In dieser Arbeit soll ermittelt werden, inwieweit Live-Online-Trainings als Methode des Blended Learning einen Mehrwert für die Erwachsenenbildung darstellen können. Hierbei werden didaktische Aspekte fokussiert, die bei der Gestaltung von Live-Online-Trainings berücksichtigt werden müssen. Das Ziel dieser Arbeit ist aufzuklären, was bei der didaktischen Gestaltung von virtuellen Trainings berücksichtigt werden muss, damit die Potentiale dieser digitalen Lernform effektiv genutzt werden können.
Um die Thematik von Live-Online-Training zu ergründen, werden zunächst die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Bildung erläutert und die Lernformen des E-Learning und Blended Learning dargestellt. Anschließend folgt eine Ausführung der Potentiale, die digitale Bildungsangebote bieten und die Bedeutung der Online-Kommunikation in digitalen Lernformen wird thematisiert. Darauf folgt eine Beschreibung von Live-Online-Trainings. Anschließend werden die gängigsten Werkzeuge und Funktionen in virtuellen Räumen dargestellt, um danach die daraus resultierenden Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten in Live-Online-Trainings aufzuführen. Zur abschließenden Darstellung dieser Lernform wird ein Vergleich von Live-Online-Trainings mit Präsenzseminaren aufgestellt. Eine didaktische Betrachtung wird geschaffen, indem die Handlungsebenen für didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung auf Live-Online-Trainings übertragen werden. Hierfür werden zunächst die Handlungsebenen genannt, um im Anschluss jede Ebene einzeln zu erläutern und auf Live-Online-Trainings zu übertragen. Es werden bildungspolitische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Institutions- und die Fachbereichsdidaktik von Live-Online-Trainings thematisiert. Anschließend wird die Ebene der Seminarplanung dargestellt und auf Live-Online-Trainings im Kontext von Blended Learning übertragen. Zuletzt wird didaktisches Handeln auf die Gestaltung der konkreten Lehr- und Lernsituation bezogen. In Bezug auf Live-Online-Trainings werden zunächst die Anforderungen an die Lehrenden beschrieben. Danach werden die Anforderungen an die Lernenden bei der Gestaltung der Lernsituation aufgeführt. Letztendlich wird die Relevanz von Live-Online-Trainings als Methode des Blended Learning für die Erwachsenenbildung herausgestellt, um abschließend feststellen zu können, inwieweit sie für die Erwachsenenbildung geeignet sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitalisierung und Bildung
2.1 E-Learning
2.2 Blended Learning
2.3 Potentiale digitaler Bildungsangebote
2.4 Online-Kommunikation in digitalen Lernformen
3. Live-Online-Training (Webinar)
3.1 Begriffsklärung
3.2 Virtuelle Werkzeuge und Funktionen
3.3 Kommunikation und Interaktion im virtuellen Klassenraum
3.4 Vergleich zu Präsenztrainings
4. Didaktische Ebenen von Live-Online-Trainings
4.1 Ebenen didaktischen Handelns
4.2 A-Ebene: Bildungspolitik und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
4.3 B-Ebene: Institutionsdidaktik
4.4 C-Ebene: Fachbereichsdidaktik
4.5 D-Ebene: Seminarplanung
4.6 E-Ebene: Lehr- und Lernsituation
4.6.1 Anforderungen an die Lehrenden
4.6.2 Anforderungen an die Lernenden
5. Relevanz für die Erwachsenenbildung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Live-Online-Trainings als Methode des Blended Learning einen Mehrwert für die Erwachsenenbildung darstellen können. Ziel ist es, didaktische Aspekte der Gestaltung virtueller Trainings zu identifizieren, um deren Potenziale effektiv zu nutzen.
- Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Lehr- und Lernformen
- Grundlagen und Szenarien des Blended Learning
- Technische Werkzeuge und Funktionen in virtuellen Lernräumen
- Didaktische Handlungsebenen für Live-Online-Trainings
- Anforderungen an Lehrende und Lernende in virtuellen Settings
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsklärung
Webinare und Live-Online-Trainings bezeichnen ein Online-Treffen, das zu einem definierten Termin im Web durchgeführt wird. Dabei wird eine spezielle Kommunikationssoftware verwendet, sodass sich die Teilnehmer online austauschen und miteinander interagieren können. Die Inhalte des Trainings werden meistens durch eine Präsentationssoftware wie PowerPoint veranschaulicht und die Lernenden hören und sehen von ihrem Arbeitsplatz oder von zu Hause dem Dozenten bei der Präsentation zu. Durch eine Chatfunktion und andere Tools können dem Dozenten Fragen gestellt und gemeinsam Themen bearbeitet oder diskutiert werden (vgl. Erpenberg et al. 2015, S. 23).
