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Hat Luther Paulus missverstanden? Über Luthers Begriff der Gewissheit und ihre Subjektivitätsproblematik in Hinblick auf Paulus

Eine phänomenologische Betrachtung

Title: Hat Luther Paulus missverstanden? Über Luthers Begriff der Gewissheit und ihre Subjektivitätsproblematik in Hinblick auf Paulus

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 32 Pages

Autor:in: Tobias Urban (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit untersucht den Gewissheitsbegriff bei Luther hinsichtlich ihrer Subjektivitätsstruktur in phänomenologischer Weise. Unter Einbeziehung des paulinischen Gewissheitsverständnisses und seiner Rezeption bei Luther soll sich der Frage nach der Möglichkeit eines Lutherischen Missverständnisses von Paulus genähert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 Ausgangspunkt und Problemstellung

1.2 Hermeneutische und methodologische Vorüberlegungen hinsichtlich eines Vergleichs zwischen Luther und Paulus

2 PHÄNOMENOLOGIE DER GEWISSHEIT IM KONTEXT IHRER BESTIMMENDEN UND DIREKTIVEN BEGRIFFSKONZEPTIONEN

2.1 Über die Gewissheit und den Zweifel – eine Begriffsdialektik bei Luther

2.2 Über die Gewissheit und die Zuversicht – ein Intermezzo

2.3 Eine Sichtung und Betrachtung der Gewissheit bei Paulus als Hoffnungsgewissheit

3 EINE PHÄNOMENOLOGISCHE GRUNDLEGUNG DER GEWISSHEIT AM MODELL DER RELATIONALITÄT

3.1 Selbstreflexivität und Selbstreferentialität des Glaubens und seiner Gewissheit

3.2 Die Glaubensgewissheit und der Subjektivismus – eine Introspektion bei Luther?

3.3 Schlussbemerkung: Von der Möglichkeit des Lutherischen Missverständnisses

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gewissheitsverständnis bei Martin Luther aus einer phänomenologischen Perspektive, um zu klären, ob Luthers Rezeption des Apostels Paulus als Missverständnis zu bewerten ist, insbesondere im Hinblick auf den modernen Vorwurf des Subjektivismus.

  • Phänomenologische Analyse der Gewissheitsstruktur bei Luther und Paulus
  • Vergleich der Begriffe Gewissheit, Zweifel, Zuversicht und Hoffnung
  • Diskussion der Subjektivitätsstruktur und Relationalität des Glaubens
  • Auseinandersetzung mit der "Neuen Paulusforschung" und dem Subjektivismusvorwurf
  • Klärung des Verhältnisses von Gesetz und Evangelium im Kontext der Heilsgewissheit

Auszug aus dem Buch

3 EINE PHÄNOMENOLOGISCHE GRUNDLEGUNG DER GEWISSHEIT AM MODELL DER RELATIONALITÄT

Zunächst verwies die um die Lutherische Glaubensgewissheit sich wendende Überlegung zielbewusst vom Glaubenden weg auf ihren Glaubensgegenstand; wohl in dem Wissen, dass nur sehr unzureichend und unrichtig von einem Glaubensgegenstand die Rede sein kann, da er im Glauben schlechterdings aufhört Denkfigur zu sein, sodass wir es letztlich mit dem lebendigen Gott zu tun bekommen. Dem Sachverhalt angemessen muss man sich daher zunächst gewahr werden, dass Luthers Gewissheitsverständnis seinem Selbstverständnis nach, durchaus als kontradiktorische Konzeption zu einem intellektuell aufgefassten Gewissheitsverständnis der hochscholastischen Metaphysik aufzufassen wäre, welches im Denken des Menschen verortet, die Möglichkeit der Heilsungewissheit realisiert und diese schließlich de facto zum Vollzug bringt. „Das Sein Gottes steht nicht als Gegenstand des Denkens, als Sinnhorizont, als Geschichtsziel auf dem Spiel, sondern konkret und praktisch steht Gott als Autor des Seins des Menschen auf dem Spiel, also da, wo eine Verwechslung Gottes mit einem Gegenstand des Denkens nicht möglich ist.“ So grundlegend und weitreichend diese Erwägung zum richtigen Verstehen des Lutherischen Anliegens ist, so betrifft diese sachgerecht die anfängliche Konstituierung der Gewissheit im Glaubensvollzug, nicht aber ihre nachträglich sekundäre Reflexion, da sich eine gedankliche Reflexion über die Gewissheit ausschließlich in den Denkformen von Subjekt und Objekt vollziehen kann, wenn auch die Inanspruchnahme und Verdinglichung Gottes als den eines Glaubensgegenstandes aus theologischer Sicht als höchstbedenklich oder gar irrig anzusehen ist. Konsequent gesehen muss hier jeder Vermittlungs- und Lösungsversuch des Denkens im Denken selbst scheitern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Gewissheit bei Luther und Paulus unter Verwendung einer phänomenologischen Methodik zur Klärung der Missverständnis-Frage.

