Stressbewältigung: In der Ruhe liegt die Kraft


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2014
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Stress“

3. Stressquellen erkennen
3.1. innere Stressoren
3.2. äußere Stressoren

4. Wege zur Stressbewältigung
4.1. Reizmanagement
4.2. Erregungsmanagement
4.3. Entspannungsverfahren
4.3.1. Autogenes Training
4.3.2. Progressive Relaxation
4.3.3. Yoga
4.4. Zeitmanagement / Selbstmanagement

5. Zeitmanagement
5.1. SMART - Analyse
5.2. ALPEN - Methode
5.3. Eisenhower - Prinzip

6. Stresstheoretische Konzepte
6.1. Hans Selye
6.2. Richard Lazarus

7. Auswirkungen

8. Persönliche Stellungnahme

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“[1] (Lothar Seiwert)

In der heutigen Zeit ist den meisten Menschen die allgegenwärtige Situation bekannt, sich beruflich oder privat überfordert zu fühlen. Dieses Symptom geht einher mit Zuständen wie Gereiztheit, Hektik und Nervosität und kann bis zum immer weiter verbreiteten Burnout voranschreiten. Der Ausdruck „Stress“ wird immer noch gerne als Mode-Erscheinung bezeichnet, hat sich jedoch in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einer ernst zu nehmenden Krankheit entwickelt. Auch in der Forschung ist dieses Thema seit über 40 Jahren Gegenstand einer intensiven Weiterentwicklung. Die daraus resultierenden Folgeerscheinungen durch unseren Lebens- und Arbeitsstil werden sicher auch weiterhin zunehmen. Immer wichtiger wird daher der in eigener Verantwortung liegende, positive Umgang mit der Situation Stress und der damit verbundenen Stressbewältigung.[2]

Doch inwiefern können wir nun Stress messen, wenn dieser so individuell anders empfunden wird? Sehen wir uns dazu zwei Beispiele an, wie sie sicherlich ein jeder von uns des Öfteren erlebt hat.

Badeurlaub: Herr A. liegt mit seiner Frau in einem Liegestuhl am Strand von Frankreich und lässt sich die Sonne auf das Gemüt scheinen, während er den Wellen des Meeres lauscht, die sich an einem Riff vor Ihm brechen. Auf einmal schreit seine Frau auf, nachdem sie auf die Uhr schaute: „Es ist 18 Uhr, im Hotel gibt es nur noch 30 Minuten Abendessen“. Herr A. stöhnt: „So ein Stress“.

Meeting: Herr B. muss für den morgigen Tag noch ein wichtiges Handout Verfassen, für die Vorstellung eines neuen Geschäftskonzeptes. Jedoch stürzt sein Computer laufend ab. Nach einer Stunde entscheidet er sich ein Bier aufzumachen und den Dingen seinen Lauf zu lassen, da er es aus seiner Sicht sowieso nicht ändern kann. Herr B. seufzt: „So ein Stress“.

Doch welcher dieser zwei Personen steht nun wirklich unter Stress und ist davon stark belastet? Und welcher sagt dies womöglich einfach nur schnell dahin, als Synonym wie wir es alle kennen, für: „Ich habe gerade keine Lust“ oder: „Ich bin gerade beschäftigt“.

Wir wissen es nicht, denn Stress ist individuell.

Die auf den folgenden Seiten beschriebenen Ausführungen sind daher für eine Vielzahl von Menschen geeignet, jedoch kann nicht für jeden Menschen eine positive Wirkung garantiert werden. Es wird daher keine Wertung vorgenommen, sondern lediglich bewährte Maßnahmen und Konzepte für die individuelle, persönliche Anwendung erläutert.

2. Definition „Stress“

Das Wort Stress wird von vielen Menschen komplett unterschiedlich empfunden. Man kann daher nicht pauschalisieren welche Faktoren explizit dazu beitragen, dass eine Person Stress empfindet. Stress verhält sich in diesem Zusammenhang wie Erfolg, Versagen oder Glück – es wird von Menschen individuell unterschiedlich empfunden. „Unter Stress versteht man die Reaktion des Organismus auf eine besondere Beanspruchung“. Diese kann sowohl positiv als auch negativ sein und ist wiederkehrend, wie in einer Art Teufelskreis. Stress ist also kein einmaliger Verlauf, allein schon aufgrund der Tatsache der Veränderungen von beispielsweise persönlichen Gewohnheiten und Verhaltensweisen. Diese Veränderungen treten völlig natürlich im Laufe des Lebens auf und sind im Grunde genommen unbedenklich.

