Filmbildung im Deutschunterricht. Medienkompetenz durch Filme und Videos

Praktische Umsetzung für die Grundschule, Realschule und das Gymnasium


Hausarbeit, 2014
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung Seite

2. Sachanalyse des Themas Seite

3. Didaktische Analyse des Themas Seite

4. Unterrichtlicher Teil Seite
4.1 Das Filmgesprach Seite
4.2 Schreiben zu Filmen Seite
4.3 Szenische Verfahren im Umgang mit Film Seite
4.4 Arbeit mit Filmplakaten und Trailern Seite
4.5 Arbeit mit Standbildern (Frames) Seite
4.6 Arbeit mit ausgewählten Sequenzen (Clips) Seite
4.7 Arbeit mit Bonus-Material Seite
4.8 Arbeit mit der Mehrsprachigkeit: Untertitel und Synchronfassungen Seite
4.9 Arbeit mit literarischen Vorlagen, Filmbuchern und Drehbuchern Seite

5. Fazit Seite

6. Literaturverzeichnis Seite

7. Verzeichnis von Online-Quellen Seite

8. Anhang Seite
8.1 Freiburger Filmcurriculums Seite
8.2 Filmbildung. Kompetenzorientiertes Konzept fur die Schule

1. Einleitung

Fernsehen, Video und Kino spielen seit einigen Jahrzehnten eine zentrale Rolle der Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen, so sie vom Grunde her im Selbstverstandnis mit audiovisuellen Medien aufwachsen. Dennoch findet Filmbildung in Schulen bis heute kaum und nur nachgeordnet statt. In meiner Ausarbeitung zum Seminarthema „Audiovisuelle Texte: Filme und Videoclips" werde ich einige filmdidaktische Konzepte und praktische Umsetzungsbeispiele fur den Deutschunterricht prasentieren; - als werdende Lehrkraft halte ich es fur unabdingbar, den Schulerinnen und Schulern den richtigen Umgang mit Medien zu vermitteln sowie sie vor allem des kritischen Hinterfragens von Medien zu befahigen!

Zunachst werde ich in der Sachanalyse die Grundlagen des Films beleuchten und die Relevanz der Integration von Filmen in den Schulunterricht darstellen. AnschlieRend folgt die didaktische Analyse, innerhalb welcher ich Auskunft uber die angestrebten Kompetenzen geben werde und den Bezug zum Lehrplan herstelle. Im unterrichtlichen Teil werde ich konkrete Unterrichtsmethoden vorstellen, wobei deutlich wird, dass man Filme nicht nur zur Filmanalyse verwenden kann. Schlussendlich folgen ein kurzes Fazit und das Literaturverzeichnis.

2. Sachanalyse des Themas

Die Deutschdidaktik unterteilt sich in die folgenden drei Teilbereiche: Sprach-, Literaturund Mediendidaktik. Audiovisuelle Medien (u.a. Filme) zahlen zur Mediendidaktik und sind somit ein Bestandteil der Deutschdidaktik. Audiovisuelle Medien lassen sich wie folgt definieren (FREDERKING/KROMMER/MAIWALD, 22012, 145 ff.): „In diesem Sinn lassen sich audiovisuelle Medien als technisch erzeugte Verbindungen von (in der Regel) bewegten Bildern und Tonen begreifen."

Wenn wir den audiovisuellen Texten nun auf den Grund gehen stellen wir fest, dass die Idee, Ton und Bild miteinander zu verbinden bereits in der Zeit der Renaissance ihren Ursprung fand. Schon zu damaliger Zeit würden Laternamagica-Vorfuhrungen (Projektionen) mit Drehorgelmusik untermalt (vgl. FREDERKING/KROMMER/MAIWALD, 2008, 48 ff.).

Der erste Tonfilm wurde allerdings erst viel spater im Jahre 1925 veroffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an verbreitete sich der Tonfilm unaufhaltsam, gekennzeichnet durch stetig aufeinanderfolgende technische Neuerungen mit den einhergehenden merkbaren Fortschritten.

Heutzutage spielen nicht nur (Spiel-)Filme, sondern auch das Fernsehen mit seinen Serien, Sendungen und Shows eine nicht unerhebliche, mitunter sogar beherrschende, Rolle fur die Sozialisation der Heranwachsenden. Umso verpflichtender auferlegt es den Padagogen unserer Gesellschaft, „Schuler(inne)n im Deutschunterricht Moglichkeiten zur reflexiven und kritischen Verarbeitung gerade auch ihrer telematischen Mediensozialisation zu eroffnen (...). Gleichzeitig laden allerdings auch die spezifischen medienasthetischen Aspekte fernsehvermittelter Filme, Werbung und Musikvideoclips zur intensiveren Auseinandersetzung ein (...)." (Ebd., 52).

Audiovisuelle Medien werden heute als ein Ergebnis eines medialen Wandels gesehen. Die Medienprodukte besitzen einen hohen Stellenwert in der Lebenswirklichkeit auRerhalb des schulischen Kontexts und beinhalten grundsatzlich hohes Potential zur Bildung von Heranwachsenden beizutragen (vgl. LEUBNER/SAUPE/RICHTER, 2010, 200).

