In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Atompolitik stehen häufig die Spannungsfelder zwischen nationaler Souveränität und globaler Sicherheit im Mittelpunkt. Während die Sicherheitsforschung die nukleare Abschreckung und die Stabilität von Machtgleichgewichten durch Atomwaffen analysiert, fokussiert die Energiepolitik auf die Frage der Versorgungssicherheit, die ökologischen Folgen und den gesellschaftlichen Wandel der Energiewende. Es werden Modelle untersucht, die erklären, warum Staaten trotz internationaler Regime an nuklearen Programmen festhalten oder wie politische Entscheidungsprozesse innerhalb eines demokratischen Systems den Ausstieg aus der Kernkraft beeinflussen. Darüber hinaus werden methodisch unterschiedliche Ansätze verfolgt, um die Dynamiken nuklearer Strategien zu erfassen. Dies reicht von neorealistischen Erklärungsmodellen, die das Streben nach Macht in einem anarchischen internationalen System betonen, bis hin zu Analyseinstrumenten wie dem Multiple-Streams-Ansatz, der politische Veränderungsprozesse innerhalb nationaler Institutionen beleuchtet. Auch die ethische Dimension der kollektiven Verantwortung und die ökonomische Bewertung von Kosten-Nutzen-Verhältnissen der Kernenergie bilden wesentliche Diskursstränge. Du findest dazu wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN, sofort als PDF und eBook, viele als Print-on-Demand.