Die Gütekriterien


Hausarbeit, 2010

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Objektivität
2.1 Durchführungsobjektivität
2.2 Auswertungsobjektivität
2.3 Interpretationsobjektivität

3. Reliabilität
3.1 Test-Retest Methode
3.2 Paralleltest-Methode
3.3 Methode der Testhalbierung (Split-half)

4. Validität
4.1 Inhaltsvalidität
4.2 Kriteriumsvalidität
4.3 Konstruktvalidität

5. Schluss

Literatur

Die Gütekriterien

1. Einleitung

Wir sind im Umgang mit physikalischen Alltagsmessinstrumenten wie Waagen, Thermometer oder dem Autotachometer daran gewöhnt, dass wir der Messung vertrauen können die diese Geräte für uns vornehmen. Manchmal ist uns, wie im Fall des Tachometers, im ersten Moment gar nicht bewusst das es sich um eine Messung handelt. Nichts desto trotz muss das Messinstrument tadellos arbeiten. Es wird in jeder Situation erwartet, dass ein Tacho unbeeinflusst von anderen Faktoren die korrekte Geschwindigkeit anzeigt und das diese Messung zuverlässig funktioniert. Zuletzt muss sich der Käufer eines Autos darauf verlassen können, dass sein Tacho ihm Kilometer pro Stunde und keine andere Einheit anzeigt. Was so viel bedeutet wie: Misst mein Tacho denn das was er messen soll? Es werden somit, bewusst oder unbewusst, bestimmte Kriterien an ein physikalisches Messinstrumente gestellt die dessen Güte sicherstellen sollen.

Auch die empirischen Sozialwissenschaften leben vom Messen und Testen. In den überwiegenden Fällen beziehen sich diese Messungen auf Menschen. Deren Einstellungen, kognitive Fähigkeiten, Intelligenz, psychologische Profile und andere Aspekte des Menschen interessieren und beschäftigen die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen die ihrem Versuchsobjekt nur allzu gerne mit Fragen und Tests zu Leibe rücken. Empirische Arbeit lebt also davon in Experimenten, Befragungen oder Beobachtungen zu messen und zu testen. In vielen Fällen werden heutzutage hochstandardisierte Messinstrumente heran gezogen, die sich in ebenso vielen Einsätzen bereits bewährt haben. Diese Messinstrumente haben gezeigt, dass sie ein profanes Mittel sind um sie in dem Feld zum Einsatz zu bringen, für das sie spezialisiert und geeignet erscheinen.

Methodologie ist eine eigene Wissenschaft und die Gütekriterien der Sozialwissenschaft ein Teil davon. Erst die Güte einer Messung ermöglicht Aussagen über die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit möglich und liefert „Anhaltspunkte für den Wahrheitsgehalt und die Haltbarkeit von Aussagen“. (Lamnek 1995: 153) Es muss daher garantiert sein, dass die Messung objektiv, reliabel und valide ist.

Diese drei Begriffe bilden, wie Diekmann (1995: 216) es ausdrückt, die „zentralen Gütekriterien“. Es ist möglich diese zentralen drei Begriffe in eine Werteskala einzuordnen da sie aufsteigend nach Wert das vorangegangene Kriterium bedingen. Objektivität ist demnach das schwächste Kriterium, es wird keinerlei Vorbedingung vorausgesetzt. Objektivität wird aber zur Bedingung für Reliabilität und beide sind notwendige bzw. zwingende Voraussetzungen für die Validität einer Messung. Von Rangfolge der Gütekriterien wird hier natürlich nur zur Veranschaulichung des Problems gesprochen. Eine Messung oder ein Test, sind erst dann ausreichend akzeptabel, wenn alle Kriterien erfüllt sind.

2. Objektivität

„Der Grad der Objektivität eines Meßinstrumentes bringt zum Ausdruck, in welchem Ausmaß die Ergebnisse unabhängig sind von der jeweiligen Person, die das Meßinstrument anwendet.“ (Diekmann 1995: 216) Die zentrale Frage die sich mit diesem Gütekriterium verbindet ist daher: Kommen zwei unterschiedliche Tester, die mit demselben Test arbeiten zu denselben Ergebnissen? Diekmann bezieht sich mit seiner Aussage lediglich auf eine von drei Dimensionen der Objektivität. Die Durchführungsobjektivität die hier gemeint ist steht aber nur stellvertretend für die Durchführung der Messung. Objektivität wird allerdings auch bei Auswertung und Interpretation von Messungen und Tests erwartet.

2.1 Durchführungsobjektivität

Die Durchführung einer Messung sollte zu jedem Zeitpunkt gleiche Messergebnisse liefern, unabhängig von der Person die sie durchführt. Erreicht wird dies durch eine hohe Standardisierung der Messinstrumente und einer Vielzahl von Regeln für den Interviewführenden (Geisler 2006). So ist es notwendig die soziale Interaktion zwischen Proband und Interviewer stark einzuschränken und Erklärungen zu den Fragen zu vermeiden.

2.2 Auswertungsobjektivität

Werden die Ergebnisse einer Messung ausgewertet, so ist zu erwarten, dass unterschiedliche Auswerter zu denselben Ergebnissen kommen. In den Sozialwissenschaften quantitativer Prägung ist diese Objektivität zumeist relativ unproblematisch, da durch hochstandardisierte Fragebögen keine Abweichungen beim Auswerten zwischen einzelnen Auswertern zu erwarten ist. Es ist in dem Fall also der numerische Charakter der quantitativen Forschung der im Bezug auf die Auswertungsobjektivität relative Sicherheit bietet. In der qualitativen Forschung hingegen fehlt diese hohe Standardisierung und es besteht hier durchaus die Möglichkeit, dass unterschiedliche Auswerter differenzierte Ergebnisse aus einer Messung herauslesen.

2.3 Interpretationsobjektivität

Die Fragestellung für diese Objektivität wäre: Kommen zwei Personen, die den Test einer Person auswerten zu den gleichen Schlussfolgerungen und interpretieren sie die Ergebnisse auf die gleiche Weiße. Problematisch ist diese Fragestellung auch hier weniger für die quantitative Forschung sondern vielmehr für psychometrische Testverfahren wie Persönlichkeits- und Intelligenztests. Gerade bei diesen Tests ist es von enormer Bedeutung für den betreffenden Probanden, dass seine Ergebnisse von unterschiedlichen wissenschaftlichen Betrachtern gleich interpretiert werden.

Objektivität ist also genau dann erfüllt wenn ein Test oder eine Messung, die aus der Durchführung (Befragung oder Test), dem Testdokument, der Auswertung und Interpretation besteht, so exakt genormt ist, dass es völlig unerheblich ist, an welchem Ort, zu welcher Zeit oder von wem er durchgeführt, ausgewertet und interpretiert wird (Moosbrugger und Kelava 2008: 10). Entscheidend ist, dass in allen Phasen das immer gleiche Ergebnis entsteht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Gütekriterien
Hochschule
Universität Leipzig  (Kommunikations und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Methoden der Kommunikationswissenschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V175839
ISBN (eBook)
9783640969869
ISBN (Buch)
9783640969623
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gütekritieren, Validität, Objektivität, Reliabilität
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Marcel Viola (Autor), 2010, Die Gütekriterien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175839

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