Die Unterschiede zwischen Text und Film liegen im Medium und im Zeichencharakter der Darstellung (vgl. a. a. O., 203): Filme wirken auf den Rezipienten wie ein Abbild der Realitat. Dennoch gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Film und Text, namlich dass beide fiktionale Erzahlungen darbieten, dass sie asthetische Besonderheiten aufweisen und dass man sowohl im Film als auch in einem Text die Sichtweisen der Beziehung vom Subjekt zur AuRenwelt erfahrt.

Filme werden in ihren verschiedenen Arten unterteilt (vgl. FREDERKING/KROMMER/ MAIWALD, 2012, 145 ff.): z.B. Spielfilm (u.a. Hollywood-Mainstream, Animationsfilme, Kinderund Jugendfilme), Fernseher (informativ: u.a. Nachrichten, performativ: u.a. Castingshows, fiktional: u.a. Serien), Werbespots und Videoclips. Da mich als werdende Lehrerin im speziellen die Kinderund Jugendfilme interessieren, werde ich nachfolgend die Merkmale dieser beiden Gattungen erlautern (vgl. HEINKE/RABE, 22012, 421 ff.):

- Filme, die von Erwachsenen speziell fur Kinder produziert werden
- Die Darstellungsund Erzahlweise orientiert sich an der Verstandesreife von Kindern
- Die Protagonisten sind meistens Kinder oder Jugendliche - auch vermenschlichte Tiere, Erwachsene oder vermenschlichte Gegenstande (z. B. Roboter oder Autos)
- Die Welt wird so dargestellt wie Kinder sie erleben (phantastische und tiefgrundige Traumwelt der Kinder)
- Die behandelten Themen bei Kinderfilmen: Freundschaft, Abenteuer, Bewahrung, Familienund Generationskonflikte, kindliche Freuden, Note, Sehnsuchte und Traume
- Die behandelten Themen bei Jugendfilmen: Spezifische Probleme des
Erwachsenwerdens - z.B. Liebe, Gewalt, Umgang mit Drogen, Jugendcliquen, Suche nach der eigenen Identität, Vorbilder, Abnabelung vom Elternhaus
- Der Aufbau der Filme ist haufig ahnlich: Eine Ordnung gerat in Gefahr, Protagonist stellt sich der Gefahr, um die Ordnung ohne Hilfe eines Erwachsenen wieder her zu stellen, es folgt ein Happy End.

Kinderfilme werden in die Genres Realfilm und Animationsfilm unterteilt.

3. Didaktische Analyse des Themas

Das Interesse fur die Mediendidaktik - insbesondere die der Filmdidaktik - nahm in den letzten Jahren stark zu. Bekannte einschlagige Magazine, wie zum Beispiel „Der Deutschunterricht" berichten mehr und mehr uber Filmdidaktik, auRerdem werden gehauft Tagungen und Seminare zum Thema angeboten.

Zwar gibt es nach wie vor Kritiker, welche in der Verwendung von audiovisuellen Medien im Unterricht Gefahren sehen oder vermuten, die meisten Lehrer(innen) integrieren jedoch gewollt und damit bewusst Filme in ihrem Unterricht. Ulf Abraham bringt es sehr deutlich auf den Punkt (12009, 7):

„Die AV-Medien haben heute - und zwar nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen! - Gratifikationserwartungen weitgehend auf sich gezogen, die traditionell von der Buchliteratur (v.a. Romanlekture) befriedigt würden: Unterhaltung, Entspannung, Ablenkung. Entsprechend groR ist der Stellenwert der AV-Medien fur die Freizeitgestaltung der Heranwachsenden: Kinder lernen fruhzeitig nicht nur verschiedene Fernsehformate, sondern auch Filmgenres kennen und schatzen. (...) Das hatte und hat Folgen fur den Deutschunterricht; statt Anker im reiRenden Strom der Bilder zu setzen und zu verhindern, dass mediale Beschleunigung die AV-sozialisierten Heranwachsenden fortreiRt, hat er bislang das Medium weitgehend ignoriert, von der ,Literaturverfilmung' vielleicht abgesehen (...). Mit Filmgesprachen, Analyse filmischer Mittel (als medienspezifischer Ausdrucksmöglichkeiten) und Schreiben zu Filmen kann mitgebrachtes, meist in außerschulischen Zusammenhängen erworbenes implizites Wissen bewusst gemacht und in kompetente Mediennutzung überführt werden. Daher ist die didaktisch funktionale Beschreibung audiovisueller ‚Texte‘ ein wichtiger Beitrag zu einem medienreflexiven Deutschunterricht.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Filmbildung im Deutschunterricht. Medienkompetenz durch Filme und Videos
Untertitel
Praktische Umsetzung für die Grundschule, Realschule und das Gymnasium
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Lese- und Literaturunterricht / Mit Texten und Medien umgehen
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V356348
ISBN (eBook)
9783668428515
ISBN (Buch)
9783668428522
Dateigröße
11588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Film, Deutschunterricht, Deutsch, Filme, Filmbildung, Audiovisuelle Texte, Audiovisuell, Videoclips, Filmgespräch, Szenische Verfahren, Standbilder, Trailer, Sequenzen, Frames, Clips, Filmplakat, Filmplakate, Medien, Medienunterricht, medienkompetenz, grundschule, realschule, gymnasium, sek 1, sek 2
Arbeit zitieren
Katjana Schulze (Autor), 2014, Filmbildung im Deutschunterricht. Medienkompetenz durch Filme und Videos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356348

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