Classroom-Management

Anwendung der Prinzipien nach Kounin auf den Unterricht einer sechsten Klasse


Hausarbeit, 2012
11 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitungsgedanke

2 Classroom-Management
2.1 Begriffsgenese
2.2 Kounins Studie zum Classroom-Management
2.2.1 Withitness
2.2.2 Overlapping
2.2.3 Momentum
2.2.4 Smoothness
2.2.5 Group Focus
2.2.6 Managing Transitions
2.2.7 Avoiding Mock Participation

3 Besuch einer Mittelschule
3.1 Unterricht der 6. Klasse
3.2 Untersuchung des Unterrichts nach Kounins Prinzipien
3.2.1 Withitness
3.2.2 Overlapping
3.2.3 Momentum
3.2.4 Smoothness
3.2.5 Group Focus
3.2.6 Managing Transitions
3.2.7 Avoiding Mock Participation
3.3 Fazit

4. Schlussgedanke

Literaturverzeichnis.

1 Einleitungsgedanke

Lehrer in deutschen Schulen sind seit Jahren mit Problemen wie erhöhter Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, schwierigen Familiensituationen und Demotivation der Schüler konfrontiert. Die Jugendlichen zeigen kaum Lernbereitschaft und Engagement. Doch es ist die Aufgabe der Lehrer, auf diese Problematik zu reagieren. Diese Debatte zeigt erneut auf, wie wichtig Klassenführung, Unterrichtsstrukturierung und Lernzeitnutzung für einen effizienten Unterricht sind. Die Relevanz dieses sogenannten Classroom-Managements für gelingende Lernprozesse ist durch die empirische Unterrichtsforschung eindeutig belegt.1

Im Folgenden wird der Begriff des Classroom-Management definiert, sowie auf die Ergebnisse von der Studie von Kounin zur effizienten Klassen- und Gruppenführung eingegangen. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Theorie Kounins am Beispiel des Unterrichts einer sechsten Klasse verdeutlicht.

2 Classroom-Management

2.1 Begriffsgenese

Der Begriff Classroom-Management wird in Deutschland häufig als Klassenführung bezeichnet.2 Dieser Begriff ist aufgrund seiner Konnotation mit dem Begriff ‚Führung‘ in der schulpädagogischen Literatur negativ besetzt.

Das Classroom-Management umfasst dem Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie die Beziehungsstruktur zwischen Lehrkraft und Lernenden.3

Weinert bezeichnet als effiziente Klassenführung die Fähigkeit des Lehrers

„die Schüler einer Klasse zu motivieren, sich möglichst lange und intensiv auf die erforderliche Lernaktivitäten zu konzentrieren – als Voraussetzung dafür – den Unterricht möglichst störungsarm zu gestalten oder auftretende Störungen schnell und undramatisch beenden zu können. Die wichtigste Voraussetzung für wirkungsvolles und erfolgreiches Lernen ist das Ausmaß der aktiven Lernzeit, das heißt der Zeit, in der sich die einzelnen Schüler mit den lernenden Inhalten aktiv, engagiert und konstruktiv auseinander setzen. Je mehr Unterrichtszeit für die Reduktion störender Aktivitäten verbraucht bzw. verschwendet wird, desto weniger aktive Lernzeit steht zur Verfügung. […] Der Klassenführung kommt deshalb eine Schlüsselfunktion im Unterricht zu. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Lehrern sind gerade bei dieser Kompetenz sehr groß.“4

Weiterhin soll das Classroom-Management dem Lehrer im Umgang mit dem Schüler helfen sowie Störungen und Disziplinkonflikte begrenzen, die Lernzeit erhöhen und eine Verbesserung des Unterrichtsklimas erreichen.5

2.2 Kounins Studie zum Classroom-Management

Als ‚Klassiker‘ des Classroom-Managements wird der Ansatz von Kounin bezeichnet, der durch videografische Methoden die folgenden Prinzipien effizienter Klassen- und Gruppenführung erarbeitete.6

2.2.1 Withitness

Als Withitness bezeichnet Kounin die Allgegenwärtigkeit.7 Das bedeutet, dass die Schüler das Gefühl vermittelt bekommen, dass der Lehrer alle Aktivitäten der Schüler im Blick hat.8

2.2.2 Overlapping

Mit Overlapping wird die Fähigkeit des Lehrers zur Mehrfachverarbeitung bezeichnet. Durch Automatisierung und Routine soll es dem Lehrer möglich sein, an verschiedenen Problemen gleichzeitig zu arbeiten. Dieser Prozess wird auch Multitasking genannt.9

2.2.3 Momentum

Als drittes Prinzip effizienter Klassenführung gilt die Zügigkeit, Reibungslosigkeit und Geschmeidigkeit. Der Lehrer soll unnötige Unterbrechungen des Unterrichtsflusses vermeiden. Hierfür ist die angemessene Planung von Unterricht erforderlich. Weiter soll Hektik aber auch Langeweile durch monotonen Stoff vermieden werden.10

2.2.4 Smoothness

Als Smoothness bezeichnet Kounin die Fähigkeit des Lehrers zur Durchführung des Unterrichts ohne sachlogische Unterbrechungen. Für die Schüler muss ein sogenannter roter Faden erkennbar sein.11

2.2.5 Group Focus

Um störungsfreien Unterricht zu halten rät Kounin dem Lehrer zudem zur Gruppenaktivierung. Der Lehrer muss seinen Fokus auf die Gruppe richten und dieser klare Aufgaben zuweisen.12

