Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Definitionsmacht umfasst verschiedene theoretische Zugänge, die insbesondere die Verteilung von symbolischem Kapital untersuchen. In der soziologischen Theorie wird analysiert, wie durch die Setzung von Standards – etwa in Fragen des kulturellen Geschmacks oder des sprachlichen Gebrauchs – soziale Abgrenzungsprozesse und Distinktionen vollzogen werden. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Verbindung von Sprache und Macht, wobei die Etikettierung von Individuen oder Gruppen als Instrument der sozialen Kontrolle und Ausgrenzung betrachtet wird. Über die klassische Gesellschaftslehre hinausgehend thematisiert die aktuelle Forschung auch die Transformation von Definitionsmacht in Zeiten der Neoliberalisierung. Hierbei wird kritisch hinterfragt, wie ökonomische Logiken auf wissenschaftliche und gesellschaftliche Institutionen übergreifen und dadurch die Kapazität zur autonomen Wissensproduktion und Deutung beeinflussen. Die Debatten bewegen sich zwischen der Untersuchung von Habitusstrukturen und der Analyse diskursiver Machtverhältnisse, die bestimmen, was in einer Gesellschaft als legitim, normal oder wahr gilt. Du findest dazu wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.