2 PHÄNOMENOLOGIE DER GEWISSHEIT IM KONTEXT IHRER BESTIMMENDEN UND DIREKTIVEN BEGRIFFSKONZEPTIONEN: Untersuchung der begrifflichen Spannungsfelder zwischen Gewissheit, Zweifel, Zuversicht und Hoffnung bei Luther und Paulus.

3 EINE PHÄNOMENOLOGISCHE GRUNDLEGUNG DER GEWISSHEIT AM MODELL DER RELATIONALITÄT: Analyse der Struktur der Subjektivität und Widerlegung des Vorwurfs eines subjektivistischen Glaubensverständnisses bei Luther.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Paulus, Gewissheit, Glaube, Relationalität, Subjektivismus, Phänomenologie, Gesetz und Evangelium, Hoffnung, Heilsgewissheit, Selbstreflexivität, Selbstreferentialität, Neue Paulusforschung, extra nos, Zuversicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Gewissheitsbegriff bei Luther aus einer phänomenologischen Perspektive und prüft, ob die gängige These eines Lutherischen Missverständnisses von Paulus aufrechterhalten werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Struktur des Glaubens, die Dialektik von Gesetz und Evangelium, die Rolle der Subjektivität im Glaubensvollzug sowie die Unterscheidung von Gewissheit, Zuversicht und Hoffnung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, den Vorwurf des "Lutherischen Subjektivismus" durch eine phänomenologische Analyse der Relationalität zu hinterfragen und zu evaluieren, ob Luthers Theologie tatsächlich eine solche Fehlinterpretation darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Der Autor wählt eine phänomenologische Betrachtungsweise, die nach der Struktur der Subjektivität und den Erscheinungen des Bewusstseins von Gewissheit fragt, anstatt rein psychologische oder historisch-kritische Ursachenanalysen vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung der Gewissheit im Kontext von Luthers Theologie und eine phänomenologische Grundlegung, die den Glaubensakt als "extra nos" (außerhalb unserer selbst) in Gott begründet sieht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe "extra nos", "Relationalität", "Glaubensgewissheit", "Selbstreflexivität" sowie die Auseinandersetzung mit der "Neuen Paulusforschung".

Wie bewertet der Autor Luthers Konzept der "Gewissheit" im Vergleich zur Scholastik?

Der Autor stellt Luthers Verständnis als kontradiktorisch zur hochscholastischen Metaphysik dar; für Luther ist Gott der Autor des Seins, der nicht als bloßer Gegenstand des Denkens verdinglicht werden darf.

Warum lehnt der Autor die psychologische Analyse von Luther ab?

Der Autor argumentiert, dass die Psychologisierung, wie sie etwa bei Stendahl zu finden ist, den theologischen Kern und den historischen Kontext Luthers verkennt und lediglich zirkuläre Ursächlichkeiten produziert, statt inhaltliche Klarheit zu schaffen.

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Details

Title
Hat Luther Paulus missverstanden? Über Luthers Begriff der Gewissheit und ihre Subjektivitätsproblematik in Hinblick auf Paulus
Subtitle
Eine phänomenologische Betrachtung
College
University of Marburg
Author
Tobias Urban (Author)
Publication Year
2007
Pages
32
Catalog Number
V85933
ISBN (eBook)
9783638012249
ISBN (Book)
9783638916257
Language
German
Tags
Luther Paulus Luthers Begriff Gewissheit Subjektivitätsproblematik Hinblick Paulus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Urban (Author), 2007, Hat Luther Paulus missverstanden? Über Luthers Begriff der Gewissheit und ihre Subjektivitätsproblematik in Hinblick auf Paulus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85933
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