Solche Kommunikationstools wie Chats, Umfragen, Whiteboard, Handheben, Webcam oder Screensharing ermöglichen Interaktion und Kommunikation zwischen den Lernenden untereinander und mit dem Vortragenden. Der Lehrende sitzt bei diesem Online-Training vor einem Bildschirm und teilt diesen mit den Teilnehmern, während er seinen Vortrag hält, der per Video- und Audioübertragung zu den Lernenden übertragen wird (vgl. Hermann-Ruess, Ott 2014, S. 7 f.).
Der Begriff Webinar kann nach Hermann-Ruess und Ott (2014) zwei Bedeutungen haben: 1. Onlinepräsentation oder 2. Online-Training. Obwohl für beide Formen dieselbe Software mit denselben Tools genutzt wird, ist die Verwendung des Begriffs unterschiedlich (vgl. Hermann-Ruess, Ott 2014, S. 9). Der Ursprung des Wortes Webinar ist die Wortkombination aus Seminar im Web (vgl. Luber, Geisler 2016, S. 27). Dennoch bedeutet dies nicht, dass Webinare immer Online-Trainings darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die steigende Bedeutung von Live-Online-Trainings im Kontext des lebenslangen Lernens und setzt das Ziel, deren didaktische Gestaltung zur effektiven Potenzialnutzung zu klären.
2. Digitalisierung und Bildung: Es wird der Wandel durch digitale Medien beschrieben und die Begriffe E-Learning sowie Blended Learning erläutert, wobei Potenziale und kommunikative Herausforderungen aufgezeigt werden.
3. Live-Online-Training (Webinar): Dieses Kapitel definiert Live-Online-Trainings, erläutert technische Werkzeuge sowie Interaktionsmöglichkeiten und vergleicht diese Form mit Präsenzveranstaltungen.
4. Didaktische Ebenen von Live-Online-Trainings: Basierend auf dem Modell von Flechsig und Haller werden fünf didaktische Handlungsebenen auf Live-Online-Trainings übertragen, inklusive Anforderungen an Lehrende und Lernende.
5. Relevanz für die Erwachsenenbildung: Es wird dargelegt, wie Live-Online-Trainings in verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung eingesetzt werden und welche Bedeutung sie für die Zukunft des Blended Learning haben.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Live-Online-Trainings bei kompetenter didaktischer Gestaltung einen Mehrwert bieten, fordert jedoch weitere empirische Forschung zum Lernerfolg und zur Lerneffizienz.
Schlüsselwörter
Live-Online-Training, Webinar, Blended Learning, Erwachsenenbildung, Digitalisierung, didaktisches Handeln, E-Learning, virtuelle Lernräume, Medienkompetenz, Kommunikation, Interaktion, Lehr- und Lernsituation, Seminarplanung, Weiterbildung, Selbststeuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Betrachtung von Live-Online-Trainings als Methode des Blended Learning in der Erwachsenenbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Digitalisierung der Bildung, das Blended Learning, die technische und didaktische Gestaltung virtueller Trainings sowie die Anforderungen an die Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuklären, welche didaktischen Aspekte bei der Gestaltung von Live-Online-Trainings berücksichtigt werden müssen, damit deren Potenziale effektiv genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine didaktische Betrachtung, indem sie das Modell der Handlungsebenen nach Flechsig und Haller auf Live-Online-Trainings überträgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Digitalisierung, die Definition von Webinaren, Werkzeuge virtueller Räume, den Vergleich zu Präsenztrainings sowie eine detaillierte Übertragung didaktischer Handlungsebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Live-Online-Training, Blended Learning, didaktisches Handeln, virtuelle Lernräume und Erwachsenenbildung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die "A-Ebene" in der didaktischen Planung?
Die A-Ebene umfasst bildungspolitische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie beispielsweise urheberrechtliche Bestimmungen oder den Ausbau der Internet-Infrastruktur, die den Handlungsspielraum festlegen.
Warum ist die Stimme des Lehrenden im virtuellen Raum besonders wichtig?
Aufgrund der eingeschränkten nonverbalen Kommunikation im virtuellen Setting gewinnt der stimmliche Ausdruck an Bedeutung, um Emotionen zu transportieren und Aufmerksamkeit zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Thea Zimmermann (Autor:in), 2017, Live-Online-Training (Webinar) als Methode des Blended Learning in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379013