"Ein Heer von Schafen, das von einem Löwen geführt wird, schlägt ein Heer von Löwen, das von einem Schaf geführt wird" (Groth, 2016). Dieses alte arabische Sprichwort, das die Bedeutsamkeit einer führenden Kraft in den Mittelpunkt stellt, ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. Schlagwörter wie Frauenquote, Managergehalt und Burnout beherrschen die Medien. Eine von der Digitalisierung und Globalisierung veränderte Gesellschaft möchte auch ihr Verständnis von Führung neu definieren. Doch was zeichnet einen modernen Löwen aus? Haben sich die Herausforderungen, der sich eine moderne Führungskraft stellen muss, gewandelt, oder sind es die gleichen geblieben, nur neu verpackt? Mit diesen Fragestellungen setzt sich der Forschungsbereich Leadership auseinander.
Mit dem Wandel von klassischen zu modernen Führungstheorien möchte sich diese Arbeit auseinandersetzen. Zum Verständnis werden zunächst begriffliche Abgrenzungen vorgenommen. Darauf aufbauend folgt der theoretische Teil dieser Arbeit. Dieser untergliedert sich in klassische und moderne Führungstheorien. Darüber hinaus dient das Konfliktmanagement als theoretischer Schwerpunkt. Im praktischen Teil wird der Autor seine persönliche Kompetenzentwicklung im Bereich Leadership reflektieren. Im Zentrum der Betrachtung wird der theoretisch gesetzte Schwerpunkt liegen. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer kurzen Zusammenfassung und Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2 Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Führung und Leadership
2. 2 Menschenbilder
3. Führungsansätze
3.1 Traditionelle Führungsansätze
3.1.1 Eigenschaftsorientierter Ansatz
3.1.2 Verhaltensorientierter Ansatz
3.1.3 Situationsorientierter Ansatz
3.2 New Leadership
3.2.1 Transaktionale und transformationale Führung
3.2.2 Emotionale Führung
4. Konfliktmanagement
4.1 Die Konflikteskalation nach Glasl
4.1.1 „Win-Win“ Ebene
4.1.2 „Win-Lose“ Ebene
4.1.3 „Lose-Lose“ Ebene
4.2 Die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
5. Persönliche Reflexion und Kompetenzentwicklung
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anforderungen an die moderne Führungspersönlichkeit durch eine Gegenüberstellung klassischer und zeitgemäßer Führungstheorien sowie durch eine Analyse der persönlichen Kompetenzentwicklung im Kontext des Konfliktmanagements.
- Wandel von traditionellen zu modernen Führungsansätzen
- Konflikteskalationsmodell nach Glasl
- Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
- Verknüpfung von Führungstheorie und praktischer Reflexion
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Emotionale Führung
Die emotionale Führung ist ein moderner Führungsansatz der von dem renommierten Psychologen und Wirtschaftsjournalisten Daniel Goleman entwickelt wurde. In seinem bekannten Werk „Emotionale Führung“, stellt er folgende These auf: „Die grundlegende Aufgabe von Führungskräften besteht darin, in den Menschen, die sie führen, positive Gefühle zu wecken. Das geschieht, wenn Führungskräfte Resonanz erzeugen - ein Reservoir an positiven Gefühlen, das das Beste in den Menschen hervorbringt. Die wichtigste Aufgabe einer Führungskraft liegt nach unserer Meinung demnach im Bereich der Emotionen“.
Nach Goleman haben Manager lange Zeit Emotionen als unternehmerisch irrelevant bezeichnet. Sie wurden sogar als störend für die rationalen Abläufe in Unternehmen betrachtet. Heutzutage sind sich aber gute Führungskräfte darüber bewusst, dass Emotionen sich positiv auf das Engagement, die Motivation und die Zufriedenheit auswirken können. Somit können Geschäftsergebnisse direkt beeinflusst werden. Eine emotional intelligente Führung kann also maßgeblich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen.
