Des Öfteren wundert sich der Zuschauer über Übersetzungen, wenn er einen Film oder eine Serie im Originalton schaut und dazu anderssprachige Untertitel eingeschaltet hat. Gleich zu Anfang sei ein Beispiel gegeben.
Was hat es mit dieser Übersetzungsentscheidung auf sich? Inwiefern wurde sie von der Einbeziehung kultureller Aspekte beeinflusst? Die letztere Frage leitet über zu dem Thema der vorliegenden Seminararbeit. In dieser soll geklärt werden, in welcher Weise kulturelle Aspekte Übersetzungsprobleme bei der Untertitelung darstellen und welche Übersetzungsstrategien einem Untertitler zur Verfügung stehen.
Dazu wird zunächst erläutert, warum kulturspezifische Textinhalte überhaupt ein Übersetzungsproblem darstellen können. Darauf folgt der Hauptteil dieser Arbeit, der aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Im theoretischen Kapitel werden die wichtigsten Übersetzungsstrategien beschrieben und mit Beispielen illustriert. Anschließend wird im praktischen Teil untersucht, welche dieser Strategien Anwendung in den deutschen Untertiteln der amerikanischen Sitcom „Friends“ finden. Hierfür werden für die einzelnen Beispiele Einstellungsprotokolle angefertigt. Am Schluss steht ein Fazit, in dem sämtliche Ergebnisse knapp zusammengefasst und interpretiert werden.
Inhaltsverzeichnis
2 Einführung
3 Kulturspezifische Textinhalte als Übersetzungsproblem
4 Übersetzungsstrategien in Untertiteln
4.1 Ausgangssprachlich-orientierte Strategien
4.1.1 Transposition (retention)
4.1.2 Transposition mit Erklärung (specification)
4.1.3 Lehnübersetzung (calque)
4.2 Zielsprachlich-orientierte Strategien
4.2.1 Generalisierung (generalization)
4.2.2 Adaptation (substitution)
4.2.3 Auslassung (omission)
4.2.4 Kultureller Transfer (official equivalent)
5 Übersetzungsstrategien in der Sitcom Friends
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie kulturspezifische Elemente in der Untertitelung amerikanischer Sitcoms, am Beispiel der Serie Friends, in das Deutsche übertragen werden und welche Übersetzungsstrategien dabei zum Einsatz kommen.
- Analyse der Herausforderungen bei der interlingualen Untertitelung
- Klassifizierung von Übersetzungsstrategien nach ausgangs- und zielsprachlicher Orientierung
- Praktische Untersuchung anhand von Einstellungsprotokollen der ersten Staffel von Friends
- Evaluation der Wirkungsäquivalenz bei humorvollen Textinhalten
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Transposition (retention)
Bei der Transposition (dt. Begriff nach Karamitroglou, zitiert in Belz 2008: 75) wird das Element aus dem Zieltext, welches die Übersetzungsschwierigkeit verursacht, unverändert in den Untertitel übernommen. Hier handelt es sich um eine Strategie, die extrem an der Ausgangssprache orientiert ist und dem Zieltextrezipienten keine weiteren Informationen zu dem kulturspezifischen Element gibt (vgl. Pedersen 2005: 4.). Laut Koller kann es sich bei dieser Methode auch um eine bewusste Verfremdung handeln, die den entsprechenden Dialog authentischer wirken lassen soll (vgl. Koller 1979: 164).
(2) OT: Last year she worked at Taco Bell.
UT: Letztes Jahr hat sie bei Taco Bell gearbeitet.
Die Beibehaltung des kulturspezifischen Elements hat den Vorteil, dass keine weiteren Zeichen im Untertitel notwendig sind. Zusätzlich kann jedoch das transpositionierte Element in Häkchen gesetzt oder kursiv geschrieben werden. Auch eine minimale Anpassung an den Zieltextleser ist möglich, wenn für ihn zum Beispiel der Artikel hinzugefügt oder ausgelassen wird (vgl. Pedersen 2005: 4).
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einführung: Dieses Kapitel erläutert das Grundproblem bei der Übersetzung von Filmen und Serien mit kulturellen Bezügen und umreißt die Struktur der Seminararbeit.
3 Kulturspezifische Textinhalte als Übersetzungsproblem: Hier werden theoretische Grundlagen wie das Scenes-and-frames-Konzept erläutert, um zu verdeutlichen, warum kulturelle Spezifika Schwierigkeiten bei der Übersetzung verursachen.
4 Übersetzungsstrategien in Untertiteln: Dieses Kapitel stellt verschiedene Strategien zur Lösung von Übersetzungsproblemen vor, unterteilt in ausgangssprachlich- und zielsprachlich-orientierte Ansätze.
5 Übersetzungsstrategien in der Sitcom Friends: Der praktische Teil analysiert anhand von Einstellungsprotokollen der ersten Staffel, welche Strategien bei der Übersetzung der Serie tatsächlich Anwendung fanden.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass zielsprachlich-orientierte Strategien bei Friends dominierten, wobei die angestrebte Wirkungsäquivalenz nicht immer erreicht wurde.
Schlüsselwörter
Audiovisuelle Übersetzung, Untertitelung, Friends, Kulturtransfer, Transposition, Adaptation, Generalisierung, Kulturspezifische Elemente, Wirkungsäquivalenz, Sitcom, Übersetzungswissenschaft, Sprachmittlung, Scenes-and-frames-Konzept, Humorübersetzung, Lokalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen, die sich bei der Untertitelung von Filmen und Serien ergeben, wenn kulturspezifische Inhalte in eine andere Sprache übertragen werden müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Übersetzungsprozesses, die Kategorisierung spezifischer Übersetzungsstrategien und deren praktische Anwendung in einem audiovisuellen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, wie kulturelle Aspekte als Übersetzungsprobleme wirken und welche Strategien Untertitler nutzen, um diese zu lösen, insbesondere im Hinblick auf die Sitcom Friends.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine praktische Untersuchung anhand von Einstellungsprotokollen der ersten Staffel von Friends.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung verschiedener Übersetzungsstrategien und einen praktischen Analyseteil zu konkreten Szenen aus der Sitcom.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Audiovisuelle Übersetzung, Untertitelung, Kulturtransfer, Adaptation, Generalisierung und Wirkungsäquivalenz.
Warum wird in der Serie Friends oft eine Adaptation vorgenommen?
Da die Serie stark auf US-amerikanische kulturelle Referenzen setzt, die einem deutschen Publikum oft unbekannt sind, ist eine Adaptation notwendig, um das Verständnis oder den Witz der Szene zu bewahren.
Warum gelingt die Wirkungsäquivalenz nicht immer?
Oft gehen bei der Adaptation oder Paraphrasierung die ursprünglichen Konnotationen verloren oder das Ersetzen von Referenzpunkten wirkt für den Rezipienten unglaubwürdig oder verwirrend.
- Citar trabajo
- Hanna Wilkes (Autor), 2013, Kulturelle Aspekte als Übersetzungsproblem in Untertiteln am Beispiel der Serie "Friends", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299178