Die theoretische Fundierung des Memes reicht von der biologisch inspirierten Memetik, die kulturelle Evolution mit genetischen Prozessen vergleicht, bis hin zur medienwissenschaftlichen Untersuchung digitaler Bild- und Textkombinationen. In der Forschung wird untersucht, wie durch Remixing und kulturelle Aneignung neue Bedeutungsebenen entstehen und wie diese Prozesse die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Dynamik der Internetkultur, in der Memes als visuelle Kurzformen dienen, um komplexe gesellschaftliche, politische oder religiöse Diskurse schnell und weiträumig zu transportieren. In der wissenschaftlichen Debatte stehen insbesondere die Mechanismen der viralen Verbreitung sowie die Rolle von Memes bei der Konstruktion von Gruppenidentitäten und sozialen Normen im Mittelpunkt. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese digitalen Artefakte als Werkzeuge des politischen Protests oder als Instrumente der Machtausübung fungieren. Die interdisziplinäre Betrachtung umfasst somit sowohl die Untersuchung der semiotischen Strukturen als auch die soziopsychologischen Auswirkungen auf die Rezipienten. Du findest dazu wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN, sofort als PDF und eBook, viele als Print-on-Demand.