Nach Goleman sollte eine kompetente Führungskraft die Gefühle der Mitarbeiter ansprechen und deren Leidenschaft wecken können. Die grundlegende Aufgabe des Führenden ist die Lenkung der kollektiven Emotionen in eine positive Richtung. Dabei soll die Begeisterung für die anstehenden Aufgaben geweckt werden, was wiederum bessere Leistungen hervorruft. Dieser Effekt wird dadurch unterstützt, dass Menschen in einer Gruppe eine unterstützende emotionale Bindung zum Führenden suchen. Es liegt an der Führungskraft diesen Emotionen eine positive Richtung zu geben. Die Wirkung der emotionalen Intelligenz wird als Resonanz bezeichnet. Neueste Untersuchungen in der Gehirnforschung konnten nachweisen, wie die neurologischen Mechanismen einer emotional intelligenten Führung funktionieren und unterstreichen deren Wichtigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz moderner Führungskompetenz in einer durch Globalisierung und Digitalisierung geprägten Gesellschaft und führt in die theoretische sowie praktische Ausrichtung der Arbeit ein.
2 Begriffliche Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Führung und Leadership sowie unterschiedliche Menschenbilder, die als Grundlage für das Verständnis verschiedener Führungsstile dienen.
3. Führungsansätze: Es erfolgt eine detaillierte Analyse traditioneller, eigenschafts- und verhaltensorientierter Führungsstile sowie ein Übergang zu modernen, integrativen New-Leadership-Konzepten.
4. Konfliktmanagement: Das Kapitel behandelt die Eskalationsstufen nach Glasl sowie das Modell der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg zur konstruktiven Konfliktlösung.
5. Persönliche Reflexion und Kompetenzentwicklung: Der Autor reflektiert seine eigene Entwicklung als Führungskraft im Arbeitsalltag und wendet erlernte Methoden, insbesondere die GfK, erfolgreich in Teammeetings an.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Leadership eine kontextabhängige Fähigkeit ist, die durch kontinuierliche Reflexion und Anwendung moderner Ansätze erlernbar ist.
Schlüsselwörter
Führung, Leadership, Menschenbilder, New Leadership, Transformationale Führung, Transaktionale Führung, Emotionale Führung, Konfliktmanagement, Konflikteskalation nach Glasl, Gewaltfreie Kommunikation, GfK, Marshall B. Rosenberg, Kompetenzentwicklung, Personalführung, Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Anforderungen an moderne Führungspersönlichkeiten, indem sie klassische und moderne Führungstheorien gegenüberstellt und deren Anwendung in der Praxis reflektiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen gehören Führungstheorien, die Entwicklung von Menschenbildern, Konfliktmanagement-Methoden sowie die praktische Anwendung von Führungsinstrumenten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass effektive Führung weniger von starren Eigenschaften abhängt, sondern durch das Erlernen und Anwenden situativer und emotionaler Konzepte entwickelt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche zu Führungstheorien sowie eine praxisorientierte, qualitative Reflexion der eigenen Kompetenzentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Führungstheorien und Konfliktmanagementmodellen sowie einen praktischen Teil zur persönlichen Anwendung dieser Theorien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie New Leadership, Gewaltfreie Kommunikation (GfK), emotionale Intelligenz und situative Führung geprägt.
Wie hilft das Modell von Glasl bei der Konfliktlösung?
Es dient dazu, den Eskalationsgrad eines Konflikts genau zu identifizieren, um darauf basierend adäquate Lösungsstrategien zu wählen, bevor der Konflikt irreparable Ausmaße annimmt.
Warum spielt die Gewaltfreie Kommunikation für den Autor eine so große Rolle?
Der Autor konnte durch die vier Schritte der GfK (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte) bisher verdeckte Probleme in seinem Team aufdecken und die Kommunikation nachhaltig verbessern.
- Arbeit zitieren
- Alexander Bodev (Autor:in), 2017, Leadership. Anforderungen an die moderne Führungspersönlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366538