Inhaltverzeichnis
Einleitung
Der Sinn des Lebens
Was ist Gott?
Die Erscheinungsweisen der Natur
Das vedische Gesellschaftssystem
Die Welt eine täuschende Illusion ?
Die sechs edlen Tugenden
Erwecke die Heilkraft deines Geistes (Teil 1)
Erwecke die Heilkraft deines Geistes (Teil 2)
Existiert für uns ein freier Wille
Das kosmische Drama - eine perfekte Illusion
Handeln oder Nicht-Handeln ?
Mann und Frau aus vedischer Sicht
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Einleitung
Die vedischen Lebenslehren sind direkte Anweisungen Gottes an die Menschheit des gesamten Universums (in den Veden wird erklärt, dass es in unserem Universum 400.000 menschliche Lebensformen gibt). Vor vielen Millionen Jahren wurde dieses Wissen von Gott über seine Inkarnationen (Avatare) und Heilige in der Schülernachfolge an die Menschheit weitergereicht. Vor 5.000 Jahren erneuerte Gott, als Krishna-Inkarnation dieses Wissen an den König Arjuna während der Schlacht von Kurushetra und im 16. Jahrhundert unserer Zeit erschien er als Caitanya Mahaprabhu und lebte der Welt seine Lehren vor. Der Sinn des Lebens für die menschliche Lebensform ist es, eine hohe Erkenntnis des inneren Selbst zu erlangen. Unser inneres Selbst ist ein ewig existierendes Energiepartikel der höchsten Seele, Gott. Die menschliche Lebensform ist die einzige Möglichkeit zu dieser höheren Erkenntnis zu gelangen. Die, in unvordenklichen Zeiten in die materielle Welt gefallenen Seelen, welche die Welt genießen wollten wie Gott der Höchste Herr selbst, wurden von ihm unter die Aufsicht und Kontrolle der materiellen Natur und der Zeit gestellt. In unserer Zeit, der des materialistischen Zeitalters (Kali-Yuga), beträgt die wahre Religion Gottes nur noch 25 Prozent und die Irr-Religion 75 Prozent. Deshalb wird dieses Zeitalter auch das Zeitalter der „Heuchelei und des Streites“ genannt. Am Ende des Zeitalters erscheint Gott als Kalki-Avatar und vernichtet die vollkommen gottlos gewordene Menschheit. Die vedischen Lebenslehren können jeder Seele helfen durch Wissen, Gottesliebe und Entsagung selbst göttliche Eigenschaften und Unsterblichkeit zu erlangen.
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Der Sinn des Lebens
„Gib den Menschen zuerst spirituelles Wissen, dann gib ihnen Medizin und dann Brot.“ (Swami Sivananda)
Der Sinn des Lebens für die menschliche Lebensform ist es, eine hohe Erkenntnis des inneren Selbst zu erlangen. Unser inneres Selbst ist ein ewig existierendes Energiepartikel der höchsten Seele, Gott. Die menschliche Lebensform ist die einzige Möglichkeit zu dieser höheren Erkenntnis zu gelangen. Die, in unvordenklichen Zeiten in die materielle Welt gefallenen Seelen, welche die Welt genießen wollten wie Gott der Höchste Herr selbst, wurden von ihm unter die Aufsicht und Kontrolle der materiellen Natur und der Zeit gestellt. Verwirrt durch die Wellen und das Flimmern der fünf Elemente der Natur; und verwirrt durch die materiellen Sinne des Lebewesens beim leiden und genießen der materiellen Welt, erkennt dieses nicht mehr sein ursprüngliches Ziel: ein ewiger Diener Gottes zu sein. Wenn es einen Diener gibt, so muss es auch einen Dienst geben und jemanden, der den Dienst entgegen nimmt. Das Lebewesen ist als Teil Gottes der ewige Diener und der Höchste Herr nimmt den Dienst des Lebewesens entgegen. Worin besteht nun dieser Dienst? Dieser Dienst besteht darin, dass sich das Lebewesen dem Höchsten Herrn ergibt und erkennt, dass es nur einen Herrn und einen Genießer aller Dinge gibt: Gott. Wenn das Lebewesen diese Erkenntnis erlangt, hat es das höchste Ziel seines Seins erkannt. Die absolute Wahrheit, Gott, kennt keine Dualität. Der Wissende und der Ge-genstand des Wissens sind eins. Die Dualitäten in dieser materiellen Welt entstehen allein im