Die Säkularisierungsthese. Religionen in der Moderne


Ausarbeitung, 2015

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Begriffsbestimmung: Moderne

Begriffsbestimmung: Säkularisierung

Argumente für die Säkularisierungsthese

Antithesen und Entkräftungen

Fazit

Literaturverzeichnis

Einführung

Die vorliegende Arbeit wird sich im Prägnanten mit den wesentlichen Aspekten der Säkularisierungsthese beschäftigen. Seit Max Weber galt sie als die wohl wichtigste Theorie in der Religionssoziologie und fungierte als Stützpfeiler unzähliger Forschungen. Seit einigen Jahrzehnten steht sie jedoch unter starker Kritik. Renommierte Soziologen und Gesellschaftstheoretiker untersuchen sie anhand aufwendiger und länderübergreifender Statistiken, finden fehlerhafte Annahmen und stellen oftmals fest, dass die Religionssoziologie unter den formulierten Prämissen nicht ganz schlüssig sei.
Noch heute besitzt sie eine erhebliche Anhängerschaft, welche sie trotz der vielfach ausgedrückten Vorbehalte nicht verwerfen, sondern vielmehr im Lichte der neuesten Fakten ein weiteres Mal bewerten möchten.
Die Arbeit verfolgt die Intention, die gewichtigsten Thesen beider Seiten aufzuführen und zu diskutieren. Diejenigen, welche sich intensiv mit beiden Parteien auseinandersetzen, werden gestehen, dass ein eindeutiges Ergebnis, d.h. die These für oder gegen die Säkularisierung in der Moderne, kaum in Aussicht steht. Der Leser wird vielmehr feststellen, die Argumente dafür sind stichhaltig und vertretbar, sowie sie es auch im anderen Lager zu sein scheinen.

Begriffsbestimmung: Moderne

Es scheint angebracht, zunächst den Bedeutungsrahmen der im Titel angeführten Fachtermini auf ihren in dieser Arbeit relevanten Inhalt zu reduzieren. So liegt es nahe den Terminus ‚Moderne‘ in seinem soziologischen Kontext zu definieren. Es sei angemerkt, dass der Begriff in der Philosophie, aber auch in der Soziologie als umstritten gilt.[1]
Die Urbanisierung, die Industrialisierung und die einhergehende Optimierung der Lebensqualität; die Rationalisierung seit der Aufklärung, deren wohl größter Impuls die französische Revolution war und deren Leitmotiv sich passend mit Worten Kants „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ beschreiben lässt; die wissenschaftlichen Errungenschaften in Medizin (sinkende Mortalität) und Biologie (Evolutionstheorie als Antwort auf den Ursprung des Seins); die erstmalige, überwiegende Besinnung auf philosophisch-moralische Konzepte, wie den Utilitarismus, der Deontologie usw.; das wirtschaftliche Wachstum; die politische Partizipation in Form von Demokratie und nicht zuletzt der Umbruch von der Tradition hin zum Neuen sind Indikatoren für eine neue Epoche, für eine Wende in der Betrachtung des Menschenbildes auf Erden. Die Menschen vertrauen ihre Existenzbegründung positivistischen Wissenschaften an und verlangen fundierte Legitimationsgründe für bestehende Dogmen, seien sie religiös oder politisch motiviert.

Begriffsbestimmung: Säkularisierung

Unter dem Begriff Säkularisierung wird meist die Verweltlichung, die Profanisierung oder die Emanzipation vor der kirchlichen Bevormundung verstanden. Zunächst handelte es sich bei diesem Begriff, um die Bezeichnung eines aus dem Kloster ausgetretenen Mönchs, der fortan als konfessionsloser Weltpriester öffentlich seine Predigten hielt. Ein anderes Konzept ist die Trennung zwischen Dies- und Jenseits oder aber noch radikaler, dass das Jenseits ins Diesseits übergehe, ohne weiter in ihr zu existieren, sondern um völlig in ihr zu verschwinden. Daraus entspringt ein großes Problem. Nämlich, wenn nun konsensuell postuliert werde, dass das Jenseits obsolet sei, wie könnte sich die Institution Kirche noch weiter legitimieren?
Die vorliegende Arbeit wird sich lediglich auf die letzten beiden Säkularisierungsbegriffe beschränken. Es gilt auch hier zunächst zu klären, worum es inhaltlich in der Theorie geht. Die Kernthesen der Befürworter sind wie folgt. Zum einen findet ihrer Meinung zufolge durch den Einfluss der Moderne eine Marginalisierung des Religiosen statt. Eine andere besagt, dass zwar Religion weiter bestünde, die Macht der Institutionen, wie der Kirche aber drastisch schwinde, sodass das Phänomen der Privatisierung auftauche. Sie verursacht, dass keine höhere Instanz länger die Deutungsgewalt inne habe, sondern ein jeder Gläubiger seinen Glauben so auslegen dürfe, wie es ihm beliebt. Weiter vertreten ihre Befürworter einen geschichtlichen Determinismus, in der die Religion nur eine Variable ausmache.
Aus beiden beobachteten Phänomenen folgt, dass sich Modernisierung, das aus der Definition heraus ersichtlich anscheinend der Antreiber der Säkularisierung ist, einen negativen Einfluss auf Religion nimmt.

[...]


[1] URL: http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bentry%5D=702&tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&tx_gbwbphilosophie_main%5Bcontroller%5D=Lexicon&cHash=6c3368fcfce4d558f18ea756c24304c1 (letzter Aufruf: 26.04.2015).

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Säkularisierungsthese. Religionen in der Moderne
Hochschule
Universität Osnabrück  (Institut für Islamische Theologie)
Veranstaltung
Religionssoziologie/-psychologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V303836
ISBN (eBook)
9783668024168
ISBN (Buch)
9783668024175
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
säkularisierungsthese, religionen, moderne
Arbeit zitieren
Ahmet Numan Cakilkum (Autor:in), 2015, Die Säkularisierungsthese. Religionen in der Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303836

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