In der akademischen Debatte wird zwischen implizitem und explizitem Wissen unterschieden, wobei Erfahrungswissen oft als schwer formalisierbare Kompetenz begriffen wird. Während die klassische Epistemologie lange Zeit das rationale, theoretische Wissen privilegierte, rücken neuere Ansätze die Bedeutung der Phänomenologie und des praktischen Urteilsvermögens in den Fokus. Es stellt sich die Frage, wie Erfahrung durch soziale Interaktion, berufliche Praxis oder sensorische Qualia geformt wird und in welcher Weise sie von reinem Faktenwissen abweicht. Besonders in der Konstruktivismus-Debatte wird diskutiert, inwieweit Erfahrungswissen die subjektive Konstruktion von Wirklichkeit maßgeblich beeinflusst. Die Relevanz dieses Wissens Typs erstreckt sich über verschiedene Disziplinen hinweg, von der Arbeitspsychologie bis hin zur Philosophie des Geistes. In der Organisationsforschung wird analysiert, wie die Transferleistung von erfahrenen Kräften in dynamischen Arbeitsumgebungen wie der Industrie 4.0 gelingen kann. In der Pädagogik steht die Frage im Zentrum, wie professionelle Kompetenzen durch langjährige Praxis entstehen und wie diese Form des Wissens in formale Bildungssysteme integriert werden kann. Du findest zu diesen Themen wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF oder eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.