Wir sprechen also von keinem abgeschlossenen System, was bedeutet, dass immer wieder frühzeitig Stressvorbeugungsmaßnahmen getroffen werden müssen, sowie der Umgang mit Stress wiederholt erlernt werden muss.[3]

Es gibt genau zwei unterschiedliche Arten von Stress. Nach einem Konzept von Hans Selye unterscheidet man in negativem Stress, auch Disstress genannt und positivem Stress, welcher auch Eustress genannt wird. Der positive Eustress fördert die maximale Leistungsfähigkeit des Körpers und stellt den Körper vor neue Herausforderungen, er gestaltet das Leben somit interessanter.

Ein grundsätzliches Stresspotenzial ist für einen Organismus und dessen Überleben unabdingbar. Dieser Stress erhöht also die Aufmerksamkeit, ohne dem Organismus oder der Psyche zu schaden. Eustress tritt vor allem auf, wo ein Mensch motiviert und angetrieben wird um eine bestimmte Leistung zu erreichen.[4]

Ganz und gar anders zu bewerten ist der negative Stress (Disstress). Er tritt in denjenigen Reizen hervor, die als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd gewertet werden. Der Disstress entsteht vor allem, wenn eine bevorstehende Aufgabe als unüberwindbar erscheint und die darunter leidende Person durch ihre Interpretation der Reize keine Möglichkeit zur Bewältigung der Situation sieht. Wer über lange Zeit unter Disstress leidet, bemerkt dies markant unter einer Abnahme der Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Vergesslichkeit. Fehlt es dieser Person an geeigneten Maßnahmen und Strategien um den Stress zu bekämpfen und diesem Zustand entgegenzuwirken, kann es zu schweren gesundheitsschädlichen Folgen kommen die bis hin zum Burn-Out-Syndrom führen können.[5]

„Der Disstress (...) ist unser Feind. Vor ihm müssen wir uns hüten, weil er nicht nur unseren Körper, sondern auch unseren Geist treffen kann. Er kann uns zermürben und fertig machen.“[6]

3. Stressquellen erkennen

Was sind sogenannte Stressquellen? Eine Quelle, ein sogenannter Ursprung kann sehr vieles sein und ist nicht für alle Bereiche genau definiert. In unserem Fall sprechen wir hier jedoch von sämtlichen Tatsachen, Ereignissen, Situationen, Personen oder auch Umwelteinflüssen die sogenannte Schlüsselfunktionen besitzen und somit Veränderungen hervorrufen.

Stressquellen sind also Stressoren, die über eine kurze Dauer oder einen längeren Zeitraum andauern können. Die enormsten Stressquellen sind traumatische Ereignisse. Sie besitzen im Normalfall die höchsten Stressmerkmale.

Nach Holmes und Rahe erfordern alle Veränderungen im Leben eine Umstellung und eine neue Anpassungsleistung. Diese Umstellungen und Anpassungsleistungen können von Menschen als belastend wahrgenommen werden. Die beiden Forscher wollten den Wirkungsgrad solcher Veränderungen messbar machen und erfanden deshalb die Lebensereignis-Skala.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 1. Social Readjustment Rating Scale (SRRS) nach Holmes und Rahe[8]

Die folgende Skala hatte großen Einfluss auf die Stressforschung, da man aus ihr die häufigsten Stressoren und ihre jeweilige Gewichtung in Art der Höhe des Stresslevels in Annäherung für die gesamte Gesellschaft ablesen kann. Zur Auswertung, wird dem Teilnehmer eine solche Skala mit Stressoren und der entsprechenden Punktezahl vorgelegt. Die Person kreuzt nun diejenigen Dinge an, die ihr im letzten Jahr wiederfahren sind und addiert die jeweiligen Stresspunkte. Nach Holmes und Rahe ist das psychische und körperliche Befinden einer Person umso schlechter, desto höher dieser Gesamtwert ausfällt.[9]

Wie man aus dieser Liste bereits erkennen kann, gibt es eine enorme Menge an Stressoren, die uns schließlich Stress empfinden lassen. Allgemein differenzieren wir diese in innere- und äußere Stressoren.