2.2.6 Managing Transitions

Als Managing Transitions wird das Übergangsmanagement bezeichnet. Der Lehrer muss klare und eindeutige Überleitungen vornehmen. Dies kann beispielsweise durch akustische Signale geschehen. Es muss gewährleistet sein, dass dieser Vorgang ohne Zeitverlust von statten geht.13

2.2.7 Avoiding Mock Participation

Kounin bezeichnet als wichtiges Prinzip effizienter Klassenführung die Vermeidung vorgetäuschter Teilnahme. Der Lehrer muss sensibel für Schein-Aufmerksamkeit sein und die school survival skills der Schüler durchschauen.14

3 Besuch einer Mittelschule

Ich hospitierte für einen Vormittag in einer 6. Klasse einer Mittelschule. Die Klasse wurde in den Fächern Mathematik, PCB, Englisch und Deutsch unterrichtet, wobei ich auf den Deutschunterricht näher eingehen werde. Im Folgenden werde ich eine Schulstunde auf Faktenebene beschreiben, interpretieren und bewerten. Abschließend untersuche ich die Unterrichtsstunde bezüglich Kounins Prinzipien zur effizienten Klassen- und Gruppenführung.

3.1 Unterricht der 6. Klasse

Die Klasse hat Deutschunterricht. Die Schüler holen ihre Deutschhefte aus ihren an der Wand angebrachten Fächern. Die Lehrerin betritt das Klassenzimmer. Sie legt ihre Schultasche auf das Pult und begrüßt die Klasse. Der Unterricht beginnt. Die Lehrerin bittet einen Schüler, Aufgabenblätter an die Klasse auszuteilen. Die Schüler lesen einen Text. Die Lehrerin fordert vier Schüler auf, Teile des Textes laut vorzulesen. Sie ermahnt zwei unaufmerksame Schüler. Die Schüler stellen Fragen zu unbekannten Wörtern. Ein Schüler liest Definitionen dieser Wörter aus dem Duden vor. Die Schüler schreiben in Stillarbeit eine Zusammenfassung des Textes in ihre Hefte. Die Lehrerin ermahnt zwei sich unterhaltende Schüler. Drei Schüler lesen ihre Zusammenfassung laut vor. Die Lehrerin gibt zwei Schülern als Strafarbeit auf, den Text abzuschreiben. Sie schreibt die Hausaufgabe an das dafür vorgesehene Brett. Die Lehrerin verabschiedet sich von den Schülern. Der Unterricht endet.

Die Lehrerin führt den Unterricht. Als zwei Schüler stören und unaufmerksam sind, reagiert sie mit einem geschickten Kunstgriff. Sie unterbindet eine problematische Situation. Sie hilft den Schülern, den Text zu verstehen.

Die Lehrerin unterrichtet gut. Sie motiviert die Schüler. Das Tempo des Unterrichts ist der Klasse angepasst. Die Lehrerin kann gut auf ihre Schüler eingehen.

[...]


1 Vgl.: Bohl, T., Kansteiner-Schänzlin, K., Kleinknecht, M., Kohler, B. & Nold, A. (2010). Selbstbestimmung und Classroom-Management: Verschiedene Zugänge zu einem aktuellen Spannungsfeld. In T. Bohl, K. Kansteiner-Schänzlin, M. Kleinknecht, B. Kohler & A. Nold (Hrsg.), Selbstbestimmung und Classroom-Management: Empirische Befunde und Entwicklungsstrategien zum guten Unterricht. (S. 9). Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

2 Vgl.: a.O. (S. 9.)

3 Vgl.: Bohl, T. (2010). Forschung für den Unterricht: Zwischen selbstbestimmtem Lernen und Classroom- Management. In T. Bohl, K. Kansteiner-Schänzlin, M. Kleinknecht, B. Kohler & A. Nold (Hrsg.), Selbstbestimmung und Classroom-Management: Empirische Befunde und Entwicklungsstrategien zum guten Unterricht. (S. 20 - 22). Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

4 Zit.: a.O. (S. 21)

5 Vgl.: Meyer, H. (2004). Was ist guter Unterricht? (S. 32). Berlin: Cornelsen.

6 Vgl.: Helmke, A. (2009). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität: Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. (S. 178). Seelze-Velber: Kallmeyer.

7 Vgl.: Hopkins, D. (2002). A teacher‘s guide to classroom research. (S. 149). Buckingham: Open University Press.

8 Vgl.: Helmke, A. (2009). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität: Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. (S. 179). Seelze-Velber: Kallmeyer.

9 Vgl.: a.O. (S. 179)

10 Vgl.: a.O. (S. 179)

11 Vgl.: Hopkins, D. (2002). A teacher‘s guide to classroom research. (S. 149). Buckingham: Open University Press.

12 Vgl.: Helmke, A. (2009). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität: Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. (S. 179). Seelze-Velber: Kallmeyer.

13 Vgl.: a.O. (S. 179)

14 Vgl.: a.O. (S. 179)

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Classroom-Management
Untertitel
Anwendung der Prinzipien nach Kounin auf den Unterricht einer sechsten Klasse
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V457302
ISBN (eBook)
9783668887886
ISBN (Buch)
9783668887893
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kounin, Klassführung, Lehramt, Pädagogik, Schulpädagogik, Lehrer, Schule, Classroom-Management
Arbeit zitieren
Linda Mitterweger (Autor), 2012, Classroom-Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457302

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