für den Bestand und die Kontinuität von abhängigen Beschäftigungsverhältnissen gelegt. Während des Übergangs zur entwickelten Industriegesellschaft zwischen 1920 und 1950 erhielt der Arbeitsmarkt zunehmend die Funktion eines Allokationsmechanismus für Erwerbstätigkeit.
In der Nachkriegsphase wurde durch das Ausbildungssystem, die Tarifbeziehungen, arbeitsrechtliche Regelungen, sozialstaatliche Absicherungen sowie eine anhaltenden Periode der Vollbeschäftigung zwischen 1950 und 1960 die mit dem Normalarbeitsverhältnis verbundene Regelhaftigkeit, Stabilität bzw. Höhe der Löhne und Transferleistungen gesichert. Während der Zeit zwischen 1950 und 1970, die als Entwicklungszeitraum des Normalarbeitsverhältnisses gilt, wurde die Abhängigkeit vom Lohneinkommen gesellschaftliche Normalität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses ein und stellt den Bezug zum strategischen Human Resource Management her, welches als theoretischer Rahmen der Untersuchung dient.
2. Strategisches Human Resource Management: Dieses Kapitel erläutert den ressourcenorientierten HRM-Ansatz und grenzt diesen theoretisch von einem rein strategischen Personalmanagement ab.
3. Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses: Hier werden das Normalarbeitsverhältnis definiert, atypische Beschäftigungsformen abgegrenzt und die vielfältigen Gründe für deren Erosion (z. B. Strukturwandel, Deregulierung) analysiert.
4. Der betriebsstrategische Umgang mit der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Strategie und Macht in diesem Kontext und leitet daraus spezifische Herausforderungen und Handlungsfelder für das HRM ab.
5. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle des HRM als antizipative Instanz angesichts eines sich verändernden Arbeitsmarktes.
Schlüsselwörter
Normalarbeitsverhältnis, Human Resource Management, Strategie, Erosion, Arbeitsmarkt, Beschäftigungsverhältnisse, Flexibilisierung, prekäre Beschäftigung, Macht, Personalführung, Strukturwandel, Deregulierung, Humankapital, Transaktionskosten, Arbeitnehmerüberlassung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung weg vom traditionellen Normalarbeitsverhältnis hin zu flexibleren Beschäftigungsformen und der Frage, welche Konsequenzen dies für die strategische Ausrichtung des Personalmanagements hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Normalarbeitsverhältnisses, die Entstehung atypischer Beschäftigungsformen wie Leiharbeit oder Teilzeit, sowie die betriebsstrategischen Anpassungsprozesse im Personalmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses für das strategische Human Resource Management (HRM) zu bestimmen und aufzuzeigen, wie Unternehmen machttheoretisch und organisatorisch reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um den theoretischen Rahmen des strategischen HRM zu begründen und die strukturellen sowie gesellschaftlichen Ursachen der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Normalarbeitsverhältnisses, dessen Erosion, die verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für die Personalplanung und Steuerung in Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Normalarbeitsverhältnis, Erosion, strategisches HRM, Flexibilisierung, atypische Beschäftigung, Arbeitsmarktderegulierung und Machtverhältnisse.
Warum ist der Begriff „Erosion“ im Kontext des Normalarbeitsverhältnisses so wichtig?
Der Begriff beschreibt treffend, dass sich die Verbreitung von Normalarbeitsverhältnissen nicht schlagartig auflöst, sondern schleichend durch neue, atypische Beschäftigungsmuster abgelöst wird, was das traditionelle Modell schwächt.
Welche Rolle spielt die „Macht“ bei der Anpassungsstrategie der Unternehmen?
Macht wird hier als Fähigkeit definiert, Unsicherheiten im Umfeld zu kontrollieren; Unternehmen müssen Strategien entwickeln, die ihre Autonomie und Handlungsspielräume sichern, wenn die bisherigen Stabilitätsanker des Arbeitsverhältnisses wegfallen.
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- Daniel Zäck (Author), 2013, Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262514