3.1. innere Stressoren

Hierbei spielt die Erziehung eine wichtige Rolle. Mögliche Stressoren können sein:

- Geringe Belastbarkeit
- Hohe Ansprüche / Erwartungen
- Ängste
- Perfektionismus
- Pessimismus
- Unerfüllte Wünsche / Träume

3.2. äußere Stressoren

Äußere Stressoren sind meist jegliche Art von Umwelteinflüssen. Zu diesen gehören:

- Lärm
- Wartezeiten
- Schmerzen (vor allem Rückenschmerzen)
- Ärger mit Familie / Kollegen / Freunden
- Zeit- und Termindruck
- Zu viel Arbeit
- Kritik
- Neue Herausforderungen
- Schulden oder Verluste (Arbeitsplatz, Tod...)

4. Wege zur Stressbewältigung

Die Ursachen, also die Auslöser sind nun bekannt. Es folgen nun Methoden zur Stressbewältigung sowie vor allem zur wirksamen Vorbeugung. Um Stress beim Tätigen seiner Arbeit zu reduzieren oder zumindest ohne Disstress auszukommen.

4.1. Reizmanagement

Die einfachste und effektivste Art der Stressbekämpfung besteht in der Vermeidung der Stressoren an sich. Dies ist jedoch nicht immer so einfach, wie es anfangs erscheint. Zuerst einmal muss man seine persönlichen Stressquellen erkennen, denn nur wenn man diese Stressoren identifiziert, kann man diese wirksam bekämpfen. Zu diesem Zweck kann man beispielsweise personalisierte Fragebögen nutzen.

Stehen die Stressoren nach Auswertung dieses Fragebogens fest, muss ein Konzept erarbeitet werden, wie diese entweder gänzlich ausgeschaltet oder wenigstens minimiert werden können. Dies dient der Entlastung der betroffenen Personen oder im besten Falle sogar dazu, dass diese gar nicht mehr belastet werden. Wenn beispielsweise ein klingelndes Telefon als störender Reiz empfunden wird, so kann hier durch eine Rufumleitung oder durch Lautlosstellung des Telefons Abhilfe geschaffen werden. Diese Störreize sollte man versuchen möglichst gänzlich zu eliminieren.

[...]


[1] Vgl. Seiwert, Lothar.J, Wenn du es eilig hast gehe langsam, S.1.

[2] Wagner-Link, Angelika, Aktive Entspannung und Stressbewältigung, S.1.

[3] Bonvallat, Isabelle, Ratgeber für die körperliche und psychische Gesundheit, S.7.

[4] Kaiser, Stephan, Work-Life Balance, S.233.

[5] Ebd.

[6] Vgl. Bischof, Klaus, Aktives Selbstmanagement, S.63.

[7] Jackson, Mark, The age of stress, S. 192.

[8] Wiedemann, Wolfgang, Entspannung für Einsteiger, S.8-9.

[9] Aronson, Elliot, Sozialpsychologie, S.490-491.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Stressbewältigung: In der Ruhe liegt die Kraft
Hochschule
Hochschule Darmstadt
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V272470
ISBN (eBook)
9783656647195
ISBN (Buch)
9783656647218
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stressoren, Eustress, Disstress, Reizmanagement, Erregungsmanagement, Zeitmanagement, Eisenhower, Alpen, Smart, Hans Selye, Richard Lazarus, Stress, Progressive Relaxation, Yoga, Autogenes Training, Stressquellen, Lothar Seiwert, Holmes, Rahe, Rating Scale, Auswirkungen, Burnout
Arbeit zitieren
Patrick Ziegler (Autor), 2014, Stressbewältigung: In der Ruhe liegt die Kraft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272470

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