Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es beim Studiengang Buchwissenschaften? Corinna Hart hat ihr Studium fast beendet und verrät uns, in welchem Bereich sie danach gerne arbeiten würde und welche Tipps sie für den Weg dorthin hat.

GRIN: Corinna, welchen Eindruck hattest du nach den ersten Semestern deines Studiums – hast du es dir so vorgestellt? 

CH: Nach ein bis zwei Semestern ging es mir sehr gut. Mein Eindruck war, dass wir sehr gut auf dem Stand waren – wir hatten bereits sehr viel Praxis in der Buchwissenschaft erworben. Leider ist ein großer Teil auch BWL, was mir persönlich schwerer fällt. Aber auch das war mit Lernen und am Ball bleiben gut zu schaffen. Nach den ersten zwei Semestern war es noch ein bisschen unsicher, welche Richtung wir einschlagen wollen. Das dritte Semester war sehr anstrengend, jedoch gewinnt man dann zugleich nach und nach die klare Sicht aufs Ziel.

GRIN: Was sind deine beruflichen Pläne für die Zukunft nach dem Studium?

CH: Beruflich würde ich gerne in einem Lektorat arbeiten, entweder im Print- oder im Hörbuchbereich. Im Hörbuch-Lektorat durfte ich bereits Erfahrungen sammeln, das finde ich wahnsinnig interessant. Momentan bin ich im Bereich Presse und das reizt mich auch sehr. Eins von beiden wird sich hoffentlich erfüllen. Als nächstes steht aber erstmal das Volontariat an. Da würde ich mir wünschen, in der Presseabteilung, in der ich jetzt bin, bleiben zu können. Falls das nicht klappt, versuche ich es nochmal im Lektorat.

GRIN: Gab es Hindernisse, die deinen Plänen im Weg standen oder stehen?

CH: Ja, durch die momentane Pandemie kam es zu einer großen Schwemme an Volontären. Mein Jahrgang im Studium war sehr groß, zumindest für Münchner Buchwissenschaftsverhältnisse, und viele haben sich entschieden, den Master unter den Pandemiebedingungen nicht weiter zu führen. Das hat dann die Chancen auf eine Volontariatsstelle stark geschmälert, sodass ich nach dem Bachelor keinen gefunden habe. Am Ende war es jedoch nicht so schlimm, ich habe dann einfach direkt den Master angehängt und arbeite nebenher als Werkstudentin. Im Herbst werde ich mich dann wieder nach einem passenden Volontariat umsehen.

GRIN: Was machst du momentan genau?

CH: Ich bin momentan im zweiten Mastersemester, das heißt, es ist bald schon wieder vorbei. Ich bereite mich gerade auf ein Volontariat vor und bin nebenbei als Werkstudentin in der Presseabteilung beim Gräfe und Unze Verlag. Das macht mir sehr viel Spaß. Das ist wirklich ein ganz toller Job, bei dem man viel Kontakt zu wunderbaren Menschen hat und staunt, was man so alles machen kann. Gerade beim Bereich Presse dachte ich, man müsse journalistische Vorkenntnisse mitbringen, aber da konnte ich mich gut hineinarbeiten und das funktioniert toll. Wie man merkt, bin ich sehr kommunikativ und hätte deshalb auch große Freude daran, in diesem Bereich zu bleiben.

GRIN: Welche Tipps hast du für Studierende der Buchwissenschaften? 

CH: Der erste Tipp ist ein ziemlich persönlicher, der mir sehr am Herzen liegt: Lasst euch nicht entmutigen!

Manchmal passiert es, dass jemand auf einen zukommt und sagt: „Buchwissenschaften, was macht man damit? Das braucht man doch nicht. Es gibt bald keine Bücher mehr.“ Es gibt zu viele Leute, die leider wenig Ahnung davon haben, wie Bücher entstehen, wie wichtig sie sind und wie gut beschützt sie in Deutschland durch ihren Stellenwert tatsächlich sind. Also lasst euch da bloß nichts erzählen. Glaubt an eure Sache und an euch selbst, ihr schafft das!

Mein zweiter Tipp ist: Verzweifelt nicht, wenn es mal nicht so gut läuft! Auch wenn es während des Studiums mal nicht so klappt, wie ihr es euch wünscht oder ihr in einer Prüfung durchfallt, es ist kein Drama. In der Regel kann man die Kurse einfach nachholen. Geht in die Sprechstunden, redet mit euren Dozenten, macht gemeinsam eine Fehleranalyse – beim nächsten Mal klappt es dann bestimmt.

Also: Lasst euch nicht entmutigen, habt Spaß und bringt euer Studium zu einem guten Ende!

GRIN: Corinna, vielen Dank für deine Tipps und dass du dir die Zeit genommen hast!

"Es gibt zu viele Leute, die leider wenig Ahnung davon haben, wie Bücher entstehen, wie wichtig sie sind und wie gut beschützt sie in Deutschland durch ihren Stellenwert tatsächlich sind. Also lasst euch da bloß nichts erzählen. Glaubt an eure Sache und an euch selbst, ihr schafft das!"

Corinna Hart
Corinna Hart studiert Buchwissenschaften im Master und möchte im Herbst ein Volontariat beginnen.