Geist des Lebewesens durch das „falsche Ego“: das bin ich und das ist mein. Das Lebewesen ist weder der materielle Körper, noch gehört etwas in dieser materiellen Welt ihm. Aus dieser falschen Sicht der Wahrheit entstehen alle Leiden und illusorische Spekulationen denen das Lebewesen unterliegt. Es ist daher ureigenste Pflicht und Interesse des Lebewesens seine wirkliche Position zu erkennen. Um zu dieser hohen Erkenntnis zu gelangen, gibt uns der Höchste Herr selbst den Schlüssel in die Hand: „Gib alle Religionen auf und ergib dich mir. Verehre mich und bringe mir deine Ehrerbietungen dar, dann wirst du mich mit Sicherheit erreichen.“ Um dieses einzige wirkliche Lebensziel zu erreichen stehen alle grobstofflichen Prozesse einem hohen Denken entgegen, da die Nahrung in hohen und niederen Frequenzen schwingt. Zum Beispiel lösen die verzehrten Leichenteile getöteter Tiere disharmonische Schwingungen im Geist des Menschen aus, die ein hohes Denken
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und die geforderte Stetigkeit auf dem Wege der geistigen Evolution unterbinden. Damit sinkt das Lebewesen immer wieder, aufgrund des Entstehens von materiell verunreinigten Wünschen, in die illusorischen Fängen der schwer zu überwindenden materiellen Natur zurück. Aber nicht nur die Nahrung ist wichtig, sondern jeder Gedanke und jede Handlung entscheiden über die Zukunft des Lebewesens, dass im materiellen Körper wie in einem Fahrzeug sitzt und mit seinen fünf materiellen Sinnen und dem, seinen Wünschen aus dem vergangenen Leben erhaltenen Körper die Welt genießen und erleiden muss. Das Lebewesen muss, wenn es erfolgreich sein will, spirituelle Unterweisungen aus der richtigen Quelle empfangen. Diese einzige und unverfälschte Quelle sind die Veden, welche uns direkt von Gott als Lebensrichtlinien gegeben worden. Die Veden sind kein Lesestoff den wir nach Belieben nutzen oder ablehnen können, sondern sie verkörpern die absoluten Gesetze Gottes, denen sich niemand entziehen kann.
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Was ist Gott ?
„Wer das All erkennt, sich aber selbst verfehlt, verfehlt das Ganze.“
(Die geheimen Worte des Jesus Christus, die sein Jünger Didymos Judas Thomas aufschrieb, siehe das Thomas-Evangelium)
Jeder Mensch möchte eine Antwort auf diese Frage: Was oder wer ist Gott? Warum ist diese Frage für viele so schwer zu beantworten? Es existiert in unserer Zeit kein wirkliches Wissen darüber, weil sich an die Stelle des Wissens die personifizierte Unwissenheit gesetzt hat und sich selbst die Rolle Gottes anmaßt. Gott ist in Allem existent. Er ist die einzige Wirklichkeit. Er ist alldurchdringend, allmächtig, allwissend und allgegenwärtig. Gott wohnt als Überseele im Herzen eines jeden Lebewesens. Er ist allen Lebewesen gleich gesonnen. Man kann Gott nicht mit dem Verstand aufspüren, man kann ihn nur durch Hingabe und Liebe zu allen Aspekten des Lebens entdecken. Sieh in die Natur und rieche den Duft der Blüten, höre den Schrei des Vogels, sieh das Licht der Sonne, höre das rauschen des Flusses. Hinter all diesen Klängen steht die klanglose Stille, hinter allen Lichtern strahlt das Licht des Lichtes, hinter all dem Vergänglichen ist das unvergängliche Absolute, hinter allen Bewegungen ist die eine bewegungslose Unendlichkeit. Hinter der Zeit, den Minuten und Stunden ist die zeitlose Ewigkeit. Hinter dem Hass und den Kriegen steht die ver-borgene Liebe. Gott hat keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende, er weilt in jedem Atom, als die subtile Form der ewigen Zeit. Er kontrolliert von innen, er ist von nichts abhängig, er verfügt über alle Füllen in unbegrenzter Weise. Gott ist die einzige Realität in unserem Universum. Er stillt deinen Durst und deinen Hunger. Das Höchste Wesen allen Seins ist nicht zu erklären, obwohl es Gelehrte intellektuell versuchen. An diesen Versuchen des fehlerbehafteten Intellekts ist nichts wahr. Es sind Spekulationen. Man kann sich Gott, der ewigen Substanz und der spirituellen Transzendenz nur mit Hingabe, Liebe und Demut nähern. Nur dann wird er sich uns offenbaren; entweder als Brahmanausstrahlung, als Überseele (Paramatman) in unserem Herzen oder als Bhagavan (als spirituelle höchste Person, Gott). Die letzte Sicht ist nur durch Bhakti, durch bedingungslose Hingabe zu verwirklichen. Alle spekulativen Vorstellungen von Gott, an welche die unwissenden Lebewesen glauben sind ebenso Unwissenheit, wie die Menschen nach 2.000 Jahren den gekreuzigten Jesus als Halskette herumtragen. Jesus Christus, das ewige Licht der Vergebung ist aufers-tanden und hat das ewige Leben bereits erreicht. Gott ist eine lebende Wirklichkeit. Gott ist eine Person, mit einem ewigen spirituellen Körper, ausgestattet mit allen Fül-
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len in unbegrenzter Art. Gott wird dann als reinstes Bewusstsein erfahren, wenn der Intellekt stirbt. Der Mensch ist ein bloßes Nichts vor dem Allmächtigen, der alles lenkenden Kraft, welche die Bewegungen von Millionen von Universen steuert. Gottes Wille drückt sich in jedem Naturgesetz aus. Wir erklären die Welt aus Ursache und Wirkung. Nirgendwo gibt es eine Wirkung ohne eine dahinter stehende Ursache. Die Menschen in ihrem intellektuellen Unwissen halten sich selbst für Gott und haben daher Probleme die alles regulierende Macht über ihnen anzuerkennen. Hier wollen sie nicht die Ursache einer Wirkung anerkennen. Das ist gottlos und dämonisch; und deswegen sind wir alle hier in der materiellen Welt. Wir wurden maßlos in unserem Anspruch zu sein wie Gott. Die Naturerscheinungen können sich ebenso wenig selbst regeln, wie zum Beispiel ein Kraftwerk nicht ohne die dahinter befindliche Geistesarbeit der Ingenieure arbeitet. Die Natur arbeitet nur unter der Kontrolle des Schöpfers aller Dinge. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist. Aus Gott geht alles her-vor. Er ist das Behältnis allen Seins. Er schafft aus seinen Energien alle Lebensformen, die beweglichen und die unbeweglichen. Er geht in alle Atome als Überseele ein und ist dennoch persönlich fern von allen materiellen Erscheinungen. Eine Regierung ist auch nicht überall persönlich anwesend, dennoch aber geht alles von der Regierung aus und wird auch von dieser kontrolliert. Er ist sowohl spirituelle Person, als auch energetische Manifestation. Er ist der Eine, ohne einen zweiten und dennoch erzeugt er die Vielfalt. Oh Mensch, frage nicht warum? Verneige dich in Demut.
Die drei Erscheinungsweisen der Natur
„Wer sein niederes Selbst überwindet, der ist ein größerer Held, als wenn er tausend Feinde
Die Menschheit befindet sich in der materiellen Welt in drei Erscheinungsweisen, die der Unwissenheit, der Leidenschaft und der Tugend. Zumeist, in unserem Zeitalter, dem Kali-Yuga, in der Mischform Unwissenheit und Leidenschaft oder Leidenschaft und Tugend. Die reine Lebensform der Tugend ist nur bei vollkommen gereinigten spirituellen Menschen, wie Heiligen oder Vaisnavas im bestem Sinne anzutreffen. Die materiellen Sinne des Menschen sowie das flimmern der materiellen Natur bewirken in den Lebewesen eine Verwirrung und eine Täuschung (Maya) über die tatsächliche Wahrheit und den tatsächlichen Sinn des Lebens. Je mehr ein Lebewesen von den Erscheinungsweisen der Unwissenheit und der Leidenschaft angezogen
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Arbeit zitieren:
Diplom-Ingenieur Bernd Staudte, 2008, Vedische Lebenslehren und ihre Anwendung im Alltag, München, GRIN Verlag GmbH
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